Welche technische Lehre ist empfehlenswert - Erfahrungen?

Wie ist überhaupt die Lage vor Ort? Der beste Ausbildungsberuf bringt nichts, wenn man nur einen Kack-Ausbildungsbetrieb dafür hat. Zugleich hat vielleicht der nominell "schlechtere" Beruf einen Topausbildungsbetrieb. Nach 5 Gesellenjahren zählt das Können durchaus mehr als der Abschluss.

Und von einem miesen Betrieb mit mieser Bezahlung kann man sich nichts kaufen ...
 
brettler schrieb:
Wie gesagt es ist vorgeben was zu vermitteln ist sowohl in der BS als auch im Betrieb. Und noch mehr straffen macht meist keinen Sinn. Eine Ausbildung sollte den Anspruch haben Leute auszubilden und nicht möglichst schnell fertig zu werden..

Ich habe mich zu meiner Zeit im PA immer gefreut wenn die Überflieger und Verkürzer krachend durchgeflogen sind im Fachgespräch.. Man musst nur die Inhalte abfragen die durch die Verkürzung selbst gelernt werden musst und zack.. 49% im Fachgespräch und Ende Gelände. War ne shcöne zeit
Es geht nicht um möglichst schnell fertig werden, sondern möglichst den Stoff ohne Abstriche in die Köpfe zu Prügeln. Als ich die Ausbildung gemacht habe gab es für die mit Abitur ne Verkürzung um ein Jahr und etwas mehr Stoff.
 
Verkürzung ist immer möglich aus verschiedenen Gründen. (vorherige Ausbildung, Leistungen AP Teil1, ggf. Vereinbarung mit der zuständigen Stelle ..)

Man hat da nicht mehr Stoff sondern weniger. In der Regel erhält man von der BS den Stoff weil man dann irgendwann das Schuljahr wechselt zum Selbsstudium. Es ist der gleiche Stoff aber wengier der einem vermittel wird
 
D0m1n4t0r schrieb:
Also 7 Jahre Ausbildung, aber dafür in drei Berufen.
Ah, interessant, von so einer Lösung habe ich bis jetzt in Österreich noch nicht wirklich was gehört. Aber man kann klar sehen, was da die Vorteile sind – wenn sich jemand so genau mit den betriebseigenen Maschinen auskennt, kann ich mir gut vorstellen, dass es viele Dinge einfacher macht. Vor allem, weil man dann so gut wie nie jemanden Externen dazu holen muss.
D0m1n4t0r schrieb:
Volles Gehalt gabs nachdem die erste Ausbildung abgeschlossen war.
Ja, habe schon von einigen Betrieben gehört, die jedem Lehrling, der eine Matura (gleich wie das Abitur in D) oder eine bereits abgeschlossene Lehre hat, einen Fixbetrag mehr pro Monat zahlen – sonst ist das Ausbildungsgehalt speziell im ersten Jahr oft auch eher zu niedrig um als Anreiz zu gelten, noch eine zusätzliche Ausbildung zu starten.
D0m1n4t0r schrieb:
Was sich aktuell z.b. gut ergänzen dürfte ist Elektroniker für Energie & Gebäudetechnik + Fachinformatiker Systemintegration.
Danke auch für die Tipps bezüglich der potenziellen Kombimöglichkeiten, die werde ich auf jeden Fall an meinen Neffen weiterleiten. Bist du in dem Bereich selbst tätig, weil du so viel Wissen darüber hast?
Skysnake schrieb:
Naja, bei Ausbildungen könnte man schon etwas den Stoff straffen. So bist jetzt nicht. Man reißt sich da jetzt kein Bein aus. Aber klar, es fallen auch jetzt schon Leute durch. Mit mehr Anspruch würden es sicherlich nicht weniger
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Konjunktiv. Es ist ja nicht so.
Ah sorry, da habe ich wirklich genau das Gegenteil von dem verstanden, was du versucht hast du sagen. Du meinst also, dass die Ausbildung deiner Meinung nach momentan zu locker strukturiert ist und zu viele verschiedene Dinge gelehrt werden? Glaubst du, dass es besser funktionieren würde, wenn alles ein bisschen konkreter wäre? Stelle ich mir schwierig vor bei Ausbildungen die Richtung Mechatronik gehen, weil der Sinn dahinter ja auch ist, dass verschiedene Fachgebiete zusammenkommen, um jemanden auszubilden, der ein gewisses Level an Expertise in all diesen Fachgebieten hat. Wenn man da zu viel weg kürzt, ist man dann ja doch wieder schnell bei einer Ausbildung, die nur einen Bereich wirklich abdeckt.
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Knergy schrieb:
Wie ist überhaupt die Lage vor Ort? Der beste Ausbildungsberuf bringt nichts, wenn man nur einen Kack-Ausbildungsbetrieb dafür hat. Zugleich hat vielleicht der nominell "schlechtere" Beruf einen Topausbildungsbetrieb. Nach 5 Gesellenjahren zählt das Können durchaus mehr als der Abschluss.

