Spezielle Videoaufnahmetechnik - wie?

Hans-Uwe

Lieutenant
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Ist jemanden bekannt wie die Aufnahmetechnik für die folgenden 2 Fälle funktioniert?

1. Sherlock Holmes: A Game of Shadows

http://www.youtube.com/watch?v=JucAVGwfs3Y

bei 1:50, 2:43, 2:53, 3:06, 3:10

Zeitlupe ist klar. Es gibt aber mehrere Szenen wo die Kamera auf den Kopf des Schauspielers fixiert ist während dieser rennt bzw. auch am Anfang der Nahkampfsszene (Sieht sehr gut aus, vor allem in 1080p). Habe das bisher noch nie irgendwo in einem Film bewusst gesehen.


2. Top Gear: BMW M5

http://www.youtube.com/watch?v=64Q3PLAmHwY

bei 3:59

Der M5 driftet durch die Kurve und die Kamera schwenkt um das Auto, während das Auto faktisch (?) still zu stehen scheint. Einfach nur eine Hochgeschwindigkeitskamera die hohe FPS hat und schnell bewegt wird?
 
Ich _denke_ (ohne wirklich ahnung zu haben^^), dass beim 1. einfach nen Kameraschlitten verwendung findet. Nimmst du das Video zu Groß auf, kannst du den ausschnitt in dem der Kopf ist bei niedrigerer Auflösung immer sauber zentrieren.

zum 2: Man sieht es Ruckeln^^ da haben die einfach 10 Kameras im Halbkreis aufgestellt ;)
 
Beim 2. Beispiel sind es einfach 2 oder mehr Kameras, und die Übergangsbewegung wird mit dem Computer berechnet. Eigentlich recht einfach, Matrix war der erste Film der das im großen Stil als neues Mittel eingesetzt hat.

EDIT:
Terror hat beim 1. Beispiel wohl auch recht, denn im Film wird IMMER mit einer höheren Auflösung aufgenommen als dann auf den Schirm kommt, dadurch hat man Spielraum bei der Nachbearbeitung. In Kombination mit Steadycams entstehen dann diese Effekte.
 
also beim 2. sind es mehrere kameras die aufgestellt sind, und ein computer berechnet dann zwischenbilder

edit: zu langsam
 
1. Seilkamera ... sieht man so oft im Wintersport .

2. eine sich mitdrehene Kamera ... wie eine Ballkamera beim Fussball ...

Ein bissl Phantasie für die Erklärung und der Rest macht der Computer mit dem Schnittechnicker zusammen .
 
Eine Seilkamera oder Schlitten erklärt aber nicht die Kamerabewegung beim Anfang der Nahkampfszene 2:43, die wie die Rennbewegung gemacht wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
hab ich beim zweiten bsp etwas anderes gesehen als alle anderen Öö?

da verfolgt doch die kamera einfach nur das auto...

das lässt sich heute mit zwei techniken gut lösen.

Einmal mit einer hochgeschwindigkeitskamera, und andererseits mit einem computer.

Hochgeschwindigkeitskameras sind groß und teuer, und auch die verarbeitung der daten ist nicht so leicht wie bei normalen HD kameras.

Mittlerweile gibt es gute software (ist mir letztenes sogar eine übern weg gelaufen) die zwischenbilder berechnen.

Wenn du dir die Webevideos von GoPro bei youtube anschaust, dann haben die da teilweise zeitlupen mit über 1000FPS drin. Was die kamera niemals aufnehmen kann.
Wenn man ganz genau hinschaut kann man an den konturen von gegenständen oder personen eine kleine verzerrung erkennen, weil es müssen ja bilder errechnet werden, die es so nicht gibt.

Da man heute sogar als privatperson leicht in 60FPS in Full HD aufzeichnen kann, ist es für solche software immer leichter informationen "herzuzaubern".

Das mit der Kopffixierung wird von Guy Richy sehr gerne gemacht :)
Auch ich nehme an, dass mit einer steadycam nebenher gefahren wird, und versucht wird der kopf zu fixieren. Im nachheinein wird stabilisiert :)

Auch dafür gibt es sogar für den privatmann software die das kann.

