Ich betreibe nebenberuflich ein kleines Datenrettungsunternehmen, und traue mir statistische Aussagen mittlerweile zu.
Wer selbst ein Wiederherstellungsprogramm bedienen kann, geht zu keiner Firma. Das ist auf jeden Fall die Mehrzahl, aber die taucht in keiner Statistik auf. Ok, mit einer Police in der Hand könnte sich das vielleicht ändern, aber trotzdem kann man von irreparabel beschädigten Platten nix auslesen. Statistik hin oder her.
In der c't stand vor längerer Zeit mal ein Bericht über Datenrettungsfirmen in Deutschland, da hieß es dann hinter vorgehaltener Hand, daß die Erfolgsquote bei diesen großen Unternehmen bei etwas über der Hälfte liegt. Sicher, die Großen bekommen überwiegend nur die Fälle, wo andere aufgegeben haben. Und viele Kunden lehnen auch prinzipiell lösbare Fälle aufgrund der hohen Kosten ab.
Aber auch wenn man Laufkundschaft, nicht-PC-kundige Leute herein-, und am Telefon abgewimmelte Sturzplatten (Head Crash) usw. herausrechnet, kommt man sehr wahrscheinlich nicht auf über 80%. Wobei viele Hardware-Defekte keineswegs unlösbar sind, sondern die Reparatur nur mit einem gewissen Aufwand verbunden ist, z.B. bei durchgeschmorten Platinen.
Ich kenne LazaRus (noch) nicht, und glaube gern, daß die sehr professionell arbeiten. Die sitzen allerdings in Kalifornien, da komme ich in nächster Zeit nicht hin. Freecom wird sich im eigenen Interessa ja kundig gemacht haben, was Professionalität und Erfolgsraten angeht. Mir ist nur aufgefallen, daß die auf den Internetseiten vieler Firmen angegebenen Erfolgsquoten meist umso größer sind, je kleiner die Firma ist. Und da habe ich aus eigener Erfahrung so meine Bedenken...
Forensik ist eng mit der Datenrettung verbunden, deshalb bieten es auch die meisten mit an. Das heißt ja nur, daß man den Umgang mit HASH-Prüfsummen und Suchalgorithmen beherrscht, und sich mit Dateisysteminterna auskennt. Die Legende, daß CSI oder wer auch immer mehrfach gelöschte Daten wiederherstellen kann, hat weder etwas mit der Realität noch mit Forensik zu tun. Das ist schlicht ein gern erzähltes Märchen. Auch die verbrannten oder abgesoffenen Platten kommen in der Realität weitaus seltener als in der Werbung vor. Und wenn, nimmt man ein Magnetkraftmikroskop nebst ausgeklügelter Algorithmen und viiiel Geld (die Technik hat kaum jemand, und das Auslesen dauert ewig lange).