Wehrdienst/Zivildienst Pflicht zurück?

Tomislav2007 schrieb:
Es würde dem Dienst aber einen schlechten Dienst erweisen, Freiwillige sind immer besser als Gezwungene (Egal bei/für was).
Sehe ich anders. Mag für manche Fälle gelten, aber nicht für alle. Und mal ehrlich, wieviele Leute müssen im Leben einen Job machen, der nicht ihr Traumjob ist? Oder glaubst Du für die Leute, ist es ein Traum, den Müll anderer abzuholen (no offence gegen die Leute)? Es geht mir darum, dass viele Leute etwas machen, wozu sie gezwungen sind. Nämlich um Essen auf dem Tisch zu haben.
Ansonsten warum sollten man Leute zur Arbeit verpflichten, wenn sie auch Bürgergeld kassieren können?
Tomislav2007 schrieb:
Ja und ? In den 90er/00er Jahren war der Jobwunsch Nummer 1 irgend etwas mit Computern, die Pflege war/ist/wird zu keiner Zeit der Traumjob Nummer 1.
Nochmal, es geht mir darum, dass die wenigsten ihren Traumjob haben. Wer will nicht Fußballprofi werden, aber wieviele werden es? Wer will nicht Influencer werden, aber wieviele schaffen es wirklich, davon zu leben? Es geht darum, Berührungsängste zu reduztieren. Und ja wenn 90% der Zivis sagen, nie wieder, dann ist das so, aber 10% finden es vielleicht eine interessante Option, die ihnen vorher nie gekommen wäre.
Tomislav2007 schrieb:
Wieso, weil du das gemacht hast müssen es alle anderen (nach dir) auch machen ?
Steuern zahlen muss reichen, den Rest soll der Staat regeln, inkl. den Beruf des Soldaten attraktiver machen damit sich mehr freiwillig melden.

Was spricht dagegen, dass Leute einen Dienst für die Gesellschaft leisten?
Es geht auch nicht darum, den Soldatenjob attraktiv zu machen. Es geht darum, das Land verteidigungsfähig zu machen. Wir brauchen im Grunde theoretisch(!) 0 Soldaten. Die kosten in Friedenszeiten nur Geld. Wir brauchen aber Leute, die in der Lage sind, das Land im Angriffsfall verteidigen zu können und nicht dann erst mit einem Holzgewehr auf Übung gehen. Ich finde es viel verantwortungsloser, die Jugend nicht darauf vorzubereiten. Wobei nicht vorbereitet zu sein, das können wir.
Soldat sein, sollte gar kein Job sein müssen, ich bin aber nicht so naiv zu glauben, dass wir auf Soldaten verzichten können. Im Grunde bräuchten wir nicht 200.000 oder 300.000 Soldaten, für die wir jährlich 100mrd und mehr zahlen, wir bräuchten 10.000 + 5.000.000 Reservisten, um mal etwas zu übertreiben (plus das Material), solange die Option der obengenannten "Automatisierung" nicht besteht
Tomislav2007 schrieb:
Und wieso gestehst du der GenZ nicht genau das gleiche zu ?
Wie unterstellst du mir das, dass ich das würde? Das ist Deine Interpretation, nicht meine.

Tomislav2007 schrieb:
Das Problem ist nicht GenZ, das Problem sind die Alten die ihren Kindern
nein nicht nur. Das Problem ist u.a. auch Pisa und immer schlechtere Ausbildung an der Schule. Viele (nicht alle) kommen von der Schule und sind nicht mal ausbildungsbereit. Viele Ausbildungsbetriebe müssen erstmal Basics vermitteln, weil diese nicht vorhanden sind.
Hinzu kommt, dass aktuell gut jeder 4te nicht mal mehr eine Ausbildung macht, sondern sich mit einem unqualifizierten Mindestlohnjob zufrieden ist oder direkt ins Bürgergeld geht. Teilweise kann ich es verstehen, für unsere Gesellschaft ist das aber nicht gut.
Nur eine auf die schnelle gesuchte Quelle: https://iab-forum.de/obwohl-fachkraefte-fehlen-haben-immer-mehr-junge-menschen-keine-ausbildung/
 
Zuletzt bearbeitet:
Smartin schrieb:
Andererseits wäre es nicht verkehrt, wenn die Jugend verpflichtet wäre, einen Dienst für die Gesellschaft zu bringen.
Dann sollte man diese Möglichkeit schaffen und sie entsprechend dafür entlohnen, sonst gibt der Staat nur Geld für "totes" Inventar aus.

Vermutlich wurde es hier im Thread schon mehrfach durchgekaut, trotzdem gebe ich jetzt einfach meinen Senf dazu. Ich habe vor vielen Jahren meinen Wehrdienst abgeleistet, einen größeren Schwachsinn kann ich mir heutzutage kaum vorstellen.

Lehrkasernen die Geld verschlungen haben, unmotivierte Anwärter die keine Lust auf irgendwas hatten und nur ihre Zeit absitzen wollten, schlechte Ausrüstung mit der man heute nichts mehr "verteidigen" würde. Trotzdem kostete das alles Geld und unzählige Kasernen mussten betrieben werden, nur um politisch gewollte Quoten zu erreichen.

