Versicherung für Datenrettung

sheldon

Lieutenant
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Juli 2009
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Habe eben gesehen, dass Freecom eine 3-Jahres-Versicherung zur Datenrettung bietet. Preis ist mit 29.95 sehr günstig.
http://www.freecom.de/news.asp?id=9928&catName=press

Was haltet Ihr davon? Wenn ich in diesem Forum lese, wie oft jemand seine Daten verloren hat (aus was für Gründen auch immer), scheint der Markt für dieses Produkt ja sicher da zu sein.
 
Nunja, es hängt auch immer davon ab, wie man seine Daten zerstört. Oftmals können nichtmal diese Firmen bei Fällen wie zerschossener Festplatten nichts mehr tun.


Und du darfst nicht vergessen, dass sich hier nur Leute melden, die ein Problem haben, also wirst du keinen finden, der sagt, wie toll alles noch läuft. Das hier sind nur wenige Fälle, bei dennen etwas kapput geht, von den tausenden Festplatten dort draußen.

Diese Angebote sind halt auf jeden Fall für Firmen gedacht und nicht für Privatanwender, den 30 Euro im Monat ist bestimmt nicht wenig, nur damit man seine Daten sicher hat. Wer diese Sichern will, stellt dafür eine Sicherung Zuhause her, und wie oft kommt es schon vor, dass beide Geräte kapput gehen und alles verloren ist?
 
Wenn ich mich net verlesen habe, kostet der Service net Monatlich, sondern insgesamt 30€ für 3 Jahre. Da wären die Haftungsgrenzen interessant.
 
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Hört sich interessant an. Ich lese jetzt nicht heraus, daß ausschließlich Freecom-Produkte für den Service genutzt werden dürfen. Sollte daher für alle Platten gelten?! Bei dem angehängten PDF steht zumindest 'Alle Marken - Für alle Festplatten - Hersteller unabhängig ' und im Kleingedruckten als Hinweis : Datenverlust vor der Registrierung ist nicht durch diesen Service abgedeckt.
 
Klar, damit stellen die sicher, dass man sich nicht erst dann dafür registriert, wenn man den Schaden hat, sondern die Police schon vorher abschließt. Das schwemmt mehr Geld in die Kasse.

Normalerweise ist Datenverlust bei guten Markenfestplatten aber ziemlich selten. Selbst ein normaler Stromausfall verursacht nicht gleich einen "Head-Crash". Ich hatte in den knapp 12 Jahren, die ich nun Computer nutze (...) noch keinen Festplattenausfall.

Aber wenn man schon negative Erfahrungen gemacht hat, sind die 30€ sicher gut angelegt. Sofern sich der Versicherer nicht durch ein kleines Schlupfloch in den AGB's drücken kann. :(
 
In den letzten 22 Jahren ist mir genau eine Festplatte kaputt gegangen; 500GB 2,5" Hitachi in nem Samsung Laptop vor paar Monaten. Daten musste ich in dem Sinn auch keine retten, jeder halbwegs normale Mensch hat ja Backups.
 
Persönlich brauch ich es auch nicht, denn ich habe mehrere Backups/Images, sogar ausserhaus aufbewahrt.

Aber es stimmt schon, derjenige, welcher kein Sicherung macht, wird auch keine solche Versicherung abschliessen. Ich wundere mich eigentlich immer wieder, wieviele Leute hier im Forum völlig verzweifelt nach Hilfe suchen.

Die Versicherung gilt übrigens für fast alle Festplattenformate (ausser Raid) egal welchen Herstellers. Und den Preis lese ich auch als total 29.90 für 3 Jahre, also nicht pro Monat.
 
Dies wird wahrscheinlich der Preis je HDD sein (Seriennummern gebunden) und nur einen Rettungsversuch abdecken.
Ob im Ernstfall dann wirklich was gerettet werden kann, ist damit ja nicht garantiert.
Und damit ist das schon gar kein Ersatz für die Eigenverantwortung, selbst für die Datensicherung zu sorgen, sondern nur als zusätzliches Netz für den Extremfall.
 
Freecom garantiert nicht die Datenwiederherstellung, sondern nur deren Versuch. Auch wenn die Erfolgsquote dabei hoch sein soll, so ist sie nicht bei 100%. Ein Backup deiner Daten ist somit weiterhin dringend anzuraten.

Ob sich eine Versicherung dann jedoch noch lohnt, ist fraglich.
 
ADAC-Denken nenne ich sowas ;-)
Man kauft eine Versicherung, und dann - sind die Daten im Zweifelsfall trotzdem futsch. Denn nicht alle Schäden kann man reparieren!
Bei den beschriebenen Erfolgsquoten von 98% bei neuen, bzw. 85% bei "normalen" Festplatten drängt sich mir die Frage auf, wie man denn bei nicht reparablen Platten verfährt. Denn oft genug werden externe Platten, die Freecom ja in großen Stückzahlen anbietet, heruntergerissen. Und bei etablierten Laboren, die so etwas zuverlässig (!) beherrschen, kostet das ca. 2000 Euro aufwärts, sofern die Daten überhaupt wiederherstellbar sind.

