LucLeto schrieb:
Über die Preise kann man diskutieren, aber immer wieder dieses Gebaren digitale Dienstleistungen kostenlos in Anspruch nehmen zu wollen, halte ich für Absurd.
Bin ich grundsätzlich bei dir, auf der anderen Seite kann man aber halt nicht so einfach sagen, dass man sich umgekehrt den vom Betreiber gesetzten Regeln fügen sollte. Enshittification ist ja real, alle Unternehmen mit marktbeherrschender Stellung fangen an ihren Dienst kontinuierlich zu verschlechtern um
- das finanziell maximale aus deiner Nutzung herauszuholen, oder
- dich direkt dafür blechen zu lassen, dass der Dienst etwas weniger scheiße ist.
Die eigentliche Nutzererfahrung hat dabei nicht nur an Relevanz eingebüßt, sondern man verschlechtert diese
wissentlich und
willentlich für den eigenen Vorteil - was die ja auch machen dürfen. Nur liefert das auf einer moralischen Ebene ein solides Argument für den Nutzer das gleiche zu tun, also sich nicht mehr für die Belange des Anbieters zu interessieren, und die Nutzung rein auf sich bezogen zu optimieren.
Und dazu kommt ja noch der Aspekt, dass wenn man trotz Unzufriedenheit zahlt, man dem Unternehmen ja das Signal gibt "Jo, hast alles richtig gemacht", hinter dem man halt nicht steht (oder stehen sollte).
Dementsprechend find ich es gar nicht so schwarz-weiß.
Azeron schrieb:
Woher soll ich das wissen wie genau Google mit meinem Daten Geld verdient? Ich arbeite dort nicht. Sie haben aber genug Daten von mir und diese werden auch genutzt um irgendwie Geld damit zu machen. Man muss schon sehr naiv sein zu glauben dass, nur weil man Werbung blockiert, Google an einem nicht trotzdem irgendwie verdient.
Ist halt nur ungeschickt, dass du deine Vermutungen wie Tatsachenbehauptungen schreibst.
Katzenflüsterer schrieb:
(2) Das Deutsche Volk hat ein Recht auf kostenlose und werbefreie YouTube Nutzung.
Ganz ehrlich, da dürfte es wirklich Gesetze geben. Also nicht rein auf YouTube bezogen, sondern allgemein für (quasi) monopolistische Dienste mit mehr Nutzern als die EU Einwohner hat.
Finde es immer wieder wild, wie einige Leute auf der einen Seite brav nicken, wenn man fragt, ob bspw. der Bund gegen Monopole vorgehen sollte - dann aber den inneren FDP-ler rausholen, wenn es darum geht Dienste mit >1.000.000.000 Nutzern zu reglementieren, weil "freier Markt!1!", "prIvaTeR ANBieTEr", etc.
Wenn man daran glaubt, dass ein großer Einfluss eines einzigen Unternehmens auf ~80 Mio. Menschen schlecht ist, dann kann man doch nicht im nächsten Atemzug das gleiche OK finden, wenn es ein Drittel der Weltbevölkerung betrifft.
Mmn. müsste man solche Behemoth-Dienste reglementieren wie staatliche Institutionen, egal ob die nun YouTube, Facebook, oder Apple App-Store auf dem Namensschild haben.