VW Abgas Skandal was sind eure Gedanken

hrafnagaldr schrieb:
Nicht aus irgendwelchen Umweltschutzgründen, selbst wenn die weniger CO2 ausstoßen halte ich die direkten Auswirkungen auf den Menschen für gefährlicher als bei Ottomotoren.

Kannst du "direkte Auswirkungen" näher ausführen, das würde mich jetzt mal interessieren?
 
hrafnagaldr schrieb:
Grauzonen entstehen, wenn die Formulierung von Vorschriften / Gesetzestexten Interpretation zulassen.

Schon. Nur wurde in diesem Fall keine Grauzone genutzt, sondern schlichtweg behauptet, es gäbe eine solche. Als Metapher könnte man sagen, die USA hätten ein Gesetz, dass Diesel-Fahrzeuge nur dann erlaubt, wenn Weihnachten kalendarisch auf Ostern fällt. Und die lieben Automobilhersteller haben gesagt, dass dem nun so sei. Darum prüfen jetzt USA-Gerichte, ob das wirklich so gewesen ist.

Ich glaube da an Ilsans Hypothese, dass sich Strafen und Strafverfolgung jetzt so langsam lohnen und man deshalb das goldene Kalb schlachtet, das man selbst herangezüchtet oder wenigstens nicht beim Fressen gestört hat.

hrafnagaldr schrieb:
Dazu brauch ich nichtmal große Studien. Wer wie ich jeden morgen erst mal ein paar Ampeln mit dem Fahrrad zwischen Autos mit noch kalten Motoren wartet wird schnell merken, dass man hinter einem Benziner ohne größere Beeinträchtigungen durchatmen kann, beim Diesel ziehe ich es vor, die Luft anzuhalten.

Das ist das Problem mit Alltagsheuristik. Sie ist so lange gültig, bis der schwarze Schwan vorbeikommt. Ich war letzte Woche in Paris und da konnte ich morgens und abends im Berufsverkehr gar nicht atmen. Trotz frühzeitiger Maßnahmen gegen den Diesel:

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...frankreich-schlaegt-smog-alarm-a-1007216.html
 
Deliberation schrieb:
Das ist das Problem mit Alltagsheuristik. Sie ist so lange gültig, bis der schwarze Schwan vorbeikommt. Ich war letzte Woche in Paris und da konnte ich morgens und abends im Berufsverkehr gar nicht atmen. Trotz frühzeitiger Maßnahmen gegen den Diesel:

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...frankreich-schlaegt-smog-alarm-a-1007216.html

Paris will ich nun nicht mit Augsburg vergleichen, aber Stuttgart stinkt auch schon ganz schön.

Zu den rechtlichen Grauzonen: wie gesagt, das müssen nun Gerichte entscheiden, ob und wie Gesetze evtl. fehlerhaft formuliert sind, bebrochen wurden oder zuviel Interpretationspielraum lassen.

hallo7 schrieb:
Kannst du "direkte Auswirkungen" näher ausführen, das würde mich jetzt mal interessieren?

Einfach. CO2 mag den Menschen indirekt durch potentielle Erderwärmung beeinflussen. Hinter einem Dieselfahrzeug kannst aber im Extremfall ganz direkt nicht mehr atmen.

Konkret: Stickoxide begünstigen die Reizung und Schädigung der Atmungsorgane, Bildung von Ozon und saurem Regen.
CO2 ist direkt und im Freien erstmal für den Menschen an sich unschädlich, es behindert max. die Aufnahme von Sauerstoff. Im Freien aber erstmal unerheblich, da werden zum Ersticken notwenige Konzentrationen nicht erreicht.

NOx hingegen, von denen Diesel deutlich mehr ausstoßen, schädigen meine Lunge direkt.

Was auch der Grund ist, warum von Umweltzonen nur Dieselfahrzeuge und Benziner nur ohne Kat betroffen sind, was es schon lange quasi nicht mehr gibt. Moderne Benziner stoßen davon vergleichweise wenig aus. Aber eben mehr CO2.

Kurzum werden zur Senkung des "Klimagifts" CO2 die Werte der für den Menschen direkt schädlichen NOx über die Subventionierung beim Diesel gesteigert.
Und wenn man mitm Radl direkt in der Abgaswolke steht, wird man den Benziner jederzeit vorziehen.
Gerade bei leichten Anstiegen, beim Anfahren oder wenn ich ein SCR Filter gerade reinigt, liegen die Werte gerne mal beim sieben- bis achtfachen der zulässigen Werte. Und genau das merkt man dann, wenn man hinter so einem Fahrzeug versucht, einzuatmen.

