Wehrdienst Erfahrungen

Was habt ihr für Erfahrungen beim Bund gemacht?

  • War super, tolle Zeit

    Stimmen: 9 34,6%
  • Alles in allem gut, aber auch Tiefen

    Stimmen: 7 26,9%
  • War manchmal gut, aber sonst furchtbar

    Stimmen: 4 15,4%
  • Nie wieder! Einfach schlimm

    Stimmen: 6 23,1%

  • Umfrageteilnehmer
    26
  • Umfrage geschlossen .
R

Robert Alpha

Gast
Hi, alle zusammen,
ich muss morgen zur Musterung, und würd gerne von euch hören,
was ihr für Erfahrungen beim Bund gemacht habt (auch Umfrage).
Besonders interessiert mich:
- Einheitentyp
- Umgang mit Kameraden
- Umgang mit Vorgesetzten

Dazu würd mich interessieren, wie das heute aussieht, wie man da noch fertig gemacht wird.

Ich bin für alle Antworten dankbar, nur bitte keine Diskussionen, das würde das ganze nur in die Länge ziehen,
und außerdem ist das die Meinung jedes Einzelnen.

Danke im Voraus!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab eigentlich die "normalen" Erfahrungen bei der BW gemacht. Also mit Höhen und Tiefen.
Allerdings ist meine AGA auch schon gut 15-16 Jahre her.

Ich wurde im 01.10.1994 zu Grundausbildung nach Stetten a.K.M. eingezogen. Nein, das a.K.M. steht nicht für am Karibischen Meer, sondern für Stetten am Kalten Markt. Und kalt war es da wirklich.

Meine AGA habe ich in der FjAKp. 750/, also Heer, begonnen und nach verschiedenen Lehrgänge meine BW-Zeit (Wdl-12er) erfolgreich als Uff.d.R. abgeschlossen. Bin der Reserve zugeteilt und kann noch bis 47 zu Übungen herangezogen werden.
Mittlerweile bin ich Stuffz.d.R. und habe die Reserveübungen als willkommene Abwechlsung zum normalen Arbeitsalltag angesehen.

Tja, wie war die Zeit.

Die Zeit in der AGA war anfangs schon stressig, weil man nicht wusste wie man sich zu verhalten hat etc. Nach einem Monat wußte man aber dann schon wie der Hase läuft und kam auch immer besser mit den Ausbildern/Gruppenführern/Kameraden zurecht.

Sog. "Dummfick" kam auch vor, also z.B. so Aktionen wie mit nem weißen Handschuh zwischen die Rippen der Heizung langfahren etc. so daß man nachreinigen musste. Oder so Sachen wie "Lauter , ich kann Sie nicht hören".
Dies geschah allerdings nur zu Anfang der AGA, danach nicht mehr. Generell kann ich aber sagen, das sich ansonsten die Vorgesetzten korrekt verhalten haben, bzw. auch den ein oder anderen Spaß mitgemacht haben.

Also alles so wie im richtigen Leben.

Am besten gefallen hat mir in der AGA eigentlich immer der Außendienst, also Geländetage oder Schießbahn. War zwar schon eine gewisse körperliche Anstrengung, aber wenn man diese gepackt hatte, war man auch schon irgendwie stolz auf sich selbst und auf die Leistung die man erbracht hatte.

Nach der AGA ging es dann zum Dienstkommando nach Koblenz. Da war es dann schon recht geruhsam. Ok, der normale Dienst, Stubenreinigung etc. fiel immer noch an, wurde aber recht locker gehandhabt. Wer natürlich Mist baute wurde auch dort zu Rechenschaft gezogen.

In Koblenz selbst war ich allerdings nur knappe 2 Monate, weil es dann zum Lehrgang nach Sonthofen ging. In Sonthofen war ich dann ca. 3-4 Monate. Dort bekamen wir dann so feldjägerwichtige Dinge wie Gesetzeskunde, Selbstverteidigung, Ablauf von Kontrollen etc. beigebracht.

