Fast 100 Jahre alt das Couplet von der "Ur-Berlinerin" die 1884 in
Gelsenkirchen geboren wurde.
Claire Waldoff - Hannelore (1928)
Zitat: "...
Hannelore jeht uff'n Reimann-Ball
Im hochjeschlossnen Kleid
Nachher sitzt sie im Ludenstall
Zu früher Morjenzeit
Sie tropft in die Augen Atropin
Und schnupft 'ne Handvoll Kokain
Besonders so im Mai
Sie macht in Weltverjesssenheit
Und ab und zu in Sinnlichkeit -
Ooch det jeht schnell vorbei
Hannelore, Hannelore
Schönstes Kind vom Hall'schen Tore
Süßes, reizendes Geschöpfchen
Mit dem schönsten Bubiköpfchen
Keiner unterscheiden kann
Ob du Weib bist oder Mann!
Hannelore, Hannelore
Schönstes Kind vom Hall'schen Tor
..."
Habe mir erstmal von Gemini erklären lassen, was Atropin ist und wozu man das in die Augen tropfte.
Warum tropfe sich Hannelore Atropin in die Augen?
Gemini:
"Das Ganze war ein historischer (und ziemlich gefährlicher) Schönheitstrend. Der botanische Name der Tollkirsche,
Belladonna, bedeutet auf Italienisch
„schöne Frau“.
- Der optische Effekt: Schon in der Renaissance und eben bis in die Partyszene der Goldenen Zwanziger nutzten Frauen (und Männer) Atropintropfen, um künstlich riesige Pupillen zu bekommen. Das galt als aufregend, verrucht und geheimnisvoll („Schlafzimmerblick“).
- Der Preis dafür: Atropin lähmt vorübergehend den Augenmuskel, der für die Schärfeneinstellung zuständig ist. Wer sich Atropin in die Augen träufelte, sah tagelang verschwommen (besonders in der Nähe) und war extrem lichtempfindlich. ..."
Seltsame Schönheitsideale, und wie man diese erreicht gab es damals also auch schon.