Was bringt uns eine solche "Armee" außer Kosten, die bei der aktiven Truppe wieder eingespart werden? Was wir brauchen sind nicht fünf Patriot Systeme sondern eher fünfzig, nicht 20 moderne Kampfhubschrauber sondern 200 und wenn man sich den Krieg in der Ukraine so anschaut, vor allem Millionen Drohnen.

Man will mehr Soldaten? Dann schenkt den Leuten Führerscheine während der Ausbildung, damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche. Bildet Soldaten zu Drohnenpiloten aus und schenkt ihnen danach die entsprechenden Scheine für den Privatgebrauch. Und wer sich stattdessen zu einem freiwilligen Sozialjahr meldet, der sollte ein anständiges Gehalt und eine Abfindung bekommen, mit der er später besser und nicht schlechter ins Berufsleben starten kann.
Ergänzung ()

Smartin schrieb:
Mag für manche Fälle gelten, aber nicht für alle. Und mal ehrlich, wieviele Leute müssen im Leben einen Job machen, der nicht ihr Traumjob ist?
Einen Job machst du weil du Geld verdienen musst und wenn du keine Leistung erbringst landest du auf der Straße. Bei der Bundeswehr konntest du praktisch nicht gekündigt werden, wenn du dich nicht mal völlig daneben verhalten hast.

Das Ergebnis waren "Soldaten", die sich schon über einen 5km Marsch beschwert haben und sich am Tag darauf krank meldeten. Es ging ja nie um was und die "Führungskräfte" konnten auch nicht mehr als herumschreien und sich aufregen, die Hände waren ihren weitgehend gebunden.

Die Bundeswehr ist kein "Boot Camp", hier kannst du nicht mit der Truppe am nächsten Tag eine Strafübung durchexerzieren, weil sich ein paar daneben benommen haben. Es waren ganze Truppen wo vom Prinzip niemand drauf Lust hatte und die wenigen die wollten, schnell die Lust verloren haben.

Wieso macht man es nicht wie in den USA, bis zu 50k Bonus beim Eintritt in die Armee, das wäre weit effektiver und viel günstiger, als eine Truppe Zombies zu finanzieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Smartin schrieb:
Das ist OK, sehr viele Alte/Ältere haben vergessen/verdrängt wie sie selber und ihre Generation früher in der guten alten Zeit waren.
Wenn ich an meine Jugend denke, Skin Heads mit Springerstiefeln und No Future Punks, Ja die waren bestimmt besser als die GenZ.

Smartin schrieb:
Und mal ehrlich, wieviele Leute müssen im Leben einen Job machen, der nicht ihr Traumjob ist?
Und mal ehrlich, wieviele von denen machen ihren Job gut und gewissenhaft ?
Wenn uns Soldaten beschützen sollen die ihren Job genau so gut und gewissenhaft machen wie die Zwangsarbeiter vom Jobcenter dann gute Nacht.

Smartin schrieb:
Was spricht dagegen, dass Leute einen Dienst für die Gesellschaft leisten?
Nichts solange sie nicht dazu gezwungen werden.

Smartin schrieb:
Hinzu kommt, dass aktuell gut jeder 4te nicht mal mehr eine Ausbildung macht, sondern sich mit einem unqualifizierten Mindestlohnjob zufrieden ist oder direkt ins Bürgergeld geht.
Das ist die Folge davon das wir Alten den Kindern jahrzehntelang eingetrichtert haben das eine Ausbildung nichts wert ist und sie unbedingt studieren müssen.
Für die die ein Abi/Studium nicht schaffen gibt es keine Alternative, entweder studieren oder sonst gibt es nichts interessantes ist die anerzogene Einstellung.

MAYvonBlei schrieb:
die GenZ ist die beste der Welt und Schuld sind immer die anderen...
Das war und ist bei <20-25 jährigen immer das gleiche, Partys/Saufen/Kiffen/Mädels/Jungs ist sehr oft wichtiger als Schule/Ausbildung, das wird sich nie ändern.

Grüße Tomi
 
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Ich finde es ok. Nicht perfekt aber irgendwie muss es ja erstmal wieder los gehen.

Ich finde auch gar nicht das man das für Deutschland tut. Sondern für Europa und unsere werte.
Freiheit, Selbstbestimmung und der ganze kram den man auf vielen Kontinenten vermisst.
Wenn nun andere denken sie müssten uns Kaputt machen, müssen wir halt auch Verteidigen sonst ist es schnell vorbei mit unserer Freiheit.

Was mir aber wirklich aufstößt ist das Frauen anders behandelt werden. Das mein ich auch nicht sexistisch sondern einfach vom Standpunkt das es eben auch sinnvoll wäre.
Man sieht doch in Finnland oder Israel wie Frauen genau das gleiche leisten können.
Allerdings versteh ich das es da eine zeit des "Übergangs" geben muss.

Das Leute aber per los verpflichtet werden sollten finde ich aber absolut daneben.
Die Freiheit eine Art Sozialen Zivildienst zu leisten würde auch einen echten Mehrwert haben.

Alles in allem ist es mir aber auch egal. Ich hab kein Einfluss auf irgendeine Entscheidung, nur eine Meinung.
 
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TeaShirt schrieb:
Ich finde es ok. Nicht perfekt aber irgendwie muss es ja erstmal wieder los gehen.

