News RAM-Knappheit bis 2030: Acer-Chef hält das für „unmöglich“

Benna schrieb:
Wenn DDR4/5 Speicher wirklich in so großen Mengen verfügbar wäre, würden die Preise nicht weiter steigen. Einfachste Makroökonomie.

Nicht nur das ist das Problem, sondern die Leute kaufen es einfach egal ob 300€ oder 600€. Solange es noch solche Leute gibt die sowas kaufen, wird auch der Preis nicht mehr sinken.
 
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Verak Drezzt schrieb:
keine Ahnung in welchem prallel Universum der gude Jason Chen unterwegs ist, aber ja, verfügbar ist DDR5 Ram...

Er lebt offenbar in einem Kontext, indem er fuer die Groesse seiner Bestellungen eine Zeitlang kein oder kaum Angebot bekommen hat, und jetzt bekommt er wieder welche. Im Vergleich dazu war RAM im Einzelhandel eigentlich immer verfuegbar, vor allem die gaengigen Groessen und Arten.

Bei manchen Bestellungen habe ich schon 2022 interessante Verfuegbarkeitsschwankungen gesehen, die wir vorher nie erlebt hatten. Da ist ein Prozessor waehrend des Beschaffungsprozesses auf einmal nicht mehr im Angebot, also auf einen teureren ausweichen; und bei den ECC-UDIMMs mit 32GB waren dann auch nur 7 von den bestellten 8 (fuer zwei kleine Server) verfuegbar oder so. Wie das heute bei einer entsprechenden Bestellung waere, weiss ich allerdings nicht.
 
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Die Aussage des Acer Chefs klingt doch unlogisch. Er kann ja gerne versuchen den verfügbaren RAM zu marktüblichen Preisen zu kaufen ohne den Kunden die Aufschläge in das Gesicht zu halten.

Es gibt ja auch kein Toilettenpapier Problem, weil es genug Papier gibt, aber wenn fast alles an Papier in Werbeblattproduktion geht, kostet das weltweit verfügbare Toilettenpapier nun 5€ pro 200 Papierblattrolle.

Unter Corona war reines 99% Isopropylalkohol aufgrund der Desinfektionsnachfrage nach 70% Isopropyl kaum verfügbar und richtig teuer. Da wurde alles an verwertbaren Alkohol was man für Desinfektionszwecke verwenden kann von Großkunden vom Markt leer gekauft und die Unternhemn haben um die produktionsmengen gekämpft, was die Preise nach oben trieb. Jetzt übertrage man das auf den KI Markt, der die meisten DRAM Wafer und DRAM ICs für sich beansprucht und Großkunden den benötigten RAM wie vor der KI Krise einkaufen wollen.

Der noch verfügbare DRAM könnte trotzdem knapp werden, wenn weltweite Großereignisse mit Schäden eintreten und eine funktionierende Infrastruktur heutzutage von RAM abhängig ist. Werden da Regierungen den KI Unternehmen erstmal den DRAM Einkauf untersagen, weil die Kraftwerkstechnik im Kontrollraum Computer benötigt? Es braucht ja nur durch Angriffe mehrere Internetknoten und wichtige nationale Server in den Ländern abbrennen. Da wird der noch verfügbare DRAM am Markt schnell knapp werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es besteht wohl einfach ein Unterschied ob ein OEM direkt bei den Herstellern bestellt oder ob der Einzelhändler beim Großhändler der wiederrum beim Hersteller kauft.. also Zwei statt drei Parteien Geld verdienen wollen bzw. kannst als Systembuilder die kosten auch auf die Gesamtrechnung abwälzen.
Aber klar, wenn man dabei etwas mehr Geld verdient wird sich niemand Beschweren.

Hab jetzt auch noch einen 9800X3D (350 Euro) mit B850 Asus ITX Mainboard (180 Euro) geupgradet und die alte 245kf CPU + B860I Hardware in den Eltern PC verbaut. DDR5 Ram war Gottseidank ausreichend vorhanden. Schon verrückt wie man sich von den ganzen News in Spontankäufe zwingen lässt.
 
Randnotiz schrieb:
was ich bei SSDs seit einer Dekade bemerke, dass die Preise fast alle konstant bleiben, zumindest für alles über 1T Speicherplatz.
Also dem kann ich so gar nicht zustimmen... Anfangs hab ich 200€ für 250gb gezahlt, dann für einen TB, dann für 4 TB. Da waren ziemlich genau 10 Jahre dazwischen. Ganz krass waren die zwei 2TB Modelle für 80€.