Und von einem miesen Betrieb mit mieser Bezahlung kann man sich nichts kaufen ...
Er wohnt in Wien, da gibt es zum Glück eine große Anzahl an verschiedenen Betrieben und Ausbildungen. Aber stimmt natürlich, es ist immer wichtig auch zu beachten, wer genau überhaupt die Ausbildung durchführt. Soweit ich weiß wird man hier in der IT/Industrie nach dem jeweiligen Kollektivvertrag bezahlt in der Job fällt. Da gibt es dann immer Regelungen, wie viel man mindestens im ersten Lehrjahr verdienen muss. Viele Betriebe zahlen aber Boni, wenn man schon eine fertige Ausbildung hat oder einen Schulabschluss (Matura).
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Stock86 schrieb:
Würde ich in der normalen IT schon als die "Standard Ausbildung" bezeichnen.
Es kann sein, dass das hier in Österreich vielleicht einfach einen anderen Namen hat, ich kenne den Begriff nämlich ehrlich gesagt nicht. Aber du bist die Person vom Fach, liegt hier sicher an mir haha.
 
Zuletzt bearbeitet:
WeiWei02 schrieb:
Ah sorry, da habe ich wirklich genau das Gegenteil von dem verstanden, was du versucht hast du sagen.
Ne du verstehst es noch immer nicht richtig.

Meiner Meinung nach wird in einer Ausbildung tendenziell zu wenig gelehrt. Das Tempo ist halt auch recht langsam und alles wird 10 mal durchgekaut und nichts dem Selbststudium überlassen.

Das hat früher vielleicht noch funktioniert wo der Schlosser halt der Schlosser was und der Elektriker der Elektriker. Mit den vernetzten Berufsbildern wie Mechatroniker musst du aber mehr abdecken und einfach Stoff rauskürzen bringt es halt nicht, weil man dann nichts wirklich kann. An sich müsste man mehr Stoff in die selbe Zeit packen. Wird dann halt schwerer, was zu einer höheren Durchfallquote führt. Aber so ist das halt.
 
rauskürzen bringt es halt nicht, weil man dann nichts wirklich kann.

Das ist ja das Problem. Wobei es beim Mechatroniker gerade noch geht in Bezug auf Mechanik. Es reicht wenn der jenige die Toleranzen kennt und weiß wie Metallbearbeitung konventionell geht. Schweißen, CNC usw. ist nicht vorgesehen.

Das reicht dann um zumindet als Einsteller oder Instandhalter irgendwo zu arbeiten. Man hat den Mechatroniker auch schon mit einem Allgemeinarzt verglichen. Der hat auch irgendwo einen Einblick in viele Gebiete aber muss sich dann auch auf Fachärzte verlassen..

schwerer, was zu einer höheren Durchfallquote führt.

