News Telekom-Chef äußert sich zur Netzneutralität

WinnieW2 schrieb:
Technisch würde das nur mit den neueren DSL-Linecards gehen. Hängst du hingegen an einer Vermittlungstelle mit älterer DSL-Technik ist RAM nicht möglich. Und wegen RAM ältere DSL-Technik gegen neuere Technik tauschen ist finanziell nicht drin. Die Telekom baut das Netz doch nach und nach sowieso komplett neu auf. Die Vermittlungstechnik wird stärker dezentralisiert und zukünftig entweder direkt neben die Kabelverzweiger gebaut oder in dicht besiedelten Gebieten auch direkt in die Gebäude gebaut.


Quark. Es wird nicht die Fehlerkorrektur abgeschaltet, lediglich eine "schwächere" Fehlerkorrektur geschaltet. Ohne Fehlerkorrektur würde DSL gar nicht vernünftig funktionieren.
Die Leitung muss für Fastpath allerdings gut genug sein.
Ergänzung ()

Sowas geht doch schonmal in der Theorie gar nicht. Da muss nichtmal das Netz der Engpass sein, z.B. falls die Server der Anbieter nicht mitspielen.



Also ich hatte damals beim Pilot Projekt DSL 6000 und hatte nie probleme, ob die RAM bei mir jetzt nicht schalten wegen angeblich alter Technik dreh ich komplett am Rad.
 
dMopp schrieb:
Mal wieder ein Autovergleich für Konti:

Du kaufst dir nen Maserati und willst überall deine 320km/h fahren? Alles andere währe Betrug am Kunden? ;) Bitte denk nochmal über deine Aussage nach.

Der Vergleich hinkt aber auch gewaltig... stell dir doch eher vor du hast einen Maserati der 320kmh fährt, zahlst brav die Steuern für dein pfeilschnelles Auto, möchtest du aber die 320kmh auch auf der Autobahn ausfähren, wird eine Extragebühr fällig?!

Sowohl der Endkunde als auch der Content-Anbieter zahlen jeweils Gebühren für die Anbindung an das Internet. So what? Für Priorisierung nochmal abzukassieren ist in meinen Augen mehr als grundlos. Von den Problemen einer möglichen Zensur die so eine Priorisierung mit sich bringen würde ganz zu schweigen.

Gruß
 
Seiner Ansicht nach könne ein Netz, dass nur gesellschaftspolitischen Kriterien entspricht, nur vom Staat, beziehungsweise einem Staatskonzern betrieben werden.
Tja der Mann hat einfach Recht! Infrastruktur gehört nicht in die Hand eines sich in Wettbewerb befindlichen Unternehmens.

Ich darf mich mal selbst zitieren. ( 22.01.2010 ) :rolleyes:
http://forum.piratenpartei.de/viewtopic.php?f=1&t=16584&p=214017
Es gibt dort leider ein zentrales marktwirtschaftliches Problem an der Geschichte. Und genau dort müsste man ansetzen wenn man wirklich Breitband für jeden fordert. Wie läuft es zur Zeit ab? Die Telekom verlegt eine Leitung, übernimmt die Wartung die Anschlüsse u.s.w. und dann kommen die Reseller und bieten die selbe Leitung einfach billiger an. ( Dank der Regulierungsbehörde ist das so ) Hättest du da als gewinnorientiertes Unternehmen Lust etwas aufzubauen damit ein anderer sich dann daran bereichern kann und du am Ende der Dumme bist?

Im Ergebnis wird nur dort aufgebaut wo es sich wirtschaftlich rechnet. Und dieses Kernproblem muss angegangen werden. Gleichzeitig muss man dafür sorgen, dass die Reseller gerecht am gesamten Aufbau des Netzes beteiligt werden. Man könnte z.B. ein staatliches Unternehmen gründen, dass die zugesagten Millarden für die Infrastruktur erhält. Das Staatsunternehmen beauftragt dann die Telekom oder andere Telefonanbieter für sie die unrentablen Gegenden auszubauen. Gleichzeitig werden die Leitungen an alle Teilnehmer zu den von der Regelierungsbehörde festgelegten Sätzen vemietet.

