Zwei Router ein Netzwerk

Abe81

Rear Admiral
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Hallo Community,

folgendes Problem in einer kleinen Organisation:

- Bestehendes Netzwerk: Fritzbox 6840 LTE mit Vodafone LTE Volumenvertrag 20GB, an dem drei VoiceOIP-Telefone laufen und der auch gleichzeitig DHCP-Server für das Netzwerk ist. Ebenso im Netzwerk: Diverse PC-Endgeräte, ein Netzwerk-Drucker/Scanner/Fax, ein Fileserver, mit dem die PCs über Netzlaufwerke verbunden sind.

- Neu: Telekom Speedport Hybrid (weil seit Januar DSL samt Flat verfügbar ist, aber nur von der Telekom)

Fragestellung:
- Wie den Speedport so ins Netzwerk einbinden, dass alle Endgeräte schnelles Internet haben?

Wenn ich die Fritzbox durch den Speedport ersetze, kann ich die Telefone nicht mehr nutzen, weil die nur über die Vodafone-SIM laufen.

Wenn ich die Fritzbox nur für die Telefonie nutze und den Speedport den Rest machen lasse, misse ich die Gast-WLAN-Funktion der Fritzbox, die für uns essentiell ist.

(Vodafone-Vertrag ist bereits gekündigt, läuft aber erst im April aus. Rufnummerübernahme von Vodafone zur Telekom kann vorher nicht erfolgen)
 
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Wenn du den Speedport einfach ins Netzwerk hängst (mit Zugangsdaten fürs Internet und ohne DHCP-Server natürlich) und bei allen Geräten dann als DNS und Standardgateway die IP des Speedport eingibst, dann müsste das eigentlich gehen.
 
Okay, das ist schon mal ein guter Tip für die stationären Endgeräte. Wie das heutzutage so ist: Es sind auch eine Menge Smartphones im Einsatz. Wenn die sich mit dem Wlan der Fritzbox verbinden, greifen die ja primär auf das Internet zu, dass über Vodafone gestellt wird. Ich müsste also in der Fritzbox irgendwo einstellen... nur wo? ich habe nichts gefunden
 
Trenn die 2 Netze.

An die Fritz nur die Telefone.

An den Speedport dein restliches Netz mit DHCP und WLAN.

Wenn Vodafone wegfällt musst du nur noch die IP Phones ins Netz integrieren.
 
Das war auch mein erster Gedanke, d2boxSteve, es scheitert leider nur an kleinen Details: Z.B. der blöde Speedport hat keine Gast-WLAN-Funktion. Wir sind aber darauf angewiesen, ein Gast-WLAN zu nutzen, weil Jugendhilfeeinrichtung. Das Standard-Netz nutzen die Mitarbeiter, Gast-WLAN die Jugendlichen (inkl. Zeitschaltung, aktiviert zw. 17-22.30 Uhr). Habs oben noch ergänzt.
 
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Naja, dann lass das Gast WLAN auch auf der Fritzbox, dann nehmen die bis Abschaltung weiterhin LTE, das normale WLAN kannst ja auf dem Speedport einrichten.
Oder müssen die Drucken oder auf eine NAS mit Handys?
 
Das ist leider keine Option, die Jugendlichen benötigen ebenso schnelles Internet zur (Video)Telefonie mit den Eltern im Ausland. 20GB sind da bereits nach ca. zwei Tagen aufgebraucht, dann wird gedrosselt und ca. 28 Tage wieder nur langsames Internet. U.a. deswegen sind wir ja umgestiegen.
 
Dann schalt doch auf der Fritzbox WiFi ab und regel das alles über den Speedport?
 
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Hm.. Im Prinzip ist es ja primär ein DHCP-Problem. Fritzbox-DHCP würde die Fritzbox-IP als Gateway ausspucken und der Speedport eben die Speedport-IP.


Eine Idee wäre, es so zu versuchen:


Fritzbox Gast-WLAN bleibt unangetastet.
Fritzbox DHCP-Server wird ausgeschaltet.
Speedport wird mit der LAN-IP 192.168.178.254 ins Fritzbox-LAN gehängt.
Speedport DHCP-Server wird aktiviert.

Nun müssten alle DHCP-Endgeräte im LAN der Fritzbox bzw. im (normalen) WLAN (Fritzbox+Speedport) vom Speedport als Gateway die 192.168.178.254 bekommen und somit via DSL online gehen. Alle Geräte im Gast-WLAN der Fritzbox müssten weiterhin via Fritzbox online gehen.