Ich finde auch gar nicht das man das für Deutschland tut. Sondern für Europa und unsere werte.
Freiheit, Selbstbestimmung und der ganze kram den man auf vielen Kontinenten vermisst.
Wenn nun andere denken sie müssten uns Kaputt machen, müssen wir halt auch Verteidigen sonst ist es schnell vorbei mit unserer Freiheit.

Absolute Zustimmung. Freiheit und Frieden im eigenen Land sicherzustellen, muss man entsprechend wehrhaft sein, damit andere Länder einen nicht überfallen.

TeaShirt schrieb:
Was mir aber wirklich aufstößt ist das Frauen anders behandelt werden. Das mein ich auch nicht sexistisch sondern einfach vom Standpunkt das es eben auch sinnvoll wäre.
Man sieht doch in Finnland oder Israel wie Frauen genau das gleiche leisten können.

Frauen haben Jahrzehnte für die Gleichberechtigung gekämpft - auch nochmal bei der Bundeswehr. So dass sie dort eben nicht nur im medizinischen Bereich eingesetzt werden, sondern auch bei allen anderen Truppenteilen.
Ich finde es absolut beschämend, wenn dieser Kampf der Gleichberechtigung jetzt wieder mit Füßen getreten wird. Das Grundgesetz gehört an dieser Stelle angepasst.

TeaShirt schrieb:
Allerdings versteh ich das es da eine zeit des "Übergangs" geben muss.

Nein, muss es nicht. Auch heute sind ja sowohl im Freiwilligen Wehrdienst, als Zeitsoldat oder Berufssoldat auch Frauen tätig. Es braucht an der Stelle absolut keine Übergangszeit.

TeaShirt schrieb:
Das Leute aber per los verpflichtet werden sollten finde ich aber absolut daneben.

Gleiche Pflicht für alle - jeder wird einberufen und man kann entsprechend sein Kriegsdienst verweigern, wenn man nicht eingezogen werden möchte. Diesmal dann bitte auch ohne, eine entsprechende Verpflichtung zu einem Ersatzdienst.

TeaShirt schrieb:
Die Freiheit eine Art Sozialen Zivildienst zu leisten würde auch einen echten Mehrwert haben.

Dieser darf aber nicht wieder verpflichtend als Ersatz sein. Du kannst heute ja weiterhin freiwilligen Dienste machen bei diversen sozialen Einrichtungen. Dafür braucht es keine Pflicht.

TeaShirt schrieb:
Alles in allem ist es mir aber auch egal. Ich hab kein Einfluss auf irgendeine Entscheidung, nur eine Meinung.

Ich hab auch nur meine Gedanken dazu aufgeführt ... ändern können wir wirklich nichts. :D
 
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Smartin schrieb:
Ich habe nicht gesagt, dass GenZ scheiße ist.
Ok, hab ich das irgendwo geschrieben?
Tomislav2007 schrieb:
Das Problem ist nicht GenZ, das Problem sind die Alten die ihren Kindern Jahrzehntelang eingetrichtert haben: "Du mußt studieren wenn du was werden willst"
Die Entwicklung ging doch aber schon in die Richtung. Vielleicht nicht immer Studium, aber auch bei Ausbildungsberufen. Wo früher ein guter Quali gereicht hat, ist es heute mindestens ein akzeptables Abi. wo früher mittlere Reife gereicht hat, nimmt man heute nur noch Abi und noch lieber Studiumabbrecher.
Prinzipiell bin ich absolut bei Dir, aber die Entwicklung ging schon in die Richtung.

Aber mehr will ich hier gar nicht schreiben. Die üblichen Threadvernichter sind angekommen und ich hab keine Lust auf Kampf gegen Windmühlen...
 
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Smartin schrieb:
Und mal ehrlich, wie viele Leute müssen im Leben einen Job machen, der nicht ihr Traumjob ist?
Um das zu beantworten, sollte zunächst grundsätzlich festgestellt werden, dass Soldat nicht einfach ein "normaler Job" ist, auch wenn die BW-Werbung das in der Vergangenheit immer wieder mal versucht hat, so zu verkaufen (aktuelle Werbesport, so es denn welche gibt, kenne ich nicht). Genau deshalb kann auch nicht einfach gesagt werden: "Du machst es halt, auch wenn es nicht dein Traumjob ist. ". Beim Soldaten geht nicht um eine Jobalternative zum Pfleger, Klempner oder Bankangestellten.
 
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WhiteHelix schrieb:
Das ist aber doch jetzt auch keine "neue" Entwicklung, ich hab vor 15 Jahren Reihenweise Absagen kassiert mit der Begründung "Sie haben kein Abi".
Ja, absolut, aber ich hab auch nicht geschrieben, dass es eine neue Entwicklung ist.
 
