Synology NAS an Switch mit SFP+ wieder an PC

Sporti159

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Hallo,

meine aktuelle Ausgangssituation.
Ich habe eine DS1815+ dort habe ich Link Aggregation IEEE 802.3ad eingestellt mit zwei Ports.
Dann habe ich einen Ubiquiti Unifi Switch US-48-500W. Dort wurde bei zwei Ports Aggregieren eingestellt.
Wenn ich jetzt mit zwei Rechner von meiner NAS ziehe bekomme ich zwei mal Gigabit. Alles top.

Nun habe ich mir eine SFP+ Karte gekauft (Mellanox ConnectX-2) in meinen Rechner eingebaut und mit dem Switch verbunden, Treiber installiert und sie wird mir jetzt im Windows auch mit 10,0GBit/s angezeigt.
Gleiches Spiel hier. Wenn ich Daten von meinem Rechner auf die NAS ziehe bekomme ich Gigabit und wenn ein zweiter Rechner zieht bekommt dieser auch Gigabit. Ich kann von meinem Rechner also Daten mit zwei Gigabit auf zwei unterschiedliche Geräte übertragen.

So jetzt mein Problem. Warum kann ich die Daten vom NAS und dem Rechner der mit SPF+ verbunden ist nicht mit mehr als Gigabit übertragen. Normalerweise müsste ich doch jetzt mit zwei Gigabit ziehen können?

Hat jemand eine Idee woran es liegen könnte?

Danke
Gruß
Sporti
 

BlubbsDE

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Weil die Leitungen eben nicht zusammen geschaltet werden. Mehr als 1 GBit bekommst Du nur, wenn parallel Daten übertragen werden. Bei nur einer Verbindung bleibst Du bei 1 GBit stecken.
 

Masamune2

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Weil Link Aggregation so nicht funktioniert. Die Daten werden anhand ihrer MAC (und manchmal zusätzlich IP Adresse) auf die physischen Links aufgeteilt, eine Verbindung zwischen zwei PCs bliebt immer auf dem gleichen Link. Das du mit zwei PCs Gigabit hast ist auch nur Zufall, genauso gut hätten beide Verbindungen über den selben Link gehen können.
 

Lawnmower

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Du müsstest 2 x 1 Gbit/s in deinem Rechner haben und Port Aggregation ausgeschaltet - dann regelt das Windows selber und verwendet beide Verbindungen wenn nötig.
Oder Du hast ein NAS das auch 10 Gbit/s kann und Du machst mit dem Rechner eine direkte Verbindung (ohne Switch).
 

Raijin

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Jo, bei Multichannel SMB ginge das. Ob die NAS-Systeme das schon können, weiß ich aber ehrlich gesagt auch nicht.

@Sporti159 : Link Aggregation ist im Prinzip ähnlih wie zwei Telefonleitungen daheim. Du kannst zwei Gespräche parallel führen, aber nicht "ein großes" auf beiden Leitungen. Link Aggregation ist kein Workaround für 10x 08/15 Gigabit-Adapter = 10 Gbit/s.
 

Sporti159

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Ok denke ich habs kapiert. Danke euch.
Falls einer doch noch eine Lösung haben sollte immer her damit.
 

Lawnmower

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Synology kann SMB 3 und seit DSM 6.1 scheins auch Multichannel SMB. Das nützt dem TE jetzt aber auch nix und das NAS Modell das er hat kann auch keine 10 GbE Karte eingebaut kriegen.
Sprich einfachste wäre wohl die 10 GbE erstmal raus und eine NIC mit 2 oder mehreren 1 Gbit/s Ports holen (mit 2 x Realtek gibts ab 30 Euro). Aber ob sich das wirklich lohnt weiss ich jetzt auch nicht.
 

Andy_Z

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Servus zusammen,

ich bin mal so frei und ergänze diesen Thread um ein paar Grundlegende Informationen.

Zu Beginn möchte ich anmerken, dass Link Aggregation (nach den Vorstellungen des OP) sehr wohl funktionieren kann. Der Standard IEEE 802.3 erlaubt die Aggregation mehrerer Verbindungen zu einer logischen Schnittstelle. Im Zusammenspiel mit dem Standard IEEE 802.3 Ad static ist es hier auch möglich - vorausgesetzt der Switch unterstüzt diese Feature komplett - die Links so zu kombinieren, dass bei einer Datenübertragung zum Beispiel via SMB die Übertragungsrate zu einem Client durch mehrere Links vervielfacht werden kann. Dieses Feature können aber leider nur HPE oder Cisco Switche (und von denen nicht mal alle). Ubiquiti Unifi Switche implementieren nur den Standard IEEE 802.3 Ad dynamic, welcher nur eine Aufteilung der aggregierten Verbindung zu mehreren Clients erlaubt.

Die Synology NAS DS815+ beherrscht wie bereits erwähnt wurde durch das Protokoll SMBv3 Multichannel SMB. Multichannel SMB ist standardmäßig clientseitig unter Windows 10 aktiviert. Ob dies wirklich der Fall ist kann mit folgendem PowerShell-Befehl (PowerShell muss mit Administratorenrechten gestartet werden) geprüft werden.
1546180827409.png

Sollte der Rückgabewert - entgegen dem hier gezeigten - "False" sein kann der Multichannel Support mit dem nachfolgenden Befehl aktiviert werden.
1546180966970.png

Danach kann man das Ganze mit Hilfe des ersten Befehls nochmal verifizieren.

