Realistische Einstiegsgehälter von Betriebswirten

Countdown2

Lieutenant
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Hallo,

seit ich am Überlegen bin, was ich denn nach der Schule mal beruflich machen könnte, ist mir auch schon ein Bwl-Studium durch den Kopf gegeistert. Allerdings hört man hier oft Sachen wie: Das studieren nur die, die sonst keine Ahnung haben, was sie sonst studieren könnten und so Zeug.
Was haltet ihr denn generell von diesem Studium? Gar nicht mal so schlecht oder eher nicht zu empfehlen? Wenn man mal die Anzahl der Bwl-Studenten mit der des Wirtschaftsingenieurwesens o.ä. vergleicht, sieht man ja ziemlich schnell, dass Ersteres ziemlich überlaufen ist.

Ein weiterer Punkt ist das Einstiegsgehalt. Über Google findet man zwar einige Themen, aber die Meinungen dort gehen nunmal so weit auseinander, dass man keine Ahnung mehr hat, wer jetzt halbwegs realistisch ist und wer einfach nur Stuss daher redet.

Die einen sagen, dass es viel zu viele Betriebswirte gibt und deswegen ein Einstiegsgehalt von 30.000 € ganz realistisch ist. Jene meinen dazu, dass man sich damit völlig unter Wert verkaufen und es sich bei diesem Einstiegsgehalt gar nicht erst lohnen würde, ein Bwl-Studium anzufangen, wenn man letztlich kaum mehr als ein Bürokaufmann ohne Studium verdient.

Was meint ihr, wo die Einstiegsgehälter als Betriebswirt z.B. in der Automobilbranche im Raum Karlsruhe/Stuttgart liegen?
Ich weiß, dass man hier natürlich auch keine genaue Aussage machen kann, aber vielleicht ist ja der ein oder andere dabei, der selbst in diesem Raum als Betriebswirt angefangen hat und/oder darüber etwas im Bekanntenkreis mitbekommen hat.

Gruß
 
Ich glaube dass ein Einstiegsgehalt je nach Qualifikation von 30.000€ nicht ganz unrealistisch ist, es aber im Durchschnitt doch eher bei 35.000€ liegt. Das hängt aber natürlich auch ganz von der momentanen Situation ab, im Moment dürftest du durch die Wirtschaftskrise z.B. froh sein, wenn du überhaupt einen Job findest.
Du darfst aber nicht vergessen, dass das Einstiegsgehalt nur eine Momentaufnahme ist und du bei guter Entwicklung und bei möglichem Wechsel des Arbeitgebers schnell nach oben kommst.
Dazu musst du aber auch Ehrgeiz und Entwicklungspotential beweisen. Selbstverständlich kannst du auch dein Leben lang mit einem BWL-Studium als Sachbearbeiter arbeiten, aber grundsätzlich sind deine Entwicklungschancen von vornerein mit Studium natürlich besser als mit einer normalen Ausbildung (soll nicht heißen, dass man es nicht auch anders rum zu etwas bringen kann).

Meiner Ansicht nach, kann man solche Dinge die seine Zukunft betreffen, nur selbst entscheiden. Andere können einem vlt. Tipps geben oder auch Punkte aufzeigen, an die man selbst nicht denkt, was aber was richtig oder falsch ist, wirst nur du wissen oder auch erst währrend der Ausbildung erfahren.

Wenn du von dir selbst überzeugt bist und du der Meinung bist, dass BWL absolut dein Ding ist, dann hast du nachher auf jeden Fall bessere Chancen als der jenige, der BWL nur studiert, weil er keine Ahnung hat, was er sonst machen soll (was wohl fast zweite sein dürfte :freaky:), da du von deiner Sache überzeugt bist und daher auch dafür arbeiten wirst.
 
die beiden vorposter haben eigentlich das meiste schon gesagt. realistische einstiegsgehälter sind bei 30-35k. und ja, der markt ist schon extrem mit bwl'rn überflutet. gerade da aber liegen wiederum die vorteile der akademiker, sie werden oft bevorzugt.

ist man nun aber nicht auf den kopf gefallen und aht auch den nötigen ergeiz so kann man rel. schnell aufsteigen. aber im allgemeinen liegt das einstiegsgehalt nun mal in dem 30er bereich.
 