Somit trägt der Staat die Mehrkosten und es kann ausgebaut werden. (Gleichzeitig werden so Arbeitsplätze geschaffen & gesichert)
1x beim Schaffen der Infrastruktur und später bei der Nutzung genau dieser.

Anders wird es nicht laufen... Anstatt zu quatschen hätte Merkel und der Guido das längst mal anpacken können, aber leider sind sie in Sachen Technik unfähig. Vor 1 oder 1,5 Jahren hatten sie doch Breitband für jeden bis zum Jahr 20xx versprochen und mind. 50 Mb/s bis zum Jahr 20xx .

In Schweden, Lettland, Japan, Südkorea. Holland usw. bekommt man längst deutlich schnellere Leitungen für ein Taschengeld.
 
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Patrick schrieb:
Ersteres wäre Gift für die Weiterentwicklung und würde darin enden, dass bei klammen Staatskassen die Gebühren für die Netznutzung angehoben werden, was am Ende der Kunde zu zahlen hat.

Das sehe ich völlig anders und empfinde ich als reine Panikmache. Deutsche Straßen sind auch in Staatshand, aber immerhin kümmert sich noch jemand drum. Wie das aussieht wenn man keinen Gewinn mehr von Wartungsarbeiten erwarten kann, zeigt das amerikanische Stromnetz. (siehe auch Suxxess über mir)

Auch hindert das keine Weiterentwicklung. Wenn die (dann nur zugreifenden) Provider dank ihrer Kunden gemeinsam einen Netzausbau wünschen und diese Kosten bezahlen - respektive an die fordernden Nutzer weitergeben - dann entwickelt sich der Markt. Gibt es keine höheren Anforderungen mehr dann braucht man auch nichts auszubauen. Man baut ja auch jetzt nicht überall 4 spurige Autobahnen.

Man kann einem Unternehmen der Privatwirtschaft nicht vorschreiben, wie es zu investieren hat.

Tut ja auch niemand. Niemand schreibt der Telekom vor "Ihr müsst euer VDSL Netz ausbauen!". Das machen die weil die es wollen, nur sollen sie die Leitungen teilen. Solange die Kosten gedeckt sind, ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Zu den Entgelten, die die Telekom laut Bundesnetzagentur maximal verlangen darf: Wären diese so hoch, dass sie die Kosten decken, bzw. sogar einen kleinen Gewinn generieren würden, gäbe es längst einen zweiten, großen Netzbetreiber, der auch auf eigene Faust großflächig in Infrastruktur investieren würde. Schließlich könnte man dann ja auch Geld damit verdienen.

In deiner Überlegung fehlen leider 3 wichtige Punkte. 1. Es gibt keinen zweiten großen Netzbetreiber, der auf eine derartige Infrastruktur zurückgreifen könnte wie die Telekom. 2. Gibt es kaum einen Netzbetreiber, der die finanziellen Mittel hat um einen derart großflächigen Ausbau zu finanzieren (hast weiter oben ja selbst geschrieben). 3. Müsste sich jeder Großinvestor früher oder später sowieso in die Kabeltrassen der Telekom einbuchen, da die wenigsten Städte zusätzliche Kabeltrassen genehmigen, geschweige denn Arbeiten an bestehenden Trassen einfach so erlauben. [Ich war beim Planungsfeststellungsverfahren/Ausführung für VDSL in Dortmund dabei. Man ahnt ja gar nicht was man alles für Genehmigungen in einer Großstadt braucht, um eine Baugrube zu öffnen. ^^]

Ich bleibe dabei, dass die Telekom es versäumt hat der Bundesnetzagentur nicht nur die Baukosten sondern auch die laufenden Kosten eines erweiterten Netzes in Rechnung zu stellen. Man muss außerdem noch die sinkenden Markanteile durch gleiche Angebote der Konkurrenz mit einberechnen, die ohne die Leitungsöffnung ja gar nicht erst entstanden wären. Ich hoffe die Telekom ist auf EU-Ebene "schlauer".

Denn das würde bedeuten, dass zum Beispiel auch Kabel Deutschland sein Kabelnetz den Mitbewerbern zur Verfügung stellen müsste. Das Kabelnetz hat auch stark von öffentlichen Geldern profitiert.

Da bin ich ganz bei dir. Mir ist auch nicht ganz ersichtlich warum ausschließlich die Telekom ihr Netz öffnen muss.
 
