Zugriff auf WD Festplatte nur durch Runterfahren

irrer-drongo

Cadet 3rd Year
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Mai 2008
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Hallo,

ich habe ein WD MyBook 3200JS (320GB) über USB angeschlossen. Ist schon seit vielleicht einem Jahr im Betrieb. Neuerdings passiert es jedoch so einmal die Woche, dass ich auf der Platte arbeite und diese dann plötzlich nicht mehr zu beschreiben/lesen ist. Sie ist nachwievor im Gerätemanager zu sehen, auch kann ich noch in die Verzeichnisse wechseln, die ich in letzter Zeit besucht habe, nur lässt sich nichts mehr öffnen oder speichern. Wenn ich den Rechner runterfahre und wieder neu starte wird sie erst gar nicht erkannt. Nur wenn ich den Rechner runterfahre und die Platte wirklich vom Netz nehme und wieder einstecke, wird sie wieder erkannt und lässt sich beschreiben/lesen.
Der Rechner läuft auch gern mal die Nacht über. Normalerweise wird dann aber nicht auf der Platte gearbeitet. Sie ist dann zwar noch unter Strom, fährt aber runter.
Sind das erste Alterserscheinungen? Sollte ich die vorsichtshalber weg hauen und mir ne neue beschaffen? Oder zu voreilig?
Habe mit einem WD-Diagnosetool nen Quicktest durchgeführt, der hat nichts ergeben. Werde nächste Nacht mal nen ausführlichen Test laufen lassen.

Schöne Grüße,
Drongo
 
Fehler im USB Controller Treiber? Den, alle USB Controller, solltest Du mal im abgesicherten Modus deinstallieren und beim neustarten neu installieren lassen.
 
War gar nicht so einfach, da Maus und Tastatur bei mir am USB hängen und der PS2-Anschluss nicht funktioniert. Aber hab trotzdem mal alle deinstalliert. Wird sich zeigen, ob es was bewirkt hat. Danke für den Tipp.
 
Läuft die externe Platte rund um die Uhr?
Die MyBooks schienen mir teils für diese Betriebsart nicht sonderlich gut geeignet.
Der c't fiel vor nicht allzu langer Zeit ein Billigstnetzteil nebst hohen Verbrauch im Soft-Off auf (ca. 5W). Das ist mehr, als die verbaute Platte aus der Green Power - Serie sich "idle" genehmigt. Eigentlich herrschen durch Platten aus der GP - Serie inzwischen in vielen MyBooks thermisch freundliche Bedingungen im Gehäuse.
Bei älteren MyBook - Serien sind Platten verbaut, die "idle" eher um 8W benötigen und damit der verbauten Elektronik ohne aktive Lüftung unfreundlich warme Arbeitsbedingungen verschaffen. Speziell Elektrolytkondensatoren altern gerne schon mal vorzeitig, d.h. die Lebensdauer halbiert sich über den Daumen bei 10°C Temperaturerhöhung. Um so wichtiger ist es, dass sowohl rund um das externe Netzteil als auch um die externe Festplatte bei Dauerbetrieb ein unbehinderter Luftzug möglich ist.

Vor einigen Jahren haben es fehldimensionierte und schlecht fabrizierte Elektrolytkondensatoren gar zur größten Fehlerursache für das vorzeitige Versagen von Mainboards gebracht, weshalb inzwischen mindestens die am meisten beanspruchten Exemplare in den Spannungswandler-Sektionen von den Mainboard-Herstellern durch Festkörper-Elektrolytkondensatoren ersetzt worden sind. Die haben eine sehr viel höhere Lebensdauer bei hohen Betriebstemperaturen.

Die Konstrukteure von Zubehör wie eben externen Festplatten tragen dieser Tatsache für meinen Geschmack bislang wenig Rechnung, was hauptsächlich am harten Preisdruck in der Branche liegt. Die Eigenschaft "Zuverlässigkeit" wird bei solchen Produkten bislang nicht wirksam beworben. Mit einer mindestens dreijährigen Garantie nebst einer leidlich umfassend formulierten Datenrettungsgarantie könnte ein Anbieter zeigen, dass er seinem Produkt über den Weg traut.
Eigentlich müsste man bei einem externen Gehäuse erst einmal die Bauteile-Auswahl überprüfen und Temperaturen im Dauerbetrieb messen. Ansonsten fährt man speziell bei den billigeren Produkten sicherer damit, die Platte nicht im Dauerbetrieb einzusetzen und bei Nicht-Gebrauch das externe Netzteil mit einem vorgeschalteten Netzschalter (z.B. Steckdosenschalter) komplett abzuschalten. Wobei ich über 5 Einschaltvorgänge am Tag ebenfalls vermeiden würde.

Es gibt diverse Meldungen über MyBooks im Netz, die sich teils unmotiviert aus Windows abmelden, was vermutlich mit daran liegt, dass hohe Stückzahlen verkauft werden.

Eine Fehlerursache kann (hier nicht) auch an im Zusammenspiel zwischen Bridge-Chipsatz und Festplatte nicht korrekt implementierten Energiesparmodi liegen. Diese Energiesparmodi erlauben es einer 3,5" - Festplatte aus der GP - Serie u.a., autonom die Köpfe hochzunehmen, wenn sie längere Zeit nicht angesprochen werden, was einerseits den Energieverbrauch etwas verringert und andererseits wie bei vielen Notebook-Platten für eine erhöhte Sicherheit gegen mechanische Erschütterungen sorgt.
Versucht Windows das Festplattengehäuse zu erreichen, wenn die Platte pennt, kann das bis zur Antwort gelegentlich einige hundert Millisekunden länger dauern, wogegen sowohl der Bridge-Chipsatz als auch Windows Bedenken haben können.

Eine weitere darin, dass manche USB - Ports am Rande des signaltechnisch Seriösen arbeiten, was u.a. bei alternden Komponenten auf Mainboard und im Netzteil zu Übertragungsfehlern führen kann. Das kann man einkreisen, wenn die externe Festplatte an einem frischeren PC mit gutem USB-Kabel störungsfrei läuft.

Das temporäre Entfernen der USB-Gerätschaften im Gerätemanager kann jedenfalls nicht schaden. Alternativ die Konsolen-Version mit dem Microsoft-Tool DevCon: "devcon remove @usb\*".
Es ist auch schön, dass WD ein Diagnosetool mitgeliefert hat. Meist arbeiten die Diagnosetools für Festplatten nicht bzw. nicht vollständig über USB - Schnittstellen + Bridge-Chipsatz im externen Gehäuse.
 
Wow, danke für die ausführliche Antwort.
Es kommt vielleicht ein- oder zweimal die Woche vor, dass die Platte rund um die Uhr läuft, sich zwar runterfährt, aber dennoch am Netz und am Rechner hängt. Da ich die Platte dann eigentlich nicht brauche, werde ich meine Stecker-Konfiguration wohl mal umbauen, um die Platte dann und auch wenn der Rechner ganz aus ist richtig vom Netz zu nehmen.
Ist nur nicht so einfach die Platte abzumelden, wenn Windows läuft. Irgendwas greift doch immer drauf zu. Konnte ich früher unter XP mittels Unlocker feststellen. Das läuft aber (noch) nicht unter meinem System, Vista64x.
 
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