Die Meinung des Autors
@Volker sehe ich sehr kritisch: "Kauft bloß keine DDR4-Plattform und den dazu notwendigen Speicher neu" und einige der Aussagen des Artikels sind praxisfern bis polemisch.
Die getestete Auflösung bezieht sich rein auf das CPU-Limit, fast niemand spielt heutzutage in 720p. Vielmehr ist man meistens ab 1440p aufwärts GPU-limitiert und da reden wir bei AM4 vs AM5 über Unterschiede im Bereich 5-15%. 3D-Cache und GPU bestimmen hier die Performance.
DDR4 neu zu kaufen, kann man durchaus kontrovers sehen, aber es gibt kaum einen Grund, seine vorhandene AM4-Plattform nur wegen des RAMs auf AM5 zu upgraden. Die AM5-Mainboards sind im wesentlichen auch nicht günstiger und mitunter schlechter konfiguriert als gute gebrauchte AM4-Boards.
Beispiel: Der AM4-X570 hat deutlich besser verteilte PCIe-Lanes (wenn auch "nur" PCIe-4.0) als alles bei AM5 bis auf die top X670 und X870-Chipsätze. In meinem Fall, bei dem ich eine zweite GPU verbaut habe, kann ich also bei AM5 nur auf X670 und X870 zurückgreifen und bin da mit mehr als dem doppelten Preis dabei. Auf eBay bekommt man gebrauchte, voll funktionsfähige x570 Boards für unter 100€. 64Gbyte DDR4-3200 Cl16 habe ich gerade erst für knapp 200€ bekommen (immer noch Wucher, aber verglichen mit einem 450€ teuren einzelnen DDR5-5600 64Gbyte-Riegel)...
Ich wage also ein abgeändertes Fazit:
Wer aktuell noch eine AM4-Plattform fährt, sollte sich einen Neuanfang auf AM5 aktuell sehr überlegen und bei Flaschenhälsen lieber die bestehende Plattform upgraden.
Beim Neukauf kann man drüber reden und mit dem Nötigsten für AM5 beginnen, dabei aber zukunftssicheres Aufrüstungspotential einplanen.
In vielen Fällen macht vielleicht ein Abwarten aktuell mehr Sinn, wenn es keinen unmittelbaren Zwang gibt.