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Seiner Meinung nach wird ohne eine Priorisierung der Daten die Wirtschaftlichkeit der Netzbetreiber gefährdet.

Nach Merhbedarf an Arbeitskräften im gleichen Atemzug klingt das ja nicht gerade. :rolleyes: Ich kann den Herrn Obermann da aber schon verstehen, wenn er sich mehr Wirtschaftlichkeit wünscht. Die Leute sollen gefälligst noch mehr in seinen Geldbeutel wirtschaften. Was Anderes ist zumindest nicht zu vermuten, wenn man ausblendet, daß das Internet an sich ja schon seit ein paar Jahren auch ohne Priorisierung von Irgendwas ganz gut existiert. Der Jammerlappenverein Telekom braucht gar nicht so rumjaulen. Die waren doch von Anfang an als Erste am Trog. Andere haben es auch ohne Staatssubvention geschafft und arbeiten mit schwarzen Zahlen. Aber den Leuten dann mit irgendeinem weltentrücktem Gefasel den Ochsen für eine Kuh verkaufen wollen. Recht so ... Herr Obermann. :D
 
Kopi80 schrieb:
Das sehe ich völlig anders und empfinde ich als reine Panikmache. Deutsche Straßen sind auch in Staatshand, aber immerhin kümmert sich noch jemand drum. Wie das aussieht wenn man keinen Gewinn mehr von Wartungsarbeiten erwarten kann, zeigt das amerikanische Stromnetz. (siehe auch Suxxess über mir)
Ich würde das deutsche Straßennetz nun nicht unbedingt als gut bewerten. Trotz immenser Steuergelder, die jedes Jahr in die Straße "gesteckt" werden, wird das Netz gerade so am Leben erhalten. Man sieht es doch an anderer Infrastruktur, die dem Staat gehört, zum Beispiel bei der Bahn. Trotz staatlicher Kontrolle über die Gleise verschlechtert sich der Zustand in Summe immer weiter, Weiterentwicklungen in Form von besser ausgebauten Strecken oder gar neue Strecken gibt es nicht in der Fläche, sondern nur auf ganz wenigen, ausgewählten Abschnitten.

Auch hindert das keine Weiterentwicklung. Wenn die (dann nur zugreifenden) Provider dank ihrer Kunden gemeinsam einen Netzausbau wünschen und diese Kosten bezahlen - respektive an die fordernden Nutzer weitergeben - dann entwickelt sich der Markt. Gibt es keine höheren Anforderungen mehr dann braucht man auch nichts auszubauen. Man baut ja auch jetzt nicht überall 4 spurige Autobahnen.
Dann müsste garantiert werden, dass der Staat den Forderungen der Provider/Kunden entspricht und wirklich ausbaut. Nur was ist, wenn das Geld an anderen Stellen benötigt wird?

Tut ja auch niemand. Niemand schreibt der Telekom vor "Ihr müsst euer VDSL Netz ausbauen!". Das machen die weil die es wollen, nur sollen sie die Leitungen teilen. Solange die Kosten gedeckt sind, ist dagegen auch nichts einzuwenden.
Genau das ist der Punkt, den viele - insbesondere Politiker - nicht verstehen wollen oder können. Es ist gut, dass die Telekom das "herkömmliche" alte Netz der Konkurrenz zugänglich machen muss, schließlich sind große Teile davon noch unter dem Dach der Deutschen Post vom Steuerzahler finanziert worden. Das VDSL-Netz ist davon aber überhaupt nicht betroffen. Man sagt einfach, dass auf alle Zeiten das Privatunternehmen Telekom unter der Vergangenheit leiden muss.

In deiner Überlegung fehlen leider 3 wichtige Punkte. 1. Es gibt keinen zweiten großen Netzbetreiber, der auf eine derartige Infrastruktur zurückgreifen könnte wie die Telekom.
Da fällt mir ganz spontan Vodafone/Arcor ein, die damals das Netz der Deutschen Bahn gekauft haben. Sicherlich nicht so groß wie das der Telekom, aber immer noch ziemlich groß. Übrigens, das DB-Netz wurde auch durch Steuergelder finanziert, freigeben muss Vodafone die Leitungen trotzdem nicht. Schon eine gewisse Doppelmoral.