Klar, das war die Talsohle aber irgendwann produzieren die neuen Fabriken auch mal was und/oder den AI Superspendern geht die Kohle aus. Profitabel ist ja keiner von denen aber jeder will eine Evaluierung wie wenn er der einzige im Markt wäre...
 
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Nun ja, der Mann wird ja auch unter anderem dafür bezahlt, dass er Zuversicht verbreitet und so auch den Kunden, den Endverbraucher bei der Stange hält. Inwiefern sich seine Hoffnungen und Weisheiten bewahrheiten, wird sich in den nächsten Jahren dann zeigen. Außerdem stellt Acer ja auch keine Speicherriegel selbst her, sondern ist, ähnlich uns, darauf angewiesen, diesen einzukaufen. - Natürlich sitzt er viel weiter vorn an der Futterstelle.
 
Der Nachbar schrieb:
Die Aussage des Acer Chefs klingt doch unlogisch. Er kann ja gerne versuchen den verfügbaren RAM zu marktüblichen Preisen zu kaufen
Artikel gelesen?
Er ist immer noch zu teuer, weil künstlich hoch gehalten, aber es liegt nicht daran, dass er aktuell bzw bis 2030 knapp ist, nichts anderes sagt er doch
 
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Der Nachbar schrieb:
Die Aussage des Acer Chefs klingt doch unlogisch. Er kann ja gerne versuchen den verfügbaren RAM zu marktüblichen Preisen zu kaufen ohne den Kunden die Aufschläge in das Gesicht zu halten.

Es gibt ja auch kein Toilettenpapier Problem, weil es genug Papier gibt, aber wenn fast alles an Papier in Werbeblattproduktion geht, kostet das weltweit verfügbare Toilettenpapier nun 5€ pro 200 Papierblattrolle.
Ich sehe seinen und deinen Punkt. Klar kannst du sagen, dass eine Ressource reichlich verfügbar ist. Hilft nur nichts, wenn der Preis so hoch ist, dass kaum jemand bereit ist, so viel zu bezahlen. Es ist erfreulich, dass mal jemand gegenteiliges sagt als ein weiteres Jahr aufgekaufter Produktionskapazitäten.

Klar: Wenn Acer jetzt einkauft, sind die Produkte später auch teuer und die liegen fertig im Lager. Wenn dann doch mal der Preis sinkt, sinkt auch der Wert der Ware auf dem Lager. Wir sind ja nicht beim Öl, wo Steigerungen sofort passieren und Preissenkungen natürlich erst später passieren können, weil man ja den Sprit teuer eingekauft hat :freak:

Klingt nach einem marktpolitischen Kampf, wo jemand sich mal positioniert und die Preise wieder runterdrücken will anstatt sie hoch und höher zu bringen um mehr Gewinn abzuschöpfen.
 
Tenferenzu schrieb:
Profitabel ist ja keiner von denen aber jeder will eine Evaluierung wie wenn er der einzige im Markt wäre...
Ach, das ist ähnlich, wie bei einem Sparkonto: Man investiert in die Firmen und erhält auf Basis seiner Investitionen jedes Jahr seine Dividenden ausgezahlt. So lange diese Gewinnrate existiert, so lange ist diese Investition profitabel.
 
@Taxxor
Ja und auch übersetzt aus chinesisch. Als Unternehmenschef wäre ich mit Prognosen vorsichtig. Es widerspricht sich so einiges je nach möglicher Entwicklungsrichtung was die Verfügbarkeit und Kosten betreffen wird bei den kapitalstarken KI Investoren als neue Marktteilnehmer, die ja die Preise selber unter sich hoch treiben und sollten noch die DRAM Hersteller selbst die Leergewinne zurück in den KI Kapitalkreislauf stecken, dann könnte ein Crash mit bankrotten DRAM Herstellern die völlig auf Pump produzierten schlimmere Folgen haben. Nicht für China, weil der Staat Geld in seine DRAM Produktion reinpumpen kann, man aber auf allen Gebieten Weltmacht werden will.

Da OpenAI nächstens Jahr seine Verbindlichkeiten anfangen soll zu begleichen und keine zahlungskräftigen KI Kunden aus der Realwirtschaft hat um Gewinne zu erwirtschaften, wird man ab dem Zeitpunkt genauer sehen, wie sich das mit dem RAM entwickelt und ob da nicht ein nächstes Ablenkungsmanöver kommt um Zeitaufschub zu bekommen.

