Unternehmenszerschlagung publik machen

Arbeitslosenquote:
Du hast von "sehr niedriger" Arbeitslosenquote geredet. Du willst doch nicht behaupten, daß 9% wahre Arbeitslose niedrig sind?

Für die momentane Lage schon, aber ich befürworte unser Wirtschaftssystem auch nicht. Knapp die Hälfte der Wirtschaftsleistung wird vom Staat auf ineffiziente Art und Weise umverteilt, dazu kommen unzählige Regulierungen und 15% Einfuhrzoll, da ist es kein Wunder, dass wir noch so eine hohe Arbeitslosigkeit haben.

Ressourcenverbrauch
Soso, Du willst also weiteren rund 4 bis 5 Mrd. Menschen den gleichen Ressourcenverbrauch zugestehen. Das ehrt dich.
Aber dann will ich dich nicht auf Demos gegen Kernkraftwerke/Walfang/Waldabholzung/Artensterben... sehen

Ich habe doch nicht behauptet, dass alle so viele Ressourcen verbrauchen, wie heute in den Industrieländern verbraucht werden. Aber der Verbrauch wird sich angleichen und es werden Wege gefunden werden, Ressourcen effizienter zu nutzen und neue Ressourcen überhaupt zu nutzen. Öl z.B. hatte bis Mitte des 19. Jahrhunderts kaum praktische Verwendung.

Ja, ich bin gegen die Wegwerfgesellschaft und gegen wachstumsorientierte Wirtschaft in einem reichen Land (in anderen Ländern soll das ruhig anders sein).
Ich bin für ein austauschbares Modulkonzept und ressourcenschonende Produktherstellung.
Und ich bin dafür, Menschen solange wie möglich einen Sinn im Leben zu geben, und dazu sollte auch eine abwechslungsreiche Tätigkeit auch bis in höheres Alter gehören.

Ich weiß jetzt nicht genau, was das damit zu tun hat, ob Laptops hier oder in China hergestellt werden.
Aber wenn du Menschen eine abwechslungsreiche Tätigkeit bis ins hohe Alter geben willst, dann tu es doch. Gründe einen Verein, wo sich auch andere Leute engagieren und Geld spenden können etc. Davon hält dich keiner ab.

@Samson999:
Es wird wohl schon einen Grund haben, dass die Produktion nach Tschechien verlagert wird. Die Lohnstückkosten sind wahrscheinlich niedriger. Und wenn die Firma auch langfristig Weltmarktführer bleiben will, muss sie eben effizient produzieren.
Klar ist das nicht schön für die dortigen Arbeiter, aber durch die günstigeren Produkte können sich die Konsumenten mehr andere Dinge leisten, wodurch woanders wieder Arbeitsplätze entstehen.

Vielleicht kann Ron Paul dich ja überzeugen ;)
 
Samson999 schrieb:
Die Firma ist KERNGESUND erwirtschaftet immense Gewinne

[...]

Es gibt keinen wirklich keinen Grund in dieser Firma etwas zu ändern.

Es klingt banal, aber Stillstand ist auch nur eine andere Form von Rückschritt.

Schau dir nur mal aktuell die deutsche Solarbranche an, vor Jahren hoch attraktiv und es hat gebrummt ohne Ende - heute sind sie alle pleite weil es versäumt wurde sich für die Zukunft zu rüsten.
 
Ich merk schon hier wirds wohl nix mit der hilfe die ich erwartet habe

Eine gesunde Firma die jedes Jahr Wachstum verzeichnet ca 6%, mehrere Millionen Gewinn abwirft, ein Produkt herstellt was in Qualität nicht zu toppen ist.

Bis vor zwei Jahren ein Familienunternehmen war dann weil die dritte Familiengeneration keinen Bock auf Arbeit sondern geil auf schnelles Geld war verkauft wurde.

Jetzt einer Bank aus dem Ausland gehört und nichts anderes will als schnellstmöglich viel Geld aus der Firma zu pressen.

Das kostet auf Dauer mindestens 450 Arbeitsplätze was bedeutet das ein Vorzeigeunternehmen nicht mehr existiert.

Prima.

Hoffentlich passiert das euch nicht

Kann geschlossen werden
 
Du gibts hier keinerlei Informationen raus um welches Unternehmen es sich handelt, wiederholst stattdessen nur Werbesprüche ala Weltmarktführer, zig Millionen Gewinn, Wachstum, Steigerung, Bullshitbingo.

Und jetzt wunderst du dich über ein bisschen produktives Kontra?

Wer sich heute ausruht wird morgen von der Konkurrenz überholt. Ohne nachvollziehbare Infos kann sich hier keiner auf deine Seite stellen sondern nur spekulieren warum was gemacht wird.
 
