Die Anzahl der übrigen Planeten ist zwar unbegreiflich groß, aber das kann kein Kriterium sein. Ich will die Sache etwas anders aufziehen. Wenn in einer weit entfernten Galaxie irgendwo unter der Oberfläche eines Planeten ein kleiner Wurm sein Leben fristet, werden wir das niemals erfahren. Wir müssten dort nämlich nachsehen und das gelingt uns nicht einmal in unserem eigenen, winzigen Sonnensystem.
Wir können allerdings im Weltall nach elektromagnetischen Signalen horchen. Das wiederum setzt am anderen Ende der Leitung eine technisierte Welt voraus, die in der Lage und gewillt ist, derartige Signale, z. B. Radiowellen, zu senden. Man kann ja mal überlegen, seit wann von der Erde aus Signale ins All gesendet werden (Elektrizität, Radio usw.) und was diese Zeitspanne bedeutet, wenn man eine Erdgeschichte von insgesamt ca. 4,55 Mrd. Jahren berücksichtigt.
Die von uns gesendeten Signale müssen schließlich von jemand anderem empfangen werden. Das setzt wiederum eine Technologie voraus, über die wir Menschen selbst erst seit wenigen Jahren verfügen. Wenn unsere Nachrichten auf einen Planeten mit prähistorischen Verhältnissen treffen, bringt das beiden Seiten nichts.
Nun kann man zwar immer noch das Argument der unglaublichen Größe des Universums vortragen. Aber wenn man es nüchtern betrachtet, sind Lebensformen außerhalb unserer Milchstraße doch vergleichsweise uninteressant. Denn bis zur Nachbargalaxie, dem Andromeda-Nebel, sind es immer noch gut zwei Millionen Lichtjahre (One-Way). Wenn wir heute ein Signal von dort empfangen würden, wäre es also schon zwei Millionen Jahre alt und unsere Antwort würde erst nach weiteren zwei Millionen Jahre dort eintreffen. In der Zwischenzeit kann viel passieren.
Die konkreten Anforderungen an Planeten mit Lebensmöglichkeiten sind ziemlich eng. Zunächst einmal braucht man einen Stern als Energiequelle. Da die Hälfte der Sterne in Form von Doppelsternen auftritt, bieten sie so gut wie keine stabilen Umlaufbahnen für Planeten, was die Entwicklung von Leben praktisch unmöglich macht.
Wenn sich ein Planetensystem um eine Sonne gebildet hat, kommt es auf den richtigen Abstand zur Sonne an, weil es sonst zu heiß wird oder zu kalt bleibt. Außerdem müssen die Sonnen lange genug existieren, damit sich Leben bilden kann.
Ein weiteres Problem können Schwarze Löcher sein oder auch Meteoriten. Auch sollten in der Nähe der in Betracht kommenden Planeten keine Sonnen explodieren. Die grundlegenden biologischen und chemischen Prozesse gelten universell. Deshalb scheiden z. B. Planeten aus, auf denen es so aussieht wie auf der Erde vor 4 Mrd. Jahren. Man braucht aller Voraussicht nach Wasser, Sauerstoff und eine Atmosphäre (Wetter).
Schließlich gibt es noch einige begünstigende Faktoren für Leben: Größe und Gewicht des Planeten müssen sich in gewissen Grenzen bewegen, die Umlaufbahn und die Eigenrotation sind ebenfalls von Bedeutung. Und nicht zu vergessen ist die Rolle, die unser Mond spielt. Er ist nicht nur für Ebbe und Flut verantwortlich, sondern stabilisiert zugleich die Umlaufbahn der Erde, die sich über all die Jahrmilliarden nicht dramatisch verändern durfte.
Wenn man die unzähligen Planeten nun durch dieses Raster schickt und zugleich die Zeitperspektive (Entwicklungsstufe des Planeten bzw. seiner Sonne) berücksichtigt, bricht die Anzahl der potenziellen Kandidaten dramatisch ein. – Und falls doch jemand da draußen sein sollte, der z. B. zwei Millionen Lichtjahre entfernt wohnt, so werden wir auch nichts davon haben, weil wir die Entfernung nicht stemmen können.
Star Trek gucken kann man aber trotzdem.
P.S.: Wir werden nie beweisen können, dass es außer uns niemanden da draußen gibt. Aber wenn Leben außerhalb der Erde nachgewiesen werden könnte, wäre das für die Theologen von größter Bedeutung.