Zwenner
Banned
- Registriert
- Jan. 2005
- Beiträge
- 3.351
Hallo Megatron,
naja, so einfach ist das aber nicht. Anhand der maximalen aufgenommen Leistung, kann man maximal grob abschätzen was überhaupt abgegeben werden kann (ohne Crest und Verzerrungen zu berücksichtigen). Bei sagen wir 800W sind das auf 4-Kanäle verteile mit 100%iger Sicherheit eben nicht 200W/Kanal. Oder auf zwei, auch keine 400W pro Kanal am Ausgang.
Da die Transistor-Beschaltung eben nicht 100% Wirkungsgrad hat. Das sind maximal 60%. Und dann kann man am so vereinfachten Beispiel, durchaus auch so vereinfacht rechnen:
Maximale Leistungsaufnahme / Anzahl der Kanäle * Wirkungsgrad der Endstufe
Etwas ausführlicher:
Für dieses Schaltungsdesign gilt, für einen standfesten, vollgastauglichen Einsatz: Mehrere Transistorpaare pro Kanal, kräftiger Trafo, großzügige Siebung und enorm viel Kühlfläche.
Mehrkanalbetrieb-Vergleich:
Die Rotel RB956AX stellt am 1kHz Sinus und 4 Ohm, 50W pro Kanal bei 1% THD bereit.
Die RMS Leistung an 8 Ohm ist mit 30W pro Kanal angegeben, bridged 90W RMS an 8Ohm.
DAS sind realistische Angaben.
Durchschnittlich 30W, mit 6dB Crest gerechnet, ergeben 120W Spitzen, pro Kanal. Es müssen also 6*120W = 720W geliefert werden. Dafür braucht es praktisch mindestens einen 800VA Trafo und ordentlich Siebung, ich sehe da beim Rotel beides... bei klassischen AVRs beides nicht. Demnach sind hier vergleichbare Werte, auch nicht möglich. Da für derartige Spitzen dicker Trafo + entsprechend Pufferung zwingende Voraussetzung ist.
Weiterhin, ich erkläre das letztmalig:
Zeig mir einen AVR wo im Datenblatt oder auf der HP steht:
X Watt RMS all channels driven continuously into X ohms with less than X% THD
Wirst du nicht finden. - Alles Papiertiger.
Der Wattbedarf ab 1kHz ist lächerlich gering. Wenn wo Leistung benötigt wird, dann im Bass, im Tiefbass nimmt das für laut - drastische Ausmaße an. Verhältnis liegt grob bei 1 / 10.
- Die Leistung ist das Produkt aus Strom und Spannung
- Viele Verstärker müssen nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen gebaut werden
- In der Großserie soll die Anzahl der Bauelemente pro Gerät klein sein
- Teure Bauelemente sind in vielen Fällen aus Kostengründen nicht einsetzbar
- Die Bauelemente werden oftmals bis an ihre zulässigen Grenzwerte belastet
- Die Kühlung ist der angegebenen Dauerlast nicht gewachsen
- Das heizt Bauteile auf, die dann an Lebensdauer verlieren
Es ist technisch möglich, einen Verstärker mit nur 50 Watt zu bauen, der einen 150 Watt Verstärker bei gleicher Zimmerlautstärke klanglich in die Ecke stellt. Problem, dass wird teuer. Der durchschnittliche Kundenwunsch verlangt nach bezahlbarer Leistung, verständlicherweise orientiert sich die Großserie daran.
Bei einem Transistor verhält sich das so: fließt kein Kollektorstrom, dann hat er auch keine Verstärkung. Fließt nur ein sehr kleiner Kollektorstrom so hat er ein bisschen Verstärkung. Fließt etwas mehr, steigt auch die Verstärkung. Irgendwann hat er einen Punkt erreicht, an den er eine hohe Verstärkung zu einem noch vergleichsweise kleinen Strom aufweist.
Ab dort dreht sich die Geschichte um, der Verstärkungsfaktor wird mit zunehmendem Kollektorstrom immer schlechter. Als nächste miserabel Eigenschaft kommt hinzu, diese Verstärkung sinkt mit steigender Frequenz. Dann ist die Verstärkung Temperaturabhängig. Hinzu kommt noch die Abhängigkeit von der Kollektorspannung.
Um all diese negativen Eigenschaften zu beherrschen, werden viele Bauelemente und Transistoren benötigt, um etwas Gutes zu erreichen. Das wird nicht getan, wenn man eine Treiber-Stufe mehr im Signalweg legt, Bi-Amping im AVR.
Wird die Endstufe gefordert, also mit kräftigen Impulsen auf allen Kanälen voll ausgelastet, muß der Netztrafo stoßartig die volle Leistung aus dem Netz ziehen. Dann muß diese Spannung blitzartig gleichgerichtet und sofort geglättet werden. Das machen die hoffentlich großen Netzteil-Kondensatoren. Es fließt damit richtig viel Strom durch alle Leitungen
Dein AVR braucht also einen größeren Trafo, deutlich mehr Siebung und zudem noch ein anderes Platinen Layout, damit dann die Ströme fließen können.
PS: Der Rotel hatte mit 4 Ohm überhaupt keine Problem, 2 Ohm stabil dieses Gerät.
Und die A23 ist so gebaut wie sie ist, um 2x125W RMS auch zu liefern = kein Papiertiger.