Ich kann schon verstehen, dass die junge Generation so gar keinen Bock hat. Ihr wird eine katastrophale bis dysfunktionale Infrastruktur hinterlassen, gleichzeitig soll sie überzogene Renten bezahlen und für die verpasste Energiewende geradestehen. Und dabei darf sie sich dann noch anhören, wie stinkfaul sie doch sei mit ihren angeblichen Ansprüchen auf Lifestyle-Teilzeit und weiß der Geier. Immigration wird auch gleich mal abgesägt, könnte ja sein, dass sich die zu erwartenden Kostenexplosionen sonst tatsächlich finanzieren ließen. Das kommt dann alles noch on top auf die unmenschlichen Belastungen, welche während der Corona-Jahre auf der Jugend lasteten. Und jetzt sollen sie also auch noch zum Zwangsdienst verdonnert werden, um den alten Säcken möglichst günstig die fetten Ärsche abzuwischen. Ja, Prost.

Ganz ehrlich, da hätte ich auch so gar kein Bock mehr. Noch weniger, als ich in jungen Jahren eh schon hatte. Dieses Land scheißt gepflegt auf die Jugend. Wie man in den Wald ruft, so schallt es eben hinaus.
 
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Capet schrieb:
Um das zu beantworten, sollte zunächst grundsätzlich festgestellt werden, dass Soldat nicht einfach ein "normaler Job" ist, auch wenn die BW-Werbung das in der Vergangenheit immer wieder mal versucht hat, so zu verkaufen
Zu den Zeiten war es aber doch so. Denn Einsätze gab es ja nicht. Für viele war es deswegen einfach ein Job wie jeder andere, die Gefahr an eine Front zu kommen praktisch nicht vorhanden.
Das hat sich dann ja erst später geändert, ab 1999 im Kosovo oder in den 2000er in Afghanistan.
 
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Tomislav2007 schrieb:
Hallo


Es würde dem Dienst aber einen schlechten Dienst erweisen, Freiwillige sind immer besser als Gezwungene (Egal bei/für was).
Ich habe in meinen rund 25 Jahre Bundeswehr an der Motivation und dem Arbeitswillen des Soldaten nie festmachen können, ob er Zeit- /Berufssoldat oder Wehrpflichtiger war. Die Aussage "Freiwillige sind immer besser als Gezwungene" ist in dieser Pauschalität einfach falsch und unterliegt IMHO der Fehlannahme, dass Wehrpflichtige Seit an Seit mit Zeitsoldaten im Schützengraben liegen. Zunächst braucht aber auch der Nachschub, die Logistik, Stäbe und Einsatzplanung Personal und des Weiteren wird niemand nach drei Monaten Ausbildung an vorderster Front eingesetzt. Im Normalfall, und nur den diskutieren wir.

Die Bundeswehr hat während der Wehrpflicht das Gros ihrer Zeitsoldaten aus diesen "Gezwungenen" rekrutiert. Die Gründe sind natürlich immer individuell, aber eines haben sie alles gemein. Nachdem sie die Bundeswehr besser kennengelernt und Vorurteile abgebaut hatten, war es plötzlich gar nicht mehr so abwegig seine Lebenszeit für einen gewissen Zeitraum in den Dienst des Vaterlands zu stellen.


Tomislav2007 schrieb:
[...]
Solange Soldaten in unserer Gesellschaft so schlecht angesehen sind und sich für ihre Uniform fast schon schämen müssen wird das nichts.
Die Bundeswehr hat seit Jahrzehnten einen Spitzenplatz im Ansehen der Bevölkerung. Mit einem Höchstwert von 86% im Jahr 2023. Jänner sind es rund 83%. Und damit ist die Bundeswehr auf dem zweiten Platz nach der Polizei, aber noch vor den öffentlichen Schulen.

Nur soweit der kleine Exkurs um über Missverständnisse gegenüber der Bundeswehr aufzuklären. Wer Zeit und Muse hat, kann sich hier den jährlichen Bericht des Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr durchlesen. (Deutschland in der militärischen Führungsrolle? Sicherheits- und verteidigungspolitisches Meinungsbild in der Bundesrepublik Deutschland 2025)
https://suv.report/wp-content/uploa...icht-139-bevoelkerungsbefragung-2025-data.pdf
 
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Hallo

Noxiel schrieb:
Im Normalfall, und nur den diskutieren wir.
Ich bin gespannt ob und wie lange der Normalfall anhält, das kann sich schnell ändern.

Noxiel schrieb:
Die Bundeswehr hat seit Jahrzehnten einen Spitzenplatz im Ansehen der Bevölkerung.
Und wieso müssen wir uns dann Gedanken darüber machen die Wehrpflicht wieder einzuführen ?
Und wieso leidet die Bundeswehr dann unter einem andauernden und erheblichen Personalmangel ?
Die Bundeswehr soll beim Ansehen einen Spitzenplatz haben aber viel zu wenige wollen freiwillig mitspielen, so hoch kann das Ansehen nicht sein.

Grüße Tomi
 
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Tomislav, was von deinem Beitrag hat jetzt mehr Substanz als "Ich glaube dir aber nicht?".

Du darfst gerne eigene Zahlen präsentieren oder andere Berichte, die sich in ähnlicher Tiefe mit diesem Thema beschäftigen. Ansonsten sehe ich ehrlich gesagt nicht, wo uns eine Diskussion im Stile "What if...?" hinführen soll, wenn sich bei jedem Punkt einfach eine weitere Variable einfügen lässt, um die Diskussion weiter vom eigentlich Kern zu entfernen. Es geht nicht darum, was alles passieren muss, bis die Prämisse nicht mehr stimmt.
Der Rest ist ein logischer Fehlschluss deinerseits. Ich bin lediglich auf deine sehr absoluten Aussagen eingegangen und habe sie inhaltlich gerade gerückt.
 