Dann, mit bestandenem Lehrgang ging es wieder zurück nach Koblenz und wurde dort dann im Schichtdienst eingesetzt. Mein Dienst erstreckte sich dabei über Telefondienst, Transportbegleitung (für die US-Streitkräfte oder mal nen Rudel Bergepanzer bzw. Leopards durch KO lotsen:D), Unfallsicherung, Objektschutz, "Hausbesuche", Absicherung von Vereidigungen/Gelöbnissen sowie Kontrollen im Dienstgebiet.

Wie man sieht eine sehr abwechslungsreiche Zeit in der ich auch viel rumgekommen bin und jede Menge Kameraden kennengelernt habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Virus27: Danke schonmal für deinen Post.
Des klingt ja gar nicht so schlecht... Kommt halt bestimmt auch drauf an, in welcher einheit man landet, welche kameraden man hat usw., oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Genau, kommt drauf an, welcher Einheit du zugeteilt wirst.
Mein Bruder war z.B. bei der Luftwaffe und hat dort einen wirklich ruhigen Dienst geschoben.
Nach der AGA war bei ihm praktisch morgens erscheinen, bißchen was arbeiten (planbare Instandhaltung bei Flugzeugen), bzw. normalen Dienst schieben und um 16.00 Uhr war dann meistens Feierabend.

Wie gesagt, geht es bei der BW ähnlich wie in einer großen Firma (außer das nie das Material da ist, welches gerade dringend gebraucht wird:) ) zu, in der man auch ständig mit irgendwelchen Leuten, Abteilungen zu tun hat. Es gibt halt Leute mit denen man gut kann und mit manchen weniger gut auskommt. Wenn du Glück hast, wirst du evtl. berufsnah verwendet und profitierst dann nochmal zusätzlich, weil du das in der Ausbildung/Schule gelernte weiter anwenden kannst, bzw. neues dazulernen kannst.
 
@ Robert Alpha

Erwarte hier bloß nicht zuviel, du wirst wahrscheinlich noch mehr dumme Beiträge wie den von "OCer" lesen müssen.

Ich habe mich während der Grundausbildung entschieden FWDL'er zu werden, also meinen Wehrdienst auf 23 Monate verlängert, das würde ich auch jedem empfehlen.
9 Monate sind verdammt kurz und wenn du Pech hast siehst du nach der AGA nie wieder eine Waffe (Stab, Gezi, Kaffeeshop).

- Einheitentyp
Jäger

- Umgang mit Kameraden
Immer problemlos, war echt eine super Zeit !

- Umgang mit Vorgesetzten
In der AGA werden deine Vorgesetzten vielleicht nicht deine besten Freunde aber später sollte es keine Probleme geben.
Man könnte die Situation durchaus mit einer normalen Firma vergleichen, du wirst schnell merken wie du dich zu verhalten hast.

Und keine Angst, in der Bundeswehr ist der "Dummfick" inzwischen auf ein Minimum gesunken. Aber es kann dir durchaus passieren das dein Zugführer noch ein richtiger Schleifer ist, das hat aber auch seine Vorteile... ;)
 
Hi!
Muss ganz ehrlich sagen, war die fast schönste und aufregenste Zeit in meinem Leben.
War im Gebirgsjägerbataillon in Bad Reichenhall, ebenso in Dillingen an der Donau, sowie in Ellwangen stationiert.
Angefangen als SaZ12, verkürzt zum FWDL23 und später im Rahmen eines erneuten Auslandseinsatzes schliesslich wieder zum SaZ ernannt.

Du machst nichts falsch, geh zum Bund. Gerade die AGA macht Laune, die Kameradschaft ist hier unübertroffen stark.
Vom typischen Kasernenleben kann ich dir nicht viel erzählen. War all die Jahre nur im Ausland, auf Fortbildungen oder Vorbereitungsseminaren.
Dennoch war all dies seine Erfahrungen wert. Ich bin mit einem tränenden Auge ausgeschrieden, habe jedoch auch heute noch Kontakt zu vielen meiner ehemaligen Kameraden.

Grüße!
 
