Republikaner und Umweltpolitik

Wintermute

Fleet Admiral
Registriert
Feb. 2003
Beiträge
14.727
erläutert an einem schönen Beispiel:
http://www.zeit.de/2004/19/Rocky_3

Schön verpackt ist halb gewonnen:
http://www.zeit.de/2004/19/Rocky_Mountains_Kasten

und nochmal mit Personalverschleiß:
http://www.zeit.de/2004/19/Bush-Energiepolitik

Ich finde das echt heftig. Gas + Kohleförderung, dabei der Schrei nach mehr Unabhängigkeit obwohl die USA nur 3% der internat. Ölreserven besitzen.
Sinnlos? :(
Die zweischneidige Aussen -und Innenpolitik wird denke ich ihr Tribut fordern.
Langsame gehen selbst die stinkreichen "Auswanderer" aus Wyoming auf die Blockaden.

Tatsächlich steht Ackels mit seiner Ansicht nicht allein auf weiter Flur, nicht mal im entlegenen Wyoming. Gerade im Hügelland vor den Rocky Mountains haben sich Leute niedergelassen, die andernorts ihr Geld gemacht haben und nun in der Weite der Prairie ihren persönlichen Western-Mythos leben wollen.

Auch hart: :(
Den konservativen Mainstream dagegen repräsentieren jene, die sagen, „der Wald wuchert wie ein Krebs“. Dieser Satz stammt von Gale Norton, der Innenministerin in Washington, die weiß, dass man Krebs „behandeln muss“. Norton gilt in Amerika als „Königin der freien Wildbahn“, weil sie über alles öffentliche Land gebietet, also über ein Fünftel Amerikas und den größten Teil der Rocky Mountains.

Gute Auswahl der Stellenbesetzung, oder? Ich schlage vor mir machen den VVS von BASF zum Umweltminister ;)

Aber dazu muss man sagen:
Wären die Republikaner nicht so krank unterwegs, dann wären die Demokraten gerade nicht so vernünftig. Ying und Yang ... ein kleines bissel gutes ist doch noch dabei, selbst wenns ein wenig untergeht. Aber vielleicht wirkt sich diese kleine Gesinnungsänderung kräftig aufdie Zukunft aus? Who knows ... :)

Nehmt euch die Zeit, sind wieder echt gute Artikel. Der zweite ist Zeit-untypisch etwas kürzer. Also auch mal was für zwischendurch :)
 
Interessantes Thema, gute Quelle!

http://www.zeit.de/2004/19/Rocky_Mountains_Kasten schrieb:
Konservative Umweltpolitik soll konsequent in ein wohlklingendes Vokabular gekleidet werden.
Was lernen wir daraus?
Man kann dem Volk alles unterjubeln, wenn man es richtig ausdrückt. Dass sieht dann wohl so aus:
http://www.zeit.de/2004/19/Rocky_3 schrieb:
Gesetz für gesunden Wald = Abholzen ermöglichen
Gesetz für reine Luft = Mehr Kraftwerksemissionen erlauben
Gesetz für klares Wasser = Mehr Schadstoff-Einleitungen zulassen
Bürokratie beseitigen = Bürgerbeteiligung einschränken
Gesetze durchsetzbar machen = Vorschriften für die Industrie lockern
Ich werde zwar dafür wieder Dresche kassieren, aber ich glaube schon, dass ein Großteil der Amis darauf hineinfällt. Nicht weil so blöder oder naiver sind als andere, sondern weil sie ständig solche Vorgaukeleien präsentiert bekommen.
 
Das bestätigt leider wieder die Ignoranz der jetzigen amerikanischen Regierung gegenüber der Umwelt. :mad:
Die Ausbeutung der Natur und Ressourcen geht vor alles. Alternativen werden erst gar nicht in Erwägung gezogen. Diese Denkensweise wird seit über 200 Jahre praktiziert.
Die Demokraten sind zwar auch keine grüne Partei, jedoch nicht so extrem wie die republikanischen Cowboys.
Es wird noch lange dauern bis man (nicht nur) in den USA einsieht, daß dieser Umgang mit der Natur kontraproduktiv ist.
Da die meisten US-Amerikaner ein bequemes Volk sind, werden Umweltschützer und auch Hollywood (The Day After Tomorrow) wenig ausrichten. Wenn Busch keine zweite Periode als Präsident schafft, dann liegt es wahrscheinlich am verfehlten Irakkrieg.
Für meinen Teil hoffe, daß die Ära Busch beendet wird.
 
b-runner schrieb:
Interessantes Thema, gute Quelle!
[...]
Nicht weil so blöder oder naiver sind als andere, sondern weil sie ständig solche Vorgaukeleien präsentiert bekommen.

