5/5 iPhone 7 & iPhone 7 Plus im Test : Verblüffender Home-Button, farblose Fotos

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LTE mit bis zu 450 Mbit/s

Nach einer LTE-Geschwindigkeitserhöhung im letzten Jahr setzt Apple an gleicher Stelle wieder an und hebt den maximalen Downstream von 300 auf bis zu 450 Mbit/s. Der maximale Upstream liegt wie zuvor bei 50 Mbit/s. Nutzbar ist der schnellere Downstream bei derzeit noch keinem deutschen Anbieter. Vodafone kommt mit einem Masten in Langenhagen bei Hannover zwar bereits auf 375 Mbit/s, großflächig über das Netz der Deutschen Telekom sind hingegen maximal 300 Mbit/s machbar – im besten Fall.

Ein Modem von Intel für Deutschland

Mit Intel statte zudem ein neuer LTE-Modem-Lieferant das iPhone 7 aus, das bestätigen aber weder Intel noch Apple, erste auseinander genommene Geräte liefern den Beweis. Spekuliert wird, dass Qualcomm Lieferant des LTE-Modems für die CDMA-Modelle A1660 (iPhone 7) und A1661 (iPhone 7 Plus) ist, die für den US-Mobilfunkanbieter Verizon sowie Japan, China, Hongkong, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln vorgesehen sind. In den globalen Versionen A1778 (iPhone 7) und A1784 (iPhone 7 Plus), mit der Deutschland und alle weiteren Märkte beliefert werden, sollen stattdessen LTE-Modems von Intel verbaut sein. Für das A1778 kann dies bereits bestätigt werden.

Andere drahtlose Technologien im iPhone haben sich mit einer Ausnahme für den japanischen Markt, die Unterstützung für Sonys RFID-Smartcardsystem FeliCa erhalten, nicht gegenüber dem iPhone 6s verändert. Demnach sind wieder MIMO-WLAN-ac mit bis zu 867 Mbit/s, Bluetooth 4.2, A-GPS und GLONASS sowie NFC für Apple Pay mit an Bord. Apples Bezahldienst ist aber nach wie vor nicht in Deutschland nutzbar. Absehbare Ankündigungen hierzu stehen aus.

Fazit: Besser, aber nicht fehlerfrei

Das iPhone 7 und iPhone 7 Plus zeigen in einigen Bereich Verbesserungen – es gibt jedoch auch Punkte, die der Vorgänger besser macht.

Der A10 Fusion Prozessor ist deutlich schneller als der Vorgänger und deklassiert die Konkurrenz, der Schutz gegen Staub und Wasser eine sinnvolle Erweiterung, die ohne größere Abmessungen jeder Nutzer zu schätzen wissen wird. Auch dass die Akkulaufzeit im Vergleich zum direkten Vorgänger wieder gestiegen ist, ist positiv. Beim iPhone 7 Plus ist die zweite Kameralinse für Bilder mit 2× Zoom zudem eine sehr gute Ergänzung. Erwartungsgemäß ist das Ergebnis deutlich besser als bei digitalem Zoom. Dass auch das iPhone 7 nun über einen optischen Bildstabilisator verfügt, freut Nutzer der kleineren Variante.

Das Display und die Verarbeitung des iPhone 7 und iPhone 7 Plus geben keinerlei Anlass für Kritik. Die lauteren Stereolautsprecher punkten insbesondere dann, wenn man beim Vorgänger den unteren Lautsprecher mit der Hand verdeckt hat.

Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus
Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus

Auf der Negativseite des iPhone 7 finden sich jedoch Punkte wie die neue Kamera, die mit der aktuellen Software weniger Sättigung, Kontrast und Schärfe bietet als der Vorgänger – je nach Motiv aber auch mehr Farbtreue. Ob und inwiefern Apple über die Software diesen Umstand noch ausgleichen kann, bleibt abzuwarten. Auch die starken Leistungseinbrüche des A10 Fusion schon bei einem zweiten Testdurchlauf trüben das positive Bild der kurzzeitig maximalen Leistung etwas.

Der neue Home-Button überzeugt und lässt aufgrund der sehr guten Umsetzung der Taptic Engine, deren API nun auch für Spiele freigegeben ist, keinen physischen Knopf vermissen. Mehrere Testpersonen wollten nicht glauben, dass der Knopf sich nicht drücken lässt. Im Winter kann er jedoch nicht mehr mit Handschuhen benutzt werden. Während der Touchscreen des iPhone 7 noch auf Eingaben mit dünnen Baumwollhandschuhen reagiert, registriert der Home-Button auch mit diesen keinen „Klick“.