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Ein schwieriges Thema des insbesondere von einer Seite sehr emotionsgeladen behandelt wird.

Kurz zu mir um ggfs. meine Meinung einzuordnen. Ich habe mich damals nach meiner ersten Ausbildung für 4 Jahre als Zeitsoldat verpflichtet, inklusive der Einwilligung zu Auslandseinsätzen (die gab es vorher nicht und daher schon ein starker Einschnitt). Aufgrund einer Verletzung kam es am Ende "nur" zum normalen Wehrdienst.

Grundsätzlich finde ich die Idee das jeder Bürger einen Dienst für den Staat leisten sollte, egal ob man als Soldat, im Zivildienst oder in anderen Bereichen wie Jugendfeuerwehr. Alle diese Bereiche bieten das Potential das man etwas für das weitere Leben mitnimmt. Gerade in Zeiten in denen die Welt, zumindest gefühlt kälter wird, wäre es für viele gut etwas Gemeinsinn zu entwickeln.

Um ein solches Pflichtjahr, egal wie es am Ende aussehen mag überhaupt anzugehen wäre ein breiter Dialog, dieser findet aber kaum vor.

Ein Problem finde ich in der Regel, wenn die Politik versucht ein erwünschtes Verhalten zu erzwingen, sei es durch Verbote oder Verpflichtungen. Zunächst wäre mein Weg auf die Jugendlichen zu zugehen und gemeinsam zu überlegen wie man einen Dienst bei der Bundeswehr attraktiv zu machen, vor meiner Zeit haben zum Beispiel viele die Wehrpflicht absolviert da man PKW und LKW Führerscheine kostenlos machen konnte.

Leider ist ein Teil unserer Politik nicht in der veränderten Weltpolitik angekommen und aus Prinzip gegen Veränderungen in der Bundeswehr, andere sind von sich so eingenommen das sie keinen Kontakt zur betroffenen Bevölkerung aufnehmen und am Ende kommt etwas halbgares raus das von allen Seiten ungewollt ist.

Um es kurz zu sagen, ich bin für ein Pflichtjahr (das auch eine Wehrpflicht enthält), aber nicht ohne einen breiten Dialog und entsprechend gestaltet.
 
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xexex schrieb:
Bei der Bundeswehr konntest du praktisch nicht gekündigt werden, wenn du dich nicht mal völlig daneben verhalten hast.
Das stimmt nicht und deckt sich absolut nicht mit meinen Erfahrungen. Gerade Berufssoldaten haben, wenn sie Mist gebaut habe, richtiges Risiko gehabt. Da war ausbleibende Beförderung oder Aberkennung des Dienstgrades noch das Geringste oder Ordnungshaft. Wir hatten bei uns einen Fall, dem hat sogar die unehrenhafte Entlassung gedroht, weil er irgendeinen Mist gebaut hatte (ich weiß nicht mehr was, ich glaube, es war Hasch rauchen oder sowas.) Konsequenz wäre Verlust der Pensionsansprüche (oder zumindest eines Großteils derer) gewesen. Konnte letztlich durch die Militärseelsorge verhindert werden. Warum ich das weiß? Weil ich bei der Militärseelsorge war.
xexex schrieb:
und sich am Tag darauf krank meldeten
auch das hast du nicht ständig gemacht, denn du durftest sofort zum Militärarzt und der hatte in der Regel einen besondere Blick auf die Dinge. Natürlich alles auch personenabhängig, klar. Aber du scheinst komplett andere Erfahrungen gemacht zu haben, als ich.
xexex schrieb:
Wieso macht man es nicht wie in den USA, bis zu 50k Bonus beim Eintritt in die Armee, das wäre weit effektiver und viel günstiger, als eine Truppe Zombies zu finanzieren.
Weil wir keine Armee brauchen, schon gar keine Söldnerarmee. Was wir aber brauchen, ist eine Verteidigungsfähigkeit. Eine kleine Berufsarmee und eine riesige Reserve ist viel sinnvoller als eine teure Berufsarmee, die Unmengen an Geld verschlingt. Es wäre viel sinnvoller, wenn jeder (Männlein wie Weiblein) zur Armee müsste, und wenn es auch nur 6Mo wäre, um die Basics erklärt zu bekommen und das ggf. im 5 Jahresrhythmus wieder aufgefrischt würde. Wie gesagt, lieber 10.000 Berufssoldaten, die i.e.L. ausbilden und top gerüstet sind oder sagen wir 50.000 und dazu 1 Mio Reservisten, als eine teure riesige Berufsarmee, die permanent gigantische Summen verschlingt, weil man Pensionen und Sold bezahlen muss, die Armee aber (zum Glück) eigentlich nicht gebraucht wird. Dann hätte man auch keine "Zombies", im Gegenteil.
Ergänzung ()