Ich glaube, dass das Einstiegsgehält bei Großkonzernen nicht unter 40.000 Euro ist. Nur weil es zuviele gibt, heißt es nicht, dass schlechter bezahlt wird. Es werden nur weniger unterkommen würde ich sagen.

Im Mittelstand siehts wohl GEhaltsmäßig um einiges schlechter aus und da zählt die obige These nicht!
 
Sein Studium nach dem späteren Gehalt zu wählen ist absoluter blödsinn.
Wenns keinen richtigen Spaß macht, wird das eh nix gescheites!

Wie ich angefangen habe zu studieren (anderes fach) waren im gleichen Semester 420 BWler, bei etwas über 100 Planstellen. Nach 2 Monaten warens dann och 300 und irgendwas..
 
Ja da geb ich dir schon recht, aber wenn man sich zwischen ein paar fertigkeiten entscheiden muss, würde ich auch zu einer tendieren, die mir ein anständiges gehalt verschafft.
 
h@mster schrieb:
Ich glaube, dass das Einstiegsgehält bei Großkonzernen nicht unter 40.000 Euro ist. Nur weil es zuviele gibt, heißt es nicht, dass schlechter bezahlt wird. Es werden nur weniger unterkommen würde ich sagen.

Im Mittelstand siehts wohl GEhaltsmäßig um einiges schlechter aus und da zählt die obige These nicht!

Das können sich die Großkonzerne aber meiner Meinung nach auch nur leisten, da sie durch die Mehrzahl an Bewerber auch einen entsprechend besseren rauspicken können.
Letztendlich bezahlen diese also nicht wirklich mehr, sondern in gewissermaßen etwas qualifikationsgerechter.
 
bwl ist sehr breit gefächert und mal eine gute grundlage. natürlich musst du dich dann spezialisieren. idealerweise richtung IT, denn hier ist aktuell am meisten zu holen. als IT consultant holt man bei sap, ibm und co um die 45k als einstiegsgehalt raus.

als top-absolvent kann man sich auch in reinen berater-klitschen umschauen. bei accenture, pwc und ähnlichen gibts als process consultant schon mal 50k im jahr...
 
Der Knackpunkt "Einstiegsgehalt" ist doch echt egal oder? Dies bekommst du doch für die ersten beiden Jahre und dann wird richtig verhandelt. Warum also danach auswählen?!?

Nur so nebenbei, du kannst auch nach deinem ersten Studium weiter studieren ... Stichwort Abendstudium. Ne?

Ich hab auch zuerst BWL studiert und mache jetzt neben dem Beruf noch Wirtschaftsinformatik ... ist alles möglich. OK?
 
Kann mir nicht vorstellen das das Einstiegsgehalt über 2000 netto ist,
da förmlich eine BWL-Studenten-Inflation herrscht.
 
Sehe ich ähnlich. Ich habe den Eindruck, dass der Betriebswirt von heute der Kaufmann der 90er Jahre ( nicht der Dipl.kfm !) ist. Bei uns in der Firma arbeiten mehrere Betriebswirte auf Sachbearbeiter-ebene.
 
Erst mal kommt es gerade im Bereich Wirtschaftswissenschaften maßgeblich auf die Spezialisierung an. Ein weiterer Punkt ist die Frage ob Uni, FH oder BA. Dann spielt meist auch noch der Ruf der entsprechenden Einrichtung eine gewisse Rolle und nicht zuletzt natürlich auch wie man sich verkauft.
 