Die Bewertung des Wegfalls des Klinkenanschlusses hängt stark von den eigenen Präferenzen ab. Wer das iPhone 7 häufig per Kabel an unterschiedliche Wiedergabegeräte anschließt und auf andere als die mitgelieferten EarPods setzt, wird anfänglich immer wieder ohne den mitgelieferten Adapter dastehen, der gerade nicht zur Hand ist. Zusätzliche Adapter können für 10 Euro erworben werden – ein Kauf, den viele Nutzer nach kurzer Zeit tätigen werden.

In Summe ist das neue iPhone 7 besser als sein Vorgänger, gänzlich ohne Makel sind die beiden neuen Modelle jedoch nicht.

Apple iPhone 7 (128 GB)
Produktgruppe Smartphones, 19.09.2016
  • Display++
  • Leistung Produktiv++
  • Leistung Unterhaltung++
  • LaufzeitO
  • Verarbeitung++
  • sehr gutes Display
  • sehr schnelles A10-Fusion-SoC
  • überzeugende Taptic Engine
  • Stereo-Lautsprecher
  • ausgezeichnete Verarbeitung
  • hochwertige Materialwahl
  • aktuelle Übertragungsstandards
  • Kamera mit weniger Schärfe, Sättigung und Kontrast
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Akku fest verbaut
Apple iPhone 7 Plus (256 GB)
Produktgruppe Smartphones, 19.09.2016
  • Display++
  • Leistung Produktiv++
  • Leistung Unterhaltung++
  • Laufzeit+
  • Verarbeitung++
  • sehr gutes Display
  • sehr schnelles A10-Fusion-SoC
  • Teleobjektiv für Zoom
  • überzeugende Taptic Engine
  • Stereo-Lautsprecher
  • ausgezeichnete Verarbeitung
  • hochwertige Materialwahl
  • lange Laufzeiten
  • aktuelle Übertragungsstandards
  • Kamera mit weniger Schärfe, Sättigung und Kontrast
  • Speicher nicht erweiterbar
  • Akku fest verbaut

Preislich liegen das iPhone 7 und iPhone 7 Plus in Deutschland etwas über dem Vorgänger, das kleinste Modell, das iPhone 7 mit 32 GB Speicher, ist für 759 Euro erhältlich.

Die neuen Preise für das Apple iPhone
Modell 16 GB 32 GB 64 GB 128 GB 256 GB
iPhone 7 759 869 979
iPhone 7 Plus 899 1.009 1.119
iPhone 6s 649 759
iPhone 6s Plus 759 869
iPhone SE 479 539
Preise in Euro inklusive MwSt.

Hinweis: Da das P3-Farbprofil bei Fotos vom iPhone 7 (Plus) im Browser nicht korrekt dargestellt wurde, wurden inzwischen alle Fotos in den sRGB-Farbraum konvertiert. Wer die Fotos lediglich im Browser verglichen hat, hat tendenziell zu farblose Bilder beim iPhone 7 (Plus) gesehen. Ein Vergleich der Original-Dateien war hiervon nicht betroffen. Da die Auswertung von ComputerBase nicht im Browser erfolgte, ändert sich an der Bewertung nichts. Die Bilder vom iPhone 7 (Plus) sind mitunter farbtreuer als beim iPhone 6s, allerdings gilt dies nicht pauschal, da beispielsweise der Holztisch zu hell und zu wenig gesättigt eingefangen wird.

Verfügbarkeit – Ausverkauft

Zum Start des iPhone 7 musste Apple vermelden, dass in den eigenes Stores keine Geräte mehr für Spontankäufe zur Verfügung stehen. Das gesamte Kontingent wurde bereits über Vorbestellungen verkauft.

Auf Apples Webseite werden aktuell folgenden Lieferzeiten für neue Bestellungen des iPhone 7 oder iPhone 7 Plus genannt. Die beliebteste oder die in den geringsten Stückzahlen produzierte Varianten ist demnach das iPhone 7 Plus in Diamantschwarz, das erst wieder im November erhältlich sein wird. Für die anderen Modelle liegt die Lieferzeit bei heutiger Bestellung bei 2 bis 3 Wochen.

iPhone 7 iPhone 7 Plus
32 GB 128 GB 256 GB 32 GB 128 GB 256 GB
Diamantschwarz 3 – 5 Wochen November
Schwarz 2 – 3 Wochen
Silber
Gold
Roségold

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