@Samson999
Du sitzt natürlich gerade im Management und hast die Management-Zeiger vor dir liegen, oder? Sorry, aber an Hand von 2 statischen (Gewinn und Wachstum) Werten kann man nicht mal im Ansatz die Firma beurteilen. Vielleicht war der mittelfristige Ausblick bereits negativ. 5 Mio € Gewinn können im nächsten Jahre schon 10 Mio € Verlust bedeuten. (gerade wenn man nicht viel verändert)

Jedes noch so kleine bisschen mehr Effizienz kommt letztendlich der deutschen Volkswirtschaft zu Gute. Durch ineffiziente Abläufe, Unerfahrenheit, Planungsfehler,... gehen jedes Jahr Milliarden verloren. (und diese Milliareden gehen wirklich verloren, die wandern nicht einfach irgendwo anders hin.;))


Bis vor zwei Jahren ein Familienunternehmen war dann weil die dritte Familiengeneration keinen Bock auf Arbeit sondern geil auf schnelles Geld war verkauft wurde.
Es ist eben nicht jeder der geborene Unternehmer. Bevor man das Unternehmen gegen die Wand fährt, das in der Vergangenheit schon unzählige Erben innerhalb weniger Monate schafften, ist der Verkauf auch zum Wohle der verbliebene Mitarbeiter nicht die schlechteste Lösung. (was soll man sonst mit einem Familienunternehmen machen? Ein neuer privater Eigentümer findet sich nicht so einfach --> Großinvestor übernimmt den Karren)


An dieser Stelle ist es natürlich leicht auf die undankbaren Erben zu schimpfen, die ja für die Kündigung von über 100 Mitarbeitern verantwortlich sind. Die 100 Mitarbeiter werden, ein wenig geistige Flexibilität vorausgesetzt, auch wieder einen Job finden.


PS: Für einen Deutschen Arbeiter bekommt man ca. 3.5 Tschechische.;) (Zahlen aus der Kautschukindustrie)
 
Zuletzt bearbeitet:
@Sherman123 ne bin im Betriebsrat der Firma und kenne alle Zahlen und Fakten.

Is aber auch egal jetzt denn meine Frage wird hier ja nicht beantwortet.
 
Wenn du in die Medien willst musst du dich an die Medien wenden.

Große Demonstration der Belegschaft vorm Rathaus, Forderungen und offene Briefe an die Politik, Vorstände und frühere Eigentümer. Facebook profil, youtube Video kann man immer machen und dort auf die Situation aufmerksam machen.

Ob der Versuch gelingt kann keiner sagen, wenn zeitgleich Opel pleite geht oder ein AKW runterschmilzt hast du keine Chance (Ausser Opel zieht nach Tschechien und du kannst auf der Welle der Empörung mitreiten).

Welche Themen überregional behandelt werden ist wohl eher willkürlich, deswegen würde ich einfach mal klein anfangen.

Aber wenn du schon bei ein paar unliebsamen Forenbeiträgen einknickst weiß ich nciht ob das der richtige Weg ist, auch Wutbürger schimpfen nicht immer gegen alles.
 
Sorry, ich wusste nicht, dass du involviert bist. Ich dachte du bist einer der übrigen Globalisierungskritiker, die laut aufschreien, weil in der Nachbargemeinde 100 Jobs verloren gehen. :)


@Topic
Mach dir Mal klar was du willst: Welches Ziel verfolgst du? Welche Zwischenziele sind nötig, um das große Ziel zu erreichen? Bevor du an die Öffentlichkeit gehst, befasse dich Mal mit dem genauen Ziel.

Ich weiß nicht, inwieweit die Unternehmensleitung mit sich verhandeln lässt. Falls zumindest ein kleiner Verhandlungsspielraum besteht: Versucht zusammen einen Sozialplan auf die Beine zu stellen. In diesem Sozialplan muss auch die Politik und die Arbeitslosenbehörde eingebunden werden. Möglicherweise lässt sich die eine oder andere Frist auch noch nach hinten schieben. (ich weiß nicht in wie weit das in D vorgeschrieben ist; wenn in Ö 100 Leute gekündigt werden, steht schon lange das AMS in der Tür)

Für viele deiner Kollegen gibt es nichts schlimmeres als die plötzliche Arbeitslosigkeit. Wichtig ist, dass deine Kollegen Zeit bekommen. Einige müssen sich darauf einstellen, in eingen Monaten wieder auf Arbeitssuche zu sein. Die nötige geistige Flexbilität ist sicherlich eine der großen Hürden, wenn man 10Jahre oder mehr einen sicheren Arbeitsplatz hatte. Im Sozialplan können Seminare und dergleichen vereinbart sein, die bei der Umstellung wirklich helfen können.

