Welches Audio-Setup für Shure SM7B?

Ja bin aktuell noch im alten Raum und da sind sämtliche Höhen zerstört. (Überdämmung der Höhen und kaum Tiefen bis gar keine Tiefendämmung)

Und ja... im neuen Raum is noch alles offen, aber der is gigantisch, also keine Ahnung wie ich das ohne arm zu werden, halbwegs gut hinbekomme. Am liebsten so ne kleine, isolierte Ecke.
 
Melideas schrieb:
Ja bin aktuell noch im alten Raum und da sind sämtliche Höhen zerstört. (Überdämmung der Höhen und kaum Tiefen bis gar keine Tiefendämmung)
Bitte zwischen Dämmung und Dämpfung unterscheiden!

Dämmung = luftdichte Isolation durch Masse
Dämpfung = Absorbtion durch Reibung

Die Schallenergie in einem Raum kannst du nur durch Dämpfung mittels Absorber reduzieren.

Wie druckluft es bereits angeschnitten hat, brauchst du für eine breitbandige Absorption ausreichend tiefe Materialen. Mindestens 10cm sollten es schon sein. Wie erwähnt am besten mit etwas Wandabstand. Ansonsten werden nur kürzere Wellenlängen berührt und die Dämpfung gerät aus dem Gleichgewicht (-> überdämpfte Höhen, der Rest bleibt unverändert).

Hier lässt sich das die theoretische Absorptionsleistung im Spektrum simulieren:
http://www.acousticmodelling.com/porous.php

Eine günstigere Alternative zu Basotect wäre Mineralwolle aus dem Baumarkt.
Die ist wegen dem Gewicht und dem gesundheitsschädlichen Fasernflug allerdings schwieriger zu verarbeiten.

Melideas schrieb:
Und ja... im neuen Raum is noch alles offen, aber der is gigantisch, also keine Ahnung wie ich das ohne arm zu werden, halbwegs gut hinbekomme. Am liebsten so ne kleine, isolierte Ecke.
Wie wäre es denn mit ein paar Basotect-Stellwänden?
Die kann man sich mit überschaubarem Aufwand selber basteln und sind durch den mobilen Aufbau sehr flexibel einsetzbar. Erfordern im Gegensatz zu Wandabsorbern auch weniger Raumberechnung (Raumkonzept) und Feintuning.

Twostone schrieb:
Wenn alle Stricke reißen, kann man die Wände auch mit Eierkartons oder alten Zeitungen tapezieren. Noppenschaum geht auch, bei mittlerer Körnung, ebenso wie Langflorteppiche.
Bloß nicht! Mit einer sinnvollen akustischen Behandlung haben diese Materialien absolut nichts zu tun. Ist mir ein Rätsel, warum diese Mythen einfach nicht tot zu kriegen sind...
 
Der Kabelbinder schrieb:
Bloß nicht! Mit einer sinnvollen akustischen Behandlung haben diese Materialien absolut nichts zu tun. Ist mir ein Rätsel, warum diese Mythen einfach nicht tot zu kriegen sind...

Mitnichten Mythen, aber wie gesagt eigentlich nur im absoluten Notfall anzuwenden und definitiv nicht das Gelbe vom Ei. Zu der Liste kann man übrigens auch Korkplatten hinzufügen.
 
5cm Breitbandabsorber (blau) vs Eierkarton (rot)
2-8[1].jpg

Für eine gezielte Raumkorrektur ist das Dämpfungsverhalten solcher Kartons zu willkürlich. Für eine günstige Notlösung wäre mir auch die Installation zu aufwendig.

Die Diffusion wäre eine andere Sache.
Aber auch die sollte gut kalkuliert sein.
---
Mit Zeitungen tapezieren...? :confused_alt:
---
Die Noppensturktur von Schaumstoffen bietet bei der akustischen Raumbehandlung eigentlich keinen Mehrwert. Dadurch geht lediglich wertvolles Absorptionsvolumen verloren, der Händler spart also umso mehr.
---
Teppiche und bspw. Polstermöbel sind nie verkehrt. Besser als schallharte Möbel jedenfalls.


