Deliberation schrieb:
Das ist das Problem mit Alltagsheuristik. Sie ist so lange gültig, bis der schwarze Schwan vorbeikommt. Ich war letzte Woche in Paris und da konnte ich morgens und abends im Berufsverkehr gar nicht atmen. Trotz frühzeitiger Maßnahmen gegen den Diesel:
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...frankreich-schlaegt-smog-alarm-a-1007216.html
Paris will ich nun nicht mit Augsburg vergleichen, aber Stuttgart stinkt auch schon ganz schön.
Zu den rechtlichen Grauzonen: wie gesagt, das müssen nun Gerichte entscheiden, ob und wie Gesetze evtl. fehlerhaft formuliert sind, bebrochen wurden oder zuviel Interpretationspielraum lassen.
hallo7 schrieb:
Kannst du "direkte Auswirkungen" näher ausführen, das würde mich jetzt mal interessieren?
Einfach. CO2 mag den Menschen indirekt durch potentielle Erderwärmung beeinflussen. Hinter einem Dieselfahrzeug kannst aber im Extremfall ganz direkt nicht mehr atmen.
Konkret: Stickoxide begünstigen die Reizung und Schädigung der Atmungsorgane, Bildung von Ozon und saurem Regen.
CO2 ist direkt und im Freien erstmal für den Menschen an sich unschädlich, es behindert max. die Aufnahme von Sauerstoff. Im Freien aber erstmal unerheblich, da werden zum Ersticken notwenige Konzentrationen nicht erreicht.
NOx hingegen, von denen Diesel deutlich mehr ausstoßen, schädigen meine Lunge direkt.
Was auch der Grund ist, warum von Umweltzonen nur Dieselfahrzeuge und Benziner nur ohne Kat betroffen sind, was es schon lange quasi nicht mehr gibt. Moderne Benziner stoßen davon vergleichweise wenig aus. Aber eben mehr CO2.
Kurzum werden zur Senkung des "Klimagifts" CO2 die Werte der für den Menschen direkt schädlichen NOx über die Subventionierung beim Diesel gesteigert.
Und wenn man mitm Radl direkt in der Abgaswolke steht, wird man den Benziner jederzeit vorziehen.
Gerade bei leichten Anstiegen, beim Anfahren oder wenn ich ein SCR Filter gerade reinigt, liegen die Werte gerne mal beim sieben- bis achtfachen der zulässigen Werte. Und genau das merkt man dann, wenn man hinter so einem Fahrzeug versucht, einzuatmen.
Wobei was würde ich geben für mehr autofreie Innenstädte. Hinter einem Bus mit Gasantrieb merkt man quasi garnix.