Ich war vor 6 Jahren als Jäger beim Bund. Die ersten 3 Monate (AGA) wahren schon teilweise recht hart. Aber auch der längste Marsch hat mal ein Ende. Und wo sonst kann man schon mit allen möglichen Waffen rumballern bzw. Handgranaten durch die Gegend werfen ;)
Nach der AGA durfte ich meinen LKW-Führerschein machen und danach Fuchspanzer fahren. Mit dem Ding durchs Geläde zu pflügen war der absolute Hammer!
In den letzten 3 Monaten haben wir viel Häuserkampf gemacht. Zur Kaserne gehörte eine kleine verlassenen Ortschaft in der wir uns dann mit Platzpatronen gegenseitig erschossen haben :D

Die Kameradschaft in unserem Zug war top. Auch mit denen die ich während meiner Fahrschulzeit getroffen hab hatte ich keine Probleme.

Die meisten Vorgesetzten waren absolut fair. Allerdings gabs auch einige wenige ***** die meinten wunder wie toll sie sind. Aber die gibts überall...

Naja ich würde wieder hin gehen. Wollte eigentich auch länger bleiben, aber das ständige "Männchen machen" und Dienstgradgehabe ging mir mit der Zeit auf den Geist ;)
 
Ich würde meine Meinung nicht von anderen Leuten abhängig machen. ;)

Bundeswehr ist einfach abhängig von deinem Einsatzfeld, es kann spaß machen, du kannst aber auch pech haben die restlichen sechs Monate nach deiner Aga nur rumzusitzen.

Die Leute die bisher hier gepostet haben gehören z.B. zu den interessanteren Truppengattungen, bei denen man noch viel Zeit mit Gefechtsdienst verbringt.

@Wiggum: Wieso würdest du jedem FWDL23 empfehlen?! Wer garantiert mir denn bitte bei FWDL23 nicht im Stab/Gezi zu landen. ;) Wer als Abiturient FWDL23 macht, sollte lieber ROA machen, das ist wenigstens sinnvoller.
 
War 23 Monate bei dem Verein, und muss sagen das ich
die Erfahrungen nicht missen will. Die Grundausbildung war
zwar ein wenig hart, aber dauert ja nicht so lange.
Die Zeit danach ist eigentlich eher ruhig, wenn man nicht so ein
Dickkopf ist und seine Befehle richtig ausführt.

Bei FWDL über 16 Monate besteht halt die Möglichkeit,
das man in einen Auslandseinsatz gehen muss.
So war es jedenfalls bei mir.
Da kommen dann noch mal etliche Ausbildungen und
Manöver hinzu. Macht aber Spaß.
 
[X]War manchmal gut, aber sonst furchtbar
Die ersten 2 Monate waren grauenhaft... getritze, laufen laufen laufen.... blöde Übungen.... und danach habe ich mich fast 8 Monate zu Tode gelangweilt. Die meisten Leute waren einfach nur Dumm und fühlten sich überlegen. Grade die Unteroffiziere sind eigentlich alle Lachhaft blöde gewesen. Lediglich die Offiziere und ab Feldwebel aufwärts waren meist ziemlich nett und man hatte mit denen viel Spaß.
Aber wie gesagt, es war gähnend langweilig. Jeden Tag fast das selbe tun, krampfhaft was zu tun suchen. Man kam sich vor wie in einem lockeren Knast. Am schlimmsten sind die mit den Grünen Mützen... da könnte man grade meinen die haben die Dümmsten raus gesucht und denen allen eine grüne Kappe verpasst.

Wer ein bisschen was im Kopf hat wird dort geistig untergehen. Sofern er nicht grade bei der MArine oder Luftwaffe landet. Aber im Herr... nein danke.
 
Also das mit der grünen Mütze werden dir hier einige übel nehmen, mich eingeschlossen. ;)

Wenn man was im Kopf hat, geht man geistig teilweise wiklich ganz schön ein, allerdings bezweifel ich ganz stark, dass das bei der Marine oder der Luftwaffe anders ist.
 
