Cr4y schrieb:
Tja, ist am Ende eine Frage, ob man kann oder eben nicht. Youtube kann sich so einiges leisten, wie es scheint. Ich kann es kaum ändern, also kann ich es nur akzeptieren oder eben sein lassen. Aktuell kann ich es noch akzeptieren. Heißt nicht, dass sich Youtube alles erlauben kann.
Aber um gesetzte Tatsachen zu akzeptieren, muss man diese ja nicht automatisch verteidigen.
Cr4y schrieb:
Ansonsten gibts ja schon Alternativen wie Twitch und Patreon - ob die nun besser sind? Ka.
Sind das wirklich Alternativen? Ich hätte eher an Plattformen wie Nebula gedacht, wobei die auch ihre eigene "Richtung" haben, sich also weniger für unprofessionelle/unbedarfte Inhalte eignen (wenn man nicht sogar ganz davon ausgeschlossen ist, weil kuratiert wird), oder Dinge wie TikTok oder gar Facebook, wobei die jeweils auch eher spezifische Use Cases und Nutzergruppen haben.
Am Ende ist ja das die Realität für klassische Videos mit einer Laufzeit über 5 Minuten:
- Die meisten Leute, die solche Videos ins Netz stellen, tun das nur auf YouTube.
- Die meisten Leute, die solche Videos schauen, schauen diese nur auf YouTube.
China sei da mal ausgeklammert, da gilt das wahrscheinlich nicht. Nichtsdestotrotz: Ob man das nun ein Monopol oder marktbeherrschende Stellung nennt, ist mir persönlich gar nicht so wichtig, und schon eher, dass man solche Unternehmen nicht mit Samthandschuhen anfasst. Das tut es umgekehrt nämlich auch nicht, weder ggü. den Nutzern, noch den Creatorn, die die eigentliche Arbeit machen.
Es ist am Ende die marktbeherrschende Stellung, die eine "umgekehrte" Abhängigkeit durchdrückt: Würde YouTube morgen verschwinden, würde sich in kurzer Zeit ein/mehrere Konkurrenten etablieren, auf die alle Nutzer ausweichen würden.
Würden morgen aber alle Nutzer von YouTube verschwinden, seien es nun Zuschauer, Produzenten oder beide Parteien, dann hat YouTube fertig, für immer.
Cr4y schrieb:
Naja, so funktionieren Konzerne und Mittelständler nunmal: Es gibt verschiedene Geschäftsbereiche, die jeder für sich profitabel sein muss. Geschenkt wird einem in der Marktwirtschaft nichts.
Also man kann das alles doof finden, kein Ding. Aber n besseres System scheint es noch nicht zu geben.
Natürlich wird einem in der Marktwirtschaft nichts geschenkt, deswegen schicken wir ja auch Kinder in die Kohleminen, arbeiten 80 Stunden die Woche und zeigen uns dankbar, wenn man nach dem vierten Krankheitstag im Jahr keine fristlose Kündigung in die Hand gedrückt bekommt.
Marktwirtschaft ist nicht gleich Marktwirtschaft, und ich kenne wenig Deutsche, die den hiesigen Verbraucher- und Arbeitnehmerschutz gern "amerikanischer" hätten; Wärst du jemand, der lieber mehr freie Marktwirtschaft und weniger Schutzregelungen für den einfachen Bürger hätte? Also ernsthaft, die Frage ist nicht polemisch gemeint.
Cr4y schrieb:
Welche vorherige Argumentation? Ich kann dir da gerade nicht ganz folgen :-o
Na deine Kernthese ist doch, dass man für das Ausüben von Hobbys grundsätzlich keine Zahlungen erwarten kann, unabhängig davon, wie wo wer damit Geld verdient. Aber wenn du es in meinem Beispiel nur "tolerieren" würdest, dann sagt das ja implizit, dass du damit eigentlich
nicht einverstanden bist, und dich eher fügst, anstatt der Entscheidung des Trainers zuzustimmen und sie zu unterstützen.