Gut ausgeführt.
In Deutschland ist es leider noch immer nicht salonfähig, auch mal zum Psychiater zu gehen. Totale Individualisierung, viel Arbeiten, "Verantwortung übernehmen" (Politikerdeutsch für noch mehr arbeiten), Bereitschaft zur Mobilität, all' das führt dazu, dass wir zwar viele sind, viele aber auch einfach alleine sind. Und wem vertraut man sich dann mit echten Problemen an? Ein Psychiater muss dabei nicht immer nur aktiv therapieren, sondern es hilft auch oft, wenn er einfach mal zuhört. Domian zeigt, dass einfaches Reden helfen kann und dass andere auch Probleme haben. Vielleicht sogar schlimmere als man selbst. Insofern ist es eine wichtige Sendung, da stimme ich Dir zu. Ich kann da leider aus eigener Erfahrung sprechen.
Als ich Psychiater werden wollte meinten alle Verwandten, ich müsse dann über kurz oder lang selber "irre" werden. Und wer zum Psychiater geht, der ist sowieso nicht ganz sauber. Erschreckend, dass Personen, die solche Sprüche tätigen, sehr oft sehr verzweifelt sind. Was leider erst dann herauskommt, wenn es gar nicht anders geht. Oder um es deutlich zu sagen: Scheidungen, Selbstmorde, Alkoholismus, Gewalt aus Frust gegen andere usw. - leider alltäglich hinter den schönen Fassaden der "glücklichen und perfekten Gesellschaft" (Zitat H€553).