Alphanerd schrieb:
Es wäre nicht die erste Preisabsprache oder das erste Kartell.
Naja, am Spotmarkt kostet ein 2GB Chip DDR5 40$, und 2GB DDR4 kosten sogar ca. 80$ aktuell (Session Average).
Ein DDR5 Modul mit 16GB kostet 245$, ein DDR4 mit 16GB 122$.
https://www.dramexchange.com/
Würde man das DDR4 Modul mit Chips vom Spotmarkt bauen, würde man 640$ nur für die Chips zahlen 🤣
Beim DDR5-Modul müsste man 320$ zahlen. Auch schon mehr als das fertige Modul kostet.
Durch langfristige Verträge sind die Preise für die Module noch relativ niedrig verglichen mit den einzelnen Chips.
Stellt Euch vor, ihr wollt ein Laptop mit verlötetem DDR5-RAM bauen und seid auf Spotmarkt-Chips angewiesen. 16GB = 320$. Das bekommt ihr nicht mehr rein, das Produkt müsst ihr verschieben. Die Konkurrenz überfährt euch.
Noch schlimmer: Aus Kostengründen setzt ihr nur auf DDR4 bei einem eingebetteten System mit Spezialprozessor. Das tut richtig weh, 16GB macht euer Gerät alleine schon 640$ teuer. Das braucht ihr dann auch nicht auf den Markt bringen.
Aktuell kann sich nur einen Produktlaunch leisten, wer herkömmliche DDR-Module benutzen kann oder noch besser, wer langfristige Direktverträge mit den Chipherstellern hat.
Die RAM-Hersteller mögen sich in der Vergangenheit oft abgesprochen haben, aber so schnell wie diese Krise entstanden ist, halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass die irgendwas damit zu tun hatten. Diese Preise können nur so hochtreiben, wenn ziemlich plötzlich im Prinzip der komplette Markt leergekauft wird.
So richtig profitieren tun RAM-Hersteller auch nicht wirklich davon, weil der meiste RAM durch langfristige Lieferverträge gehandelt wird. Die profitieren erst mit der Zeit davon.