Tomislav2007 schrieb:
Das ist OK, sehr viele Alte/Ältere
ich bin nicht alt und sehe mich auch nicht als "älter". Ich bin 46. ;)
Tomislav2007 schrieb:
Und mal ehrlich, wieviele von denen machen ihren Job gut und gewissenhaft ?
Wenn uns Soldaten beschützen sollen die ihren Job genau so gut und gewissenhaft machen wie die Zwangsarbeiter vom Jobcenter dann gute Nacht.
Sorry das ist mir zu pauschal und zu extrem in eine Richtung. Auch wenn die Leute nicht super gern zur Wehrpflicht sind, würde ich niemals sagen, dass sie es nicht gewissenhaft oder schlecht gemacht haben. Im Gegenteil. Wehrpflichtige sind auch ein Kontrollorgan der Armee selbst, und gerade weil man weiß, dass es eine absehbare Zeit ist, ist es letztlich egal. Ich habe heute noch Kontakt. Mit dem Kameraden aus meiner Stube treffe ich mich jede Woche mal mindestens virtuell und häufig auch so. Ist einer meiner 4 Freunde, die ich habe.
Und gerade den Leuten, die frisch mit der Schule fertig sind, bietet die Wehrpflicht auch struktur und Optionen. Viele machen Ausbildungen oder Studium bei der Bundeswehr oder haben die Wehrpflicht verlängert. Denn du wirst bezahlt und ausgebildet/studierst. Das hat man im Zivilleben oft nicht. ;)
Tomislav2007 schrieb:
Nichts solange sie nicht dazu gezwungen werden.
Wie gesagt, ohne Zwang funktionert vieles nicht. Wenn Leute nicht Geld für Essen bräuchten, würde mancher nicht arbeiten gehen. Es gibt genug, die sich mit Bürgergeld ausruhen. Wenn sie es nicht hätten, wären sie auch gezwungen, selbst was zu tun.
Tomislav2007 schrieb:
Das ist die Folge davon das wir Alten den Kindern jahrzehntelang eingetrichtert haben das eine Ausbildung nichts wert ist und sie unbedingt studieren müssen.
Für die die ein Abi/Studium nicht schaffen gibt es keine Alternative, entweder studieren oder sonst gibt es nichts interessantes ist die anerzogene Einstellung.
Nein. Der wahre Grund ist, dass viele den leichten Weg gehen und sich sagen, warum soll ich eine Ausbildung machen, und netto 100 oder 200 Eur oder 300 Eur mehr als Mindestlohn verdienen, wenn ich auch gleich kassieren kann? Wenn man Busfahrern (no Offence) teilweise 3000 und mehr zahlt, wo ist da der Anreiz, sich
3 Jahre für eine Ausbildung ans Bein zu binden, wenn du dann später als Quereinsteiger vielleicht auch noch Lokführer werden kannst. Der Mindestlohn ist daran Schuld bzw. dass die Jobs darüber (und nicht nur die Ausbildung sondern selbst Studienjobs) nicht im gleichen Maße mitziehen. Mindestlohn ist wieder um rund 10% gestiegen ggü. dem Vorjahr. Wer mit Ausbildung oder Studium hat solche jährlichen Lohnsteigerungen. Zumal man davon ausgehen wird, dass durch AI und Robotik Ausbildung/Studium immer mehr entwertet werden wird. Ich kann es also sogar verstehen.
Tomislav2007 schrieb:
Das war und ist bei <20-25 jährigen immer das gleiche, Partys/Saufen/Kiffen/Mädels/Jungs ist sehr oft wichtiger als Schule/Ausbildung, das wird sich nie ändern.
Ich glaube, das ist zu einfach. Man merkt da schon Unterschiede zu früher, und nein ich erzähle keine Geschichten von Opa aus dem Krieg. Aber wir konnten Lesen, Schreiben, Rechnen und Versetzungen waren nicht "obligatorisch". Heutzutage fängt man in Klasse 4 mit der Benotung an, weil man vermeiden will, dass ein Kind Leistungsdruck verspürt. Und in Berlin bestehen manche Klassen aus über 90% Migrationskindern, die kein Deutsch können und ihnen gerade die Basics beigebracht werden. Was will man da erwarten?
Und nein ich bin kein Rassist und behaupte konstaniert, dass die Jugend ggü früher "blöder" geworden ist, ich gebe nur vorurteilsfrei das wieder, was man leider feststellen muss.
https://www.sekundarschulen-berlin.de/migrationshintergrund

Capet schrieb:
Um das zu beantworten, sollte zunächst grundsätzlich festgestellt werden, dass Soldat nicht einfach ein "normaler Job" ist, auch wenn die BW-Werbung das in der Vergangenheit immer wieder mal versucht hat, so zu verkaufen (aktuelle Werbesport, so es denn welche gibt, kenne ich nicht). Genau deshalb kann auch nicht einfach gesagt werden: "Du machst es halt, auch wenn es nicht dein Traumjob ist. ". Beim Soldaten geht nicht um eine Jobalternative zum Pfleger, Klempner oder Bankangestellten.
das würde ich pauschal nicht so sehen. Gerade bei der Bundeswehr gibt es viele "normale" Jobs, ob nun im medizinischen Bereich, Pflege, Arzt etc. , oder KFZ, Verwaltung , ... brauchst nur mal zu schauen.
Ergänzung ()

FrankenDoM schrieb:
Ok, hab ich das irgendwo geschrieben?
Mittelbar schon, weil du das ganze auf, "die Alten haben schon immer gesagt, dass die jungen "unbrauchbar" sind." runtergebrochen hast, Woraufhin ich nur gesagt habe, dass es mir darum geht, dass es der Jugend nicht schaden würde. Und das bezieht sich auf die Jugend von 2026 genauso wie die von 2000 und 1980.
 