EDIT:
Ich suche eben den Mess-Test, da hat ein vergleichbarer, größerer Denon an 4-Kanälen noch 85W und das am Sinus, im 2-Kanal Betrieb waren es noch 130 oder 160, Nennimpedanz war natürlich identisch.
naja, so einfach ist das aber nicht. Anhand der maximalen aufgenommen Leistung, kann man maximal grob abschätzen was überhaupt abgegeben werden kann (ohne Crest und Verzerrungen zu berücksichtigen). Bei sagen wir 800W sind das auf 4-Kanäle verteile mit 100%iger Sicherheit eben nicht 200W/Kanal. Oder auf zwei, auch keine 400W pro Kanal am Ausgang.
Da die Transistor-Beschaltung eben nicht 100% Wirkungsgrad hat. Das sind maximal 60%. Und dann kann man am so vereinfachten Beispiel, durchaus auch so vereinfacht rechnen:
Maximale Leistungsaufnahme / Anzahl der Kanäle * Wirkungsgrad der Endstufe
Etwas ausführlicher:
Für dieses Schaltungsdesign gilt, für einen standfesten, vollgastauglichen Einsatz: Mehrere Transistorpaare pro Kanal, kräftiger Trafo, großzügige Siebung und enorm viel Kühlfläche.
Mehrkanalbetrieb-Vergleich:
Die Rotel RB956AX stellt am 1kHz Sinus und 4 Ohm, 50W pro Kanal bei 1% THD bereit.
Die RMS Leistung an 8 Ohm ist mit 30W pro Kanal angegeben, bridged 90W RMS an 8Ohm.
DAS sind realistische Angaben.
Durchschnittlich 30W, mit 6dB Crest gerechnet, ergeben 120W Spitzen, pro Kanal. Es müssen also 6*120W = 720W geliefert werden. Dafür braucht es praktisch mindestens einen 800VA Trafo und ordentlich Siebung, ich sehe da beim Rotel beides... bei klassischen AVRs beides nicht. Demnach sind hier vergleichbare Werte, auch nicht möglich. Da für derartige Spitzen dicker Trafo + entsprechend Pufferung zwingende Voraussetzung ist.
Weiterhin, ich erkläre das letztmalig:
Zeig mir einen AVR wo im Datenblatt oder auf der HP steht:
X Watt RMS all channels driven continuously into X ohms with less than X% THD
Wirst du nicht finden. - Alles Papiertiger.
Der Wattbedarf ab 1kHz ist lächerlich gering. Wenn wo Leistung benötigt wird, dann im Bass, im Tiefbass nimmt das für laut - drastische Ausmaße an. Verhältnis liegt grob bei 1 / 10.
- Die Leistung ist das Produkt aus Strom und Spannung
- Viele Verstärker müssen nach betriebswirtschaftlichen Überlegungen gebaut werden
- In der Großserie soll die Anzahl der Bauelemente pro Gerät klein sein
- Teure Bauelemente sind in vielen Fällen aus Kostengründen nicht einsetzbar
- Die Bauelemente werden oftmals bis an ihre zulässigen Grenzwerte belastet
- Die Kühlung ist der angegebenen Dauerlast nicht gewachsen
- Das heizt Bauteile auf, die dann an Lebensdauer verlieren
Es ist technisch möglich, einen Verstärker mit nur 50 Watt zu bauen, der einen 150 Watt Verstärker bei gleicher Zimmerlautstärke klanglich in die Ecke stellt. Problem, dass wird teuer. Der durchschnittliche Kundenwunsch verlangt nach bezahlbarer Leistung, verständlicherweise orientiert sich die Großserie daran.
Bei einem Transistor verhält sich das so: fließt kein Kollektorstrom, dann hat er auch keine Verstärkung. Fließt nur ein sehr kleiner Kollektorstrom so hat er ein bisschen Verstärkung. Fließt etwas mehr, steigt auch die Verstärkung. Irgendwann hat er einen Punkt erreicht, an den er eine hohe Verstärkung zu einem noch vergleichsweise kleinen Strom aufweist.
Ab dort dreht sich die Geschichte um, der Verstärkungsfaktor wird mit zunehmendem Kollektorstrom immer schlechter. Als nächste miserabel Eigenschaft kommt hinzu, diese Verstärkung sinkt mit steigender Frequenz. Dann ist die Verstärkung Temperaturabhängig. Hinzu kommt noch die Abhängigkeit von der Kollektorspannung.
Um all diese negativen Eigenschaften zu beherrschen, werden viele Bauelemente und Transistoren benötigt, um etwas Gutes zu erreichen. Das wird nicht getan, wenn man eine Treiber-Stufe mehr im Signalweg legt, Bi-Amping im AVR.
Wird die Endstufe gefordert, also mit kräftigen Impulsen auf allen Kanälen voll ausgelastet, muß der Netztrafo stoßartig die volle Leistung aus dem Netz ziehen. Dann muß diese Spannung blitzartig gleichgerichtet und sofort geglättet werden. Das machen die hoffentlich großen Netzteil-Kondensatoren. Es fließt damit richtig viel Strom durch alle Leitungen
Dein AVR braucht also einen größeren Trafo, deutlich mehr Siebung und zudem noch ein anderes Platinen Layout, damit dann die Ströme fließen können.
PS: Der Rotel hatte mit 4 Ohm überhaupt keine Problem, 2 Ohm stabil dieses Gerät.
Und die A23 ist so gebaut wie sie ist, um 2x125W RMS auch zu liefern = kein Papiertiger.
EDIT:
Ich suche eben den Mess-Test, da hat ein vergleichbarer, größerer Denon an 4-Kanälen noch 85W und das am Sinus, im 2-Kanal Betrieb waren es noch 130 oder 160, Nennimpedanz war natürlich identisch.
Zuletzt bearbeitet: