Urlaub länger als erlaubt, Kündigung?

sketromi

Captain
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Hallo,
ich mache gerade Ausbildung zum Informationselektroniker und es bleiben mir nur noch 6 Monate bis zur Prüfung.

Das Problem ist, der Chef erlaubt nur 2 Wochen Urlaub am Stück (Darf er ja auch!) die restlichen tage teilt er auf irgendwelche tage im Jahr wie z.B. verlängertes Wochenende oder sonstige Tage, doch die Urlaubstage wurden meist in den letzten 4,5 Jahren (1,5 Jahre Praktikum) nie komplett aufgebraucht, doch ich habe mich damit abgefunden weil anderer Mitarbeiter das Spiel seit 8 Jahren mitspielt.

Vor 2 Jahren hatte ich einen Urlaub von 2 Wochen und 3 Tagen, er wollte ihn mir nicht geben doch weil es keine andere Tickets gab hat er sich damit abgefunden.
Dieses Jahr möchte ich wieder zu Verwandten ins Ausland für die Dauer von 2 Wochen und 4 Tagen weil es sonst keine anderen (Kürzeren) Flüge gab.

Ich habe ihm dieses Jahr auch gesagt, dass es eventuell länger dauern wird und hatte 2 Monate Zeit mir den Tag auszusuchen wann mein Urlaub anfängt, jetzt habe ich ihm den Tag gesagt aber noch nicht wie lange der Urlaub dauern wird (2 Wochen und 4 Tage)

Die erste Frage ist, was kann er machen wenn ich trotzdem Fliege?
Die zweite Frage, was kann ich machen um trotzdem den Urlaub nehmen können ohne Folgen?

Das größte Problem ist, der Chef wollte mich Anfang des Jahres schon raus schmeißen ohne Grund da wir ja jetzt einen Praktikanten haben und es der Firma nicht so gut geht (meiner Meinung nach nicht) und somit einer zu viel ist, denn ich bin in einem kleinen Betrieb und er wollte es irgendwie so machen, dass ich in einen anderen Betrieb reinkomme. Er hat es mir nicht selbst gesagt doch ich habe es erfahren, der Geselle hatte sich aber quer-gestellt und somit war das Thema gegessen. Jetzt war ich auch noch fast 2 Wochen krank geschrieben, erste mal seit 4,5 Jahren und ich denke, dass er jetzt deswegen auf mich sauer ist und versucht mit jeden Mitteln mir mein Leben zu vermiesen.
Der Urlaub ist für mich sehr wichtig, ich würde sogar dafür eine Abmahnung oder Kündigung hinnehmen

Im großen und ganzen hatte ich nie Probleme mit dem Chef, weshalb ich mich im Recht sehe.

Was meint ihr dazu?

Danke!
mfg

Nachtrag: Bitte alles nachfolgende durchlesen bevor ihr antwortet, das meiste wurde schon erklärt aber für weitere Tipps wäre ich sehr dankbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaub wenn er es dir nicht ausdrücklich erlaubt, ist dies ein Kündigungsgrund, da du nicht zu Arbeit erscheinst!
 
Deine Situation ist ja nicht ganz ohne. Wenn du jetzt gesagt hättest, du verstehst dich mit deinem Chef gut und hattest keinen Stress, könnte ich mir eine Kündigung deshalb nicht vorstellen. In deiner Situation allerdings wäre ich echt vorsichtig. Klar wäre so eine Reaktion eigentlich etwas übertrieben, aber einfach länger wegzubleiben ist auch mies. Da du aber selber gesagt hast, dass dir der urlaub so wichtig ist, dass du eine Kündigung hinnehmen würdest, versteh ich nicht so ganz, wo dein Problem ist. ;) Wenn du nicht vornheraus fragst, ob das in Ordnung geht, wird es kenie andere Möglichkeit geben. Dann allerdings die vier Tage länger wegzubleiben, wenn er sagt, du musst nach zwei Wochen wieder da sein, geht gar nicht.
 
Du hast den Urlaub, den du bestätigst bekommst, jede weitere eigenmächtige Abwesenheit ist ein Kündigungsgrund.
 
Ganz spontan, und ich kann mich irren...

Der Arbeitgeber hat dem Urlaubswunsch eines Mitarbeiters zu entsprechen, es denn es sprechen wichtige betriebswirtschaftliche oder -existentielle Gründe dagegen.

Will heißen: Er darf den Urlaub eigentlich gar nicht erst auf 2 Wochen am Stück begrenzen, da fängt es schonmal an...
 
Ich würde die 6 Monate noch durchhalten und dann gehen.
So ein Arbeitsklima braucht niemand. Seit wann hat mir mein Chef vorzuschreiben wann und wielange ich in Urlaub gehe.
Ich würde deine Reise auf nach der Ausbildung verschieben.
 