Klappt das so nicht, ist das Setup mit 08/15 Hardware unter Umständen nicht so einfach umzusetzen. Consumer-Router sind nicht wirklich für Multi-WAN bzw. Multi-(W)LAN Umgebungen geeignet, abgesehen von rudimentären Gast-Funktionen. Zur Not muss man zusätzliche Hardware anschaffen und das (W)LAN zum Beispiel mit einem EdgeRouter nebst UAPs von Ubiquiti in VLANs splitten, etc..
 
Danke für die Tips, wenn ich morgen auf Arbeit bin, probiere ich mal ein wenig herum und melde mich dann nochmal
 
Fritzbox DHCP-Server wird ausgeschaltet.
Dann bekommen aber die VOIP Telefone ein Problem. Oder man müsste da mit manuellen IPs arbeiten und weiterhin die FB als Gateway nutzen.

Alle Geräte im Gast-WLAN der Fritzbox müssten weiterhin via Fritzbox online gehen.
Das soll ja vermieden werden weil die Gäste die 20GB zu schnell wegsaugen.

Ideal wäre im FB-Gastnetzwerk per DHCP den Speedport als Gateway zu übergeben. Das geht aber wohl nicht.
Ansonsten könntest du im Speedport WLAN TO GO aktivieren und dies als Gastnetzwerk "missbrauchen".
 
Also, hab ich das verdreht? Ich dachte die Gäste sollen via Fritzbox und die der Rest via Speedport. Dann hab ich mich wohl verlesen ;)

Allerdings steckt der Teufel wie so oft im Detail. Was genau meinte der TE mit "VoIP-Telefone"? Ein richtiges VoIP-Telefon hat (W)LAN und einen internen SIP-Client, mit dem man sich dann mit einem SIP-Account verbindet. Ein falsches VoIP-Telefon wird oftmals so genannt, weil man sich gar nicht darüber im Klaren ist was VoIP überhaupt ist. Viele definieren simple DECT Mobilteile oder auch analoge bzw ISDN-Telefone, die via TAE/s0 an einem VoIP-Router hängen fälschlicherweise als VoIP Telefone. Dabei haben die Telefone selbst keine Ahnung von VoIP, das macht dann nämlich ausschließlich der Router und die Telefone bleiben dumme analoge Telefone.. In diesem Falle müsste es egal sein ob die Fritzbox DHCP macht oder nicht, weil die Funktion TAE-->SIP-Client davon unberührt sein sollte.

Wie auch immer, es zeigt, dass sich so ein Setup mit 08/15 Consumer-Hardware nur schwierig realisieren lässt. Multi-WAN und Multi-(W)LAN realisiert man idealerweise mit einem Multi-WAN-Router bzw einem LAN-Router mit 3+ LAN-Schnittstellen, VLAN und VLAN-fähigen Switches bzw Access Points. Zum Beispiel EdgeRouter und UAPs von Ubiquiti.
 
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Raijin hat völlig Recht, es ist kein richtiges VoIP, sondern läuft analog über Dect.

Ich fummle jetzt ein wenig herum, bringe den Speedport ins selbe Netzwerk, stelle bei ihm den DHCP-Server aus, weise ihm eine statische IP zu.

Reicht es nicht evtl., wenn ich im Eingabefeld "Lokaler DNS-Server" den Speedport eintrage, anstatt der Fritzbox (siehe Screenshot)?

ip_fritzbox2.jpg
 
DNS ist DNS, aber DNS ist nicht dein Problem. DNS macht aus "computerbase.de" einfach nur eine IP-Adresse (zB aktuell 87.230.75.2). Das hat nichts mit Routing, etc. zu tun.



Wenn die Telefone via TAE bzw. DECT an der Fritzbox angeschlossen sind, sollte es eigentlich keine Probleme mit den Netzwerkeinstellungen geben. Solange man an der Fritzbox nicht das Gateway verstellt, sollte sie auch die VoIP-Anbindung an Vodafone weiterhin über ihre eigene Internetverbindung leiten, also LTE.

Ich verweise an dieser Stelle daher nochmal an Beitrag #9. Versuch es mal so, kaputt machen kann man ja nichts, im worst case klappt es nicht und man dreht alles wieder zurück. Ein potentieller Fallstrick könnte der deaktivierte DHCP in der Fritzbox und das aktivierte Gast-WLAN sein. Da ich selbst keine Fritzbox mein Eigen nenne, kann ich es leider nicht testen. Es besteht aber zu befürchten, dass der deaktivierte DHCP-Server gleichzeitig auch den DHCP für die Gast-Funktion abschaltet.

