Ich spiele seit Mitte der 80er und angefangen habe ich, neben den klassischen Telespielen, auf dem Atari 2600 mit PacâMan und Missile Command. Auf dem VCâ20 habe ich Spiele aus Zeitschriften abgetippt und auf âDatasetteâ gespeichert.
Ich denke, wie viele andere hier habe ich die gesamte Entwicklung der modernen GamingâKultur miterlebt. Ich habe auf vielen Konsolen gespielt (vom Super Nintendo bis zur Switch, alle Nintendo GameBoys und DS, Xbox und Xbox 360) und auf Computern bzw. PCs (VCâ20, C64, vom 8086 bis zum heutigen GamingâPC).
Ja, selbst Mobile Gaming habe ich betrieben (wie z.âŻB. Gwent, Clash of Clans, Monument Valley uvm.).
In dieser Zeit habe ich viele Phasen durchlaufen. Auch die, in der ich ein sehr eingeschrĂ€nktes Bild davon hatte, was ein ârichtiger Gamerâ ist. Heute, mit 50, sehe ich das deutlich offener.
FĂŒr mich ist aber klar > Jeder, der sich selbst als Gamer sieht, ist auch einer <
UnabhÀngig von Alter, Geschlecht, Plattform oder Spielstil.
Ich unterscheide höchstens zwischen Casual Gamer, Gamer bzw. "Core" Gamer und Hardcore Gamer, aber dies nicht wertend, sondern rein beschreibend vom Stil her.
Was viele heute vergessen, FrĂŒher mussten sich viele von uns enorm fĂŒr das Hobby âGamingâ verteidigen. In den 80ern und 90ern galt Gaming fĂŒr viele AuĂenstehende als etwas Kindisches, Unreifes oder als reine Zeitverschwendung. Wer spielte, wurde oft belĂ€chelt, als AuĂenseiter abgestempelt oder als âNerdâ bezeichnet. Trotzdem haben wir weitergespielt und nicht, weil es gesellschaftlich akzeptiert war, sondern weil wir unser Hobby liebten.
SpĂ€ter, wĂ€hrend der KillerspielâDebatte, wurde es noch schwieriger. Teile der Politik und Medien stellten uns Gamer pauschal unter Generalverdacht. Spiele wurden oft mit Gewalt gleichgesetzt, und viele von uns mussten sich plötzlich fĂŒr eine völlig harmlose FreizeitbeschĂ€ftigung rechtfertigen. Einige wurden sogar kriminalisiert oder moralisch verurteilt, nur weil sie bestimmte Titel spielten. Trotzdem haben wir uns nicht versteckt. Wir haben diskutiert, aufgeklĂ€rt, Fakten geliefert und uns fĂŒr unser Hobby eingesetzt, oft gegen lautstarke Vorurteile.
Und genau deshalb ist Gaming heute da, wo es ist und zwar offen, vielfÀltig und gesellschaftlich akzeptiert. Nicht, weil es immer leicht war, sondern weil viele von uns drangeblieben sind und das Hobby durch schwierige Zeiten getragen haben. Wir haben den Weg bereitet, den heute alle gehen können, egal ob Casual, Core oder Hardcore, egal welches Alter, Geschlecht oder welche Plattform.
Wir sind als Gamer also eine Community, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Aber wir teilen alle dasselbe Hobby. Deshalb sollten wir akzeptieren, dass jeder, der sich als Gamer sieht, auch als solcher akzeptiert werden sollte. FĂŒr manche ist es ein kurzer Zeitvertreib, fĂŒr andere langzeit Unterhaltung und fĂŒr wieder andere eine echte Leidenschaft.
Darum finde ich es schade, wenn manche immer noch Gatekeeping betreiben oder nur PCâSpieler als âechte Gamerâ sehen.
Die RealitÀt ist lÀngst weiter, vielfÀltiger, offener und das ist auch gut so.