Ich würde einfach mal ganz offen mit deinem Chef reden und wenn du (komischerweise - find ich sehr merkwürdig) wirklich auch eine Kündigung in Kauf nehmen würdest... dann frag ihn doch. Ich meine ist dein Bier.
Nur 6 Monate vor der Prüfung.... und abgebrochene Ausbildung nur wegen nem 2 Wochen-Urlaub??? Hallo?

Mit der offenen und ehrlichen Art ist es immer noch am Besten.
 
Wie kannst Du Dich im recht sehen, wenn Du nicht im Recht bist und das auch weißt, frage ich mich.
Das Problem ist natürlich, dass wir hier keine "Rechtsabteilung" haben, aber was ich aus meiner Personalvorlesung noch weiß (graue Vorzeit) ist, dass den Wünschen des Arbeitnehmers weitgehend zu entsprechen ist, wenn dem nicht betriebliche Gründe entgegenstehen. Das wären z.B. Saison bei Landarbeitern oder drohendes schlechtes Wetter im Baugewerbe oder ein Großauftrag, der schnellstens bearbeitet werden muss.
Jetzt weiß ich nicht, in welcher Branche ihr seid oder warum der Chef will, dass Du nur x Tage Urlaub nimmst. Grundsätzlich gibt es Regelungen in Tarifverträgen dazu. Wenn Du und Dein Chef Mitglied einer Tarifgemeinschaft (z.B. Verdi) seid, kann man sich dort Infos geben lassen. Evtl gibt es auch bei deinem örtlichen Arbeitsamt eine Infomöglichkeit.
Ich würde jedenfalls den Urlaub erstmal so nehmen, wie der Chef es will.
Als Angestellter hält man heute am Besten erstmal die Füße still, denn
1. ist der Chef halt mächtiger
2. sieht es bei künftigen Bewerbungen immer scheiße aus, wenn Du gekündigt wurdest

Wie gesagt, ich würde bei Verdi oder nem Anwalt anfragen, bevor ich mir Kündigung oder noch besser - eine Entschädigungsforderung des Chefs für nen Ersatz-Arbeiter einhandle.
 
Du warst jetzt 4,5 Jahre in dem Laden und hast noch 6 Monate vor dir, um die Ausbildung zu beenden (Was sehr wichtig ist).
Für den Urlaub würdest du jetzt kurz vor dem Schluss eine Kündigung hinnehmen?
Muss ich das verstehen? :freak:
 
Für den Chef wäre kein Verlust wenn ich die 4 Tage weg wäre, er will mir den Urlaub einfach nicht geben der länger ist als 2 Wochen, er weiß auch, dass es nicht anders geht. Er sagt auch nicht warum, ich darf einfach nicht und Basta.

Die Kündigung ist mir nicht egal, aber ich würde die trotzdem hinnehmen wenn es nicht anders geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@marco 1979 Dein Chef hat dir das jederzeit vorzuschreiben! Daß du deinen Urlaub nehmen kannst ist klar, aber wann und in welchen Portionen entscheidet der Chef "zum Wohl" der Firma. Wie sollte denn sonst Betriebsferien möglich sein, wenn jeder Arbeitnehmer einfach sagen könnte "Nö da will ich nicht"?
Bei kleinen Betrieben sprich Arztpraxen wird oft 3/4 des Urlaubs vom Chef bestimmt! Weil was soll die Arzthelferin da, wenn der Arzt nicht da ist?

Edit: Einmal im Jahr müssen dir 2 Wochen am Stück gewährt werden als Jahresurlaub. Alles darüber ist Kulanz soweit ich weiß.
 
Wolfsherz schrieb:
Ganz spontan, und ich kann mich irren...

Der Arbeitgeber hat dem Urlaubswunsch eines Mitarbeiters zu entsprechen, es denn es sprechen wichtige betriebswirtschaftliche oder -existentielle Gründe dagegen.

Will heißen: Er darf den Urlaub eigentlich gar nicht erst auf 2 Wochen am Stück begrenzen, da fängt es schonmal an...


Und hier noch einmal ein Urteil dazu:

Arbeitgeber müssen den Urlaubswünschen ihrer Arbeitnehmer nicht entsprechen, wenn dringliche betriebliche Belange entgegenstehen. ”Personalknappheit" ist ein dringender betrieblicher Belang in diesem Sinn. Urlaubswünschen von Arbeitnehmern soll nach § 7 Abs.1 S.1 BUrlG zwar in aller Regel entsprochen werden. Nachvollziehbaren betrieblichen Umständen muss sich der Arbeitnehmer jedoch unterordnen und eine Verkürzung des beantragten Urlaubs akzeptieren.

(ArbG Frankfurt 14.6.2002, 5 Ga 71/02)


Also genau wie ich es gesagt habe, wenn man den Text umdreht... Dem Urlaub muss entsprochen werden (auch länger als 2 Wochen!), es sei denn wichtige betriebliche Belange sprechen dagegen.

