Leserartikel Sata II (Intel H55) vs Sata III (Marvel 88SE9128) … für SSD absolut enttäuschend …

chris-22

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Hallo,
für eine SSD habe ich eine Sata III Kontrollerkarte nachgerüstet.

System: Samsung SSD 840 Pro, Chipsatz Intel H55, CPU Intel i5 Clarkdale mit AES, PCIe x16 Steckplatz, Sata III Kontrollerkarte mit Marvel 88SE9128 Chip, Win7 64bit

Ich habe die Sata III Karte einmal mit den mitgelieferten Treibern und den neuesten Marvel Treibern aus dem Web getestet. Am Intel Sata II wird die SSD natürlich auf 253~281 MB/s begrenzt, soweit ok. Die Samsung SSD 840 Pro ist lesend mit 530 MB/s angegeben, welche sie auch in anderen Tests bringt.

Aber am Marvel Sata III schafft die SSD lesend nicht mal 400 MB/s. Verblüfft war ich, dass der Marvel Sata III schreibend sogar langsamer ist als der Intel Sata II. Teilweise brechen auch die IOPS Werte beim Marvel extrem ein.

Screenshot
- Sata II: Intel H55 (Intel Treiber 11.6.0.1030)
- Sata III: Marvel 9128SE (Marvel Treiber 1.0.0.1034)
- Sata III: Marvel 9128SE (Marvel Treiber 1.2.0.1032)


Alles in allem kann man sagen der Marvel Sata 2.0 / 6GBs entspricht einem Sata 2.2 oder 3.5GBs.

MfG
Chris
 

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Na-Krul

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Grundsätzlich macht es in der Praxis keinen Unterschied ob eine SSD am sata2 oder 3 hängt, da die sequentiellen Lese- und Schreibraten kaum von Bedeutung sind. Bei Win- oder Programmstarts werden viele kleinere Dateien geladen, und da sinkt die SSD Geschwindigkeit schnell in Bereiche, in denen sata2 eine groß genuge Bandbreite bietet.
 

meckswell

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Die SSDs schaffen natürlich ihre beworbenen Werte wenn sie an einem nativen 6Gb/s Chipsatz hängen, der entsprechende Benchmark vorrausgesetzt. Sandforcelaufwerke schaffen es natürlich nur in Atto.
Das Problem der Controllerkarte ist aber, dass der Marvellchip nur mit einer PCIe-Lane angebunden ist, was theorethisch 500MB/s sind, abzüglich Overhead bleiben meist nur so 360Mb/s übrig.
Im Alltag bringt so eine Karte keinen Vorteil gegenüber dem Intel Sata 2 Anschluss.
 

Frader

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Zudem wirst du mit einer Controllerkarte welche auch nur durch einen externen Chip realisiert wird nie die Leistungswerte eines nativ im Chipsatz integrierten Controllers wie er z.B. bei dem Z/H/B7x angeboten wird erreichen.

@meckswell
Mist , du warst schneller :D
 
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System: Samsung SSD 840 Pro, Chipsatz Intel H55, Sata III Kontrollerkarte mit Marvel 88SE9128 Chip, Win7 64bit

Da ist es dann auch kein Wunder, wieso das Ergebnis am Ende so mies ausfällt, denn die 5er Serie unterstützt PCIe 2.0 nur für den/die Grafikkartensteckplätze.

Alle übrigen Steckplätze bieten nur PCIe 1.1 bzw. eventuelle extra Controller sind nur über PCIe 1.1 angebunden.

Falls die Karte in den 2. Grafikslot gesteckt wird, bekommt sie zwar den schnelleren PCIe 2.0 Standard, aber die Grafikkarte schaltet dann auf 8 Lanes runter, da insgesamt nur 16 Lanes vorhanden sind, die dann auf 2x 8 aufgeteilt werden.
 

Holt

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Keine SSD schafft die angegebenen Werte.Das sind nur theoretische Werte.
Das ist Unsinn, die Crucial erreichen i.d.R. sogar mehr als die angegebenen Werte. So pauschal stimmt das nur bei den SSD mit Sandforce Controllern, wenn man eben nicht mit extrem komprimierbaren Daten testet.

für eine SSD habe ich eine Sata III Kontrollerkarte nachgerüstet.
Welche Karte ist es denn und in welchem Slot steckt die? Die alten Marvell 88SE9128/9120/9125/9123 und der ASMedia 1061, wie sie auf fast allen PCIe Karten und Mainboards als SATA 6Gb/s Host Controller zu finden sind, haben nur eine PCIe Rev.2 Lanes und damit können eben maximal so 440MB/s netto Datenrate erreicht werden, wenn diese Lane wirklich schnell ist. Die allermeisten Lanes sind das aber nicht schnell, weshalb eben ist in der Praxis meist bei etwa 360MB/s Schluss ist. An einer Rev. 1 Lane sind es dann sogar meist nur 180MB/s. Eine Alternative wäre eine SAS 6G Karte, aber die muss mindesten in einen PCIe x4 oder x8 Slot und bietet kein TRIM.