Das hast du ja schon jetzt. Man merkt genau wer die "Metaller" sind. Sehr viele können einfach keine Formeln umstellen oder ähnliches. Das geht alles noch im Metallteil, aber sobald es dann in die E-Technik geht, gehen die meisten baden..

An sich müsste man mehr Stoff in die selbe Zeit packen

Oder Azubis auf überbetriebliche Kurse schicken. Die Rüstungsfirma hat das mit ihren Mechatronikern gemacht,
Schweißen, CNC, spezielle Messkurse ,usw. Alles so nicht vorgesehen, aber wurde dennoch gemacht.
Gut die hatten auch eine Lehrwerkstatt wo sonst alles geübt wurde bis Ende 2 Jahr.
 
Skysnake schrieb:
Ne du verstehst es noch immer nicht richtig.
Ahhh, danke für's Klarstellen! Ist auf jeden Fall ein wirklich wichtiger Punkt. Soweit ich weiß spezialisiert man sich beim Mechatroniker in Ö erst nach dem zweiten Lehrjahr, wo man dann ja hofft, dass davor alle Basics des Berufes, auch wenn er sich aus mehreren Kategorien zusammensetzt, gut genug gelehrt werden (hängt natürlich auch stark vom Betrieb ab). Aber ich kann natürlich nicht sagen, ob es wirklich irgendwelche Unterschiede zwischen der Ausbildung in Ö und in D gibt.
brettler schrieb:
Man hat den Mechatroniker auch schon mit einem Allgemeinarzt verglichen. Der hat auch irgendwo einen Einblick in viele Gebiete aber muss sich dann auch auf Fachärzte verlassen..
Ah, so habe ich das noch nie gesehen. Hängt dann wahrscheinlich wirklich davon ab, welchen Job man genau machen will, und ob es in Betrieben da dann auch was passendes gibt. Sonst ist es vielleicht manchmal auch besser, wenn man etwas spezialisierteres lernt.
 
Wie gesagt ich kann nur für Deutschland sprechen. Weiß nicht wie es in Österreich gibt. Bei uns ist der reine Mechatroniker (also kein Kälte, Zweirad und was es noch alles gibt) nur ein Monoberuf.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Oder was halt auch eine gute Allround Ausbildung ist, ist Elektriker + Fachinformatiker Systemintegration.
Da kannst du auch den IT-System-Elektroniker machen. Ist halt eher handwerklich/praktisch gedacht.
 
Danke für den Tipp, ist auf jeden Fall auch eine spannende Option. Hast du persönlich Erfahrung mit der Ausbildung?
 
Ja, ich hab die bei der Deutschen Telekom vor ca. 15 Jahren selbst durchgemacht. Das Berufsbild ist halt so groß und vielseitig, das man, selbst innerhalb der Telekom, verschiedene Vertiefungen bekommt. Über Zwischenstationen bin ich (seit etlichen Jahren) bei einer Firma für Glasfasermontage gelandet, welche für Telekom, Vodafone und andere Firmen arbeitet. Hatte ich in der Ausbildung aber auch nix mit zu tun, das war/ist hier Learning-by-doing.

Allgemein ist der IT-SE halt sehr praktisch veranlagt, Kabel verlegen, verbinden & messen, Technik aufbauen und in Betrieb nehmen, aber die tiefergehenden Sachen/Konfigurationen passieren dann eher aus der Ferne.

Je nach Betrieb und Aufgabengebiet kann man natürlich auch mal Richtung Admin eingesetzt sein und sollte dann auch mit einer Kommandozeile umgehen können.
 
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Ich würde auf jeden Fall Empfehlen (soweit möglich) die Ausbildung in einem Industriebetrieb mit eigener Lehrwerkstatt zu machen.
Habe bei so einem Industriebetrieb den Elektroniker Betriebstechnik gelernt und konnte vom Mechanischen Drehen/Fräßen, Schleifen, Abkanten... auch Verdrahten, Programmieren, Platinen erstellen, Ätzen, ganze Steuerungen aufsetzen.
Das hat vor allem was mit der Ausbildungsqualität zu tun. Bei manchen Betrieben gehen die gelernten inhalte WEIT über den Standard. Bei anderen lernst du im Betrieb nur Straße kehren.