2. Gibt es kaum einen Netzbetreiber, der die finanziellen Mittel hat um einen derart großflächigen Ausbau zu finanzieren (hast weiter oben ja selbst geschrieben).
Ja, das ist das Problem. Andererseits gibt es ja etliche regionale Anbieter wie HTP oder Netcologne, die Netze aufbauen. Warum diese sich nicht zusammenschließen was die Netze angeht, dürfte wohl ein Rätsel bleiben.

3. Müsste sich jeder Großinvestor früher oder später sowieso in die Kabeltrassen der Telekom einbuchen, da die wenigsten Städte zusätzliche Kabeltrassen genehmigen, geschweige denn Arbeiten an bestehenden Trassen einfach so erlauben. [Ich war beim Planungsfeststellungsverfahren/Ausführung für VDSL in Dortmund dabei. Man ahnt ja gar nicht was man alles für Genehmigungen in einer Großstadt braucht, um eine Baugrube zu öffnen. ^^]
Teilweise gehören die Schächte ja sogar schon den Kommunen. Es ist ja aber ein Unterschied, ob ich nur den Schacht anmieten muss oder die ganze Technik.

Ich bleibe dabei, dass die Telekom es versäumt hat der Bundesnetzagentur nicht nur die Baukosten sondern auch die laufenden Kosten eines erweiterten Netzes in Rechnung zu stellen. Man muss außerdem noch die sinkenden Markanteile durch gleiche Angebote der Konkurrenz mit einberechnen, die ohne die Leitungsöffnung ja gar nicht erst entstanden wären. Ich hoffe die Telekom ist auf EU-Ebene "schlauer".
Die Telekom hat ja versucht, höhere Entgelte, insbesondere für die TAL, zu bekommen. Leider ist sie damit ja gescheitert. Und selbst die aktuellen Entgelte sind der EU ja noch zu hoch.
 
Bei der Netzneutralität darf man garnicht erst anfangen über Geld zu reden. Es muss einfach garantiert sein, dass jedes Paket - sei es das dämlichste Youtube-Video oder Blogeinträge über Polizeigewalt bei S21-Demos - die gleiche Priorität hat. Best Effort eben.
Fällt dieses Prinzip verkommt das Internet von unserem wichtigsten Informationsmedium zu einem stupiden, einseitigen Distributionskanal wie das Fernsehen.

Im Endeffekt geht es doch nur um zwei Punkte:

  • Die den Nutzern verkauften Leitungen sind für die entrichteten Gebühren klar zu "dick". Das Geschäftsmodell der Provider basiert auf der Tatsache, dass ihre Nutzer nur einen Bruchteil der Bandbreite für einen Bruchteil der Zeit ausnutzen. Videostreams machen ihnen da einen Strich durch die Rechnung
  • Die Provider wollen nicht länger nur dumme Leitung sein, sondern stattdessen - mit Blick auf bereits erfolgreiche Anbieter - selbst Mehrwertdienste anbieten. Und da sie der Provider sind, wollen sie natürlich auch gleichzeitig ihr eigenes Angebot prioritisieren.
Dass unsere lieben Provider in beiden Punkten sehr kurzsichtig handeln, ist hoffentlich klar. Wenn die Kunden zu wenig zahlen muss man die Preise erhöhen oder die Leistungen kürzen und nicht das wirtschaftliche Umfeld ändern. Und wenn jeder die Dienste aller anderen absichtlich ausbremst, weil die Anderen es auch tun, dann bewegt sich im Netz bald garnichts mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jedweder Versuch der Regulierung des Internet aus wirtschaftlichen Interessen ist ein weiterer Schritt zur Einmischung von Staaten und deren Lobbyisten in den Datenverkehr und der Einschränkung der Unabhängigkeit von Usern. Das sollte jedem klar sein.

Genau so wie durch die 'Kinderpornographiedebatte' werden hier schleichend Hintertüren für weitere Regulierungen geöffnet. Datenverkehr und -kommunikation müssen frei bleiben und dürfen nicht durch "geschmierte Ampelmännchen" eine Prioritätenzuordnung aus kommerziellen Interessen erhalten.

