Für Intel-775er-Systeme:
Naja, also wenn der RAM-Teiler auf 1:1 steht, das heißt Anbindungsfrequenz und FSB gleich sind, dann bringt sich Dual-Channel schon ein paar Prozent realen Performancezuwachs - und vielleicht auch Datendurchsatzsteigerungen im Bereich von bis etwa 20 % gegenüber Single-Channel (weil der RAM im Gegensatz zum FSB ja nicht Quad-Pumped, sondern nur "Dual-Pumped" ist). Wenn der RAM-Teiler jedoch nicht auf 1:1 steht und der RAM mit einem Takt, der höher als der des FSB ist, angebunden ist, dann ist Dual-Channel imho höchstens mit leicht höheren Durchsatzraten, jedeoch kaum mit realen Performancegewinnen verbunden.
Für Nehalem-Systeme:
Hier kenn ich mich jetzt noch nicht so wirklich aus - Dual-Channel scheint jedoch deutliche Performancevorteile gegenüber Single-Channel zu haben (auch real 15 - 20 %); der Unterschied zwischen Tripple-Channel und Dual-Channel ist jedoch wesentlich geringer als der zwischen Single-Channel und Dual-Channel. Einzelne Prozent realen Performancezuwachs maximal.
AMD-Systeme:
Diese schlagen deutlich besser auf Dual-Channel an, als alles von Intel bekannte. Erst ab etwa DDR(2/)3-1600 etwa verliert Dual-Channel allmählich seine Vorteile gegenüber Single-Channel... Die K10-Architektur dürfte meinen Vermutungen nach auch zumindest messbar auf Triple-Channel anschlagen, diese Vermutung kann momentan allerdings nicht verifiziert werden...
Allgemein gilt:
- Je höher der Anbindungstakt, desto geringer werden die Vorteile von Dual-Channel gegenüber Single-Channel.
- Systeme, bei denen der Speichercontroller in der CPU integriert ist, schlagen besser auf Dual-Channel (beziehungsweise hohen Anbindungstakt) an.
- AMD-Systeme profitieren tendenziell besser von Dual-Channel (beziehungsweise von hohem Anbindungstakt) als Intel-Systeme
- Spiele profitieren generell sehr schlecht von Dual-Channel (beziehungsweise von hohem Anbindungstakt)
Fazit und Empfehlung: Augenauswischerei ist es nicht; Geldmacherei auch nicht, schließlich bekommt man für das doppelte Geld zwar nicht die doppelte Leistung, aber die doppelte Speicherkapazität... - aber unabdingbar nötig auch wieder nicht. Dual-Channel erfordert bekanntlich ja mindestens zwei Module - was den Stromverbrauch je nach Setting schon messbar erhöhen kann. Bei einem PC, der nicht auf brachiale Leistung ausgelegt ist (Home-Server, Multimedia-PC für TV & Co, Office-PC) muss man sich keinen Kopf machen, wenn keine Dual-Channel-Lösung zum Einsatz kommt, insbesondere wenn es sich um ein FSB-limitiertes System handelt. Für einen PC, wo durch andere Maßnahmen jedoch auch noch das letzte Qäntchen an Performance herausgekitzelt wird, ist es jedoch eine mit verhätlnismäßig geringem Aufwand verbunden Möglichkeit, die Latte etwas höher zu legen... Bei PCs die in eine Mittelkategorie fallen, muss man die näheren Umstände betrachten:
- Stromverbrauch - 24/7, 8/5, oder nur sporadische Nutzung
- Spätere Aufrüstung geplant (auf Dual-Channel)
- Welche CPU (AMD/Intel, Memory Controller in CPU oder in NB)
- Nutzung: Profitieren die genutzen Anwendungen überhaupt von einem eventuell vorhandenen höheren Datendurchsatz
...
Gruß,
Lord Sethur