Eigentlich wäre Bobby Womack der ideale Kandidat für ein Alterscomeback unter der Regie von Rick Rubin. Der amerikanische Produzentenstar hat sich darauf spezialisiert, vergessenen Veteranen zu einer späten Renaissance zu verhelfen. Bei Donovan klappte das mäßig, bei Neil Diamond ganz gut, im Fall von Johnny Cash kam ein stattliches Alterswerk zustande, dass dem ergrauten Man in Black völlig neue – junge! – Fans in die Arme trieb. Rubins Methode: die sichere Vintage-Nummer. Den Sound auf die Knochen runtergestrippt, die gebrochene, vom Alter gezeichnete Stimme in Großaufnahme, hautnah am Mikro, dazu Lieder zu den ewigen Fragen des Lebens – und Sterbens. Je dichter einer vor dem eigenen Grab steht, desto mehr addieren sich Patina & Charisma zu einem wohligen Todesglamour, so das leicht nekrophile Rezept des Dr.Rubin. Mit Womack hätte das Cash-mäßig funktionieren können, schließlich bringt der Soulman neben dem passenden Alter – 68 - jede Menge Patina & Charisma mit. ....