Acer sitzt ja in Taiwan und Xi schaut mit Waffenrasseln Richtung Taiwan. Auch eine Konstante.

@Penman
In der derzeitigen Situation mit DRAM weit oberhalb der Einführungspreise neuer Technologien bei einer nicht vorhanden Hyperinflation der Realwirtschaft und das kann nur krachen. Da werden Staaten Unternehmen retten müssen oder man muss sich gegenseitig die Schulden erlassen und einen Gesetzesriegel gegen solche Wachtumsspekulationen einführen, was ja im Sinne von 2008 heute wieder nicht funktioniert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Viel hängt davon ab, wie sich die Nachfrage nach HBM entwickelt. Verdoppelt sie sich 2027 wie erwartet, dürften sowohl DRAM als auch SSDs knapp und teuer bleiben. HBM benötigt drei mal so viel wafer wie DRAM und bis nenenswerte neue fertigunsgapazitäten online gehen dauert es.... Abwarten Tee Trinken und hoffen das es ab der zweiten Jahreshälft 2027 besser wird.
 
KeinNutzerName schrieb:
In 34 Jahren Computer ist mir noch nie RAM oder Motherboard defekt gegangen. :daumen: :heilig: :schluck:

Dann hattest du mehr Glück als ich - zu Zeiten der Kondeansatorpest sind mir ein paar Mainboards über den Jordan gegangen.
 
Ich glaube, wir sehen hier gerade den Beginn des Endes des KI Hypes und das passt zu dem, was ich bei uns sehe und es kommt für mich aus einer völlig überraschenden Richtung. Der Reihe nach.

Zuerst mal:
SW-Entwicklungsfirmen, die nicht auf KI setzen, haben sehr spezifische Gründe oder sind dumm. Ein:e Entwickler:in bekommt Brutto irgendwas zwischen 50 und 80k und dazu kommen dann noch Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber um 30-50%. Die genauen Zahlen sind nicht relevant, die Größenordnung.
Ein Anthropic Team Pro Account kostet momentan ~100 Euro pro Monat, das sind so im Bereich 1-2% der Kosten einer Person. Die Effizienzsteigerung durch KI ist real. Nicht da, wo Sam Altmann sie verspricht - aber mindestens eine Größenordnung jenseits der 1-2%. Daher: KI ist für wirtschaftlich agierende Firmen sinnvoll.

Aber:
Das, was die Großen der KI gerade machen ist der Versuch eines Vernichtungswettbewerbs. Sie alle beschaffen RZ-Kapazitäten, die ihren gewünschten finalen Marktanteil markieren, nicht das, was sie am Ende bekommen können (weil die Kuchenstücke, die die sich wünschen am Ende mehr als einen ganzen Kuchen ergeben). Und: Diese Team Accounts (gibts auch von OpenAI, AWS...) sind ja nur zum Anfixen gedacht. Wer nach Tokens bezahlt ist auf einmal nicht mehr bei 100 Euro im Monat sondern eher bei 100 Euro am Tag.
Und dann stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit nochmal ganz anders. Und es ist zu erwarten, dass alle KI Firmen in Kürze gieriger werden, weil sie ihre Kosten perspektivisch reinholen werden müssen.

So weit, so bekannt.

Warum ich jetzt glaube, dass wir demnächst die Blase platzen sehen werden ist eine ganz andere Richtung.
Wir haben bei uns in der Firma ein eigenes Modell parallel zu unseren kommerziellen Zugängen aufgesetzt. Hintergrund war, dass wir mit Daten hantieren können wollen, die unser RZ nicht verlassen dürfen. Unsere Erwartung war, dass wir am Ende - trotz eines individuellen Trainings auf unsere Daten - Größenordnungen an Qualitätsverlust gegen Sonnet/Opus sehen würden.
Für uns überraschend sind zwei Dinge: Erstens bringt das individuelle Training viel weniger als gedacht (bringt was, ist aber für das Ergebnis zu teuer) und zweitens: Ein Qwen ist nicht notwendigerweise schlechter als ein Opus.
Es kommt drauf an.
Ein Opus hält die Konsistenz der Sitzung wesentlich länger, ein Qwen driftet schneller. Wenn ich das Ding allerdings nur als "Chatbot" benutze, und die einzelne Antwort bewerte, kann man da kaum Unterschied erkennen.
Und dann wird es eine wirtschaftliche Frage. Wenn ich mit einem Server, der einmalig 200k kostet, jährliche Tokenkosten von 50-100k einsparen kann, dann macht das völlig neue wirtschaftliche Fragen auf. Und wenn ich dann die Frontier-Modelle benutzen kann, um lokale Agenten zu steuern (also ein Opus, das ein Rudel Qwens kontrolliert), dann bezahle ich nur noch einen Bruchteil der Tokens an Anthropic und das dann nur noch für die Teile, bei denen ein OSS Modell eben noch nicht ausreicht. Und die OSS Modelle werden immer besser.
Mit Mixture of Experts auch auf moderater Hardware lauffähig.