Zu ersterem: Danke! :)
Zum zweiten Statement: So sehe ich das auch. Die Amerikaner werden Tag für Tag mit solchen Meldungen und Stellungnahmen zugeschossen, irgendwann fängt imho jeder an zumindest ein wenig in solch´ verdrehten Bahnen zu denken. Ich erinnere mich an den Diktator-Thread:
Irgendwann glaubt man seine eigenen Lügen. Und kann nichtmal was dafür ... :(

@phil:
Ja, da können sich alle Regierungen mal eine Scheibe abschneiden. Bloß die Bush-Regierung machts halt wieder entweder ganz oder gar nicht. Nicht nur 5 Gasquellen, nein gleich 500! Kyoto? Gleich absägen ... braucht keiner. Das ist halt amerikanischer Stil. In guten Zeiten hilfreich, in schlechten nur noch umso destruktiver.
 
Bush will den "American way of Life" weiterführen und sagt das Amerika es schon immer gut ging, und will sich deshalb vom Öl unabhängig machen, und will jetzt in Alaska nach Öl bohren lassen (da soll so en riesen Naturschutzgebiet sein, oder?) und jetzt auch noch in colorado minen und kraftwerke bauen... Er will wie schon gesagt den Amerikansichen Standard aufrecht halten, und sich unhabhängig
von den Öl-Gurus machen, die ja so sehr den Preis bestimmen! *sarkasmus* :o

Während die restliche Welt versucht sich langesam zu vereinen (EU), versuchen die amis sich immer mehr und mehr von der restlichen welt abzuseilen... das geht in die hose!
gibt es in der heutigen welt etwas sinnloseres als das "Projekt Unabhängigkeit“? die amis hätten doch nicht einmal genug rohstoffe um 2 jahre zu überleben!

bald kommen die amis noch mit der tollen idee; sie wollen auch wirtschaftlich unabhängig werden...

@Wintermute: der artikel war echt klasse hierzu:
http://www.zeit.de/2004/19/Bush-Energiepolitik

Aber George W. Bush argumentiert weiter in der Tradition seiner Vorgänger. „Regulierungen und Gesetze“ behinderten die Exploration, deshalb sollen diese Fesseln beseitigt werden.

..weiß nicht...klingt das nach diktatur? jetzt will bush schon die 'checks and balances' abschafen... erinnert irgendwie an dein 2. weltkrieg, oder?
 
SMELT schrieb:
..weiß nicht...klingt das nach diktatur? jetzt will bush schon die 'checks and balances' abschafen... erinnert irgendwie an dein 2. weltkrieg, oder?

Ja, das ist mir auch zu Ohren gekommen. Das klingt schon sehr nach gewissen "Notverordnungen" von 1933 z.B. :(
 
Wintermute schrieb:
Ja, das ist mir auch zu Ohren gekommen. Das klingt schon sehr nach gewissen "Notverordnungen" von 1933 z.B. :(

schon! die gedanken waren damals das selbe unter Hitler... das einzige, dass jetzt fehlt, wäre eine CIA , welche die Rolle der damaligen SS übernimmt und alle 'glaubensgegner' der 'allgemeinen Interesse' verschwinden lassen.
... übertrieben, aber nicht weit hergeholt! :)
 
Also, ich hab jetzt nicht alles haarklein gelesen, aber der Tenor ist klar und er verdeutlicht abermals die Machenschaften eines Landes bezüglich der Umwelt, respektive der Mißachtung derselben.

Es geht nicht nur um Kyoto; es geht auch um die fortwährende Schändung des eigenen Landes, nur um Profite zu ergattern. Ich bin alles andere als ein Grüner, oder ein radikaler Öko oder ähnliches. Aber jeder muß irgendwann begreifen, daß der Mensch eine Verantwortung vor seiner Welt hat und eine Verantwortung gegenüber seinen Kindern.
Ähnliches gibt es mit den ganzen Peilstationen am Meeresgrund, die die US Navy eingerichtet hat und die das Verhalten von Walen erheblich beeinflussen.