Gerade die Telekom ist ein multinationaler Konzern der selbst im eigenen Unternehmen Mitarbeiter bespizelt und Konkurrenten mit unlauteren Mitteln aus Markt drängen möchte. Wer glaubt die wollen nur unser Bestes ist gehörig auf dem Holzweg.

Das Internet hat sich bisher Gott sei Dank immer wieder selbst reguliert und jeder staatliche oder wirtschaftliche Versuch der Regulierung ist gescheitert - ich hoffe das bleibt auch noch eine ganze Weile so.

Die Angriffe auf "nicht politisch korrekte Seiten" oder Seiten der wirklich freien Meinungsäusserung, und damit meine ich nicht die vermeindlichen Qualitätsmedien wie etwa Spiegel oder die Zeit, und deren Datenverkehr wird weiterhin zunehmen. Es wird mit allen Mitteln derzeit krampfhaft versucht uns weiß machen zu wollen, dass wir eine Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung und sonstige Regulierungen aufgrund von Terror benötigen würden.

Das ist vollkommener Blödsinn!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die Telekom bietet ihre Tarife also nicht kostendeckend an und beschwert sich nun darüber, anstatt die Preise jedoch zu erhöhen ist man auf die kluge Idee gekommen, Geld für Sachen zu verlangen die schon bezahlt wurden.
Google zahlt irgendwo auf der Welt dafür, dass ihr Traffic ins Internet eingespeist wird, der Kunde hier in Deutschland zahlt für seine 16 oder gar 50mbit-Leitung.

Der komplette Bereich zwischen Google und dem Kunden wird durch die Gebühren die Google und der Kunde schon zahlen bezahlt.

Nun verlangt die Telekom aber plötzlich Geld dafür, dass sie den Traffic von/zu Google nicht einfach drosseln werden - Google hat sich als die Anfrage der Telekom diesbezüglich kam schon totgelacht, also versucht man es nun bei den Kunden.

Wenn sie damit durchkommen zahlt man in Zukunft also bei der Telekom nicht mehr rein 50€ für das 50mbit-Paket im Monat - sondern auch noch 5€ monatlich für ungedrosselten YouTube-Zugriff, 15€ für Zugriff auf Rapidshare, 5€ monatlich für VoIP-Dienste (weniger wegen den Traffickosten, eher weil dadurch der Telekom ja die Telefoneinnahmen entgehen), 3€ monatlich für ein World of Warcraft-Paket bei dem der Traffic direkt geroutet wird und nicht wie nach der Abschaffung der Netzneutralität erst dreimal um den Erdball...

Aus den 50€ die man jetzt zahlt werden 80€ werden, der Begriff "Flatrate" existiert dann nicht mehr, man hat zwar eh unbegrenzten Traffic, aber man kauft sich für jeden Dienst einzelne Geschwindigkeitskontigente und damit im Prinzip mehr Traffic in weniger Zeit.

Ich finde es so absolut schade, dass Google in gewissen Punkten so schlappschwänzig ist und nicht einfach solche Drohungen/Forderungen der Telekom mit eigener Beschneidung der Netzneutralität kontert.

Ne Woche lang den Zugriff von Telekom-IPs auf 64kbit/sec pro Nutzer beschränken oder den Zugriff auf die Suchmaschine von diesen IPs für einen Tag komplett sperren.

Als Telekomnutzer wäre das für mich zwar auch doof, aber wenn Google eine nette Seite zwischenschaltet auf der die Problematik erklärt wird würde die Telekom nach den Unmengen an Beschwerdebriefen und Sonderkündigungen die Sache vielleicht noch mal überdenken...
 
Patrick schrieb:
Ich würde das deutsche Straßennetz nun nicht unbedingt als gut bewerten.

Das wollte ich auch gar nicht. ^^ Mir war auch klar, dass dieser Einwand kommen würde. Ich wollte an dieser Stelle nur noch mal kurz auf das massiv gestiegene Verkehrsaufkommen hinweisen. Ähnlich wie bei der Netzinfrastruktur hat man es auch im Verkehrswesen versäumt rechtzeitig die Nutzungskosten zu erhöhen (was nun mit Lkw und evtl. Pkw Maut nachgeholt werden soll). Das (Inter-)Netz hat man sich ja auch schön kaputt gedumpt, bzw. wurde bei der Preiserhebung von der Bundesnetzagentur eingedämmt.

