MelbarKasom schrieb:
Einfach nicht mit denen zusammenarbeiten und denen Daten liefern. Ist nicht so schwer. Nix auf Pump kaufen, keine Kreditverträge abschließen und schon hat man mit denen nix zu tun.
Du bekommst deinen Lohn also noch ganz klassisch in der Lohntüte und zahlst Miete und Rechnungen per Baranweisung? Sollte das der Fall sein, stimmt deine Aussage. Hast du allerdings ein Girokonto, verfügt die Schufa längst über deinen Datensatz und ihr beide arbeitet
vertrauensvoll zusammen.
Es ist ein grobes Missverständnis zu glauben, die Schufa sammle nur Daten, die irgendwie mit „Krediten“ zu tun haben. So gut wie jede Beteiligung am wirtschaftlichen Leben in Deutschland hinterlässt Spuren bei der Schufa. Außerdem war es schon immer ein offenes Geheimnis, dass dort mehr Daten gesammelt werden, als für eine reine Bonitätsprüfung eigentlich notwendig wären.
Grundsätzlich stelle ich ein Scoring zur Bewertung der Bonität nicht infrage. Das Problem der Schufa war jedoch schon immer ihre völlige Intransparenz sowie das Sammeln und Bewerten von Faktoren, die nur mithilfe künstlich konstruierter Begründungen mit der tatsächlichen Bonität in Verbindung gebracht werden können. Auch der neue Score ist in weiten Teilen kompletter Nonsens:
Hans Wurst, 40 Jahre alt,
„Geringverdiener“ mit 1.600 netto, lebt seit 20 Jahren hoffnungslos im tristen Gelsenkirchen (sorry

) gibt sein gesamtes Geld für Nonsens aus, steckt bei seiner Sparkasse, bei der er seit seinem 18. Lebensjahr Kunde ist, ständig tief im Dispo, und seine alte Kreditkarte ist dauerhaft bis zum Limit ausgereizt. Die Privatinsolvenz könnte praktisch jeden Monat eintreten.
Hans Max, ebenfalls 40 Jahre alt, hat das Bildungs- und Arbeitssystem durchgespielt, 11.000 netto und vor einem Jahr eine neue Stelle als Vice President in einem Großkonzern angetreten. Dafür ist er umgezogen und hat nun eine neue Bank, eine neue Karte und eine neue Wohnung. Aber hey, bei dem Verdienst …
Hans Wurst wird laut Schufa mit der höchsten Bonitätsstufe „Hervorragend“ bewertet und kann weiterhin auf Pump die Onlineshops beglücken. Hans Max hingegen erhält die zweitschlechteste Einstufung „Ausreichend“ und wird sich noch einige Jahre darüber wundern, warum er in Onlineshops immer per Vorkasse zahlen muss.