Wer die Akustik halbwegs in den Griff bekommen möchte, sollte sich aber wenigstens mal ein Messmikrofon ausleihen und ein paar Punkte im Raum durchmessen. Damit lässt sich ggf. ein Sweetspot ermitteln, der sich besonders für die Aufnahme oder Abhöre eignet. Danach kann man sich um Restreflexionen und stehende Wellen kümmern.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: druckluft
In welche Kostenbereich würde ich da mit solchen Stellwänden kommen?
Ansonsten würde ich wegen Mineralwolle schauen, kenne da jemanden der die verarbeiten könnte vllt.

Das mit dem Mikro, naja, damit kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus.
 
Der Kabelbinder schrieb:
Mit Zeitungen tapezieren...?
Im Vergleich zu "normalen" Tapeten, oder eben auch nur Papier, ist das Zeitungspapier gröber. Mehr noch als die Eierkartons vermindert das Zeitungspapier (in mehreren Lagen) eine direkte Reflexion. Man sollte nur nicht allzu viel Kleister untermischen, besser, man heftet die Zeitungen an die Wand.

Aber auch hier: Es ist keine gezielte akustische Ausgestaltung des Raumes, da die Zeitungen diffus reflektieren. Allenfalls ist es eine Lösung für den schmalen Geldbeutel. Wer's vernünftig machen will, greift zu anderen, berechenbaren Lösungen.
 
Melideas schrieb:
In welche Kostenbereich würde ich da mit solchen Stellwänden kommen?
Ansonsten würde ich wegen Mineralwolle schauen, kenne da jemanden der die verarbeiten könnte vllt.

Das mit dem Mikro, naja, damit kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus.
Für 1m² Basotect in 10cm Dicke zahlt man etwa 60 Euro. Bei Thermarock 50 (Steinwolle) wären es etwa 10 Euro.
Von der Effektivität her dürften sie in etwa gleich sein. Die Tendenz in den Foren geht jedoch immer Richtung Basotect. Vermutlich auch wegen der leichteren Handhabung. Das Material braucht prinzipiell nämlich keinen Überzug und ist bei der Menge meine ich auch rund 4kg leichter.

Ein paar Beispiele zum Eigenbau:
https://www.tonstudio-forum.de/index.php/Thread/3229-Stellwände-und-Breitbandabsorber-im-Selbstbau/
https://recording.de/threads/diy-bau-mobiler-absorber.220957/

Davon könnte man sich zwei-drei Stück bauen und sie dann um den Schreibtisch herum positionieren. Am besten am "Live End", also auf der Seite, wo die Richtcharakteristik des Mikrofons hinzeigt.

Wenn man das erst mal hat, dann kann man schauen, wie es mit dem Bassbereich und eventuell noch störenden Reflexionen von der Decke oder Vorderwand aussieht. In der Regel sollte mit solchen Stellwänden aber schon ein deutlicher Unterschied zu erkennen sein. Effektiv wirken die mit 10cm Materialstärke bis etwa 400-500 Hz. Das ist schon mal ein Großteil der Miete.

Den Raummoden (stehenden Wellen) unter 200 Hz hingegen, die sich als tieffrequentes Brummen und Dröhnen bemerkbar machen, kann man nur mit großvolumigen Eckabsorbern ("Bass Traps", "Superchunks") entgegenwirken. Auch dazu gibt es dutzende Anleitungen im Netz.

https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/raumakustik-workshop-no1-eckabsorber.html
https://produzentenkreis.de/tutorials/raumakustik/bassabsorber-selbst-bauen-diy-anleitung/

Die tatsächliche Notwendigkeit solcher Elemente (die alle unterschiedliche Probleme bekämpfen) kann man als Laie eigentlich nur mit konkreten Raummessungen beurteilen:
https://recording.de/threads/rew-workshop.147164/

Dazu brauchst du ein Messmikrofon, wie bspw. ein Behringer ECM-8000 (im günstigsten Fall).

Wie man vielleicht merkt, ist die Akustik kein Zuckerschlecken.
Einfach ziellos drauf loslegen und irgendwelche Materialien an die Wand kleistern, ist leider nur selten eine Lösung.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: druckluft
Guter Post, @Der Kabelbinder.