Und noch etwas... als Azubi kann dir der Arbeitgeber (sprich: Ausbildungsbetrieb) gar nicht kündigen...
 
Na dann riskiers.... :rolleyes:



Ich weiß ja nicht, was den Urlaub jetzt so sehr wichtig macht, aber deine Ausbildung - die danach abgeschlossen ist - hat wohl Vorrang, da das dann wohl was ist, was länger als 2 Wochen und 4 Tage Bedeutung hat.
Versuch nach der Ausbildung in eine andere Firma zu kommen.


Ich glaube mal gelesen zu haben, dass ein Chef 2/3 des Gesamturlaubs festlegen darf.
Nur mal gehört.
 
Ich denke im Ausland gibt es auch Ärzte... Wenn der Chef seine Mitarbeiter nicht richtig führen kann, kann man auch andere Mittel und Wege finden.
Natürlich ist Urlaubssperre ein Mittel der Mitarbeiterführung. Rechtlich kann man da viel schreiben, rechtlich handeln bedeutet im Idealfall 6-24 Monate jede Menge Spaß vor dem Arbeitsgericht mit ungewissem Ende...
 
So, ich hab mich nochmal schlau gemacht.
Und zwar steht in §7 des Bundeslurlaubsgesetzes (ja, sowas gibt es nur in Deutschland^^):
§7 (2):
"..Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitsnehmers liegende Gründe eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen.
Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zwölf Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens zwölf aufeinanderfolgende Werktage umfassen."

Das sagt doch alles, oder?
 
Verstehe ich das richtig, Du hat in der Vergangenheit auf Dir zustehenden Urlaub verzichten müssen?
Das kannst Du als sanftes Druckmittel verwenden, oder ihm ev. weiteren Urlaubsverzicht vorschlagen, wenn er dich gehen lässt, aber lass Dich nicht über den Tisch ziehen.

Gibt es einen Chef über Deinem Chef?
Wie viele Leute arbeiten in Eurer Firma?
 
Liest eigentlich auch mal einer was bereits geschrieben wurde?

Habe ich doch oben schon geschrieben (2 mal!)...

Übrigends: Die Aussage von derohneWolftanzt ist zum totlachen, hat mir echt den Abend aufgewertet, danke!

Es ist wirklich übel, zu solchen Fragen nur Halbwissen von sich zu geben. Hier geht es ja auch um etwas. Was nützen da Wischi-Waschi-Aussagen?

Immer wieder gilt: "Wenn man keine Ahnung hat... "

sketromi schrieb:
Für den Chef wäre kein Verlust wenn ich die 4 Tage weg wäre, er will mir den Urlaub einfach nicht geben der länger ist als 2 Wochen, er weiß auch, dass es nicht anders geht. Er sagt auch nicht warum, ich darf einfach nicht und Basta.

Ganz klar: Willkür. Das ist kein dringender betrieblicher Belang. Dein Chef bewegt sich auf mehr als dünnem Eis... Gibt es einen Betriebsrat?
 
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Der Urlaub entscheidet mein Zukünftiges Arbeits und Familien Leben was ich dem Chef auch gesagt habe.
Ich weiß auch zu 100%, dass ich nicht übernommen werde und am liebsten würde ich auch den Betrieb wechseln wenn es ginge.

Ich war sogar die ganzen Jahre so Brav, dass ich sogar wenn ich krank war trotzdem gearbeitet habe ohne einen Krankenschein zu nehmen, doch dieses Jahr ging es nicht anders (Nasen nebenhölen Entzündung).

Die Tickets habe ich schon.
 
Also genau wie ich es gesagt habe, wenn man den Text umdreht... Dem Urlaub muss entsprochen werden (auch länger als 2 Wochen!), es sei denn wichtige betriebliche Belange sprechen dagegen.

und jetzt weis deinem Chef mal nach das keine wichtigen betriebliche Belange vorliegen :freak: ... als Arbeitnehmer ist man in der momentanen Zeit nunmal am kürzeren Hebel ...

und mit ner abgebrochenen Ausbildung ... ner Kündigung usw. wird der TE sehr schnell sehen das er sich damit wirklich keinen Gefallen macht ...aber gut manche können ja auch mit Hartz 4 ganz gut leben wie es scheint ... den viel mehr wird mit so einem Start ins Berufsleben wohl nicht drinn sein...
 
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Sorry, aber ich habe null Verständnis dafür, dass Du für den Urlaub Deine Ausbildung risikierst ! Meinst Du, dass Du so schnell einen neuen Job bekommst, wenn in Deinem Lebenslauf drinsteht "während der Ausbildung gekündigt worden, weil blabla..." ?! Einfach mal Hirn einschalten und noch zumindest die 6 Monate durchhalten !
 
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