Dass jeder gemäß seinem Risiko in den Sozialstaat, der de facto natürlich eine Versicherung ist, einzahlt, steht ja außer Frage. Das gilt dann aber nicht nur für Leute mit Feierabendzigarrette und Biergartenbesucher, sondern insbesondere auch für erfolgreiche Leute aus der Wirtschaft, die sich durch Sport fit halten und gesund ernähren. Siehe Punkt "Burnout" unten.
Seppuku schrieb:
@ sunset_rider
Schon mal etwas von der Leinenpflicht gehört? Von daher ist das Hundebeispiel sowieso für die Katz...
Ich sehe hier täglich frei laufende Hunde und hatte erst dieses Jahr 2 Zusammenstöße mit dem Rennrad, die zum Glück nicht zur Kollision führten. Er wollte ja nur spielen... Außerdem kann auch Hund an Leine gefährlich werden. Viele Halter haben ihr Vieh doch gar nicht unter Kontrolle. Gerade wenn es was ab Collie aufwärts ist. Und ja: Ich wurde schon direkt körperlich attackiert (als Kind von angeleintem Hund). Von Kot möchte ich gar nicht reden.
Ich sitze jedenfalls lieber n Kneipe neben Raucher als neben Hund. Wenn man Raucher rauswirft, dann die Hunde gleich mit.
Mit politischer Verfolgung meine ich, dass Raucher durch Medien zumindest eine zeitlang als Freiwild propagiert wurden. Derzeit ist es ja ruhiger. Ich gebe zu, dass Rauchen in geschlossenen Räumen aus Rücksicht auf andere nur in abgetrennten Bereichen möglich sein sollte. Gerade was Restaurants betrifft.
Mich stört aber die Überreaktion: Raucher werden von vielen als "Volksschädlinge" angesehen und entsprechend diskriminiert. Spontane Bedrohungen oder Schlägerein erinnern mich dann schon wieder an andere histroische Begebenheiten. Siehe diesen Artikel der sueddeutschen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/129/398913/text/
Ich führe noch ein anderes Beispiel an: Burnout durch Stress als Krankheit kostet uns alle viel Geld, einmal die Volkswirtschaft, einmal die Krankenkassen. Wollte man Alkohol als Genussmittel und Tabak als Genussmittel verbieten, müssten auch Gymnasien in G8 Ausprägung geschlossen werden, viele Arbeitsstellen illegalisiert werden, da sie Menschen durch Stress schädigen. Ob nun die Diagnose Burnout da steht oder nicht: Es sterben nur wenige dran, nicht alle werden wirklich krank, negative Auswirkungen spüren aber viele.
Was ich sagen will: Wenn man will, dass der Bürger sich im Staat wohlfühlt und diesen mitträgt, muss man ihm eine gewisse Freiheit im Kleinen lassen. Dazu gehört nunmal, dass er ein Bierchen trinken darf, dass er eine Zigarette im Park rauchen darf, sofern er den Müll entsorgt. Die ganzen Aufregungen um digitale Kontrolle hier im Forum gehen doch in die selbe Richtung. Der Mensch braucht zumindest das trügerische Gefühl gewisser privater Freiheit.
Grenzen dieser Freiheit fangen natürlich dort an, wo Menschen sich selbst oder anderen in bestimmtem Maße schaden.
Einerseits zu fordern, dass jeder absolut flexibel bis zum Umfallen malocht udn dabei durch Stress geschädigt wird, andererseits zu propagieren, dass Tabakrauch uns alle umbringen kann, ist in meinen Augen verlogene Politik. Wer wirklich Interesse an Gesundheit der Menschen hat, der fordert kein Turbo-Abi, Turbo-Studium.