Realistische Einstiegsgehälter von Betriebswirten

Fu Manchu schrieb:
BWL ist immer noch einer der besten Garanten für einen Job. Mit die niedrigsten Arbeitslosenquoten unter allen Studienrichtungen zeigen, das dieses Studium eine gute Wahl ist. Und für alle Ignoranten: es ist weder leicht noch uninteressant und es ist auch nicht völlig überlaufen, sonst gäbe es eine höhere Arbeitslosenquote unter BWLern und keine freien Studienplätze (in meiner FH saßen 35 BWLer in der ersten Runde entspannt bei den Präsenzphasen), aber der Arbeitsmarkt kann diese Anzahl verkraften.
Erstmal würde ich die Zahl gern bestätigt haben und selbst wenn es stimmt, heißt das noch lange nicht, dass die Beschäftigten auch in entsprechenden Positionen eingesetzt werden.
Wie oben schon angeführt ist der BWLer heutzutage auch oft ein gut qualifizierter und gern gesehener Sachbearbeiter.
 
h@mster schrieb:
...Jeder, wirklich jeder kann ein BWL Studium schaffen. Das ist nämlich keine Kunst. ...

Und mit genau der Arroganz gehen viele Versager ins Studium und versagen und brechen ab. Das BWL-Studium ist wirklich keine Kunst, sondern harte Arbeit, wie jedes andere Studium auch. Der Matheanteil mag geringer sein als bei Informatik, ist aber trotzdem kein Selbstläufer. Andere Studienrichtungen mögen wirklich schwerer und komplexer sein, aber nur weil eine andere Sache schwieriger ist heißt das nicht, das die gegenübergestellten Sachen automatisch einfach sind.

Klar kann jeder ein BWL Studium schaffen, jeder kann auch ein Medizin- oder IT-Studium schaffen, wenn man sich richtig anstrengt und es möchte. Aber auch in BWL liegt die Abbrecherquote im weiten zweistelligen Bereich, da gibt es keine Unterschiede zu anderen Richtungen.

h@mster schrieb:
.nd BWL ein Garant für einen Job? mit Sicherheit nicht. Auch nicht bei der richtigen Schwerpunktwahl. Der Job-Garant ist heutzutage Elektrotechnik.;)

Du urteilst gerade über einen Bereich, den du nicht so gründlich kennst wie ich, also Zurückhaltung. Ich stimme dir zu wenn du sagst, das E-Technik ein Garant ist, aber es gibt viele Garanten dieser Art auf dem Markt, so ist auch ein Maschinenbau-Ing-Titel ein Garant oder andere Titel. Es gibt immer mehr als einen und BWL ist einer davon (mit den richtigen Schwerpunkten).

funkyfunk schrieb:
...heißt das noch lange nicht, dass die Beschäftigten auch in entsprechenden Positionen eingesetzt werden. ...ist der BWLer heutzutage auch oft ein gut qualifizierter und gern gesehener Sachbearbeiter.

Und selbst wenn. Die meisten Arbeitnehmer arbeiten in Bereichen, für die sie nicht speziell ausgebildet wurden oder studiert haben. BWL heißt Betriebswirtschaftslehre - also alles was den Betrieb angeht. Warum soll das später nicht auch eine Sachbearbeiterstelle sein? BWL zu studieren heißt doch nicht automatisch eine Führungsrolle einzunehmen oder Verantwortung zu übernehmen.
Wer Informatik studiert wird später auch evtl. nur vorm PC sitzen und den ganzen Tag programmieren - und nicht die IT-Projekte leiten und zum Ziel führen. Die Programmierer sind eigentlich auch nur Sachbearbeiter, welche ihnen gestellte Aufgaben erledigen. Bei uns in der Firma sitzen 60 Diplominformatiker, die den ganzen Tag neue Funktionen einfügen oder Bugs beheben - die sich aber nicht um die Entwicklungsrichtung der Software kümmern, das tun 3-4 Projektleiter - und das sind BWLer, weil es um die Inhalte und Anwendung der Software geht.

