aLanaMiau schrieb:Also Menschen die jeden Abend auf der Playstation Fifa spielen und sonst nichts mit anderen Spielen anfangen können sind für mich keinen Gamer. Genau wie User die nur in Gachas die Kreditkarte glühen lassen.
Jep, der typische "core gamer" hat eine gewisse Auswahl von Games, hat interesse an unterschiedlichen Genres und Gameplaysystemen und spielt mindestens auch Singleplayer games.
Ich musste schon häufig feststellen, dass Leute, die exzessiv nur ein Game spielen (meist irgend ein Multiplayer game), dann auch wirklich nur das eine spielen, vielleicht irgendwann mal wechseln, aber sonst kaum Interesse an irgend welchen Games haben.
Häufig sieht man dann auch dass das so Phasen sind, oft auch nur in der Jugend, wo da gezockt wird und danach eben nicht mehr.
Das sind für mich in dem Sinne keine Gamer, die Gaming als Hobby betreiben. Es wirkt auf mich eher Suchtgetrieben oder vielleicht einfach nur sozial getrieben, weil man mit Freunden spielt. Aber das eigentliche Interesse an virtuellen Welten steht bei solchen Personen dann meist weit im Hintergrund.
Ein echter Gamer ist für mich jemand, der immer wieder nach neuen Games ausschau hält und sich Reviews dazu anschaut. Das wäre für mich das mindeste, um sagen zu können "ja, das ist sein/ihr richtiges hobby".
Ich meine mit Filmen und Serien ist es ja das gleiche. Es gibt leute die lassen einfach den TV laufen und schauen sich abends an, was eben so kommt. Oder machen Netflix auf und schauen einfach irgendwas.
Man konsumiert dann eben nur. Jemand der Filme/Serien schauen aber als Hobby betreibt, informiert sich aktiv über neue Releases, informiert sich über hintergründe, making-ofs oder Bewertungen.
Das ist dann halt schon ein gewaltiger Unterschied zu jemanden, der sich einfach nur beriseln lässt. Beide konsumieren das gleiche Medium, aber mit völlig unterschiedlicher Herangehensweise.
Nicht jeder, der Videospiele Spielt ist daher ein Gamer, genauso wie nicht jeder, der Filme schaut ein Filmliebhaber/Cineast ist. Auch jeder der täglich essen verspeißt ist nicht automatisch ein Gourmet. Nicht jeder der jeden Tag kocht ein "Koch". usw...
Der Punkt ist eben, dass Gaming längst in der breiten Gesellschaft angekommen ist und dass Spiele von nahezu jedem in irgend einer Form konsumiert werden. Nur deswegen jetzt alle als "gamer" zu bezeichnen ohne eine Unterscheidung zwischen jemandem zu machen, der 2x im Monat Candy crush für 5 Minuten startet, jemand der am Wochenende 10 Stunden ein Multiplayer Game grindet und jemanden der jeden Spielerelease verfolgt, sich Reviews ansieht und sich für Technik, Gameplay und Storys begeistern kann finde ich dann auch zu kurz gedacht. Ich meine ich könnte mit den beispielen ewig weitermachen. Nur weil ich nachmittags mit meinen Kindern fußball spiele bin ich kein Fußballspieler. Ja, ich hör ja schon auf, aber eigentlich sagt einem doch der gesunde Menschenverstand schon, dass eine gewisse Unterscheidung notwendig ist. Das ist kein Gatekeeping, sondern einfach etwas was das breite Spektrum verdeutlicht. Zumal das ja schon intrinsisch motiviert ist. Ich würde es absolut schräg finden, wenn mich Jemand als Schachspieler bezeichnen würde, nur weil ich 2x im Monat ne Partie Schach spiele. Das würde ich dann noch nichtmal als Hobby bezeichnen, höchstens mildes interesse. Genauso würde es wahrscheinlich meine Mutter schräg finden, wenn ich sie als Gamer bezeichne, weil sie in der Zeitung Sudokus lößt oder am Handy irgend eines dieser Bubble Games spielt.
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