Edit:
wenn das erste videoe zu ende ist, wird auf ein "Behind the scense" verwiesen (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=_FYjF3pV8OQ#!)
ab 2:35 kannst du dier das anschauen, ist wie vermutet abgelaufen :)
 
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@rony12: schau dir die Scene nochmal an, sie verfolg zwar das Auto wie du es beschreibst, aber in einem Punkt bleibt das Auto nahezu stehen und die Kamera fährt ca 20 ° um das Auto herum ;)
 
bei 3:59 sehe ich einfach nur, das ein auto dort entlang "driftet" und von einer am rand stehenden kamera gefilmt wird Öö - und dabei noch ein bissel slomo drin ist -,-
 
Bei 4:01 bis 4:02 "dreht" sich die Kamera auch ums Auto.
 
rony12 schrieb:
Wenn du dir die Webevideos von GoPro bei youtube anschaust, dann haben die da teilweise zeitlupen mit über 1000FPS drin. Was die kamera niemals aufnehmen kann.
Es gibt durchaus Kameras, die 1kfps (oder noch viel mehr) Aufnehmen. Nicht ganz billig, aber es geht. Phantom hat da z.B. ein paar hübsche Sachen im Angebot. Oder meinst du die Videos der GoPros selber?

Hans-Uwe schrieb:
Eine Seilkamera oder Schlitten erklärt aber nicht die Kamerabewegung beim Anfang der Nahkampfszene 2:43, die wie die Rennbewegung gemacht wurde.
Ist doch ganz simpel. Kamera an einen Kran, der bewegt sich hoch und die Kamera dreht sich dabei. Aufnahme in 4K, dann kann man später noch ausschneiden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mich wundert, ist aber, dass Sherlock Holmes doch ein Kinofilm ist - und der wird ja auch in 4K ausgegeben, man kann also eine 4K Aufnahme nicht einfach croppen. Wobei die RED Epic ja auch in 5K aufzeichnen kann (bald 6k per Update) - also sollte es auch hier kein Problem sein.

Ich habe mal ein Musikvideo mit dieser Motion Tracking Technik gesehen (leider den Link verloren) bei dem der Schlegel der Bassdrum mit 4K aufgezeichnet wurde, dann wurde die Aufnahme auf die Bewegung des Schlegels getrackt, und auf 1080p ausgegeben. Sah ziemlich heiß aus, der Trommelschlegel blieb aufrecht stehen, aber das ganze Bild drehte sich darum.

Die 1000fps Zeitlupen kann man, wenn man nicht die finanziellen Mittel für eine Phantom HD hat, ganz gut mit Twixtor berechnen lassen. Wenn man es richtig macht, sind die Ergebnisse echt gut (ist nicht von mir, das habe ich nur bei Vimeo gefunden)
Man muss halt auf jeden Fall den Shutter (die Verschlusszeit) bei der Aufnahme auf den passenden Wert setzen. Will man also 1000 fps simulieren, dann sollte der Shutter auf 1/1000 oder kürzer stehen, sonst bekommt man zu viel Bewegungsunschärfe in die Bilder.
 
Eine Phantom kann man eigentlich immer irgendwo leihen. Gut, für einen Hobbyfilmer ist das immer noch nicht erschwinglich, aber für kleinere Filmprojekte oder so sollte das dann klappen.
Allerdings bekommt man da auch schnell andere Probleme, bei Wechselstrom sieht man z.B. schon das Flackern der Glühbirnen, da muss man was mit Gleichstrom nehmen, und weil die Belichtungszeit pro Frame so klein ist muss es auch verdammt hell sein (besonders in Innenräumen müssen da schonmal einige kW an Licht her).
 
Autokiller677 schrieb:
Eine Phantom kann man eigentlich immer irgendwo leihen. Gut, für einen Hobbyfilmer ist das immer noch nicht erschwinglich, aber für kleinere Filmprojekte oder so sollte das dann klappen.

Also so klein sollte das Projekt nicht sein... ich finde die Phantom z.B. hier zum Verleihpreis von 2.000 Euro/Tag
Da ist noch keine Optik dabei, und wie gesagt, Licht braucht man auch ganz ordentlich...

Selbst für den Profi-Bereich sind 2000 Euro/Tag ein ganz schön stolzer Mietpreis, das muss man erst mal finanziert kriegen...
 
Also für das 1. Beispiel fällt zum einen der o.g. Kameraschlitten auf. Die für mich momentan plausibelste Erklärung für die scharfe Darstellung des Schauspielers ist wahrscheinlich beim sogenannten "focus puller" zu suchen. Da die Kamera ja sprichwörtlich den Film macht und ein einfacher Kameraassistent nicht ausreicht, kommt zusätzlich ein solcher "scharf Steller" zum Einsatz - klingt komisch - ist aber so ;)

//EDIT: "Green Screen" ist beim Sherlock im Wald übrigens auch im Einsatz ;)
 
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