Und dann sind wir wieder am Anfang. Im Moment kaufen alle. Die großen, Firmen, die sich eigene Infrastruktur aufbauen wollen und am Ende auch die Privatanwender:innen, die sich ein Gorgon Halo mit 192gb Speicher hinstellen. Jeder wettet auf irgendwas und am Ende können nicht alle gewinnen.

Nach dem, was ich die letzten Wochen gesehen habe, setze ich mein Geld nicht mehr auf OpenAI oder Anthropic. Und wenn das mehr Leute so sehen, könnten da einige Luftschlösser sehr schnell in sich zusammenfallen - ganz ohne, dass die Substanz am Boden bestehen bleibt.
 
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Die höheren Einkaufskosten der vergangenen Monate schlagen zudem mit Verzögerung auf Komplettsysteme durch.
Wie an der Tanksäule...
 
@PS828

Sehe ich komplett anders. Die These vom „Kapazitäten-Overstretch“ greift viel zu kurz, weil sie die massive Nachfragewelle unterschätzt, die gerade erst anrollt.


Wir reden nicht mehr nur von Cloud-Rechenzentren. Durch die aufkommende Robotisierung und Smart-Devices braucht demnächst jedes verdammte Gerät vor Ort eigene KI-Power und eigenen Speicher.
 
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Der Nachbar schrieb:
Die Aussage des Acer Chefs klingt doch unlogisch. Er kann ja gerne versuchen den verfügbaren RAM zu marktüblichen Preisen zu kaufen ohne den Kunden die Aufschläge in das Gesicht zu halten.
Nein, so unlogisch ist das alles nicht, das Problem ist hier eher, wie Verträge bei den OEMs als auch den Herstellern funktionieren. Wenn man das Versteht, weiß man auch, was da gerade abgeht und warum er auf die ganze Sache entspannter blickt, gleichzeitig die Preise allerdings nicht heute oder morgen sinken werden, sondern erst „übermorgen“.

Ein OEM wie Acer geht Liederverträge teilweise nicht nur für eine „Charge“ ein, sondern über mehre Monate bis hin zu Jahren, die eine günstige Versorgung sicher stellen soll. Das sind dann die gebundene Lieferkapazitäten, die ohnehin schon „bestellt“ sind. Da Acer - wie Dell und Co - sehr gut „kalkulieren“ können, ist wissen sie auch immer ungefähr, wie viel sie brauchen. Das wird bestellt mit entsprechenden „Puffern“ in den Verträgen.

Jetzt haben die „KI“-Hersteller einen Mehrbedarf gehabt und die Freie ungebundene Kapazität auf gekauft und damit die Preise für all die hoch getrieben, die eben keine langfristigen Lieferverträge mit den Herstellern haben.

Diese „Nachfrage“ haben die Hersteller nun genutzt um langfristige Verträge die jetzt ausgelaufen sind, zu verteuern. Gleichzeitig haben OEMs und Co genau deswegen keine langfristigen Abnahmegarantien mehr gegeben. Und jetzt kommt genau der Punkt: statt das die OEM Partner jetzt anklopfen mussten um zu schauen, wer ihren Bedarf zu einem „vernünftigen“ Preis decken kann - also er als CEO klinken putzen gehen musst, kommen die Hersteller nun wieder zu ihm und wollen selbst Verträge. Und wenn man etwas zwischen den Zeilen liest: die aktuell geschlossenen Verträge decken Lieferungen bis ca. Mitte 2027 ab. Wenn er jetzt als OEM für die Lieferungen, die ab dem 27H2 verbaut werden günstigere Tarife bekommt, wird auch erst ab da an der Preis sinken können.

Das ist nicht unlogisch, sondern einfach eine zeitliche Frage.
 
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Acer baut selber keinen Speicher und verdient daran nicht. Klar redet der sich das schön für deine company ;)))
 
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