Wichtig ist bei den Absorbern für Mitten und Höhen der längsbezogene Strömungswiderstand. Da ist Thermarock 50 mit 16 kPa s/m2 wohl ebenso geeignet wie Basotect. Also unbedingt darauf achten dass es hier die Wolle mit hohem Wert ist.
Für den Bassbereich braucht man allerdings Werte kleiner 5 kPa s/m2 damit die Schallwelle tief genug eindringen kann.

Mich würde dann aber doch mal interessieren wie gross der zukünftige Raum etwa ist. 100m3, 300m3 oder noch größer?
Je grösser, desto mehr Materialaufwand muss man letztlich reinstecken.
Rein für die Sprachaufnahme ist gerade im großen Raum die Bassbehandlung nicht zwingend notwendig. Für guten Klang auf einer Lautsprecher-Anlage natürlich schon.

Je nach Raumgrösse kann es effizienter sein, mit Stellwänden zu arbeiten. Da gibt es welche zu kaufen, man kann sich aber auch welche bauen. Allerdings wird es in den unteren Mitten mit Stellwänden schon recht schwer, da sich je nach Grösse der Schall bereits drum herum beugt und/oder die Dicke nicht ausreicht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Der Kabelbinder
So ein Panel kann man sich ja auch problemlos in 15-20cm Stärke bauen. Dann sollte die Dämpfung gerade bei unterschiedlichen Eintrittswinkeln umsto konstanter sein.
Die Lücken kriegt man damit natürlich nicht beseitigt. Aber gerade in dieser Hinsicht muss man immer ein wenig rumprobieren und die Elemente im Raum verschieben, bis man den individuellen Sweetspot gefunden hat. Mit drei mobilen Stellwänden ginge das denke ich ganz gut. Dann könnte man z.B. die Erstreflexionen von hinten (180°) und links und rechts (+/- 90°) abfangen.

Andere Idee:
man baut sich eine ausziehbare Wand, die aus mehreren aneinandergehefteten Segmenten besteht. In etwa nach diesem Prinzip. Damit könnte man kurzerhand ein Hintergrundsystem fürs Streaming aufziehen, das nicht nur die Akustik verbessert, sondern sich auch visuell beliebig gestalten lässt. Man könnte sogar grüne Stoffbezüge verwenden und ein Greenscreen draus machen.

Nur mal so als weitere Anreize ;)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: druckluft
Also ich hätte da eine Idee. Hab hier so gekachelte SChränkte (offen) wo man so Teile reinpacken kann aus Stoff, die könnte man offen hinlegen. Wäre also ein riesiges Kachelsystem, 2m hoch ca. Und in jede Kachel kommt son Teil und 2 Kissen (die jeweils 10cm ca. ergeben) rein, würde das auch gehen?

Wären dann so 3 riesige Kissenwände, mit teilweise halt Unterteilungen. Die Unterteilungen sind aus Holz, glatt, könnten also wohl reflektieren, sollte aber recht wenig sein... der Großteil besteht halt aus diesen Öffnungen, wo dann in jeder 2 Kissen drinne wären. Sieht auch ganz okay aus.
 
Ich habe mir jetzt das ID 14 besorgt und der Headset-Sound ist wirklich der hammer! Auch das Abhören von meiner Stimme ist jetzt viel einfacher.

Meine Frage wäre jetzt - wie sollte ich alles genau anschließen, damit ich am meißten aus dem ID 14 (auch wenn ich aktuell nicht die optimalste Situation habe) raushole? Habs frisch angeschlossen und mein Mic vom DBX jetzt in das Audient gepackt per Line-Input. Oder sollte ich doch eher den Mic-Input nehmen? Sind ja zwei Anschlüsse.

Aber klingt auf jeden Fall mega gut das Teil und ich glaube mir einzubilden dass mein Audio auch ein wenig besser geworden ist. (Also die Aufnahmen)

Sehr schickes Teil, bin echt begeistert. Und angeblich soll es dazu noch Software oder so geben, aber die hab ich mir noch nicht genauer angeschaut, bis auf das ID 14 Treiberzeug.
 
Line In. Der Ausgang vom DBX ist ja bereits vorverstärkt.
 
Zurück
Oben