Ich war bei der Ari.... und wir hatten nicht viele grüne Mützen in der Kaserne... aber das waren wirkliche Spinner wie sie im Buche stehen. Vielleicht hatte ich bei uns nur pech mit den Leuten.

Bei der Marine soll es ganz interessant sein, soweit ich von Freunden gehört habe. Und nach deren Erzählungen anspruchsvoller udn abwechslungsreicher. Bei der Luftwaffe hat man relativ wenig zu tun, aber immerhin was zu tun. Beim Herr... da hatte ich eigentlich nur das Gefühl man versucht krampfhaft die Leute zu beschäftigen, so Sinnlos die Beschäftigung auch sein mag.
 
EvilMoe schrieb:
Also das mit der grünen Mütze werden dir hier einige übel nehmen, mich eingeschlossen. ;)

Über solche Dinge stehe ich doch ganz einfach. Und ich trug 4 Jahre die grüne Mütze ;)

EvilMoe schrieb:
Wenn man was im Kopf hat, geht man geistig teilweise wiklich ganz schön ein, allerdings bezweifel ich ganz stark, dass das bei der Marine oder der Luftwaffe anders ist.

Ich würde sagen es kommt doch immer ganz drauf an was man genau gemacht hat und wie lange man dabei war.

Wenn ich so zurückschaue hatte ich die Möglichkeit mein Wissen drastisch zu erweitern und ich bekam die Chance hinter die Vorhänge zu schauen wie was funktionierte.
Dank BW und BfD konnte ich während der Dienstzeit und nach dem Ausscheiden diverse Fortbildungen besuchen. Ohne diese 4 Jahre wäre ich heute nicht da wo ich jetzt bin.
 
Als ich mit der Lehre fertig war, gabs sofort Post von der Bundeswehr.
Ich wusste das ich nach Rennerod/Westerwald muss, als San-Soldat.
In den ersten tagen wurde man richtig rumkommandiert, am Ankunftstag ging das ganze Spiel mit Datenaufnahme, Untersuchung etc bis abends um 24 Uhr. Zu Bett so gegen 1 Uhr, aufstehen war dann um 5.30 Uhr... dann ging es wieder los, Fitnesstest hier, Drillen dort (Auf Stube und wieder raus zum Antreten, war man zu langsam, alles wieder von vorn.... und das ging immer so weiter)

Das war schon sehr stressig in den ersten Tagen, kaum Pausen, und immer volles Tempo. Auch wenns Körperlich noch nix war, aber die ganze Hektik....

Also an diesen Umgangston muss man sich erstmal gewöhnen...

Lange gings bei mir ja nicht, Glück im Unglück, wurde in der zweiten Woche KZH bis DZE geschrieben, und hatte somit von Mitte April bis Ende Dezember bezahlten Urlaub (Im Jahre 2002)

Wäre dies aber nicht passiert, hätte ich das ganze aber sicherlich auch gut durchgezogen, es ist eben etwas anderes, ein interessanter Lebensabschnitt auf den man hätte schön zurückblicken können :D
 
EvilMoe schrieb:
@Wiggum: Wieso würdest du jedem FWDL23 empfehlen?! Wer garantiert mir denn bitte bei FWDL23 nicht im Stab/Gezi zu landen. ;) Wer als Abiturient FWDL23 macht, sollte lieber ROA machen, das ist wenigstens sinnvoller.

Nun, als FWDL'er ist man flexibel. Man kann so viele Monate dranhängen wie man will was ja beim ROA nicht geht. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit das man als FWDL'er im Büro landet sehr gering wenn man vorher mit den Vorgesetzten abklärt das man eben nicht dorthin will.
 
Hust -> FWDL im Stab :-D Bin ja Nachschieber und habe immer zu tun, aber ich bin auch in einem Einsatzverband =)
 
So, jetzt hat sich das auch erledigt,
ich wurde ausgemustert wegen ner leichten Stauballergie und beinahe chronischen und dauerhaften Kopfschmerzen.
Vielen Dank für alle Antworten!
 
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