Der Beruf dahinter ist am Ende weniger entscheidend, sondern was einem konkrekt beigebracht wird.
 
Danke für deine Tipps, werde ich auf jeden Fall an meinen Neffen weiterleiten. Habe bis jetzt gar nicht gewusst, dass die Ausbildung in der Betriebstechnik so breit gefächert ist … aber wie du sagst, es ist wahrscheinlich auch immer sehr abhängig vom Betrieb in dem man lernt und vom Ausbilder selbst, wie viel über das Mindestmaß hinaus gelehrt wird.
Gaugaumera schrieb:
Ich würde auf jeden Fall Empfehlen (soweit möglich) die Ausbildung in einem Industriebetrieb mit eigener Lehrwerkstatt zu machen.
Also würdest du sagen, dass es tendenziell sinnvoller ist, die Ausbildung in einem größeren Betrieb zu starten? Weißt du, ob es auch kleine oder mittelgroße Betriebe mit eigener Lehrwerkstatt gibt, oder ist das eher selten, weil es dann ja auch oft weniger Lehrlinge gibt?
Gaugaumera schrieb:
Der Beruf dahinter ist am Ende weniger entscheidend, sondern was einem konkrekt beigebracht wird.
Da stimme ich dir auf jeden Fall voll und ganz zu! Es hängt natürlich immer auch ein bisschen davon ab, wie gewillt man ist, zu lernen, was einem beigebracht wird, aber man merkt ja auch, dass Betrieben, die darin investieren, ihre Lehrlinge gut auszubilden, oft sehr wenige Probleme damit haben, diese nach der Ausbildung auch im Betrieb zu halten.
rezzler schrieb:
Das Berufsbild ist halt so groß und vielseitig, das man, selbst innerhalb der Telekom, verschiedene Vertiefungen bekommt.
Danke für die Infos, klingt sehr spannend, was du da berichtest. Wie gesagt, wir hatten die Ausbildung bis jetzt noch gar nicht wirklich am Schirm, aber es klingt so als wäre das vor allem für Menschen, die in der IT arbeiten wollen, aber auch etwas anderes machen wollen als "nur vor dem Computer sitzen", besonders spannend.
 
WeiWei02 schrieb:
Es hängt natürlich immer auch ein bisschen davon ab, wie gewillt man ist, zu lernen, was einem beigebracht wird, aber man merkt ja auch, dass Betrieben, die darin investieren, ihre Lehrlinge gut auszubilden, oft sehr wenige Probleme damit haben, diese nach der Ausbildung auch im Betrieb zu halten.
Nur weiß man halt in der Schule oft nicht wieso man etwas lernen soll. Vom Thema interessiert es einem nicht, man weiß genau, ich will in eine ganz andere Richtung gehen und brauch auch nicht jedes Thema. Hat man seinen Weg gefunden und wählt einen Ausbildungsweg, dann ist der ja hoffentlich etwas, was einem interessiert. Daher sollte einem da das Lernen leichter fallen. Ich würde da das Lernen in der Schule nicht mit dem Lernen in der Ausbildung vergleichen.

Sicherlich ist man auch von den Lehrern und den Ausbildern abhängig aber man könnte ja auch mehr machen wenn man das will. Ich denke schon, dass einem bei einer Lehre irgendwann der Ehrgeiz packen kann. Auch bei Schülern, die davor nichts mehr mit der Schule zu tun haben wollten.

Können es sich Betriebe heutzutage wirklich leisten ihre zukünftigen Fachkräfte schlecht auszubilden? Da müsste doch auch bei den Betrieben selbst ein größerer Druck als früher herrschen. Wo bekommen sie denn sonst ihre Fachkräfte her? Wenn man sich schon schwer tut neue Mitarbeiter zu finden, dann muss ich schon darauf schauen, dass ich mir zumindest gute Mitarbeiter selbst ausbilde.

