nintendoluk schrieb:
Ob ein Spiel erfolgreich ist, kann uns als Konsumenten egal sein.
Da liegst du meiner Meinung nach völlig falsch, denn erfolgreiche Spiele erzeugen Nachfolger, geben Richtungen vor, inspirieren andere Spiele.
Nehmen wir einfach mal an Super Mario 64 hätte sich grauslig verkauft: Hätte es dann weitere 3D-Marios gegeben? Nintendo hätte das Experiment "3D" abgehakt und spätere Mario-Spiele wären wohl alle sowas wie New Super Mario Bros geworden. Zelda: Ocarina of Time hätte man überdenken müssen und sich vielleicht dafür entschieden wieder auf eine Top-Down-Perspektive zu setzen (also wie später A Link Between Worlds oder sogar in 2D, wie A Link to the Past), weil man 3D nach dem Flop von Super Mario 64 für zu riskant hielt.
Aber auch ohne solche Alternativwelten sehen wir die Auswirkungen von ausbleibendem Erfolg, insbesondere bei Spielen mit Traumwertungen der Presse. Die Spieler von Shenmue 1 und 2 durften über 10 Jahre warten bis überhaupt die Chance auf einen Nachfolger bestand. Auch Beyond Good&Evil wurde extrem gut bewertet, hat sich aber nur sehr schlecht verkauft, so dass ein Nachfolger keine Selbstverständlichkeit ist. Und nun ist ein zweiter Teil im Limbo, wurde zwar irgendwann mal angekündigt und wird nun sogar mal wieder etwas wahrscheinlicher, aber trotzdem wartet man erstmal...
Oder nimm irgendwelche MMORPGs die wegen fehlendem Erfolg eingestellt werden.
Da gibt es gerade mit der Einstellung von Asheron's Call ein wunderbares Beispiel. Ich bin sicher der
74jährige der das Spiel seit 18 Jahren spielt hat damit ne Menge Spaß, das hilft ihm nur nicht, weil eingestellt ist eingestellt.
Ich persönlich hoffe auch dass Funcom mit Conan Exiles Erfolg hat - nicht wegen Conan Exiles, das Spiel geht mir am Arsch vorbei, aber weil Funcom auch The Secret World hat, welches ich zwar schon lange nicht mehr spiele, aber nur sehr ungern sterben sehen würde.
Tribes 2 hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, aber auf einer LAN fand man nie jemanden der es gespielt hat - weshalb es dort dann wenig Spaß machte.
Der Erfolg von DayZ hat etliche andere Survival-Games entstehen lassen (wie auch das gerade genannte Conan Exiles). Wäre es ein außerhalb der Szene völlig unbekannter Mod für Arma2 geblieben wäre dieses Genre so nicht entstanden.
Erfolg sorgt für Nachfolger und gibt Richtungen vor.
Wer will dass die Spiele die ihm Spaß machen die Richtung vorgeben sollte hoffen dass sie auch anderen Spaß machen und damit "erfolgreich" werden.
just_fre@kin schrieb:
1) Alte Spiele remastered wieder auf neuen Konsolen rausbringen? Nintendo pfui! Gibts bei der Konkurrenz - besonders Sony - aber seit Jahrzehnten. Ich nenne nur mal God of War, Uncharted, Journey, Crash Bandicoot (bald) und das sind wohlgemerkt nur die Hausmarken aus den letzten paar Monaten, da ist so Abzocke wie Resident Evil mit Teil 4-6 oder Skyrim nicht mal dabei ... Aber Mario Kart 8 als Neuauflage? NIEMALS, nicht bei Nintendo, der Rest darf das.
2) Jetzt kam die Sache mit den DLC´s und Zelda auf. DLC? Nintendo? Das geht gar nicht, wieder laufen alle Sturm. Die, welche am lautesten schreien kaufen sich im gleichen Atemzug wahrscheinlich jeden Seasonpass von CoD, BF & Co. für ihre PS4, den PC oder Xbox One - wo vorneherein Content künstlich zurückgehalten wird, damit man erst nach zusätzlichen 60€ das "ganze Spielerlebnis" hat. Aber Nintendo, nein, also die dürfen das nicht (Als ob es irgendwo gesetzlich verboten wäre...)
1. Ich kritisiere keine Remasters und HD-Neuauflagen. Dark_Knight tut das mit seinem Vokabular aber sehr wohl.
Du tust es mit dem Wort "Abzocke" ganz eindeutig auch.
Entweder findet man alle Remaster scheiße oder man findet alle - besonders die mit einem Mehrwert, wie es eben bei einer mobilen Version der Fall ist - gut.
Was ich kritisiere ist selektives Bejubeln, bei dem dann z.B. The Last of Us als doofes Remaster abgetan wird, während man Twilight Princess HD bejubelt.
Wenn du sagst, dass Sony für Remasters auf seiner Plattform keine Kritik bekommt dann schaust du nicht wirklich hin.
Dabei haben die sogar ein Argument, denn die PS4 hat sehr viele Xbox 360-Spieler übernommen, die deshalb die ganzen PS3-Exklusivtitel garnicht kannten. Und auch ohne das Remaster garnicht spielen könnten.
Twilight Princess kann man auch auf der Wii U spielen - die Wii-Version - während TLOU oder andere PS3-Titel auf einer PS4 aus technischen Gründen nicht laufen.
2. Nintendo wird immer wieder gerne als "die nette Firma von Nebenan" verhätschelt und verniedlicht.
Das hat sicherlich damit zu tun, dass sie viele Leute in ihrer Kindheit geprägt haben und außerdem immer noch eher wie eine Spielzeugfirma agieren und nicht wie eine Elektronikfirma.
Bei Disney will man ja auch nicht einsehen, dass die Maus-Firma nebenbei (über Miramax) Pulp Fiction produziert haben und auch nur noch Geld streben und eine Spielzeugfirma wirkt halt immer sympathischer als eine Firma die nebenbei auch Computer herstellt, Versicherungen verkauft usw.
Alles was Nintendo macht wird automatisch als "für Kinder" und "kindgerecht" wahrgenommen, dabei stimmt beides nimmt.
Spiele von Nintendo sprechen nicht nur Kinder an, gerade wenn man die Unsicherheiten der Pubertät hinter sich gelassen (d.h. die Gears of War-KABOOOOM-Zeit) hat steigt das Interesse an Titeln von Nintendo wieder.
Aber sie sind eben auch nur eine Firma die Geld verdienen will und das zeigen sie mit dem Greiferspiel auf dem 3DS und nun eben auch in Form von DLCs und kostenpflichtigem Onlineservice.
Ich habe nie gesagt, dass Nintendo das nicht darf!
Aber durch solche Aktionen (insbesondere das Greiferspiel, wie man sieht stört mich das wirklich sehr) verlieren sie halt ihre "Unschuld" die sie zumindest in den Augen der Nutzer (wenn auch nicht in der Realität) einmal hatten.
Wenn man EA und Activision für DLCs, Season Passes und IAPs kritisiert kann man Nintendo (jetzt) nicht (mehr) auf ein Podest darüber stellen, denn Nintendo macht absolut nichts anders als diese Firmen.