Auch LazaRus kann nicht zaubern, und muß seine Mitarbeiter bezahlen. Niemand hat etwas zu verschenken. Unterstellen wir allen Beteiligten einfach mal höchste Professionalität, und einen Pauschalpreis von 600 Euro je Fall (hier fangen die großen Anbieter im allg. an, bei leichten Problemen) - dann darf von 20 versicherten Platten nur eine innerhalb von 3 Jahren ausfallen, Vertriebskosten für die Versicherung nicht mitgerechnet. (grübel...)

Die Versicherung sieht erstmal gut aus, aber ich habe da so meine Bedenken. Ich kenne keine noch so professionelle Firma, die wirklich die beworbenen Erfolgquoten schafft. Entweder sind die mir bekannten langjährigen Profis doch eher Amateuere, oder andere Firmen haben einen besseren Kundenstamm, der sie mit überwiegend leicht zu reparierenden Schäden versorgt. Oder die PR-Abteilung hat Schwierigkeiten mit der Prozentrechnung... Viele Firmen schreiben bei den Erfolgsquoten das hin, was der Kunde hören möchte (schreibt sinngemäß i365.com, ein sehr professionelles Labor, auf seiner Internetseite).

Eigentlich kann man allen, die über den Abschluß einer Versicherung nachdenken, nur zu regelmäßiger Datensicherung raten! Dann erübrigt sich die Police, und man hat GARANTIERT eine fast 100%ige Sicherheit. Unabhängig von den beworbenen Erfolgsquoten, die man nicht beweisen kann.
 
Die 98% Erfolgsrate bezieht aber die Datenrettung durch Wiederherstellungsprogramme oder Neuschreiben der Partitionsdaten/MBR mit ein. Das kann man auch selbst mit diversen Tools machen. Fiona macht hier im Forum ja einen guten Job mit ihren Tipps zu Testdisk. Das sind 96 der 98%.

Die restlichen 2% sind Defekte, die man wirklich nur mit Spezialwissen wieder beheben kann. Dafür müssen man ohne Versicherung nicht zahlen. Und der Rest sind dann echte Hardware-Defekte, wo gar nichts mehr geht.

Die meisten Datenlabore sind ja auch keine Forensik-Labore vom CSI, die mehrfach gelöschte Daten wieder herstellen können oder verbrannte Festplatten lesen können. Irgendwo gab's mal einen Bericht, was wirklich geht - und was vor allem für Normalpersonen zugänglichen und bezahlbaren Laboren gemacht wird. Das war ziemlich ernüchternd. Dann lieber externe Backups machen. Wer ganz sicher gehen will, lädt seine Daten zu einem Online-Backup-Service hoch. Deren Server-Systeme sind geschützt wie Fort Knox.
 
Ich betreibe nebenberuflich ein kleines Datenrettungsunternehmen, und traue mir statistische Aussagen mittlerweile zu.
Wer selbst ein Wiederherstellungsprogramm bedienen kann, geht zu keiner Firma. Das ist auf jeden Fall die Mehrzahl, aber die taucht in keiner Statistik auf. Ok, mit einer Police in der Hand könnte sich das vielleicht ändern, aber trotzdem kann man von irreparabel beschädigten Platten nix auslesen. Statistik hin oder her.

In der c't stand vor längerer Zeit mal ein Bericht über Datenrettungsfirmen in Deutschland, da hieß es dann hinter vorgehaltener Hand, daß die Erfolgsquote bei diesen großen Unternehmen bei etwas über der Hälfte liegt. Sicher, die Großen bekommen überwiegend nur die Fälle, wo andere aufgegeben haben. Und viele Kunden lehnen auch prinzipiell lösbare Fälle aufgrund der hohen Kosten ab.
Aber auch wenn man Laufkundschaft, nicht-PC-kundige Leute herein-, und am Telefon abgewimmelte Sturzplatten (Head Crash) usw. herausrechnet, kommt man sehr wahrscheinlich nicht auf über 80%. Wobei viele Hardware-Defekte keineswegs unlösbar sind, sondern die Reparatur nur mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, z.B. bei durchgeschmorten Platinen.

Ich kenne LazaRus (noch) nicht, und glaube gern, daß die sehr professionell arbeiten. Die sitzen allerdings in Kalifornien, da komme ich in nächster Zeit nicht hin. Freecom wird sich im eigenen Interessa ja kundig gemacht haben, was Professionalität und Erfolgsraten angeht. Mir ist nur aufgefallen, daß die auf den Internetseiten vieler Firmen angegebenen Erfolgsquoten meist umso größer sind, je kleiner die Firma ist. Und da habe ich aus eigener Erfahrung so meine Bedenken...

Forensik ist eng mit der Datenrettung verbunden, deshalb bieten es auch die meisten mit an. Das heißt ja nur, daß man den Umgang mit HASH-Prüfsummen und Suchalgorithmen beherrscht, und sich mit Dateisysteminterna auskennt. Die Legende, daß CSI oder wer auch immer mehrfach gelöschte Daten wiederherstellen kann, hat weder etwas mit der Realität noch mit Forensik zu tun. Das ist schlicht ein gern erzähltes Märchen. Auch die verbrannten oder abgesoffenen Platten kommen in der Realität weitaus seltener als in der Werbung vor. Und wenn, nimmt man ein Magnetkraftmikroskop nebst ausgeklügelter Algorithmen und viiiel Geld (die Technik hat kaum jemand, und das Auslesen dauert ewig lange).
 
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