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Smartin schrieb:
Das stimmt nicht und deckt sich absolut nicht mit meinen Erfahrungen. Gerade Berufssoldaten haben, wenn sie Mist gebaut habe, richtiges Risiko gehabt.
Da haben wir uns falsch verstanden, ich meine natürlich diejenigen die zum Wehrdienst gezwungen wurden, nicht diejenigen die das als Job machten.

Smartin schrieb:
Weil wir keine Armee brauchen, schon gar keine Söldnerarmee. Was wir aber brauchen, ist eine Verteidigungsfähigkeit.
Was wir brauchen ist eine Armee an gut ausgebildeten und sehr gut ausgerüsteten Soldaten, die bereit sind für die Verteidigung Deutschlands einzustehen und bei Bedarf den Frieden auch in anderen Ländern zu sichern. Was wir nicht brauchen ist Fußvolk, was mit veralteter Ausrüstung lernt wie man sich eingräbt und auf die "richtigen" Soldaten wartet, wie es noch zu Zeiten des kalten Krieges und Wehrpflicht der Fall war.

Smartin schrieb:
Es wäre viel sinnvoller, wenn jeder (Männlein wie Weiblein) zur Armee müsste, und wenn es auch nur 6Mo wäre, um die Basics erklärt zu bekommen und das ggf. im 5 Jahresrhythmus wieder aufgefrischt würde.
Entschuldigung wenn ich das so sagen darf, aber du lebst in einer völligen Vergangenheit. Russland kann es sich vielleicht leisten zehntausende "Fleischsäcke" an die Front zu schicken, die dann von modernen Waffensystemen zu Hackfleisch verarbeitet werden, aus deutscher Sicht wäre sowas unvorstellbar.

Moderner Krieg wird nicht wie in der Ukraine in Schützengräben geführt, moderner Krieg wird in der Luft mit High Tech Waffen entschieden und wenn Soldaten eingreifen, dann sind es keine Frischlinge die gerade einmal ein Gewehr halten können, sondern spezialisierte Einheiten die möglichst schnell den Führungsstab und strategische Ziele ausschalten können.

Es ist schon richtig, wir sehen in der Ukraine aktuell einen ungewöhnlichen Krieg, in dem mit Panzern, Artillerie und Drohnen um jeden Meter gekämpft wird. Den sehen wir aber nur, weil die Ukraine sich selbst nicht hat verteidigen können und der Westen sie primär mit Waffen ausrüstet, die den Einsatz von Flugzeugen und Flugkörpern stark eindämmt. Die Ukraine hat den eigentlichen "Krieg" praktisch längst verloren, Russland muss sich aber bei strategischen Waffen zurückhalten und andererseits besitzt es keine Bomber vom Schlage einer B-52, um mit konventionellen Waffen gesamte Frontabschnitte zu Schutt und Asche zu verarbeiten.

Jetzt gehen wir aber mal von richtigen Krieg aus, glaubst du da würden irgendwo deutsche Soldaten monatelang in Schützengräben verharren? Wir bräuchten ein lückenloses Schild gegen die atomare Gefahr und die Fähigkeit Ziele tief im Feindesland bekämpfen zu können, und keine Soldaten die sich eingraben und warten bis die "Freunde" den Krieg für sie gewinnen.

Hier beißt sich aber die Katze in den Schwanz, jeder Soldat der nur die Grundausbildung durchläuft kostet Geld, ist aber an keinem modernen Waffensystem mit ausreichender Erfahrung einsetzbar. Zu meiner Zeit wurde so in der Truppe gespart, das jeder Gewehrschuss abgezählt wurde, mit der Panzerfaust nur Trockenübungen gemacht wurden und wir eine Stinger nur auf Bildern gesehen haben. Meinst du solche "Soldaten" bringen Deutschland in irgendeiner Form Sicherheit?

Was sorgt in der Ukraine derzeit für "Sicherheit"? Aufklärungssatelliten die wir nicht haben, eine Handvoll Patriot Systeme die wir in den USA zukaufen müssen, Geparde die wir aus Kostengründen längst aussortiert haben und Minen die in unserem Arsenal nicht vorgesehen sind. Nun erkläre mir mal wie ein paar tausend Soldaten die einen Grundwehrdienst absolvieren, da die Lücken schließen sollen.
 
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Smartin schrieb:
du scheinst komplett andere Erfahrungen gemacht zu haben, als ich.
Du sagst selbst du warst bei der Militärseelsorge, keine Ahnung wie du dahin kamst, spielt jetzt aber auch nichts zur Sache. Ich war hingegen ein Quotensoldat, der wie so viele nicht wollte, aber letztlich musste.

Die Realität? Die halbe Kompanie hatte olivgrüne Uniformen getragen, obwohl seit vielen Jahren bereits moderne Flecktarn Ausrüstung verfügbar war. Unsere G3s konnten beim besten Willen nicht mehr zielgenau schießen, weil sie vermutlich seit den Anfängen im Einsatz waren, und bei den Platzpatronen die wir bei den Übungen eingesetzt haben, führte gefühlt jede zehnte zu einer Blockade, weil sie seit Jahren abgelaufen waren.