Zur Bahn kann ich nicht viel sagen. Das ist auch so ein eigenes Völkchen. Da werden intakte Lokomotiven ja auch lieber verschrottet als sie an die Mitbewerber zu verkaufen, die ohnehin schon Höchstpreise bieten. Von S21 fang ich jetzt gar nicht erst an. :D

Dann müsste garantiert werden, dass der Staat den Forderungen der Provider/Kunden entspricht und wirklich ausbaut.

Nun das könnte man ja durch Zweckgebundenheit regeln. Erhebung und Verwendung der Kosten für den gleichen Zweck. Wird ja bei den meisten Steuereinnahmen genauso geregelt afaik.

Das VDSL-Netz ist davon aber überhaupt nicht betroffen. Man sagt einfach, dass auf alle Zeiten das Privatunternehmen Telekom unter der Vergangenheit leiden muss.

Das kann man von zwei Seiten beleuchten. Wenn man meint das neue Netz hat die Telekom selbst "erwirtschaftet" dann klingt die Zwangsöffnung natürlich ungerecht. Wenn man allerdings mit einbezieht, dass sie ohne ihr Infrastrukturmonopol niemals die Möglichkeit gehabt hätten das neue Netz zu finanzieren, dann hängen ihnen immer noch die Altlasten an. Und es sieht auch nicht mehr so ungerecht aus.

Andererseits gibt es ja etliche regionale Anbieter wie HTP oder Netcologne, die Netze aufbauen. Warum diese sich nicht zusammenschließen was die Netze angeht, dürfte wohl ein Rätsel bleiben.

Naja, das kennt man ja mittlerweile zur genüge. Man darf nur nicht so viel Marktmacht haben, dass sich jemand Wichtiges angepinkelt fühlt. Die kleinen wären ja doof wenn sie sich zusammenschließen und dann noch untereinander ihre Netze öffnen müssten. Die werden sich hüten. :D So haben sie regional ihr eigenes kleines Monopol (in der Infrastruktur) und sind glücklich regional zu expandieren.

Die Telekom hat ja versucht, höhere Entgelte, insbesondere für die TAL, zu bekommen. Leider ist sie damit ja gescheitert. Und selbst die aktuellen Entgelte sind der EU ja noch zu hoch.

Ich persönlich bin ja dafür, dass sich die Telekom erstmal weigert weiter auszubauen bis man tatsächlich mal alle Kosten gedeckt hat. Im Normalfall kann man ja alle Kosten belegen und wenn den Herren der EU das zu teuer ist können die es ja günstiger bauen ... oder subventionieren. Hm, hat die Regierung sowas nicht mal angekündigt?
 
Zuletzt bearbeitet: (war ein Wort zu viel drin)
floq0r schrieb:
wann verstehen die leute endlich, dass ein unternehmen aus dem privatsektor grundsätzlich nach ökonomischen prinzipien handelt und keinen sozialen auftrag erfüllen muss? warum sollte diesbezüglich gerade im internet marxismus herrschen?
Wann verstehen die Menschen endlich, dass durch die Privatisierung es keine staatlichen Unternehmen mehr gibt, die noch irgendein Interesse an sozialem Verhalten haben. Unser Eigentum wurde an Aktionäre verhökert und jetzt bekommen wir von ihnen die Rechnung.
 
Ich muss mich meinem Vorredner "Schw. Reinhilde" anschließen. Es geht hier nicht um DSL - Geschwindigkeiten und Zugänge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten sondern nur um die Netzneutralität.
Es kann einem heute schon passieren, das manche Provider von bestimmten Providern keine Daten(Mail´s) weiterleiten.

Priorität 1 erhält natürlich die Werbung, dafür wird ja auch gezahlt. Dann wird das internetsurfen in Zukunft so aussehen, daß bevor die eigentliche Seite angezeigt wird 3 Minuten Werbung angezeigt werden.

Das wird das Ende des freien Internets (sollte es das noch geben). Für 50 Euro im Monat gibt´s dann einen Popup-Blocker und Werbefreiheit. Nennt sich dann Pay-Net oder so.