Wobei was würde ich geben für mehr autofreie Innenstädte. Hinter einem Bus mit Gasantrieb merkt man quasi garnix.
 
Zuletzt bearbeitet:
hrafnagaldr schrieb:
Paris will ich nun nicht mit Augsburg vergleichen, aber Stuttgart stinkt auch schon ganz schön.
Also ich merke davon nichts. Es mag zwar sein, dass man eher Krank wird wenn man z. B. am Neckartor wohnt ist das über die Jahre sicher Gesundheitsschädlich. Aber ich hatte noch nicht das Gefühl keine Luft zu bekommen, und auch nicht wirklich riechen. Natürlich ist die Luft im Schwarzwald anders was man auch merkt.
Zum Gas, Autogas stinkt aufjedenfall extrem beim Tanken und beim abdocken geht da auch ganz klar ordentlich was daneben, ob das gesund ist. Wir hatten Jahre lang ein Erdgasauto von VW, nachdem das aber fast in die Luft geflogen wäre wurde der Nachfolger ein 2.0 Diesel der hoffentlich bald sein Update bekommt, zunächst wurde ja auf Januar 2016 spekuliert, jetzt wird es wohl eher August. Ich persönlich fahre aber überwiegend Öffis oder 0,6L Benzin Smart und selten auf Grund des doch etwas hohen Preises Car2Go in Stuttgart.
 
Wie viele Feinstaubalarme gab es in Stuttgart bereits seit Einführung des Feinstaubalarms?
 
Schätzungsweise 4 oder 5, wobei das ja primär vom Wetter abhängt, ich schätze es fahren immer in etwa gleich viele Autos durch den Kessel, es ist zumindest kurzfristig sehr schwer die Leute von der Straße zu bekommen. Was ich auch sehr schade finde ist, dass sich auf der B14 an der Schwabengarage kein Mensch an die empfohlene Richtgeschwindigkeit die über Displays angezeigt wird hält, wenn ich da mal 30 fahe, weils das System eben berrechnet hat, dass ich dann nicht an der Ampel stehen muss, überholen mich 95% und fahren mit 50-55km/h (gibt ja genug Blitzer) bis vor zur Ampel um dann nochmal ordentlich zu bremsen.
 
Wenn ich bedenke, dass es den Feinstaubalarm in Stuttgart erst seit dem 18. Januar gibt und ein Feinstaubalarm über eine Woche gedauert hat, hatten die Stuttgarter quasi mehr Tage mit Feinstaubalarm als ohne. Kein Wunder, dass man da über die "blaue Plakette" nachdenkt und Daimler schon vor vielen Jahren mit einem Protestplakat auf dem Hauptbahnhofturm angeklagt hat, mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Rußpartikelfilter Menschen und Umwelt zu schaden.
 
SSD Turbo schrieb:
Zum Gas, Autogas stinkt aufjedenfall extrem beim Tanken und beim abdocken geht da auch ganz klar ordentlich was daneben, ob das gesund ist.

Naja, es gibt CNG (Erdgas, hauptächlich Methan) oder LPG (Propan-Butan), ihr hattet wohl Erdgas. Gesundheitsschädlich ist nix davon, zumindest nicht in dem Maße von Benzin oder gar Diesel. Methan verdrängt auch nur den Sauerstoff und stinkt halt. Im Freien aber kein Thema.

Am Wochenende wurden am Neckartor die Grenzwerte wieder überschritten, anscheinend muss bei schönem Wetter am Wochenende jeder mit dem Auto raus...
 
hrafnagaldr schrieb:
Am Wochenende wurden am Neckartor die Grenzwerte wieder überschritten, anscheinend muss bei schönem Wetter am Wochenende jeder mit dem Auto raus...

