News TSMC vs. heimische Wirtschaft: Trump will Zölle auf Einfuhren von Chips aus Taiwan

Ripcord schrieb:
Das ist doch alles nur Panikmache. Natürlich lässt sich die Produktion wieder zurückholen, hat damals ja auch funktioniert zu bezahlbaren Preisen. Es muss nur gewollt sein mit Druck der Regierung und dazu nötigen Gesetzen.
Niemand spricht davon, dass Produktion nicht wieder zurückzuholen sei, wenn die Bedingungen am Standort denn passen. Strafzölle sind dafür aber dennoch ein ungeeignetes Mittel. Dass die USA damit stellenweise Erfolg haben könnten, ist einzig ihrem riesigen Binnenmarkt und enormen wirtschaftlichen Macht geschuldet. Zudem ist der Standort USA für Investitionen ohnehin bereits ziemlich attraktiv. Auf Deutschland trifft das nicht im selben Maße zu.
Ripcord schrieb:
Als ob sich hier niemand mehr Medikamente leisten kann, wenn am anderen Ende der Welt nicht mehr die Umwelt total zerstört wird.
Es ist unbestreitbar, dass eine Produktion in Mitteleuropa teurer ist als eine in Südostasien. Es gäbe also eine Preissteigerung - und die Leute ächzen ohnehin bereits unter der Inflation der vergangenen Jahre. Im Angesicht dieser Tatsache nun Zölle aufzuschlagen und sich einzubilden, dass dies die gewünschte Wirkung haben werde, wäre närrisch.
Ripcord schrieb:
EDIT: Ja, vielleicht nicht zu 100% auf die USA bezogen (Hallo Aquarium) aber wenn es um Strafzölle geht kann doch mal was erwähnt werden um die Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken wo Strafzölle evtl. auch wichtig wären.
Für eine exportorientierte Mittelmacht wie Deutschland, die auf einem ressourcenarmen Kontinent wie Europa liegt, sind Strafzölle in jedweder Form schädlich. Standortbedingungen verbessern und Unternehmen über Anreize ansiedeln - gerne, jeder Zeit. Die Erhebung von Zöllen würde dieses Ziel aber nicht erreichen.
 
Schinken42 schrieb:
Doch.
Pazifistischer Widerstand heisst gewaltfreier Widerstand.
Du magst halt dein Selbstbild als progressiver Pazifist aber das geht nicht mit der Unterstützung von Aufrüstung zusammen.
Das geht sehr wohl zusammen, und ich rede nicht von Widerstand, sondern von Absicherung zur Konfrontationsvermeidung. Solange ich die Aufrüstung einzig zum Zwecke der selbstverteidigung betreibe und sie nur die Reaktion auf eine fortschreitende Aggression ist, da ist's auch egal, ob diese Aggression physischer oder intellektueller Natur ist.
Man kann mit niemandem reden, der nicht bereit ist zuzuhören, also muss man sich anders schützen.
Man schleißt auch sein Haus nicht erst ab, wenn der Einbrecher klingelt.
Dass das nicht dem Pazifikstichen ideal entspricht ist mir klar, wenn die Gegenseite aber darauf pfeift, gibt es keine andere Möglichkeit, als ihr zu zeigen, dass eine Konfrontation keinen Sinn macht und dieser Reiz muss eben sehr stark sein, wenn das Gegenüber "nur" archaische Mittel im Portfolio hat.
Entweder man ist, oder man hat einen Hegemon.
Alles andere funktioniert nur auf Augenhöhe und davon sind die Gesellschaften selbst bis in ihre kleinsten Teile meist weit entfernt.
Und natürlich muss man dann adaptieren und nicht blind einem Ideal hinterherlaufen.
 
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Günstiger zu sein scheint ja nicht das wichtig zu sein, wenn du schon eine 5080 hast. 😂 @silentdragon95
 
Hoffentlich führt das zu besserer Verfügbarkeit von Hardware bei uns,
wenn die Amerikaner die Deppensteuer des Orangen bezahlen müssen.
 
heroesgaming schrieb:
Strafzölle sind dafür aber dennoch ein ungeeignetes Mittel. Dass die USA damit stellenweise Erfolg haben könnten, ist einzig ihrem riesigen Binnenmarkt und enormen wirtschaftlichen Macht geschuldet.
Hä? Das ist doch genau der Grund, warum dir Strafzölle (noch) so effektiv sind.
Alle sind von der USA abhängig ob mit Staatsanleihen, Technologie, Militär usw.

