Ich hab eigentlich die "normalen" Erfahrungen bei der BW gemacht. Also mit Höhen und Tiefen.
Allerdings ist meine AGA auch schon gut 15-16 Jahre her.
Ich wurde im 01.10.1994 zu Grundausbildung nach Stetten a.K.M. eingezogen. Nein, das a.K.M. steht nicht für am Karibischen Meer, sondern für Stetten am Kalten Markt. Und kalt war es da wirklich.
Meine AGA habe ich in der FjAKp. 750/, also Heer, begonnen und nach verschiedenen Lehrgänge meine BW-Zeit (Wdl-12er) erfolgreich als Uff.d.R. abgeschlossen. Bin der Reserve zugeteilt und kann noch bis 47 zu Übungen herangezogen werden.
Mittlerweile bin ich Stuffz.d.R. und habe die Reserveübungen als willkommene Abwechlsung zum normalen Arbeitsalltag angesehen.
Tja, wie war die Zeit.
Die Zeit in der AGA war anfangs schon stressig, weil man nicht wusste wie man sich zu verhalten hat etc. Nach einem Monat wußte man aber dann schon wie der Hase läuft und kam auch immer besser mit den Ausbildern/Gruppenführern/Kameraden zurecht.
Sog. "Dummfick" kam auch vor, also z.B. so Aktionen wie mit nem weißen Handschuh zwischen die Rippen der Heizung langfahren etc. so daß man nachreinigen musste. Oder so Sachen wie "Lauter , ich kann Sie nicht hören".
Dies geschah allerdings nur zu Anfang der AGA, danach nicht mehr. Generell kann ich aber sagen, das sich ansonsten die Vorgesetzten korrekt verhalten haben, bzw. auch den ein oder anderen Spaß mitgemacht haben.
Also alles so wie im richtigen Leben.
Am besten gefallen hat mir in der AGA eigentlich immer der Außendienst, also Geländetage oder Schießbahn. War zwar schon eine gewisse körperliche Anstrengung, aber wenn man diese gepackt hatte, war man auch schon irgendwie stolz auf sich selbst und auf die Leistung die man erbracht hatte.
Nach der AGA ging es dann zum Dienstkommando nach Koblenz. Da war es dann schon recht geruhsam. Ok, der normale Dienst, Stubenreinigung etc. fiel immer noch an, wurde aber recht locker gehandhabt. Wer natürlich Mist baute wurde auch dort zu Rechenschaft gezogen.
In Koblenz selbst war ich allerdings nur knappe 2 Monate, weil es dann zum Lehrgang nach Sonthofen ging. In Sonthofen war ich dann ca. 3-4 Monate. Dort bekamen wir dann so feldjägerwichtige Dinge wie Gesetzeskunde, Selbstverteidigung, Ablauf von Kontrollen etc. beigebracht.
Dann, mit bestandenem Lehrgang ging es wieder zurück nach Koblenz und wurde dort dann im Schichtdienst eingesetzt. Mein Dienst erstreckte sich dabei über Telefondienst, Transportbegleitung (für die US-Streitkräfte oder mal nen Rudel Bergepanzer bzw. Leopards durch KO lotsen

), Unfallsicherung, Objektschutz, "Hausbesuche", Absicherung von Vereidigungen/Gelöbnissen sowie Kontrollen im Dienstgebiet.
Wie man sieht eine sehr abwechslungsreiche Zeit in der ich auch viel rumgekommen bin und jede Menge Kameraden kennengelernt habe.