Salzferkel schrieb:
Wie sollte man sich denn als Otto-Normalverbraucher eure Meinung nach am besten fürs Alter absichern?
Die einzige Antwort ist meines Erachtens die hier: Mit sinvollen Produkten, die zu deinen Anforderungen und deiner Risikobereitschaft passen.
Das ist nun sehr weit gefächert, aber eine Pauschalantwort gibt es dazu nicht.
Thema sinnvolle Produkte
Es gibts grundsätzlich nur wenige Produkte, die "die Allgemeinheit" als unsinnig einstuft. Ein Beispiel, was hier auch schon genannt wurde, ist die kapitalbildende Lebensversicherung. Früher gabs da mal Steuer"vorteile", heute nicht mehr. Wenn man Hinterbliebenenvorsorge betreiben will, dann mit einer Risiko-LV. Kapital-LV höchstens noch in Kombination mit einer anderen kapitalbildende Maßnahme, wenn man Kind hat und die LV dann z.B. bis zu dessen 18. Lebensjahr (oder so um den dreh) laufen soll und man eben gleichzeitig noch den eigenen Todesfall mitabsichern will. Kapital-LV sind auch ziemlich unübersichtlich für den Kunden.
Riesterrenten sind ein Beispiel für eine Produktgruppe, an der sich die Geister Scheiden. Empfehlung meinerseits: In diversen Foren, Zeitschriften oder auch Büchern belesen, verschiedene Ansichten aufnehmen und selbst eine Meinung bilden.
DAS sinvolle Produkt gibt es auch nicht, denn das wiederum hängt an den zwei anderen Faktoren Anforderung und Risikobereitschaft. Gut, es gibt eine Ausnahme: Privathaftpflicht. Hat nicht unbedingt was mit Altersvorsorge zu tun, hilft aber die eigene Existenz zu schützen.
Deine Anforderungen
Im wesentlichen solltest du mal drüber Nachdenken, was du im Alter (besser: zu einem bestimmten Alter) haben willst.
Extrembeispiele:
Du gibst dich damit zufrieden, was du nach heutigen Kenntnissen als gesetzliche Rente bekommst. (Du nimmst an, es gibt dann noch gesetzliche Rente, du bist dann auch bezugsberechtigt, hast ein eigenes Haus und bei eventuellen Geldproblemen helfen dir deine Kinder schon aus.)
Oder du möchtest mit 50 2.000.000 EUR auf der Seite habe, nach Bali auswandern und dort der König sein.
Mehr oder minder läuft es darauf hinaus, wieviel man von seinem jetzigen (oder angestrebten) Netto im Rentenalter noch haben möchten, sofern man keine extravaganten Wünsche hat.
Deine Risikobereitschaft
Grundsätzlich: Risiko und Rendite hängen zusammen. Die Regel gilt im kompletten Kapitalmarkt.
Das Geld auf deinem Sparbuch ist (bis zur Einlagensicherungsgrenze) bombensicher, dafür bekommst du aber auch nur unterirdische Zinsen, die nichtmal die Inflation ausgleichen. Mit Aktien kannst du innerhalb relativ kurzer Zeit steinreich werden, die Chance dass dies eintritt, ist jedoch nicht wirklich hoch, viel eher das Gegenteil.
In der Regel läuft es darauf hinaus, dass du einen Teil risikolos investierst. Tagesgeld, Festgeld, kurzfristige deutsche Staatsanleihen. Damit gleichst du jedoch im besten Fall die Inflation aus, d.h. du erhälst Werte, schaffst keine zusätzlichen.
Der andere Teil wird dann risikobehaftet investiert, in Aktien (direkt oder Fonds), Rohstofffe, Immobilien.. wie man möchte. Dazu gibt es dann die verschiedensten Theorien, jeder hat DIE richtige Anlagestrategie. Wenn es DIE Strategie gäbe, gäbe es auf der Welt allerdings keine armen Menschen mehr, so einfach ist es wohl nicht. Auch hier gilt wieder: Selbst informieren, selbst ein Bild machen.
Noch ein Hinweis zu den Bankberatern: Ich habe nichts gegen die, aber letztendlich sollte man sich bewusst machen, dass die meisten dir eben genau DIE Anlagestrategie verkaufen wollen, weil sie bzw. ihr Unternehmen daran natürlich anteilig verdienen. Eine neutrale Beratung wirst du dort nicht bekommen, was allerdings nicht heisst, dass du sie dir nicht einholen sollst.