System: Samsung SSD 840 Pro, Chipsatz Intel H55, CPU Intel i5 Clarkdale mit AES, PCIe x16 Steckplatz, Sata III Kontrollerkarte mit Marvel 88SE9128 Chip, Win7 64bit
Die Karte steckt also in einem PCIe x16 Slot? Das ist gut, denn die sind wenigsten Rev. 2 und bieten wirklich 500MB/s in jede Richtung. Bei den anderen schreibt Intel das gerne in die Blockdiagramme, rechnet dabei aber die 250MB/s zusammen, die ja gleichzeitig in jede Richtung übertragen werden können.

Aber am Marvel Sata III schafft die SSD lesend nicht mal 400 MB/s. Verblüfft war ich, dass der Marvel Sata III schreibend sogar langsamer ist als der Intel Sata II. Teilweise brechen auch die IOPS Werte beim Marvel extrem ein.
Über eine PCIe Rev.2 Lane gehen maximal 500MB/s brutto in jede Richtung und damit schafft der Marvell maximal so 440MB/s lesend, wenn er an einer wirklich schnellen PCIe Lane angebunden ist:



Das ist die Messung im ersten PCIe x16 Slot einer ASRock SATA3 PCIe x1 Karte im ersten PCIe x16 eines AMD 790FX (nicht meine HW und es war vor der Entdeckung des 5184 Stunden Bugs).
In einem PCIe x1 Slot, der ja auch eine Rev. 2 PCIe Lane hat und theoretisch genauso schnell sein sollte, kommen dann nur die typischen 360MB/s raus:



Mehr schaffen die Marvell 88SE9220, 88SE9230 oder 88SE9235, da diese über zwei PCIe Lanes für zwei (9220) bzw. 4 (9230+9235) SATA 6Gb/s Ports verfügen (der 9215 hat nur eine Lane, aber 4 SATA Ports). Die müssen dann aber auch entsprechend angebunden sein und sind außerdem nur auf ein paar weniger Spitzenboards und wohl auf der HighPoint 640L zu finden.

]Alles in allem kann man sagen der Marvel Sata 2.0 / 6GBs entspricht einem Sata 2.2 oder 3.5GBs.
Beschwere Dich aber nicht über den Marvell sondern über den Boardhersteller bzw. Intel, dass die PCIe Lanes nicht schneller und besser angebunden sind. Es wird immer auf die Marvell Controller eingedroschen, aber die Schuld liegt nicht bei dem, der ist nur der erste Controller der wirklich mal die Bandbreite einer PCIe Lane vollständig ausnutzen kann und niemand hat je wirklich geprüft, wie hoch diese in der Praxis wirklich ist. Auch in keinem Mainboard Review findest Du eine Messung, ob die PCIe Lanes wirklich mit 5Gb/s laufen oder vielleicht doch nur mit 4 Gb/s (was zu 360MB/s passen würde), weil man damit Strom spart und die Leistungsaufnahme misst ja nun fast jeder Reviewer und nur weil 5Gb/s in der Spezifikation stehen, müssen die noch lange nicht in der Praxis da sein.

Die Benches mit HD Tune kannst Du Dir übrigens schenken, denn das ist, wie es auch im Titel steht, ein Hard Disk Utility und nicht für SSDs geeignet. Hier findest Du mehr dazu und obendrein wird in der Standardeinstellung auch nur mit 64k Zugriffen gearbeitet, weshalb die seq. Datenraten die HD Tune ermittelt auch immer deutlich unter denen anderer Benchmarks liegen, sofern die LBAs wirklich auf Flashadressen gemappt wird.

Das ganze haben wir hier aber schon oft durch genommen und wenn Du vorher gesucht oder wenigstens gefragt hättest, hätten wir Dir von der Controllerkarte abgeraten, weil Intels SATA II Host Controller schon sehr performant und die PCIe Lanes bei den Chipsätzen vor SandyBridge die noch keinen SATA 6Gb/s Controller haben aber nur für die Grakas wirklich schnell sind. So eine Karte lohnt sich ehr bei AMD Systemen mit einer 700er Southbridge die einen ehr lahmen SATA Host Controller enthält der obendrein Probleme mit TRIM hat oder eben bei NVidia Chipästzen, die nicht einmal einen echten AHCI Modus haben, weil NVidia AHCI nie lizenziert hat.
 
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