Der Vorteil eines BWL-Studiums ist seine breite Ausrichtung. So kann man später in allen Branchen einsteigen und legt sich nicht zu früh fest. Denn betriebswirtschaftliches Wissen brauchen ALLE Unternehmen (überall wird gebucht, geplant und gesteuert), aber nicht alle Unternehmen brauchen Programmierer oder Ings oder Elektrotechniker oder Biologen.
 
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über BWLler in der IT welt könnt ich auch ein paar geschichten erzählen... aber das artet nur aus, besser nicht :) das viele bwl-ler denken, dass informatiker nur die programmier-trottel sind, die tag für tag irgendwelchen code einhacken, deckt sich auch mit meinen erfahrungen. trotz wirtschaftsinfo-studium bleibt das technische verständnis meist auf der strecke...

grundsätzlich kann man sagen, dass die nachfrage nach studienabgängern aus den sogenannten MINT-fächern besser ist als bei anderen. wenn man sich bei heutigen abiturienten umhört was ihre zukünftige entwicklung angeht, hört man entweder ratlosigkeit oder ein bwl-studium.

ich muss den h@mster auch etwas in schutz nehmen. einige bekannte haben ein bwl studium hinter sich und das fazit war: wer gut auswendig lernen kann und für die klausuren den richtigen part aus dem wöhe auswendig lernt, schafft das studium mit einem guten 2er schnitt.

wenn ich mich an mein informatik-studium zurück erinner gab es bei den knapp 30 prüfungen nur eine, wo auswendig gelerntes gefragt war: "BWL-grundkurs" :)

in den anderen klausuren waren immer formelsammlungen, scripte und bücher zugelassen, die einem aber auch nichts genutzt haben, wenn man das prinzip nicht verstanden hat...

ob man jetzt eher der auswendig-lerner oder der versteh-typ ist, bleibt jedem selbst überlassen.
 
Sehe das ähnlich wie ds1, hat man die entsprechende Intelligenz um schwere Sachverhalte zu verstehen ist diese Art des Lernens einfacher als stupides Auswendiglernen.
Ich hasse nichts mehr als Auswendiglernerei, leider interessiere ich mich sehr für BWL/VWL und werde somit wohl leider nicht drum herum kommen :(.
 
Auch wenn ich grundsätzlich zur Meinung von ds1 und MaveL88 stehe, möchte ich als Student des Wirtschaftsingenieurwesens eine Lanze für die BWLer brechen, schließlich kenne ich beide Seiten.

Die BWL-Fächer sind keinesfalls ausschließlich auswendig gelerne bzw. es hängt von den Dozenten ab, wie diese Ihre Prüfungen stellen.
Ich kann etwa eine Recht-Klausur stellen, wo es um reines auswendiglernen der Paragraphen geht oder Abfragen, ob die Zusammenhänge richtig verstanden wurden.
Gleiches gilt etwa auch für VWL oder Finanz- und Rechnungswesen.
In solchen Fächern trennt sich also auch hier die Spreu vom Weizen und dies geschieht dann spätestens in der Vertiefungswahl.
 
MaveL88 schrieb:
...Ich hasse nichts mehr als Auswendiglernerei, leider interessiere ich mich sehr für BWL/VWL und werde somit wohl leider nicht drum herum kommen :(.

Dann freue dich auch BWL. Das Märchen vom Studium des Auswendiglernens wird nur von denen erzählt, die sich ihr eigene Studium schön reden wollen oder eine Ausrede suchen, warum sie ihres nicht geschafft haben. "Ich wollte halt nicht nur auswendig lernen" :D.

Klar wird viel Faktenwissen vorausgesetzt - hier lernt man einfach mal, aber später im Hauptstudium wirst du sehen, das es viel mehr auf Verständnis und Zusammenhänge ankommt und das reines auswendiglernen nicht hilft. Und ReWe oder Controlling sind später Fächer die mit Auswendiglernen nichts mehr am Hut haben.

ds1 schrieb:
...nur eine, wo auswendig gelerntes gefragt war: "BWL-grundkurs" ...

Und du schließt vom Grundkurs per Extrapolation auf alle weitern Fächer eines BWL-Studiums? Guter Informatiker ;). Ich hatte in meinem BWL-Studium über 20 verschiedene Fächer, die habe ich alle auswendig gelernt :D.
 
