guillome schrieb:
Wenn sie gegen Recht verstoßen haben, kann man aber trotzdem gegen sie Klagen und das Gericht diese Sache verhandeln lassen. Viele, auch dazu gehöre ich, hätten für sowas Verständnis und auch Sympathien.
Fakt ist nun mal eben aber auch: Straftaten sind Straftaten und gehören bestraft.
Und damit sind wir bei einer Sache: Scully1234, wie gut du dich mit dem "deutschen Rechtssystem" auskennt merkt man schon, zu viele Ami-Filme geschaut und nur da die Regelungen im Kopf nicht? In Deutschland gab es mal für kurze Zeit eine Kronzeugenregelung, die hat man aber der CDU zu verdanken. Jetzt gibt es wieder eine, aber diese garantiert keine Straffreiheit sondern nur eine Milderung. Ausnahme besteht nur, wenn die Tat noch nicht begangen wurde und verhindert werden kann, wobei auch in diese Fall in Deutschland ohnehin "Straffreiheit" galt, da die Tat von der Person nicht mehr begangen wurde. Der Wikipedia Artikel ist da etwas... na ja Fehlerhaft.
Ach ja, der Kauf der CD mit Steuerdaten ist keine Straftat vom Staat sondern von einer Person, diese wird, wenn es die Schweizer denn tun würden, verurteilt und Bestraft werden.
Genau so wird ein Taschendiebstahl, wenn er etwas klaut um etwas zu beweisen, nach der Tat angeklagt und verurteilt. Im Regelfall wird die Strafe dann gemildert, aber doch geht es für ihn erst mal vor Gericht. Entsprechend sind aber auch die Strafen. Für Mord gibt es eben 25 Jahre mit Möglichkeit nach 15 Jahren frei zu kommen. Für den Taschendiebstahl gibt es eine kleine schöne Haftstrafe auf Bewährung.
Ein Mensch, der wirklich hohe moralische Ansprüche hat, wird immer sagen: Ich begehe eine Straftat um eine andere zu verhindern oder aufzudecken und stelle mich dann selbst meiner Verhandlung. Es geht nicht, dass Straftaten begangen werden dürfen um andere "aufzudecken" und dies auch geduldet wird. Wer sowas tut, wird sich dem stellen müssen. Nicht mehr nicht weniger.
Kurz um, den Gedanken hinter dem "schottern" der Webseiten kann ich verstehen, ich heiße ihn aber nicht gut, moralisch sind sie aber im Recht, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie eben gegen geltendes Recht verstoßen haben und entsprechend Verurteilt gehören.
Und das selbe fordere ich auch für die, die von den Kriegsverbrechen gewusst haben und diese vertuschen wollten, aber auch die, die sie befohlen haben oder sie begangen haben. Dass das primär vermutlich Wunsch denken ist, ist mir klar, aber warum sollte ich mir jetzt die "Hände" schmutzig machen mit Taten, die keinem wirklich nützen und eher Sympathien verspielt, als wenn man den Mächtigen eher damit schaden kann, sie einfach "bloß" zu stellen.
Und noch was: Pressefreiheit mag zwar was schönes sein, aber mit dieser geht auch eine hohe Verpflichtung einher. Man sollte niemals Dokumente und Beweise einfach veröffentlichen, sondern kritisch damit umgehen und diese Bewerten, katalogisieren und anschließend die veröffentlichen, wo man sicher weiß, dass sie stimmen und richtig sind. Wie schädlich es sein kann, Dokumente zu veröffentlichen ohne Prüfung, ist nämlich im kleinen zu erkennen, wenn ein unschuldiger Straftäter vorverurteilt wird und daher sein Leben ruiniert ist. Denn irgendwelche Deppen werden immer sagen: "Da wird schon was dran sein." Auch wenn es gar nicht stimmt!