Kommen wir nun zur serverseitigen Umsetzung von SMB Multichannel anhand des Synology NAS DS815+ in der Version DSM6.2.
Zu Beginn sollte man ein paar Grundlegende vorbereitende Maßnahmen treffen:
1) Alle NICs mit Patchkabel mit dem Switch/Router verbinden
2) Allen NICs eine feste IPv4-Adresse via Browserinterface der NAS
3) SSH Zugang aktivieren
4) PuTTY herunterladen

Im Anschluss daran beginnt dann die eigentliche Konfiguration von SMB Multichannel auf der NAS.
1) Am Anfang müssen wir im Browserinterface unter Systemsteuerung > Dateidienste > SMB/AFP/NFS > SMB die erweiterten SMB-Einstellungen aufrufen. Dort stellen wir den Wert "Maximales SMB-Protokoll" auf "SMB3" und optional, da SMB1 als unsicher und veraltet gilt, den Wert "Mindest-SMB-Protokoll auf "SMB2". Anschließend speichern wir unsere Änderungen indem wird auf "Übernehmen" klicken.
1546181512171.jpeg

2) Im nächsten Schritt schalten wir uns mit Hilfe von PuTTY oder unter Linux/MacOS mit dem Terminal auf die NAS via SSH auf und loggen uns mit unseren NAS-Administratoren Account ein.
Im Anschluss geben wir "sudo -i" ein um root-Rechte zu erlangen - solltet ihr zum ersten mal root-Rechte erlangen wollen müsst ihr nochmal euer NAS-Administratoren Passwort eingeben.
1546182452378.png

3) Konfiguration des SAMBA Servers auf der NAS.
Wir müssen die SAMBA Konfiguration auf der NAS um zwei Parameter ergänzen. Dies erledigen wir mit folgenden Befehlen.
echo "server multi channel support = yes" >> /etc/samba/smb.conf
echo "aio read size = 1" >> /etc/samba/smb.conf
echo "aio write size = 1" >> /etc/samba/smb.conf
Und überprüfen das Ergebnis mit dem Befehl cat /etc/samba/smb.conf das Ergebnis seht ihr im nachfolgenden Screenshot. Gelb hervorgehoben sind die Einträge die wir neu eingefügt haben.

1546182765790.png

Im Anschluss müssen wir dann noch den SAMBA-Server noch restarten. Dies geschieht mithilfe der folgenden Befehle.
/usr/syno/etc/rc.sysv/S80samba.sh start
/usr/syno/etc/rc.sysv/S80samba.sh stop
Und checken den Status mit dem Befehl /usr/syno/etc/rc.sysv/S80samba.sh und sollten folgende Ausgabe erhalten.
1546183984455.png


Nun ist das SMB Multichannel Feature von SMB3 nun auch serverseitig aktivert und wir können einen ersten Test machen. Der nachfolgende Screenshot ist auf einen Synology NAS DS815+ mit dem Filesystem SHR2 (8*4TB) durchgeführt worden, dass mit 4 NICs mit einem Switch verbunden ist.

1546182971609.png


Ich hoffe ich konnte der ein oder anderen Person bei der Konfiguration vom Multichannel SMB auf einer Synology NAS mit diesem Beitrag helfen.

Gruß
Andy
 
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Masamune2

Vice Admiral
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Wow großartiger Beitrag, sowas sieht man selten!
Schön zu wissen das Multichannel auch mit ner Synology NAS geht.

Dieses Feature können aber leider nur HPE oder Cisco Switche (und wenn denen nicht mal alle).
Welche Procurve Switche könnten das denn? Ich kenne da auch nur die normale LACP Implementierung die zwischen zwei Endgeräten maximal einen Link ausnutzen kann.
 

Andy_Z

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Welche Procurve Switche könnten das denn? Ich kenne da auch nur die normale LACP Implementierung die zwischen zwei Endgeräten maximal einen Link ausnutzen kann.
Servus,

hier ist leider auch mein Wissen am Ende, da ich leider keine derartige Hardware bis jetzt in die Finger bekommen habe um die oben von mir genannte Konfiguration zu testen. Die Aussage von oben beruht auf Erfahrungsberichten aus englischsprachigen Foren (unter anderem aus dem Intelforum oder Synology Forum).
Dort gibt es eine Handvoll Nutzer die in der Lage waren ihre NAS und Switch so zu konfigurieren, dass über Link Aggregation einen Client die komplette aggregierte Bandbreite zur Verfügung steht.

Was ich aber noch mit Sicherheit bestätigen kann ist, dass es sich bei deren eingesetzten Switchen um Switche mit einer vollständigen (oder sehr unfangreichen) Layer3 Unterstützung handeln muss.
Was ich mittlerweile wie oben schon kurz erwähnt auch heraus finden konnte ist, dass diese Nutzer IEEE 802.3 Ad static nutzen und zwar so konfiguriert, dass Balanced-RR bzw. Balanced-Round Robin verwendet wird. Dies erlaubt ein Aufteilung des Datenverkehrs auf beide NICs.

Wie die genau Hard- und Softwarekonfiguration dafür aussehen muss kann ich leider nicht sagen.

Gruß
Andy
 
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