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Ich bin dieses Jahr mit meiner Ausbildung zum Industriekaufmann fertig und werde wohl im Controllingbereich bleiben und arbeiten. Jetzt will ich kein Studium dran hängen, sondern den statl. geprüften Betriebswirt machen. Mit Schwerpunkt Controlling. Meint ihr, dass das was bringen könnte oder seht ihr es so, dass diese Weiterbildung verschwendete zeit ist?

Muss sagen, dass ich in so einem "Großkonzern" arbeite und es ist so, dass viele mittlere Stellen, also etwas höher als Sachbearbeiterebene den Bertriebswirt vorraussetzen.

Ich kenne auch viele, die den statl. gemacht haben, die damit hier gut gefahren sind. also dachte ich mir, dass ich das auch anstreben kann.
Natürlich abends nach der Arbeit im Büro.

Mal sehen was eure Meinung dazu ist. WEil ich hier immer lese ne Ausbildung ist nichts wert, doch muss ich sagen, dass die Ausbildung zum Industriekaufmann schon um einiges umfangreicher ist als die des Bürokaufmanns oder ähnliche.
 
ein realistisches einstiegsgehalt von BWLern gibts es garnicht. es ist sehr stark davon abhängig, wo du arbeitest und ob tarif oder nicht tarif, welche branche etc. einige meiner studienkollegen verdienen auch sofort 40.000 +

habe selbst 2009 auch BWL abgeschlosen (bachelor) und mit 35.000 eingestiegen. nicht die welt aber immerhin eine faire bezahlung zu der aktuellen zeit und nach einem jahr sind es 37.000 (13,6 gehälter) und das ohne berufserfahrung.

30.000 sehe ich als absoluts minimum. studium hin oder her - das ist echt mager, da würde ich mir ausgenutzt vorkommen aber besser wie hartz IV oder praktikant.
Ergänzung ()

@getexact: finde ich eigentlich garnicht. immerhin hat man berufserfahrung auf dem buckel. allerdings möchten viele die eine lehre und anschließend ein studium drangehängt haben, später zuviel verdienen. deshalb werden sie eher nicht genommen, da ein student ohne berufserfahrung in der regel billiger ist.
 
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Mal ein kurzes Wort zum Thema "BWLer-Inflation", "Überlaufen" und so weiter - das ist eigentlich totaler Blödsinn. Klar gibt es sehr viele BWL-Studenten und somit auch sehr viele BWL-Absolventen, aber die Marktzahlen in Bezug auf Arbeitslosigkeit und Durchschnittsgehalt sagen etwas anderes - das es nicht zu viele gibt. Es mag viele geben, aber von zu viele kann keine Rede sein.

In meiner Firma suchen wir händeringend BWL-Absolventen mit IT- und Controllingkentnissen, aber es gibt keine, seit Monaten suchen wir welche, das Gehalt ist sehr gut, freie Arbeitsgestaltung und viele Annehmlichkeiten, aber der Markt ist leer. Soviel zum Thema "zu viele" und "überlaufen".

Und das ist in anderen Branchen ähnlich, gute BWLer finden IMMER einen Job, die Arbeitslosenquote liegt zwischen 2-4%, je nach Region, das entspricht im Grunde Vollbeschäftigung. Hätten wir zu viele BWLer, dann währen die Arbeitslosenquoten unter denen höher, der Markt kann aber noch mehr verkraften.
 
Jace schrieb:
Gute BWLer mit entsprechenden Vertiefern.. o_O

... heißt?

Gute Absolventen mit entsprechenden Vertiefungen musst du überall suchen bzw. jeder Absolvent muss sich ein Thema zur Vertiefung suchen, ohne geht es nirgends, selbst Arzte machen noch den Facharzt nach dem Medizinstudium, so muss auch jeder BWLer und jeder Ing. nach dem Studium noch "sein" Fach suchen.
 
@ds1
Bei mir in Wirtschaftsinformatik machen wir auch ordentlich viel technisches, darunter auch durchaus Komplexere Sachen wie C#, Silverlight, PLSQL, Socket-Programmierung, Threading etc, aber der Fokus in Wirtschaftsinformatik liegt eher in betriebsunterstützenden ERP-Systemen wie SAP und Navision

Es kommt wirklich auf die FH, bzw. Uni an.
 
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