Verteuert man gewisse Importe erhöht man die Attraktivität der eigenen Produktion.
Auch wenn TSMC so ne hohe Marge hat.
 
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Ich hoffe in Europa führt das endlich mal wieder dazu, dass man zusammen rutscht und die Dinge die lange Zeit vernachlässigt wurden endlich gemeinsam anpackt.

Wir brauchen uns was BIP betrifft vor USA und China nicht verstecken, aber das setzt eben voraus dass man zusammenarbeitet und entscheidende Dinge wie Verteidigung und Energieversorgung endlich selbst in die Hand nimmt.
 
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DickesPferd schrieb:
Das geht sehr wohl zusammen, und ich rede nicht von Widerstand, sondern von Absicherung zur Konfrontationsvermeidung. Solange ich die Aufrüstung einzig zum Zwecke der selbstverteidigung betreibe und sie nur die Reaktion auf eine fortschreitende Aggression ist, da ist's auch egal, ob diese Aggression physischer oder intellektueller Natur ist.
Kann man so sehen. Ist nur nicht pazifistisch. Denn auch Gewalt in Selbstverteidigung ist Gewalt. Pazifismus schliesst Gewalt aber auch zur Selbstverteidigung aus.
Und du musst für dein Konzept die Möglichkeit offen lassen die Waffen im Fall der Fälle auch einzusetzen. Sonst wäre die "Abschreckung" ja dahin.
DickesPferd schrieb:
Man kann mit niemandem reden, der nicht bereit ist zuzuhören, also muss man sich anders schützen.
Man schleißt auch sein Haus nicht erst ab, wenn der Einbrecher klingelt.
Dass das nicht dem Pazifikstichen ideal entspricht ist mir klar, wenn die Gegenseite aber darauf pfeift, gibt es keine andere Möglichkeit, als ihr zu zeigen, dass eine Konfrontation keinen Sinn macht und dieser Reiz muss eben sehr stark sein, wenn das Gegenüber "nur" archaische Mittel im Portfolio hat.
Entweder man ist, oder man hat einen Hegemon.
Alles andere funktioniert nur auf Augenhöhe und davon sind die Gesellschaften selbst bis in ihre kleinsten Teile meist weit entfernt.
Und natürlich muss man dann adaptieren und nicht blind einem Ideal hinterherlaufen.
Das ist alles soweit plausibel, weit verbreitet und nachvollziehbar.
Nur nicht pazifistisch :). Ich merk schon, du hängst sehr an deinem Selbstbild.

Ich bin übrigens auch kein Pazifist (aus anderen Gründen bin ich trotzdem für Abrüstung, aber das führt zu weit).

Zur Selbstverteidigung bin ich bereit maximale Gewalt einzusetzen. Ich sähe mich auch lieber als friedliebender Mensch, aber so ehrlich muss ich schon zu mir sein.
 
KarlsruheArgus schrieb:
Deine "Differenzierung" war nicht das Problem sondern das du den Bezug dazu leugnest.
Ich meinte die Preissteigerung von 10% hat nichts mit den 25% Zoll zu tun...

"leugnen", "vorkauen", meine Güte wegen nichts wie ein Zäpfchen abgehen.
 
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Trump macht genau das was er angekündigt hat:
Raubtier Kapitalismus & Dampfhammermethoden.
Er will Unternehmen & deren Produktion in die USA holen.
Das ist natürlich die Politik des Erpressens und "Pistole auf der Brust", aber viele Unternehmen werden wohl folgen, da die USA ein zu wichtiger/großer Player sind.

Man wird sehen welche Auswirkungen es hat. Ob TSMC nun klein bei gibt & mehr Produktion in die USA verlegt. Ich glaube schon.
Aber vielleicht erpresst er auch nur um dann einen "besseren Deal" abzuschließen (wie mit Mexiko, Kolumbien und Kanada, die dann klein beigaben) oder es wird wirklich die Inflation geradezu explodieren lassen.

