AMD Ryzen Threadripper im Test: 1950X und 1920X im Duell mit Core X 3/8

Volker Rißka et al. 757 Kommentare

AMD Ryzen Threadripper im Benchmark

ComputerBase hat AMD Ryzen Threadripper 1950X und 1920X zum Start in zahlreichen aktuellen Anwendungen und Spielen getestet. Die Analyse erfolgt separat. Wie ComputerBase Anwendungen testet, kann im Artikel „Prozessoren: Benchmarks & Methodik“ im Detail nachvollzogen werden. Informationen zu den Spieltests sind dem Abschnitt mit den Testergebnissen zu entnehmen.

Leistung Anwendungen

In Anwendungen spielen je nach Einsatzgebiet mal ein hoher Takt und mal viele Threads eine Rolle. AMD will Threadripper mit hohem Bis-zu-vier-Kerne-Last-Takt auch dank 200 MHz XFR und einem im Vergleich zu Ryzen 7 nicht gesenkten Mehr-als-vier-Kerne-Last-Takt auf beide Szenarien ausgelegt haben. Core X bietet zwar mehr Takt, in der Theorie sollte das ComputerBase-Rating, in dem Anwendungen mit Unterstützung für viele Kerne und Threads überwiegen, aber AMD mit 16 zu derzeit maximal 10 Kernen bei Intel in die Karten spielen.

Anwendungen (Windows)

Un dem ist auch so: Der 16-Kern-Prozessor AMD Ryzen Threadripper 1950X setzt sich an die Spitze des Testfeldes, welches aus insgesamt 59 Prozessoren besteht. Die hohe Leistung verdankt das Modell seinem vergleichsweise hohen Takt in Kombination mit den Anwendungen, die nahezu perfekt mit den 32 Threads skalieren. Dazu zählen in erster Linie POV-ray und Cinebench, die 80 bis 90 Prozent mehr Leistung als ein Ryzen 7 1800X zeigen.

Geht es mehr in Richtung Alltagsanwendungen, sinkt der Vorsprung der „doppelten Ryzen“ jedoch auf „nur“ noch 30 bis 60 Prozent. Spielt die Anwendung darüber hinaus gar nicht mit, herrscht sogar Gleichstand. Threadripper mit 32 Threads ist deshalb mehr als jede andere CPU zuvor auf gut skalierende Software angewiesen, dann werden aber auch die „kleinen“ Core i9 auf Basis von Skylake-X mit bisher maximal 20 Threads von Intel zum gleichen Preis geschlagen.

Die Diagramme zum Selberbauen

Die ComputerBase-Diagramme erlauben es, die Tests auf Wunsch auszublenden. ComputerBase hat das in diesem Fall „default“ mit der alten Version von 3DPM getan, die Ryzen stark benachteiligt. Über den Bearbeiten-Schalter können die weiteren Benchmarks respektive Ausreißer von Ryzen, die sich gegenüber dem Test von Ryzen 7 nicht geändert haben, abgewählt werden.

AMD Ryzen Threadripper 1950X und 1920X im Test
AMD Ryzen Threadripper 1950X und 1920X im Test

Anwendungen (Linux)

Unter Linux liegen die Ryzen-Threadripper-Prozessoren von AMD und die Core-i9-Prozessoren von Intel erneut nah beieinander, mit dem besseren Ende für die Neulinge von AMD. Denn selbst der 12-Kerner kann sich nun vor den kleinsten Core i9 schieben – bei 200 Euro weniger Anschaffungskosten.

Quad- vs Dual-Channel-Speicher

Threadripper bietet als erste AMD-Desktop-Plattform ein Vier-Kanal-Speicherinterface, wie es Intel für den High End Desktop (HEDT) schon länger bietet. Mit immer noch hohen Taktraten liegen die Vorteile dieser Konfiguration neben dem größeren maximalen Speichervolumen in der doppelt so hohen Bandbreite. Inwiefern Ryzen Threadripper davon profitiert, hat sich ComputerBase in ausgewählten Anwendungen angesehen. Dafür kamen vier oder zwei Module DDR4-2666 zum Einsatz.

Quad-Channel-Interface mit messbarem Vorteil in der Praxis

Im Speichertest von AIDA64 halbiert sich die Bandbreite von 63 GByte/s auf 31 GByte/s wie erwartet. Doch auch reale Anwendungen zeigen Unterschiede, allen voran TrueCryt/VeraCrypt: Statt 19,6 GByte pro Sekunde sind nur noch 11 GByte/s Durchsatz drin. In WinRAR dauert das reale Packen eines großen Ordners nun 148 statt 119 Sekunden und damit 24 Prozent länger, bei der Videoumwandlung in Handbrake sind es 15 Prozent. Unbeeindruckt zeigen sich Tests, denen der Cache der CPU reicht: Cinebench und POV-ray liefern exakt die gleichen Messwerte. Die Botschaft ist trotzdem klar: Ryzen Threadripper sollte im Quad-Channel-Modus betrieben werden.

Neben der Anzahl der Speicherkanäle, dem Speicherausbau sowie dem Speichertakt spielen auch die Timings einmal mehr eine Rolle bei der Leistung. Die Auswirkungen der Timings müssen aus Zeitgründen allerdings spätere Tests heraus stellen. AMD betonte zum Start von Ryzen Threadripper, dass die Architektur bestimmte Arten der Timings „bevorzuge“. Diese sind zum Beispiel 14-14-14-14-34 oder 16-16-16-16-36, gemischte „krumme“ Lösungen wie 14-15-15-15-36 werden mitunter gar nicht umgesetzt beziehungsweise auf den nächst lauffähigen Modus gerundet.

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