Elendiger Kreislauf
Man muss die Steuererhöhungen mal so sehen:
Wenn jetzt Steuern erhöht werden, egal welche, bedeutet dies, das sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterm Strich weniger Geld in der Tasche haben. Ergo kann nicht mehr so viel Geld in die Wirtschaft gesteckt werden (weniger Konsum, keine Investitionen etc.) Eine Volkswirtschaft kann aber nicht funktionieren, wenn die Anbieter und Verbraucher kein Geld haben, um Produkte und Dienstleistungen zu produzieren bzw. nachzufragen. Das Ergebnis: Angebot UND Nachfrage sinken, die Geldmenge im Wirtschaftskreislauf sinkt, die Besteuerungsgrundlage wird immer dünner.
Fragt sich also, WOHER Geld für Steuern nehmen ?
Der Arbeitgeber stöhnt unter der hohen Gewerbesteuer, Lohnnebenkosten und sonstigen Abgaben, und unter der nachlassenden Nachfrage. Wenn kein Geld reinkommt, kann auch keins ausgegeben werden, können keine Investitionen getätigt werden (um z.B. mehr Arbeitsplätze zu schaffen), können Mitarbeiter nicht bezahlt werden, können keine Rechnungen beglichen werden etc. Diese Liste könnte man ewig weiterführen.
Der Arbeitnehmer hat immer weniger Geld in der Tasche, kann also weniger Geld in die Wirtschaft pumpen (Konsum), wird vielleicht nicht mehr vom Arbeitgeber bezahlt oder wird gefeuert. Das aber nicht, weil ihn sein Arbeitgeber loswerden will, sondern weil der Arbeitgeber einfach nicht mehr in der Lage ist, ihn zu bezahlen. Wer jetzt sagt, das viele Arbeitgeber die momentane Lage dazu ausnutzen, Arbeitnehmer rauszuschmeißen, liegt fast völlig falsch. Eine erfolgreiche Firma erntet ihre Früchte schließlich durch die Arbeit der Arbeitnehmer, nur der Chef alleine kann schließlich nicht alles machen (auch wenn einige Chefs das offensichtlich meinen).
Ein guter Chef wird immer versuchen, seine Mitarbeiter zu halten, weil er weiß das er von ihnen abhängig ist, genauso wie die Mitarbeiter vom Chef abhängig sind.
Aber zurück zu den Steuern. Jeder Wirtschaftsexperte rät momentan dazu, NICHT die Steuern zu erhöhen, sondern sie im Gegenteil zu senken. Eigentlich eine logische Forderung, nur scheinen das unsere "kompetenten" Politiker nicht zu verstehen.
Nur wenn wieder mehr Geld in den Taschen der Anbieter und Verbraucher steckt kann es wieder bergauf gehen.
Der einzige Grund, warum die Regierung trotz der katastrophalen Konjunktur in Deutschland die Steuern weiter erhöhen will ist der, das damit die Unmengen an Geld, die jährlich an Steuern verschwendet werden, kompensiert werden sollen. Und natürlich müssen die völlig überhöhten Diäten gesichert werden, wäre ja auch eine Schande, wenn ein Abgeordneter (von denen die meisten im Bundestag nur rumsitzen und blöd gucken) weniger "verdienen" würden, weil die Diäten gekürzt werden.
Der einzige Punkt, bei dem ALLE im Bundestag einer Meinung sind ist eine Diätenerhöhung. Raffgier pur. Eigentlich müsste man das Wort Diäten in Abzocke ändern.
Mag sein, das es egal ist, ob Rot-Grün oder Schwarz-Gelb an der Macht sind, aber es kann nicht sein, das Rot-Grün eine soziale Umschichtung dadurch erreichen wollen, das der Mittelstand (DAS Standbein der Wirtschaft) geschröpft wird, und riesige Konzerne wie die Post einfach keine Steuern zahlen !!!
Natürlich hängen von solchen Konzernen auch viele Mittelständler ab (Zulieferer, Dienstleister, Spediteure etc.), aber auch diese trifft die Steuererhöhung enorm. Ein Weg, um die Wirtschaft anzukurbeln wäre demnach, den Spitzensteuersatz zu senken, damit ALLE Unternehmen und Verbraucher zu entlasten UND vor allem darauf zu achten, das auch die großen Konzerne brav ihre Steuern zahlen. Des Weiteren ist es wichtig, den Standort Deutschland für interne und externe Unternehmen wieder attraktiver zu machen, das geht aber mit Steuererhöhungen jeglicher Art ganz bestimmt nicht. Und die Bürokratie in Deutschland muss entrümpelt werden, und zwar gründlich.
Sicher ist es von Vorteil, wenn bestimmte Regelungen den Ablauf in der Wirtschaft lenken, aber man darf es nicht übertreiben.
Und noch was. Eigentlich sollte der Staat NICHT in die Wirtschaft eingreifen, aber das macht er massiv mit der falschen Steuerpolitik. Und Schröder ist auf dem besten Wege, durch seine "ruhige Hand" Deutschland in den nächsten 4 Jahren richtig gegen die Wand zu fahren, wir sind ja bereits unterwegs.
Ich kann die Wand schon sehen.