Ich versteige mich zu der Aussage, zu behaupten, dass die Spielequalität im Schnitt eher abgenommen hat. Das Herzblut fehlt mir häufig. Kleinere Titel, oder Indie-Titel sind dafür spannender und erwachsener geworden. Die Autodidakten der frühen 90er haben das Ruder an die BWL übergeben. Betrachtet man die Investitionssummen die fließen, ist es leider irgendwo nachvollziehbar.
Bezogen auf all die investierte Zeit und das Geld über die Jahre, da ist meine Sicht zwiegespalten, ob es das fürs Hobby immer wert gewesen ist. War schon geil (mit ComputerBase) dies alles aus der Taufe zu heben. Aber einige werden sich in Sucht und Konsum verloren haben. Es fehlten Anfang der 2000er Referenzwerte für den Umgang mit Online-Welten.
Oder im Umgang mit Ingame-Käufen. Sind die Zahlen aus dem CB-Podcast?
5 Millarden Umsatz pro Jahr, davon über 4 Millarden im Spiel. Irre ...
Heute gibt es dazu, wenn man sich informieren möchte, kritische Stimmen. Eine Vielfalt davon. Und zwar anständige Quellen, nicht wie damals Spiegel TV Reportagen mit mindestens tendenziösem Unterton, die das Spielen verteufeln wollten.
Vielleicht ist die Phantasie aus vielen Spielen gewichen?
Viele jüngere Menschen erlebe ich als "erschreckend" selbstbewusst in ihrer Kommunikation, extrem aufgeklärt, immer informiert. Immer am Puls. Ich glaube, dies hat einen Preis. Einiges Verhalten erscheint mir zwanghaft professionell. Damit meine ich eine Art Gruppenzwang. Trends sind stark. Bspw. gibt es eine Perfektion in der Kleidung, dem Makeup, dem Umgang mit Trends.
Gaming war auch eine der Jugendkulturen. Gibt es klassische Jugendkulturen überhaupt noch?
Zu meiner Schulzeit kam aus der super coolen emanzipierten "Sex and the city" inhalierenden Girlz-Clique noch ein Sprech wie "Ihhh, bist du auch so ein Zocker"?
Heute darf es am besten keine getrennten, homogenen Räume mehr geben.
Wie sich doch die Zeiten geändert haben. In diesem Sinne. 🕊️