Schönwetter begünstigt die Feinstaubbildung bzw. verhindert das der Feinstaub in höhere Schichten gelangt (in einem Hochdruckgebiet sinken Luftmassen großräumig ab, inkl. dem Feinstaub).
Das muss nichts mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu tun haben (kann natürlich auch reinspielen).
 
hallo7 schrieb:
Schönwetter begünstigt die Feinstaubbildung bzw. verhindert das der Feinstaub in höhere Schichten gelangt (in einem Hochdruckgebiet sinken Luftmassen großräumig ab, inkl. dem Feinstaub).
Das muss nichts mit einem höheren Verkehrsaufkommen zu tun haben (kann natürlich auch reinspielen).

Das ist mir schon klar. Trotzdem kann ich Dir sagen, auch wenns nur Augsburg ist, dass gestern jeder Depp (wir hatten auch noch verkaufsoffenen Sonntag) mit dem Auto unterwegs war, bereits um neun in der Früh, als ich vom Laufen kam.

Bei uns in Augsburg gibts auch regelmäßig Überschreitungen, aber am Stadtrad (LfU) deutlich weniger als als in der Innenstadt wo sagen wir mal jeder Depp seinen gepimpten Dreier oder aufwärts sinnlos posend durch die Stadt fahren muss. Zwar ist bei der Klientel der Benziner durchaus beliebter als der Diesel, aber in Stuttgart gibts davon auch genug.

Eigentlich wäre ich für Fahrverbote in Innenstädten an Sonntagen.
 
hrafnagaldr schrieb:
Naja, es gibt CNG (Erdgas, hauptächlich Methan) oder LPG (Propan-Butan), ihr hattet wohl Erdgas. Gesundheitsschädlich ist nix davon, zumindest nicht in dem Maße von Benzin oder gar Diesel. Methan verdrängt auch nur den Sauerstoff und stinkt halt. Im Freien aber kein Thema.

Am Wochenende wurden am Neckartor die Grenzwerte wieder überschritten, anscheinend muss bei schönem Wetter am Wochenende jeder mit dem Auto raus...
Sowohl CNG (VW Caddy) beim Tanken absolut dicht, dafür werden die Tanks gerne Rostig und diverse Ventise undicht, so dass man über Nacht mal den gesamten Tankinhalt in der Garage und im Fahrzeuginnenraum hat. Als auch LPG (C Klasse) absolut keine Probleme aber beim Tanken geht garantiert immer was daneben und beim Abziehen steht man in einer reisen Gaswolke.
 
Bei uns im Unternehmen haben sie für 4 Autos eine Benachrichtigung vom VW Konzern erhalten, indem festgehalten wird, dass sie mit den Fahrzeugen in die Werkstatt kommen sollen um die Änderungen vorzunehmen.
Was genau die dort machen weiß ja noch keiner.

Aber unser Unternehmen will nicht in die Werkstatt; Sollte aber dann die Typengenehmigung des KFZ entzogen werden weil man die Änderungen nicht hat vornehmen lassen, dann bleibt man auf diesem KFZ sitzen. Verkaufen geht nichtmehr und sonst auch nix.
 
Ja das habe ich mich auch gefragt, was dagegen spricht.

Die Antwort war eigentlich ganz klar: " Bringt ja sowieso nix"

Naja, dann eben nicht. Soll ja nicht mein Problem sein.
 
Ähm vier aktuell betroffenen Fahrzeuge? Das sind doch sicher eh welche im Leasing? Oder habt Ihr die gekauft?
 
Beim Leasing wirst du gezwungen sein die Behandlung durchzuführen, da dir das Auto ja nicht gehört und der Eigentümer (Bank X) das sicherlich anordnen wird bzw. bei der Rückgabe eben die Frage im Raum stehen wird und sicher ein Abschlag zu zahlen ist.
 
Jo in dem Fall könnt ihr mit den Karren machen was Ihr wollt. Würde aber trotzdem in die Werkstatt.
 
Ja das mit dem Leasing ist eigentlich klar. Bin heute nicht fähig mein Hirn zu benutzen :(

Wir könnten ja dann einen Grill bauen :) Sind ja VW Caddy´s :)

Wie sieht es da in Deutschland aus? Fahren da alle in die Werkstatt und hängen sich noch bei den Sammelklagen an, oder ist das auch eher egal?

Irgendwie kenne ich nur Leute die sich da einfach nicht wehren. Denen ist das wirklich egal.
 
Sammelklagen sind in Deutschland nicht so für ihren Erfolg bekannt.
Die meisten werden erstmal den Ausgang der Sammelklagen in den USA abwarten und dann entsprechend etwas unternehmen.
 
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