Betriebswirte ersetzen seit Jahren Stellen, die man früher mit Leuten besetzt hat, die nur 2-3 Jahre im Unternehmen ausgebildet wurden. Die Gründe sind steigende Komplexität, höhere Anforderungen an den Berufsalltag, aber auch die Zunahme von Studenten überhaupt. Aber nicht jedes Unternehmen macht diesen Trend mit, aus verschiedenen Gründen. Manch kleiner 20-Mann-Betrieb kann sich keine 44000€ für einen Betriebswirt leisten oder hat das Nachsehen gegenüber den Konzernen, die ganz oben auf der Wunschliste der Studenten stehen. Und Automobilbranche Raum Karlsruhe/Stuttgart ist von jedem 2. Ingenieur/WiWi sicher die Traumbranche.

Die jetzigen Einstiegsgehalte für BWL-Absolventen überraschen mich ein wenig. Ich hätte mir nie denken können, dass man trotz Inflation für unter 40.000 anfängt oder hier nur die Rede davon ist. Aber das ist meine Schuld. Ich hab auch nicht damit gerechnet, dass die Schwelle an Akademikern so stark bleibt - auch wenn Deutschland im europäischen Vergleich vor sich hindümpelt.

Zum Vergleich zum Bürokaufmann: Eine Bekannte ging diesen Weg. Der Job ist einfach nur langweilig. Keine Chance, kreativ zu werden oder auch nur ein bißchen was zu bewegen. In der Hauptsache ging es immer um Zwischenmenschliches, also wer mag wen oder wer mag wen nicht, der Rest ist Rumgeiere mit SAP R3 oder einer anderen ERP-Anwendung. Das ist natürlich gut für Leute, die in der Arbeit für ihr Leben keine Priorität sehen (Arbeit muss gemacht werden). Bei diesen Berufen ist aber absehbar, dass es ihnen ergehen wird wie heute den Gebäudereinigern: Jemand zieht an der Daumenschraube und man ist nicht wichtig genug, dass man da was ausrichten kann. Kein schönes Gefühl.

Wenn dir das Geld wichtig ist, dann mach etwas, wonach sich die Firmen sehnen. Wenn es Betriebswirtschaft sein muss, sollten drei verhandlungssichere Fremdsprachen, Auslandsaufenthalt, Praktika, Abschluß innerhalb der Regelstudienzeit, Engagement im Sportverein/DRK/Studentengruppe angepeilt werden. Die Konkurrenz ist hart und scheinbar gibt es genügend Leute, die ich heute "Lebenslaufoptimierer" nenne, weil sie ihr ganzes Leben auf den Job und die Chancen auf einen Job ausrichten.
Besser ist, wenn du dir eine Nische suchst, z.B. VWL (sinkende Studentenzahlen), Mathematik (hilfe :D) oder was eben nicht jeder 10. Student macht. Das Problem ist halt, dass man nicht weiß, was man studieren soll, wenn man nur die 20 beliebtesteten Fächer kennt.

Spaß am Studium ist auch wichtig, aber ich habe gelernt, dass man das den Abiturienten nicht vermitteln kann. Die ärmeren sorgen sich nur um Arbeitsmarktchancen, Einstiegsgehalt, Status, Kosten und dererlei. Diejenigen, die schon Wohlstand durch die Eltern mitbekommen haben, gehen öfter auf Musikwissenschaften und Kunst. Wie soll man auch wissen, ob einem etwas Spaß macht, wenn man es nicht kennt? Ich hab einige kennengelernt, die sind von Uni auf FH im gleichen Studiengang gewechselt und wurden froh. Andere nicht. Andere wechselten von Maschinenbau auf Jura und waren froh. Da interessiert einen das Geld nun wirklich nicht mehr.
 
Mann muss Mittelstand und Großkonzerne unterscheiden:

Mittelstand: zwischen 30.000 - 35.000, je nach Branche und Bereich (Vertrieb, Einkauf etc.), teilweise auch weniger

(Groß)Konzerne: 40.000 - 45.000, da wird aber dann ordentlich gefordert...muss man wirklich schmerzfrei sein...

Die Preise sind dank Leasing, Kriese und Co. einfach im Keller.

Für Berufseinsteiger im Moment ein Horror...da wenn eine Chance besteht reinzukommen, zusätzlich nur befristet..

