estre schrieb:
Verkaufszahlen UND die hohe Wertungen.
Das ist zumindest ein Indikator dafür, dass das Spiel nicht ganz so schlecht sein kann
Naja, viele der Review-Schreiber werden sich kaum die Zeit genommen haben, die nötig ist, um das Spiel wirklich zu bewerten.
Die ersten paar Stunden sind überwältigend, aber auf lange Sicht fallen einem all die krassen Makel auf.
Und gekauft hab ich es zum Beispiel in erster Linie, weil ich nach Fallout3 dachte, Bethesda hätte aus seinen Fehlern in Oblivion gelernt. Doch während Skyrim einiges besser macht als Oblivion, sind andere Dinge sogar noch schlechter (wie z.B. die angesprochenen Quest-Reihen).
So oder so ist Erfolg NIE ein Beweis für Qualität.
Großer Erfolg mag es statistisch ein wenig wahrscheinlicher machen, daß man es mit hoher Qualität zu tun hat, aber es ist kein Garant.
Generell stimme ich holzbursche zu (auch wenn ich's nicht ganz so drastisch ausdrücken würde). Ich denke, man kann sehr viel Spaß mit Skyrim haben, wenn man sich von vornherein vornimmt, bloß nicht alles erkunden zu wollen.
Ratsam ist es, sich einen Charakter zu machen, und mit dem nur ein paar Quests/Quest-Linien abzuschließen, und sich dann irgendwann einen neuen Charakter zu machen und mit diesem dann etwas anderes zu tun.
Unter keinen Umständen sollte man jeden NPC in Städten ansprechen oder sich vornehmen, alles zu erkunden, jeden Drachenschrei zu finden, jeden dämlichen Quest zu machen, etc.
Das wird sonst allzu schnell zu "Arbeit" statt Spaß, und es ist einfach deutlich zu viel. Außerdem braucht man all das leider auch gar nicht, da man relativ schnell schon viel zu stark sein kann. Das Schmiede-System ist z.B. hoffnungslos overpowered (und macht es außerdem komplett uninteressant, irgendwelches "krasse" Loot zu suchen).
Die Balance ist generell eine große Problemzone. Als reiner Magier hat man es zum Beispiel später ziemlich schwer (insbesondere, wenn man seinem Charakter treu bleiben und ohne Rüstung spielen möchte). Auch bringt es kaum etwas, Magie-Skills hoch zu leveln. Denn selbst mit relativ hohem Level reicht meist das Mana für die teuren Sprüche kaum aus. Auf der anderen Seite kann jeder Charakter auch völlig ohne irgendwelche Magie-Skills zu leveln, quasi kostenlos mit Magie um sich ballern, wenn er sich seine Rüstungsteile entsprechend verzaubert hat.
Man hat daher leider in Skyrim weder einen Anreiz, Loot zu suchen (es gibt wirklich kaum unique Rüstung/Schmuck/Kleidung, die im Late noch Sinn machen), noch einen Anreiz, über ein bestimmtes Maß zu leveln.
Das "Entdecken" macht daher nur am Anfang Spaß. Da freut man sich und wieder noch über ein neues Item, man merkt noch, daß man stärker wird, und wenn man die verschiedenen Dungeon-Typen das erste Mal sieht, sind diese z.T. wirklich sehr interessant.
Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Versionen eines Typs wirklich kaum ... und zu viele Dungeons sind viel zu groß. Es nervt richtig, wenn man am Ende über eine Stunde lang braucht, um sich durch so ein Teil zu wühlen, in dem es zwar viel gibt, jedoch nichts besonderes.
Skyrim ist ein gutes Spiel, wenn man es nicht zu lang spielt.
Es ist kein sehr gutes Spiel, und man kann zwar sehr viel tun, doch das meiste davon ist irgendwie bedeutungslos.
Das Spiel ist gnadenlos überbewertet, weil sich viele Leute (inklusive der Pfeifen, die die Reviews schreiben) nur darauf konzentrieren, wie viele Features das Spiel hat, wie groß es ist, aber nicht darauf, wie gut das Gameplay tatsächlich ist und ob das alles gut ineinander greift.
Die Städte wirken etwas unbelebt und statisch, die Charaktere meist oberflächlich und starr.
Es gibt allerdings ein paar Quests, die wirklich der Hammer sind, und die Welt ist insgesamt immer noch eine der besten offenen Welten, die man bislang gesehen hat.
Das Spiel lohnt sich definitiv für jeden Fan von Openworld RPGs, aber man sollte wie gesagt nicht den Fehler machen, alles entdecken und alles machen zu wollen.
Fallout 3 ist jedoch deutlich besser.