Das kann ich jetzt nicht wirklich beurteilen aber wenn es Fachkräftemangel gibt, habe ich ja da als Betrieb eine Chance dem entgegenzuwirken. Vielleicht nicht sofort, dafür aber in 5 Jahren. Hole ich aus dem Ausland einen Facharbeiter, braucht es aber auch seine Zeit.
 
WeiWei02 schrieb:
Also würdest du sagen, dass es tendenziell sinnvoller ist, die Ausbildung in einem größeren Betrieb zu starten? Weißt du, ob es auch kleine oder mittelgroße Betriebe mit eigener Lehrwerkstatt gibt, oder ist das eher selten, weil es dann ja auch oft weniger Lehrlinge gibt?
Nicht immer ist ein großer Betrieb Sinnvoller. In aller Regel ist die Ausbildung aber in größeren Betrieben besser als in kleineren. Kommt aber immer auf den einzelnen Fall an.

WeiWei02 schrieb:
Da stimme ich dir auf jeden Fall voll und ganz zu! Es hängt natürlich immer auch ein bisschen davon ab, wie gewillt man ist, zu lernen, was einem beigebracht wird, aber man merkt ja auch, dass Betrieben, die darin investieren, ihre Lehrlinge gut auszubilden, oft sehr wenige Probleme damit haben, diese nach der Ausbildung auch im Betrieb zu halten.
Oft sind Lehrlinge billige Arbeitskräfte. Man sollte eben wissen wo man am Ende hingeht. Gibt überall gute oder schlechte.
 
Der Idealfall ist natürlich wenn man jemanden kennt oder mit jemanden sprechen kann, der in dem Wunschbetrieb eine Ausbildung durchlaufen hat. Tag der offenen Tür oder Azubiwerbeveranstaltungen bieten sich hier an.

Ausbildung war zumindest vor 20 Jahren als ich meine Schlosser-Ausbildung gemacht habe auch ein wenig Glückssache. In meinem Betrieb ging es ein halbes Jahr in die Lehrwerkstatt und danach unter recht enger Betreuung in die tatsächliche Produktion. Hier war das Ziel aber nicht 'billige Arbeitskraft für jetzt' sondern 'qualifizierter Nachwuchs für demnächst'.
Der 'Sonder'-Anteil von Sondermaschinenbau ist etwas, was man in meinen Augen sehr schwer bis gar nicht ausschließlich in der Lehrwerkstatt abbilden kann.
Wir hatten damals viel mit einer Firma aus dem Nachbardorf zu tun, die Azubis dort haben 3 Jahre für die Schrotttonne in der Lehrwerkstatt produziert. Wenn man mal mit denen zusammen eine Maschinenstraße aufgestellt und in Betrieb genommen hat, dann viel recht deutlich auf, das viele von deren frischen Gesellen ins straucheln kamen, wenn die Musterlösung nach Lehrplan nicht verfügbar war.

Wenn ich heute noch mal eine Lehre machen müsste und dabei die Erfahrung meines jetzigen Ichs hätte würde meine Rangliste in etwa so aussehen:

Elektriker - In einem Umfeld das viel Roboter einsetzt, mit dem Ziel entsprechend in der Programmierung eben Dieser zu landen. Über den IT-Weg kommt man da sicherlich auch hin.
Schweißer - Hier mit dem weiteren Ziel IWS oder IWE.
 
In aller Regel ist die Ausbildung aber in größeren Betrieben besser als in kleineren. Kommt aber immer auf den einzelnen Fall an.

Die Größe des Betriebs ist keine Aussage darüber ob es eine Lehrwerkstatt gibt. Da die großen Betriebe ihre Lehrwerksätten seit Jahren nicht mehr füllen können, bieten viele oft auch eine Verbundausbildung an, mind. für 1,5 Jahre. So kann dann auch der Azubi aus einem kleineren Betrieb in den Genuß einer Lehrwerkstatt kommen.

