SSD plötzlich leer?

Bogeyman

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Hallo, ich habe mal ne SSD ausgebaut aus meinem Notebook, etwa Jahr in etwa her. Als ich die neulich mal wieder benutzen wollte ist mir aufgefallen dass scheinbar nichtmal ein Dateisystem drauf ist. Also ich bin mir zwar nicht zu 100% sicher dass da was drauf war aber schon zu 95%. Ist ne Samsung 830. Sowas kann doch net sein? Jemand ne Idee was man da machen kann? Bin mir wir gesagt ziemlich sicher dass da noch Daten drauf waren
 
Hab ich auch gelesen - und war entsetzt!! Hoffentlich halten USB-Sticks länger :(

Ist jetzt nur die Frage ob "nur" die Daten weg sind, oder ob die SSD's selbst dann auch defekt sind.
 
SSDs und Festplatten sind auch nicht zur dauerhaften Speicherung gedacht, USB-Sticks sowieso nicht.
Sowas kann eben passieren, je nach Art der Lagerung eben früher oder später.
 
Bei der SSD dürften wahrscheinlich nur die Daten weg sein. Vielleicht lässt sie sich auch ohne sie neu zu formatieren auch wieder beschreiben. Und wenn nicht, halt formatieren.

Auch USB-Sticks sind ebenso wie SSDs und HDDs keine Datenträger zur Langzeitspeicherung/ -archivierung.
 
Was sind für dich Hausmittel?

Testdisk und/ oder Recuva probieren. Wenn sich damit nichts wiederherstellen lässt, kannst du die sich auf der SSD befindenden Daten wohl mehr oder minder abschreiben.
 
Mit EaseUS Partition Master konnte ich jetzt die OS Partition mit den Daten wiederherstellen.
 
Boah, das haste ja nochmal Glück gehabt :) Alle Daten heile oder fehlt etwas ? Müsste man wenn am ehesten bei sehr großen Dateien merken.
 
Muss ich testen noch, sieht aber so aus, aber bin mir auch wie gesagt nicht mehr 100prozentig sicher ob ich sie damals nicht vielleicht einfach schnellformatiert hatte oder sowas. Zum Glück hatte ich sie aber wenigstens entschlüsselt vorher sonst wäre das mit Bitlocker usw eventuell noch lustig geworden. Aber SSDs werde ich dennoch in Zukunft nicht mehr rumliegen lassen wenn noch Daten drauf sind;)
 
BlubbsDE schrieb:
Zum lagern von Daten sind SSDs nicht geeignet. Irgendwann verlieren sie ihre Daten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/SSD-Lagerung-und-Temperaturen-2639898.html
Bei 30°C Lagertemperatur sollte sie die Daten aber mindestens 12 Monate halten.

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Dies News die auch von heise unkritisch übernommen wurde, ist später auch als Missverständnis widerrufen worden, denn es ist nur theoretisch richtig:
Der Hintergrund ist, dass die Isolierschicht der Zellen bei hohen Temperaturen durchlässiger wird, sie leidet dann weniger beim Durchschießen der Elektronen beim Schreiben und Löschen, die NANDs halten warm also mehr P/E Zyklen aus als kalt, verliert aber bei der Lagerung die Daten schneller und je nach Quelle pro 5°C oder 10°C mehr halten sie die Elektronen und damit die Daten nur noch halb so lange. Nur ist es eben extrem unrealistisch anzunehmen eine SSD würde bei sehr geringen Temperaturen betrieben und dann bei sehr hohen gelagert, die Realität dürft gerade bei Heimanwendern nun wirklich umgekehrt sein, nämlich das die NANDs im Gehäuse der SSD / des Rechner während des Betriebs wärmer sind als nachher wenn sie in der Schublade liegt und durchschnittlich 30°C werden kaum in deutschen Schubladen herrschen.

Wenn die Daten weg sind, dann vermutlich weil sie gelöscht wurde, dafür reicht ja schon eine Schnellformatiertung, da Windows dabei die Partition auch komplett trimmt.
 
Vielleicht hab ich sie aber ja nicht mit Windows formatiert, hab ja auch Unix im Einsatz. Weiß es wie gesagt nicht mehr exakt, zu 95% hatte ich sie aber ausgebaut und dann in die Schublade gelegt.

Reicht denn der Anschluss der SSD an eine Stromversorgung aus damit die Zellen den Inhalt nicht verlieren oder muss auch ein bestimmter Befehl ausgeführt werden?

25.04.2016 sind die letzten Änderungen durchgeführt worden bei den Systemordnern, muss aber nicht heißen dass sie nicht doch mal wieder am Strom hing zwischendurch. Nur das OS was drauf ist wurde nicht mehr gebootet. Also doch schon deutlich über 1 Jahr, wie schnell die Zeit vergeht.
 
Zuletzt bearbeitet:
BlubbsDE schrieb:
Ein Jahr eben. Und ein Jahr ist kritisch. So oder so.
Nein, denn die 30°C werden kaum erreicht, geschweige denn über ein ganzes Jahr hinweg und die gelten für NANDs die ihre spezifizierte Lebensdauer erreicht haben, neuere NANDs halten die Daten länger. Ich hatte eine Agility3 die ich als Ersatz für meine verstorbene Vertex2 von OCZ bekommen hatte damals nur kurz getestet und dazu mit Testdaten von h2testw beschrieben und sie dann über 3 Jahre im Schrank liegen lassen und wo ich lebe ist die Jahresdurchschnittstemperatur fast 30°C und Klimaanlage läuft nur wenn ich da bin und nur wenn es wirklich heiß ist, trotzdem waren noch alle Daten fehlerfrei lesbar! Obwohl die Qualität der von OCZ gerade in billigen Serien wie der Agility 3 verbauten NANDs nun wirklich nicht die beste war und die DRT einer der Maßstäbe der Qualität von NAND ist.
 