Jedenfalls sind wir im Zeitalter des Protektionismus, Zoll- und Wirtschaftskrieges. Der Globalismus ist er einmal Geschichte.
Europa und Deutschland haben sich selbstverschuldet aus dem Spiel genommen.

Wenn ich mit den Green-Deal, CO2-Steuer und Ausbau der Bürokratie anschaue, wird es sehr schwer werden in diesem harten Kampf zu bestehen.
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Deshalb muss Europa & vor allem Deutschland endlich aufwachen & sich auf die neue Zeit einstellen.
Es bringt Nichts sich aufzuregen oder gar moralische Reden (übrigens eine Spezialität der Deutschen) zu schwingen.

Deutschland muss endlich von seinem realitätsfernen Sonderweg bei Wirtschaft, Energie und Klima ablassen und wieder auf Pragmatismus und Wettbewerbsfähigkeit setzen.
Wird das nicht gemacht werden die kommenden 4 Jahren derart katastrophal, das Wirtschaftsabwanderung & Wirtschaftsabschwung weitergeht.
 
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Ko3nich schrieb:
Ich hoffe in Europa führt das endlich mal wieder dazu, dass man zusammen rutscht und die Dinge die lange Zeit vernachlässigt wurden endlich gemeinsam anpackt.

Wir brauchen uns was BIP betrifft vor USA und China nicht verstecken, aber das setzt eben voraus dass man zusammenarbeitet und entscheidende Dinge wie Verteidigung und Energieversorgung endlich selbst in die Hand nimmt.
Ja, definitiv. Europa darf sich nicht zerreiben lassen und vor Allem nicht dem Teile und Herrsche von China, Russland und USA auf dem Leim gehen. Ich hoffe, dass wir nach der Stammtischparolenwahl wieder Kurs darauf nehmen unsere Zukunft als EU aktiv zu gestalten.

Ich sehe in Trump eine große Chance für Europa sich etwas unabhängiger zu machen. Und da die Strafzölle die in USA hergestellten Produkte auch teurer machen dürften, dürfte es für Europa doch auf der Welt etwas einfacher werden ihre Produkte zu platzieren. Am Ende will Trump zwar nur Verhandlungsmasse aufbauen, aber irgendwann ist der Weg halt eine Sackgasse.
 
bart1983 schrieb:
Tss, alles soll wachsen. Mehr Produkte, mehr Wissen, mehr Werkstoffe, mehr Handelsrouten, mehr Technologien, mehr Arbeitsplätze und Rohstoffe. Aber wenn die Regulierungen entsprechend mehr werden kann das natürlich nur, ausschliesslich und unzweifelhaft schlecht sein.
 
common schrieb:
Inwiefern sollten die USA hier als Gewinner vom Platz gehen?
Lassen wir mal die kurzfristige, auf Dauer katastrophale Strategie der puren Expressung aussen vor...

Hochtechnologie lässt sich halt nicht innerhalb einer Trump- Periode aufbauen und eine zweite wird es nicht geben.

Klar, die Zölle fließen in den Staatshaushalt, aber außer einem großen, schwarzen Loch ist dort nichts...

Eben. Kurzfristig.

Trumpis Timing ist nicht das Schlechteste. Mit den Zöllen (nicht nur den Halbleiterzöllen) kann er zunächst mal Verhandlungsmasse und ein bisschen finanziellen Spielraum schaffen. Die US- Wirtschaft erweist sich schon seit mehreren Jahren als überraschend robust, das hält das Land ne Weile aus. Aus demselben Grund muss die politisch unabhängige FED auch die Zinsen noch nicht senken.

Später, das heißt vermutlich schon in relativ naher Zukunft, kann er sich dann als Retter gerieren und die Zölle wieder runternehmen. Im besten Falle bewegt er die US-Industrie ein kleines bisschen hin zu mehr Autarkie. Im schlimmsten Falle gehen einige Unternehmen kaputt und man bezeichnet ihn und seine Regierung als unzuverlässig und chaotisch. Aber das kennt er ja schon.
 