Die Netzbetreiber werden die Monopolisten des Internet´s, die in Zukunft bestimmen können was am Ende an meinem Pc ankommt, wenn´s ankommt.
Den aus was für einen Grund sollte ein Netzbetreiber unter die Wohltäter gehen und Daten für lau durchs Netz schicken.
 
Suxxess schrieb:
Tja der Mann hat einfach Recht! Infrastruktur gehört nicht in die Hand eines sich in Wettbewerb befindlichen Unternehmens.
.

Ah ja. Herr Obermann und du scheinen zu vergessen, dass die Telekom ein staatliches Unternehmen war und nur auf Grund dessen ihren heutigene Stellenwert und ihre Marktstärke besitzt. Ganz zu schweigen, dass einst die ganze Infrastruktur der Telekom gehörte. Weil sie staatlich war. Die anderen Wettbewerber werden da nie gleichziehen können. DIe Telekom hat die Verantwortung, den Netzausbau voranzutreiben.
 
Naja, wird wie beim Strom... Am Ende ist es so teuer und schlecht das die Leute in Eigenversorgung etwas organisieren. Eigentlich nur ne Frage des WLAN Standards, aber Freifunk gibt es ja schon und das läuft auch ganz ohne staatlicher Überwachung.
 
R-Type schrieb:
Herr Obermann und du scheinen zu vergessen, dass die Telekom ein staatliches Unternehmen war und nur auf Grund dessen ihren heutigene Stellenwert und ihre Marktstärke besitzt.

Und was hat dein Geschwafel jetzt mit seiner Aussage zu tun? :confused_alt:
 
Patrick schrieb:
Ich würde das deutsche Straßennetz nun nicht unbedingt als gut bewerten. Trotz immenser Steuergelder, die jedes Jahr in die Straße "gesteckt" werden, wird das Netz gerade so am Leben erhalten.
Es bringt ja auch nichts noch wesentlich mehr Geld in die Straßen zu stecken um dann Wege zu bauen die kaum jemand benutzt. Es muss daher ein Zwischenweg zwischen wirtschaftlich und unbedingt notwendig gefunden werden. Oder hast du Lust auf den besten Straßen der Welt zu fahren wenn dafür die Steuern verdoppelt werden?

Und wenn wir es mal in Relation zu den Alternativen sehen wie z.B. in Polen. Dort gibt es Hauptstraßen, die würden wir hier als Wanderwege bezeichnen. Oder in Frankreich gibt es private Schnellstraßen, dort muss man für deren Nutzung extra zahlen. Ist dir das lieber?

Man sieht es doch an anderer Infrastruktur, die dem Staat gehört, zum Beispiel bei der Bahn. Trotz staatlicher Kontrolle über die Gleise verschlechtert sich der Zustand in Summe immer weiter, Weiterentwicklungen in Form von besser ausgebauten Strecken oder gar neue Strecken gibt es nicht in der Fläche, sondern nur auf ganz wenigen, ausgewählten Abschnitten.
Das ist das selbe wie bei den Straßen, auch die Bahn muss wirtschaftlich denken und die jeweiligen Kosten im Bezug zum Nutzen abschätzen.

Dann müsste garantiert werden, dass der Staat den Forderungen der Provider/Kunden entspricht und wirklich ausbaut. Nur was ist, wenn das Geld an anderen Stellen benötigt wird?
Eine Infrastruktur GmbH gründen, die sich nur mit dem Netzausbau beschäftigt und vom Staat subventioniert wird. Die einzelnen Provider und auch die Telekom müssen dann die Leitungen von der GmbH mieten. Die Fördersumme muss halt festgeschrieben werden.


Die Telekom bietet ihre Tarife also nicht kostendeckend an und beschwert sich nun darüber, anstatt die Preise jedoch zu erhöhen ist man auf die kluge Idee gekommen, Geld für Sachen zu verlangen die schon bezahlt wurden.
Tja, wenn man zu teuer ist gehen die Kunden zum Mitbewerber, der die gleiche Leitung von der Telekom mietet. Die Leitungsmiete ist festgeschrieben von daher kann man die auch nicht erhöhen um den Ausbau zu finanzieren.

