Die Anforderungen an die Software sind nicht nur von der Seitenzahl und der Zahl der einzubindenden Bilder abhängig. Wechsel zwischen Quer- und Hochkant-Format, Tabellen, Fußnoten, Endnoten, Literaturverzeichnis, Formelsatz, typografisch anspruchsvolles Layout usw. sind nicht in jedem Buch notwendig. Damit benötigt man zur Auswahl der Software einige Infos mehr als "70 Seiten" und "bis 100 Euro".
Mangelnde Stabilität bei großen bzw. komplexen Dokumenten war der Schwachpunkt von MS-Word, der erst mit Word 2007 entscheidend verbessert wurde.
Nach wie vor gilt, dass man den nackten Text mit irgendeiner Feld-, Wald- oder Wiesensoftware eintippen und das Layout anschließend vornehmen kann.
TeX nebst passendem Frontend ist beim Textlayout ein Alleskönner mit eher hoher Einarbeitungsschwelle. Spezialisierte DTP-Software ist u.U. sehr leistungsfähig, aber sehr teuer. Auch deshalb kann es sich lohnen, Texterfassung und Layout säuberlich zu trennen.
Mit 100 Euro kommt man auch nicht mehr aus, wenn man eine hochwertige Farbreproduktion des eingebundenen Bildmaterials sicherstellen will. Dann benötigt man für die Bearbeitung der Bilder und das abschließende Layout einen kalibrierten, hochwertigen Bildschirm nebst einer Software, die mit Profildateien für Monitor und sonstige Ausgabegerätschaften umgehen kann.
Das Jahrbuch des örtlichen Wandervereines kann man mit 100 Seiten und 200 Bildern auch gut mit OpenOffice.org Writer erstellen. Stabil genug ist der Writer seit Jahren.
Das gibt anschließend auch keinen Ärger mehr mit dem Dokumenten-Austausch zwischen unterschiedlichen Word-Versionen, da man sich jederzeit auf z.B. die aktuelle Writer-Version einigen kann. Aber setzerisch allzu anspruchsvolle Aufgaben würde ich damit genausowenig erledigen wollen wie mit MS Word.