ODER:

Wenn du dir deine Empörung von der Seele schreiben/schreien willst, dann verfolge eben dieses Ziel. Da du im Betriebsrat sitzt, wird es sicherlich bei der übrigen Belegschaft gut ankommen, wenn du möglichst viel Wirbel machst. Ob du so das vermeintlich unvermeidbare verhinderst, ist natürlich weiter fraglich.
Allerdings erwarte dir auch in Zukunft keine gute Zusammenarbeit mit dem Management. Du hast als Betriebsrat-Mitglied auch eine Verantwortung gegenüber deinen verbliebenen Kollegen.
Poltern kann man immer noch.:)


EDIT: Von Wörter wie "Unternehmenszerschlagung" würde ich Abstand nehmen. Nach deinen Schilderungen passiert das Gegenteil: Eine neue Tochter wird im Ausland eröffnet. Davon profitiert über kurz oder lang auch die Mutter, sofern ein investitionsfreundliches Klima herrscht. (Betriebsrat, Mitarbeiter, lokale Politik,....)
 
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Sry, das sagen zu müssen - aber im Enddefekt interessiert sich keiner für 450 Arbeitsplätze Deutschland weit - ich glaub MELVIN hat das in einem anderen Thread mal gepostet - im Feburar oder März haben sich in DE ~620.000 Leute arbeitslos gemeldet (wenn ich die Zahl richtig im Kopf hab) - da sind 450 mehr oder weniger nicht ausschlaggebend.

In der lokalen Presse ist sowas natürlich gern gesehen - aber die Bild (oder ähnliche Blätter) werden über einen Vorgang mit dem kleinen Ausmaß, der täglich wahrscheinlich mehrfach vor sich geht nicht berichten.
 
Um es vielleicht nochmal am Beispiel der Textilindustrie bildlicher darzustellen: Wenn Deutschland seinen Bedarf an Textilien in heimischer Industrie selber herstellen würde hätte dies folgende Effekte:

- es entstehen Arbeitsplätze (eben in der Textilindustrie)

- Textilien werden teurer -> die deutschen Konsumenten haben weniger Geld für andere Produkte zur Verfügung -> Konsum sinkt, Arbeitsplätze außerhalb der Textilindustrie fallen weg
Wenn ich früher eine Hose für 50 Euro gekauft habe und andere Sachen für nochmal 50 Euro. Also 100 Euro verkonsumiert habe und ich jetzt nur eine deutsche Hose für 100 Euro kaufen würde, habe ich dann nicht im Endeffekt genauso viel konsumiert wie vorher auch?
100 Euro sind 100 Euro... .Desweiteren kann sich doch jeder weiterhin die 50 Euro Hose kaufen auch wenn es die deutsche Hose geben würde? Es gibt 10 Euro Hosen und es gibt 200 Euro Hosen oder für noch mehr. Die Herstellungskosten in China sind nur nicht 20x höher. Sprich da steckt ein größerer Gewinn für das ausländische Unternehmen dahinter.

- Arbeitsplätze in den Schwellenländern (wo jetzt die Textilien produziert werden) fallen weg -> Kaufkraft im Ausland sinkt -> geringere Nachfrage nach deutschen Exportprodukten -> Arbeitplätze in der deutschen Exportindustrie fallen weg
Es stimmt schon, dass viele Maschinen aus Deutschland kamen. Nur die sind ja bereits verkauft. Wenn die Arbeitsplätze wieder zurück kämen, dann müsste man die Maschienen nochmal kaufen und die Binnennachfrage würde steigen.

Alles in allem dürften die beiden negativen Effekte den einen positiven Effekt überkompensieren.
Falsch, der jetzt arbeitende Deutsche hätte eine Wertschöpfung, die Wertschöpfung die vorher im Ausland generiert wurde. Der ehemalige Hartz4er hat dann endlich mal Geld auch mal was zu konsumieren. Sprich der kann dann die 50 Euro, die ich ihm mehr für die Hose gegeben habe nehmen und die Dinge kaufen die ich gekauft hätte wenn ich für die Hose nur 50 Euro ausgegeben hätte. Deine Arbeitsplätze würden daher eher in China wegfallen. ( Die es dort nie gegeben hätte wenn Deutschland die Arbeitsplätze nicht exportiert hätte )

Und bevor du argumentierst, dass nur Arbeitsplätze wegfallen würden die zu unproduktiv sind, und es besser wäre wenn sie woanders arbeiten würden um dort produktiver zu sein.Wenn es diese Arbeitsplätze geben würde, dann wären nicht soviele arbeitslos.
 
Suxxess schrieb:
Wenn ich früher eine Hose für 50 Euro gekauft habe und andere Sachen für nochmal 50 Euro. Also 100 Euro verkonsumiert habe und ich jetzt nur eine deutsche Hose für 100 Euro kaufen würde, habe ich dann nicht im Endeffekt genauso viel konsumiert wie vorher auch?

Falsch. Real hast du weniger konsumiert. Eine Hose ist weniger als eine Hose plus X.
 
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