Ich frage mich, wie lange eigentlich andere Staaten da noch zusehen wollen, ohne Einspruch zu erheben. Sicher, in den USA können nur die US-Amerikanischen Bürger ihren Mund aufmachen; das geht uns nur enfernt etwas an, wenn die der Meinung sind, sie müßten Minen und Bohrlöcher schaffen, anstatt endlich über Recycling und alternative Energien nachzudenken.

Und gerade da bin ich für Greenpeace dankbar. Auch die Grünen in Deutschland haben (ungeachtet ihrer politischen Schwäche) dazu beigetragen, daß die Umwelt stärker in Bewußtsein der Menschen und alten Parteien gerückt ist.

Amerika ist riesig... es fällt nur wenigen auf, was dort passiert. In Deutschland haben wir immer weniger Wälder und eine grotesk wirkende Verstädterung- Anstatt endlich in die Höhe zu bauen, wird in die Breite gebaut und der kostbare Erholungsraum für Mensch und Tier immer mehr zunichte gemacht. Und jetzt, wo Wolf, Bär und Luchs eine chance haben, endlich wieder heimisch zu werden, kommen ein paar Idioten, die meckern.

In Amerika gibt es leider noch kein besonderes Umweltverständnis, aber es kommt. Alligatoren werden nicht mehr einfach abgeschlachtet (obwohl immer noch zu häufig), weil man einsehen muß, daß der Mensch der Eindringling ist, nicht das Tier.

Bisweilen kommt mir die Menschheit wie eine Krankheit vor, die dieser Planet nicht verdient hat...
 
blutrichter schrieb:
In Amerika gibt es leider noch kein besonderes Umweltverständnis, aber es kommt. Alligatoren werden nicht mehr einfach abgeschlachtet (obwohl immer noch zu häufig), weil man einsehen muß, daß der Mensch der Eindringling ist, nicht das Tier.
da bin ich mir auch ziemlich sicher! ich habe selbe einige Jahre in Amerika gelebt, und es war früher deutlich schlimmer. jetzt gibt es relativ verbreitet Recycling. nur irgendwas hält die amis davon ab! aber der trend geht in die richtige richtung!

blutrichter schrieb:
Bisweilen kommt mir die Menschheit wie eine Krankheit vor, die dieser Planet nicht verdient hat...
ich verstehe was du meinst! :( aber ich denke die menschheit kriegt das hin... *daumendrück* zum Glück / Schade (?), dass wir das Schicksal nicht mehr miterleben werden! :D
 
Auch wenn es etwas vom Thema abweicht:
Ob die Menschheit das im Griff bekommt oder nicht. Die Krankheit Mensch wird die Erde genausogut verkraften wie alle anderen Katastophen.
Ob Meteoriteneinschläge oder Eiszeiten durch Veränderung der Erdachse, wir sind eine kleine Übelkeit.

Mit viel Glück schafft es die Menschheit vielleicht noch, sonst redet in ein paar tausend Jahren keiner mehr über diese Spezies. Wenn es dann in ein paar Millionen Jahren wieder intelligentes Leben geben sollte, werden die sich über unsere Fossilien und Hinterlassenschaften mehr wundern als wir über die Dinosaurier

Dummerweise schaden wir jetzt unsere Kinder, Enkel und weitere Generationen mit diesem arroganten Umweltverhalten. Nein wir stehen nicht im Mittelpunkt, aber unserer Zukunft (Nachkommen) sollte wir schon die gleiche (Überlebens-) Chance geben wie wir sie bekommen haben.
 
phil. schrieb:
Dummerweise schaden wir jetzt unsere Kinder, Enkel und weitere Generationen mit diesem arroganten Umweltverhalten. Nein wir stehen nicht im Mittelpunkt, aber unserer Zukunft (Nachkommen) sollte wir schon die gleiche (Überlebens-) Chance geben wie wir sie bekommen haben.

nur ist das schwieriger als man denkt... die zeiten ändern sich. bestimmt habe menschen vor 500 jahren das selbe gesagt. ich glaube wir menschen sind schon ein bisschen zu weit drin um es tatsächlich zu verwirklichen. so traurig es klingt. hier spiel immernoch der Faktor: mensch eine rolle!! :(
 
Zurück
Oben