BlubbsDE schrieb:
Kann schon sein. Die funktionieren nur mit Strom dauerhaft. Zum lagern von Daten sind SSDs nicht geeignet. Irgendwann verlieren sie ihre Daten.

https://www.heise.de/newsticker/meldung/SSD-Lagerung-und-Temperaturen-2639898.html

Steht aber auch im Datenblatt Deiner SSD.

Oh Schreck dann sind ja Alle Filme weg die ich aufgenommen habe im Sat Receiver
der hat eine 512 SSD im 2.5 Wechsel Rahmen wenn ich den eine weile nicht einschalte?

Wo steht denn das eine SSD dauerhaft unter Strom sein muss damit sie ihre Daten behält ?
USB Sticks funktionieren doch so ähnlich wie SSDs ,
mein Ältestes USB Stick ist von Mitte 2000, 17 Jahre Alt kein Daten Verlust
 
Zuletzt bearbeitet:
diemaus schrieb:
mein Ältestes USB Stick ist von Mitte 2000, 17 Jahre Alt kein Daten Verlust

Der wird auch nur im MB-Bereich Daten fassen können und die Strukturbreite kann man mit dem Bleistift nachzeichnen ;)
 
Auch moderne NANDs sollte in brauchbaren Qualitäten (also wie man die zumindest in den SSDs von NAND Herstellern oder deren Tochterfirmen erwarten kann) bei maximal 30°C Lagertemperatur die Daten für mindestens ein Jahr halten, wahrscheinlich für noch viel länger. Ich denke nicht das in diesem Fall die NANDs ihre Daten verloren hatten, denn nach dem Wiederherstellen der Partition waren sie ja noch da und wieso sollte ausgerechnet die Partitionierungsinfomation verloren gehen? Da wurde die Partition wohl einfach vor dem Ausbauen gelöscht.
 
Leute, lest den Text richtig:
Vorausgesetzt ist dabei immer ein 100-prozentiger Program/Erase-Cycle der NAND-Flashs. Bei geringerem P/E-Anteil steigt die Datenlebensdauer deutlich.
Dieses eine Jahr gilt NUR dann, wenn die SSD völlig abgerockt ist und der Flash am Limit der garantierten P/E Zyklen ist.

Jemand ne Idee was man da machen kann? Bin mir wir gesagt ziemlich sicher dass da noch Daten drauf waren
Lass mal die Freeware von Rstudio drüber laufen.
http://www.r-studio.com/de/Data_Recovery_Download.shtml
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus dem bereits von Holt zitierten Ananda Artikel habe ich auch folgendes entnommen:

All in all, there is absolutely zero reason to worry about SSD data retention in typical client environment. Remember that the figures presented here are for a drive that has already passed its endurance rating, so for new drives the data retention is considerably higher, typically over ten years for MLC NAND based SSDs. If you buy a drive today and stash it away, the drive itself will become totally obsolete quicker than it will lose its data. Besides, given the cost of SSDs, it's not cost efficient to use them for cold storage anyway, so if you're looking to archive data I would recommend going with hard drives for cost reasons alone.

Die Daten sollten also bei normaler Lagerung extrem lange auf der SSD bleiben. Genannt sind hier bis zu 10 Jahre! Auch ohne Spannungsversorgung!

Artikel zur Data Retention bei Anandtech.
 
Wie weit die 10 Jahre bei allen neuen SSDs mit heutigen NANDs erreicht werden, weiß ich nicht, denn die OCZ Optane2 war damals oft DoA und auch von einigen Billigst-China-SSDs wie der Drevo liest man dies immer wieder und da wohl keine Hersteller auf eine Endkontrolle verzichten wird, dürfte bei denen die DoA sind die FW aus dem NAND verloren gegangen sein. In Zeiten von NAND Knappheit ist die Verführung mindere Qualitäten zu verwenden offenbar höher, zu den Drevo gibt es Kommentare wie folgende:
Bei solchen ist es halt immer Glückssache was konkret drin verbaut ist (hier auch von den Testern der c't über Billig-SSDs zu hören). Daher würde ich ich mich dann auch nicht darauf verlassen das diese sich an die JESD218 halten und die Daten 12 Monate erhalten bleiben. Wobei dies schon deswegen kaum gehen kann, weil nicht mal alle einen richtigen Media Wear Indicator haben um überhaupt zu wissen wann die NANDs den spezifizierten Bereich verlassen, die JESD218 eben nicht mehr garantiert eingehalten wird, denn danach sollte bei seriösen Anbietern die P/E Zyklen spezifiziert werden und deswegen sollte die NANDs bis zum endgültigen Totschreiben auch deutlich mehr P/E Zyklen aushalten als spezifiziert werden.

Es gibt übrigens z.B. von Spansion auch spezielle NANDs mit 20 Jahren DRT im Neuzustand, 10 Jahren nach 1000 Zyklen und einem Jahr nach 10.000 Zyklen, es hängt eben vom NAND und dessen jeweiliger Qualitätsstufe ab.
 
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