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bart1983 schrieb:
Deshalb muss Europa & vor allem Deutschland endlich aufwachen & sich auf die neue Zeit einstellen.
Es bringt Nichts sich aufzuregen oder gar moralische Reden (übrigens eine Spezialität der Deutschen) zu schwingen.
Ich sehe ein Deutschland ohne Europa als ganz kleines Licht auf der Weltpolitik. Wir werden uns hinter ganz anderen Einreihen müssen. Wir müssen endlich mit dem Projekt EU weiter komme und das Klein-Klein lassen und, wie du sagts, pragmatisch agieren. Ich will kein Geheule über Fahrradstraßen in Venezuela oder Wirtschaftsaufbau in Syrien hören, ich möchte weltpolitische Sichtweise auf EU Ebene umgesetzt haben.
 
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@Schinken42

Es ist egal, welche Ideologische Strömung man sich jetzt vorknöpft, Kommunismus, Pazifismus, Religionen, oder dieses Märchenbuch von Adam Smith..
Es sind weltfremde ideale, die mit der Realität nichts zu tun haben und in ihren orthodoxen Auslegungen immer in Fanatismus enden.
Niemand auf diesem Planeten könnte sagen, ich vertrete dies und das, denn jeder handelt dem zu irgendeinem Zeitpunkt entgegen..
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Windell Ich bin auch wahrlich nicht glücklich mit der Preis/Leistung dieser Karte... :D

Ich hätte meine 6800XT (Referenzdesign) behalten, wenn die Karte nicht im Dezember verreckt wäre. Ich hätte eine RX 9070XT gekauft, aber dann hat AMD den Launch verschoben. Ich hätte eine 4080 gekauft, wenn die zu einem vernünftigen Preis verfügbar gewesen wäre (bei gleichem Preis wie die 5080 nehme ich natürlich doch die 5080).

Letztendlich hatte ich einfach Pech mit dem Timing.
 
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Eigentlich hat er recht das diese Firmen genug Geld haben. Leiden kann ich ihn trotzdem nicht.

Allerdings ist das für die USA auch nicht so gut mit TMSC. Die haben ein Monopol weil sich die westlichen Chipproduzenten ausgeruht haben.
 
Ko3nich schrieb:
Ich hoffe in Europa führt das endlich mal wieder dazu, dass man zusammen rutscht und die Dinge die lange Zeit vernachlässigt wurden endlich gemeinsam anpackt.
Das würde voraussetzen, dass man sich hier einig ist. Schwer vorstellbar, dass wir den Tag noch erleben werden. Während wir alles lang und breit debattieren, fahren die anderen mit Vollgas weiter. Macrons Notgipfel war auch ein Reinfall sondergleichen. Das ist halt der Nachteil, wenn man versucht Staaten in einen Topf zu werfen, die alle - verständlicherweise - ihre eigenen Interessen (und auch Ansichten) haben.
 
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bart1983 schrieb:
Deutschland muss endlich von seinem realitätsfernen Sonderweg bei Wirtschaft, Energie und Klima ablassen und wieder auf Pragmatismus und Wettbewerbsfähigkeit setzen.
Bin ich froh, dass ich in schätzungsweise 40 Jahren tot bin. Ganz pragmatisch gesprochen.

"Fick Den Planeten: Fahr Doch Porsche?" - gibt sogar ne Partei mit diesem Motto. Wer will schon einen lebenswerten Planeten haben, auf dem nicht Millionen auf der Flucht sind, wenn er einfach mal pragmatische und "unmoralische" Wirtschaftspolitik haben kann. 🤷‍♂️

Lasst uns endlich wieder richtig abhängig von Drittstaaten werden (Öl, Gas, Uran) und (Atom-?)Strom teuer subventionieren (und NIMBY-Entsorgungsproblem wieder aufmachen) statt einfach mal die jahrelangen Probleme beim Netzausbau anzugehen und in wenigen Jahren die Kosten massiv reduzieren zu können UND was fürs Klima zu tun. Lasst uns Verbrenner bauen, die in China keinen Blumentopf mehr gewinnen, statt einfach mal wieder modern zu sein. Lasst uns Gas aus den USA, Norwegen und vielleicht auch ganz pragmatisch aus Russland verheizen, um nicht diese ideologischen Wärmepumpen haben zu müssen, die ja total unpraktisch sind und im Land der Dichter und Denk... äh Bedenkenträger NIE funktionieren werden.

Zurück in die Zukunft!
 
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