Ich bin Bereichsleiter Vertrieb & Marketing und kenne daher die "Preise" sehr gut...

Edit: und das wichtigste: versucht auf jeden Fall schon während des Studiums bei einer Firma Eurer Wunschbranche in Teilzeit zu Arbeiten / Kontakte zu knüpfen - einen besseren Einstieg gibt es nicht! Beim Vergleich der Angebote durch den Personaler / Abteilungsleiter seit Ihr klar im Vorteil!
 
Zuletzt bearbeitet:
@bichinheat: Stimmt alles was du sagst. Kann ich so nur bestätigen.

Wobei Großkonzerne eigentlich nicht befristet einstellen. Wenn man reinkommt, dann ohne befristeten Vertrag. Gott sei dank.
 
Mit Betonung auf "wenn" man reinkommt. Nicht umsonst sind diese Plätze begehrt und entsprechend umkämpft.

Wobei meine Krisen-Erfahrung der letzten 1,5 Jahre zeigt, dass "Großkonzerne" oftmals schneller mit Kündigungen bei der Hand sind als Mittelständler. Von daher kann diese "Sicherheit" auch trügerisch sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Meine Erfahrung als BWLer, der in der Software- und Controllingberatung tätig ist: die Schwerpunkte im Studium sind ausschlaggebend! Spätere Einstiegs- und Gehaltschancen stehen IMO im direkten Zusammenhang zur Schwerpunktwahl!

Ich kenne eine Reihe von BWLern mit Schwerpunkten wie Marketing oder Personalwesen (sog. Laberfächer) - die stehen zumeist auf der Straße oder mussten sehr um Jobs und Anstellungen kämpfen. Dann kenne ich eine Reihe von BWLern (mich eingeschlossen), die haben im Studium als Schwerpunkt Rechnungswesen und/oder Controlling gemacht und haben eine Diplomarbeit/Bachelorarbeit in diesem Bereich geschrieben. Folge: diese Leute mussten auch Bewerbungen schreiben, konnten dann aber aus den Zusagen auswählen.

Mit dem richtigen Schwerpunkt im Studium kommen BWLer immer bei den Unternehmen unter. Wer es sich im Studium mit Laberfächern leicht macht hat natürlich später Schwierigkeiten. Klar werden jetzt Stimmen laut werden, die sagen, das Personalwesen oder Marketing kein Laberfach ist, aber so werden diese Fächer meist behandelt und gesehen. Unser Prof meinte "Marketing ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunde" :D.

BWL ist immer noch einer der besten Garanten für einen Job. Mit die niedrigsten Arbeitslosenquoten unter allen Studienrichtungen zeigen, das dieses Studium eine gute Wahl ist. Und für alle Ignoranten: es ist weder leicht noch uninteressant und es ist auch nicht völlig überlaufen, sonst gäbe es eine höhere Arbeitslosenquote unter BWLern und keine freien Studienplätze (in meiner FH saßen 35 BWLer in der ersten Runde entspannt bei den Präsenzphasen), aber der Arbeitsmarkt kann diese Anzahl verkraften.
 
Fu Manchu schrieb:
....
BWL ist immer noch einer der besten Garanten für einen Job. Mit die niedrigsten Arbeitslosenquoten unter allen Studienrichtungen zeigen, das dieses Studium eine gute Wahl ist.

Naja das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Jeder, wirklich jeder kann ein BWL Studium schaffen. Das ist nämlich keine Kunst. Informatik oder E-Technik eben schon, da muss man was in der Birne haben, da reicht ein bisschen Fleiß nicht aus!

Die Meisten studieren doch BWL, weil Sie zu schlechte Noten für was anderes haben,einfach nicht genug in der Birne, oder ein leichtes Studium haben wollen. So zumindest ist das Bild im Allgemeinen und das deckt sich sehr gut mit meinen Erfahrungen.

Und BWL ein Garant für einen Job? mit Sicherheit nicht. Auch nicht bei der richtigen Schwerpunktwahl. Der Job-Garant ist heutzutage Elektrotechnik.;)
 
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