Viele der Betriebe verlangen dafür auch gar nichts von den Verbundpartnern bzw. nur eine kleine Pauschale.



Wir hatten damals viel mit einer Firma aus dem Nachbardorf zu tun, die Azubis dort haben 3 Jahre für die Schrotttonne in der Lehrwerkstatt produziert.

Das stimmt. Bei uns haben die zwar auch Sachen für zu Hause gemacht, aber es ist was anderes wenn man sich verbohrt, verfräst oder wie auch immer und einfach ein neues Teil nimmt, als wenn dann ein Teil ind er Maschine nicht montiert werden kann wei lman wieder von vorne anfangen muss..

Wir hatten auch welche in der Klasse die waren von 3,5 Jahren fast 3 Jahre nur in der Lehrwerkstatt quasi unter ideallen Bedingungen und haben somit nie Erfahrungen im "Feld" gemacht.

Als wir dann im 4. Jahr in der BS ein Getriebe zerlegen mussten kamen die auch ins Schleudern weil die nie Lager oder Bolzen ausgeklopft haben oder ähnliches.
Ebenso als wir als Abschied einen billigen Durchgangsprüfer gelötet haben und da tlw. Fehler drin waren.

Lehrwerkstat ist schon gut aber sollte durch regelmäßige Praxiseinsätze ergänzt werden
 
Necrol schrieb:
Ausbildung war zumindest vor 20 Jahren als ich meine Schlosser-Ausbildung gemacht habe auch ein wenig Glückssache. In meinem Betrieb ging es ein halbes Jahr in die Lehrwerkstatt und danach unter recht enger Betreuung in die tatsächliche Produktion. Hier war das Ziel aber nicht 'billige Arbeitskraft für jetzt' sondern 'qualifizierter Nachwuchs für demnächst'.
Ich kann es nicht beurteilen aber glaubt ihr nicht, dass sich das jetzt schon geändert hat?

Vor 20 Jahren war die Situation für Unternehmen noch eine ganz andere, heutzutage brauchst du da schon fast jeden Lehrling um dann auch in Zukunft gut ausgebildete Mitarbeiter zu haben. Wo bekommt man sie denn sonst her wenn es überall an Fachkräften fehlt?
Wenn es jetzt immer noch Unternehmen oder einzelne Ausbilder gibt, die ihre Lehrlinge als billige Aushilfe gebrauchen, ja dann darf man sich auch nicht wundern wenn dann letztlich die Leute abbrechen oder in ein anderes Unternehmen oder gar einen anderen Beruf wechseln. In der jetzigen Lage kann man sich das wohl nicht wirklich leisten.
 
Heutzutage ist es ja oft schon so, das man spätestens im 2. Jahr fast schon selbstständig arbeiten muss, kommt natürlich immer auf den Beruf an. Das ein BKF in gewissen Masse alleine fährt lässt sich kaum vermeiden.

Hat sich also nicht viel geändert.

Hab erst neulich in einer Stellenanzeige gelesen. "Mitte des 2. Ausbildungsjahres fährst du dann selbstständig zu unseren Kunden - bundesweit."

Da hätte ich dann schon keinen Bock mehr. (Es ging hier um einen Elektroniker)
 
Ja gut aber unter einer billigen Arbeitskraft würde ich jetzt jemanden verstehen, der jede Woche das Lager putzen muss oder nur zum schleppen der Maschinen herhalten muss. Da lernt man dann ja wirklich nichts was den konkreten Beruf anbelangt.
Schickt man jemanden alleine auf eine Baustelle oder zu einem Kunden, kann man dort zumindest sehen was einem wirklich erwartet. Auch wenn man jetzt eventuell mit der Situation etwas überfordert ist im ersten Moment. Ich glaub aber nicht, dass man dann irgendwohin geschickt wird und dann dort absolut nichts machen kann weil man keinen Plan hat.
Ausbildung ist für mich was anderes als Hilfsarbeiten.
 
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