Sollte das der Fall sein und der Gast-DHCP wird ebenfalls abgeschaltet, ist mein Vorschlag nicht praktikabel, da man dann entweder den DHCP in der Fritzbox wieder aktivieren und im Speedport deaktivieren muss => alle online@speedport-Geräte bräuchten dann feste IPs; oder alle Geräte im Gast-(W)LAN statische IPs benötigen. Bei einer festen Anzahl an Geräten mag das noch machbar sein, aber bei hoher Gerätefluktuation, also ständig andere/neue Geräte bzw. Smartphones, ist es mühsam, jedes Mal die IP zu ändern.

Wie bereits erwähnt sind Consumer-Router wie Speedport, Fritzbox und Co für solche Szenarien denkbar ungeeignet. Man kann nur versuchen, mit etwas Frickelei ein halbwegs funktionsfähiges Setup aufzubauen, das aber unter Umständen Schwächen hat und bei der geringsten Änderung schon wieder in die Tonne gekloppt werden kann. Mit einem Budget von 150-200€ kann man mit einem VLAN-Router, VLAN-Switch und VLAN-AP eine adäquate Umgebung schaffen, die alle Vorgaben erfüllt. Allerdings ist die Konfiguration so eines Setups natürlich auch nicht ohne, gewisse Grundkenntnisse sind also Voraussetzung.
 
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Ja, du hast Recht, Raijin. Die Namensauflösung wird dann über den Speedport gemacht, aber der Datentraffic läuft immer noch über die Fritzbox. Nervig.

Deine Lösung funktioniert leider nicht, da alle Geräte über DSL online gehen sollten, auch die im Gast-WLAN.



Hilft mir die Option des statischen Routings irgendwie weiter? Die ist eigentlich dafür gedacht, auf ein anderes Netz der gleichen Klasse zu verweisen, aber wenn ich hier einfach die IP des speedport als Gateway angebe?

fritzbox_stat.routing2.jpg
 
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Hab eben noch etwas ergänzt bevor ich deinen Post gesehen habe. Am besten nochmal lesen falls etwas untergegangen ist.
 
Es wird mittlefristig vernünftig eingerichtet, von der outgesourcten IT-Firma. Das dauert aber noch ca. sechs Monate. Bis dahin versuche ich, eine praktikable Lösung mit meinen etwas angestaubten Netzwerk-Kenntnissen zu finden.

Neue Idee: Zur Erhörung der WLAN-Reichweite besitzen wir auch zwei Fritz WLAN-Repeater. Im simpelsten Fall gibt man denen ja die gleiche SSID und er wird einfach nur zur Reichweitenverlängerung genutzt. Aber die Dinger können ja noch mehr. Ich hoffe, mir damit das fehlende Gast-WLAN ermogeln zu können.

Also wie folgt:
- speedport übernimmt alle Aufgaben, bis eben auf Telefonie (das macht die Fritzbox, die ist auch völlig außen vor, also nicht im Netzwerk. Eine überdimensionierte Telefonzentrale)
- Repeater erstellt ein Gast-WLAN mit separaten Netzwerk (also nicht nur andere SSID, sondern auch andere IP).

repeater_gastwlan.jpg
repeater_gastwlan2.jpg
 
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Der Repeater kann das Gast-WLAN nur weiterreichen, aber keines selbst erstellen. Dazu müssten im Uplink zum Router ebenfalls eine Unterscheidung erfolgen - Stichwort: VLANs.
 
Ich glaube, da irrst du. Siehe Screenshot aus Beitrag #17. Der WLAN-Repeater kann ein eigenes WLAN- und IP-Netz erstellen, dank seiner integrierten Server.
 
Mag sein, aber ich lese da

Wenn Sie in der Fritzbox einen Gastzugang eingerichtet haben, wird dieser auch über den FritzRepeater zur Verfügung gestellt

Das impliziert, dass das Gast-WLAN in der Fritzbox vorausgesetzt wird.

Laut AVM funktioniert das nur, wenn als Router eine Fritzbox zum Einsatz kommt, was in deinem Falle ja kein Problem wäre. Ich tippe daher auf ein proprietäres Protokoll. VLANs kann AVM nämlich nicht.

Der Repeater muss mit einer FRITZ!Box mit FRITZ!OS 6.20 oder neuer verbunden sein.
Quelle: AVM


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