Ich war zu den Panzerpionieren in die Instandsetzung zugewiesen worden, weil ich eine technische Ausbildung hatte. Von Fahrzeugreparatur verstand ich zwar nichts, aber viel mehr als ein Ölwechsel war eh nicht drin, für richtige Reparaturen hätten die Fahrzeuge zum Hersteller gemusst. Der Kran den wir im Feld eingesetzt haben um an den Füchsen Reparaturen durchzuführen, hatte fast 40 Jahre auf dem Buckel und musste noch mit Zwischengas gefahren werden. Ein moderner Kran auf Basis des Leopard 1 war den Panzerleuten vorbehalten, ein zweiter wäre wohl zu teuer gewesen.

Wie die Einstellung in der Truppe war, kannst du dir eigentlich selbst denken. Niemand außer ein paar Berufssoldaten wollte wirklich da sein, die Uffz hatten mit unmotivierten Mannschaften zu kämpfen und jeder schaute nur zu, dass er pünktlich zum Feierabend wieder nach Hause kam. Das Essen war schlecht, die Bezahlung miserabel, im Endeffekt ein Jahr Lebenszeit für nichts verloren, aber Hauptsache politische Quoten erfüllt.

Ich könnte dir noch viele Geschichten aus der Zeit erzählen, aber man erfährt auch aus den Medien genug, wie es in der Truppe trotz Einstellung der Wehrpflicht aussieht. Wir brauchen nicht mehr unmotivierte Wehrpflichtige die nur Geld verschlingen und Ressourcen binden, die Truppe braucht mehr Geld, mehr Ausrüstung und mehr Material. Ein potentieller Gegner wird sich nicht wegen 20k Soldaten gegen einen Angriff entscheiden, sondern wegen unserer Ausrüstung, Waffenstärke und der Bereitschaft zu kämpfen.
 
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Hatecore schrieb:
Grundsätzlich finde ich die Idee das jeder Bürger einen Dienst für den Staat leisten sollte, egal ob man als Soldat, im Zivildienst oder in anderen Bereichen wie Jugendfeuerwehr. Alle diese Bereiche bieten das Potential das man etwas für das weitere Leben mitnimmt. Gerade in Zeiten in denen die Welt, zumindest gefühlt kälter wird, wäre es für viele gut etwas Gemeinsinn zu entwickeln.
Dies funktioniert aber nur, wenn es auch eine kulturell-zivilisatorisch intensive Bindung an diesen Staat gibt: Je höher das Risiko (beim Soldaten im Extremfall maximal), desto intensiver muss sie sein. Genau das Gegenteil haben wir jedoch getan. Mittlerweile macht man sich in gewissen Kreisen sogar des Nationalsozialismus verdächtig, wenn man eine schwarz-rot-goldene Fahne im Garten hissen würde.

Die Idee mit rein monetären Anreizen und einer vollständig diversifizierten, teils völlig beliebigen Beziehung zwischen Bürger und Staat eine Armee aufzubauen, hat historisch noch nie funktioniert. Spätestens beim ersten Knall bricht das ganze Konzept zusammen. Die napoleonischen Kriege haben das eindrucksvoll gezeigt.

Wir haben nun einmal aufgrund der Historie ein sehr distanziertes Verhältnis zwischen Bürger und Staatm insbesondere zwischen Bürger und Armee. Bis vor wenigen Jahren galt noch „Soldat = Mörder“, und das Verteidigungsministerium war so ein „Ding“: Dort parkt man die hauseigene politische Konkurrenz oder Wegbegleiter, die noch ein bisschen Pension brauchen, selbst wenn deren Kompetenz bei null liegt. Christine Lambrecht war hier wohl der absolute Tiefpunkt.

So etwas zu korrigieren und ein intensives Verhältnis zwischen Bürgern und nationalen, demokratischen Institutionen zu schaffen, ist durchaus möglich. Das geht aber nicht per Fingerschnippen und auch nicht nur mit sehr viel Geld, das muss man über Generationen entwickeln.

Problem: So viel Zeit haben wir nicht. Daher ist die Lösung, die ohnehin naheliegt, eine stärkere Automatisierung sowie Drohnifizierung der Streitkräfte, um das Verhältnis von Mannstärke zu Kampfkraft zugunsten Letzterer zu verbessern. Ich glaube, wir hätten dafür sogar einen Verbündeten mit brandaktueller Erfahrung, der helfen könnte. Natürlich wirft das wiederum andere ethische Fragen auf, ich halte aber einen anderen Weg für nicht realistisch. Ohnehin ist das der Weg, den bereits viele hochmoderne Armeen gehen (z. B. USA und Israel).
 
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Smartin schrieb:
Weder mittelbar noch unmittelbar. Ich hab Dich nicht einmal angesprochen und das ganz bewusst. Also nein, ich hab nirgends irgendwas geschrieben was Du evtl. behauptet haben sollst, sondern ein Phänomen beschrieben welches ich zeitlebens beobachte... Ich hab Dir keinen Schuh angezogen.
 
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