Einstellbare Taster mit Klick: Keychrons Ultra-Fast Lime sind analog mit Druckpunkt
Einstellbare Taster haben normalerweise keinen Druckpunkt. Bei Keychrons neuen Ultra-Fast Lime Magnetic Switch ist das anders. Zwei von vier Varianten machen spürbar „klick“. Ob das wirklich sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.
Die Ultra-Fast-Serie für die Keychron HE-8K-Serie, Lemokey L0 HE und L5 HE nutzt einen rechteckigen „Box“-Stempel mit universeller Kreuzaufnahme für Tastenkappen und wird von Werk ab geschmiert. Das soll Nebengeräusche, Kratzigkeit und Spiel im Stempel reduzieren. Zu den verbauten Materialien, die erste Rückschlüsse über die akustische Charakteristik der Taster zulassen würden, gibt Keychron keine Auskunft.
Gebaut werden zwei Grundtypen in je zwei Versionen. Konstant ist stets der Hub von 3,5 Millimetern. Lineare Taster der Serie haben einen Widerstand zwischen 30 und 55 Gramm. Die Banana-Modelle mit deutlich ausgeprägtem Druckpunkt liegen zwischen 30 und 50 Gramm an Start- und Endpunkt. Beide werden in einer normalen und einer Silent-Variante angeboten. Die ruhige Version besitzt zusätzliche Silikonpuffer am Anschlag, die das Geräusch beim Aufkommen am Tastergehäuse stark reduzieren. Damit verändert sich zugleich auch das Feedback, es wird weicher und wirkt weniger „klar“.
Magnetische Taster erklärt
Lineare Abstimmungen sind der Standard für analoge Tastentechnik, taktile Varianten äußerst selten. Das liegt an der Natur magnetischer Taster. Hierbei wird ein Magnet im Stempel verbaut, der sich beim Eindrücken einem Sensor auf dem PCB nähert. Erfasst wird entweder eine Veränderung des Magnetfeldes (Hall-Effekt-Taster) oder induzierte Spannung (TMR-Taster). Dadurch lässt sich exakt berechnen, wie weit eine Taste eingedrückt wurde und somit beliebig per Firmware definieren, wann ein Signal übertragen wird. Das unterscheidet analoge Taster von herkömmlichen mechanischen Modellen, die beim Eindrücken an einer festen Stelle durch Trennen von Metallkontakten einen Stromkreis unterbrechen und damit die Signalübertragung auslösen.
Keychrons Ultra-Fast-Taster können zwischen 0,1 und 3,35 Millimeter Eindrücktiefe auslösen. Dass der Hersteller verschiedene Features wie Rapid Trigger bewirbt, hat keine Relevanz für die Taster selbst, derartige Features sind nicht an sie gebunden, sondern werden durch die Firmware der Tastatur ermöglicht.
Für die Nische
Die Einstellbarkeit betrifft allerdings nur den Auslösepunkt. Der Druckpunkt ist festgelegt, er wird durch die Position und Form eines Metallclips mechanisch fest vorgegeben. Man kann damit zwar den Auslösepunkt auf einen Wert von 0,5 Millimetern legen, hat den Druckpunkt aber erst weit später. Sinn ergibt das bedingt und nur in Randszenarien, etwa beim Vergeben von zwei Funktionen pro Taste an zwei verschiedenen Stellen des Hubs oder wenn man den Auslösepunkt nur geringfügig verschieben möchte. Lösungen wie sie jüngst Logitech in der Gaming-Maus G Pro X2 Superlight (Test) eingeführt hat, gibt es für Tastaturen nicht.
Auch deshalb ist Keychron neben etwa Glorious einer von sehr wenigen größeren Anbietern, die taktile Taster für ihre Magnettastaturen ins Programm nehmen. Auch die Vertriebsart spiegelt das. Aktuell gibt es die Taster nur in Sets aus 110 Stück für rund 30 US-Dollar über die Keychron-Homepage* zum Nachrüsten. Auch das macht klar: Zielgruppe sind Enthusiasten, die genau wissen was sie wollen.
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