Ah ja. Herr Obermann und du scheinen zu vergessen, dass die Telekom ein staatliches Unternehmen war
Wettbewerb ist schon richtig und wichtig, daher sollte halt die Infrastruktur von den Diensten getrennt werden. Damals hattest du ein Telefon von der Post und hast dafür recht viel Geld bezahlt. Dies ist nun über den Wettbewerb besser geworden.

Aber ich spreche ja nur von der reinen Infrastruktur und nicht von den Diensten. Zur Zeit baut ein Unternehmen seine Infrastruktur aus und ist dort dann der alleinige Anbieter. (Genau wie die Post damals) Nun koppelt der Anbieter seine Leitung mit seinen Diensten und schließt jeden Mitbewerber aus. (Genau wie die Post damals)

Und das muss halt anders werden wenn wir überall in Deutschland eine freie Providerwahl haben wollen + gute Netze, dann müsste es ein einheitliches Netz geben bei dem sich jeder einmieten kann. (Nur dadurch wird jeder fair an den Kosten des Ausbaus beteiligt)

Und ich spreche jetzt nicht nur von den Leitungen der Telekom, sondern auch von Arcor und den ganzen Kabelnetzbetreibern.

DIe Telekom hat die Verantwortung, den Netzausbau voranzutreiben.
Stichwort Arcor/Postnetz, die haben keine Verantwortung? Oder Stichwort Kabelnetz, damals hat die Telekom das Kabelnetz für'nen Apfel und ein Ei verkauft Aufgrund des Drucks der RegTP. Warum haben die keine Verantwortung?

Hier wird mit zwei unterschiedlichen Maßen gemessen. Grundsätzlich hat die Telekom immer Schuld, Ausnahmen gelten nur wenn das Gegenteil eindeutig bewiesen wurde. :king:
 
Zuletzt bearbeitet:
Suxxess schrieb:
Das ist das selbe wie bei den Straßen, auch die Bahn muss wirtschaftlich denken und die jeweiligen Kosten im Bezug zum Nutzen abschätzen.

Eine Infrastruktur GmbH gründen, die sich nur mit dem Netzausbau beschäftigt und vom Staat subventioniert wird. Die einzelnen Provider und auch die Telekom müssen dann die Leitungen von der GmbH mieten. Die Fördersumme muss halt festgeschrieben werden.
Auch eine "Internet-Infrastruktur AG" wird wirtschaftlich denken müssen. Schließlich sind die Steuermittel begrenzt und heute schon zu knapp.
 
floq0r schrieb:
wann verstehen die leute endlich, dass ein unternehmen aus dem privatsektor grundsätzlich nach ökonomischen prinzipien handelt und keinen sozialen auftrag erfüllen muss? warum sollte diesbezüglich gerade im internet marxismus herrschen?

Schonmal was von sozialer Verantwortung und Unternehmensethik gehört? Unternehmen haben von Natur aus ein Eigeninteresse ihre Kunde als Freunde und nicht als Feinde zu betrachten. Sonst geh ich nämlich zu einem anderen Verein.
 
WinnieW2 schrieb:
Es wird nicht die Fehlerkorrektur abgeschaltet, lediglich eine "schwächere" Fehlerkorrektur geschaltet

Korrekt. Die Regel ist das Interleaving Verfahren, wo Datenpakete aufgesplittet und einzeln übertragen werden. Tritt eine Störung auf, dann kann über die mitgeschickte Prüfsumme mein Modem das fehlende Bit im Datenpaket errechnen. So muss das Datenpaket nicht neu übertragen werden, wenn sich die Störung im Rahmen hielt.

Dadurch steigt allerdings der Ping, denn das Datenpaket liegt ja erst nach der Übertragung des letzten Teilstücks vor.


Beim Fastpath werden die Pakete nicht gestückelt sondern am Stück hintereinander übertragen. Tritt eine Störung auf, kann das Datenpaket nicht im Modem "repariert" werden und muss neu übertragen werden. Dies wird auf höherer Ebene sichergestellt, es gehen also keine Daten verloren, bei einer Netzstörung.

Ergebnis: Das einzelne Datenpaket kommt schneller komplett an, der Ping ist somit kürzer. Bei Problemen mit der Leitung müssen Daten aber häufiger übertragen werden.


Das ganze hat mit Netzneutralität aber Null zu tun.
 
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