Mittelerde im Benchmark: Schatten des Krieges braucht bis zu 8 GB Grafik-Speicher 2/3

Wolfgang Andermahr 250 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die Grafikkarten-Benchmarks wurden auf einem auf 4,3 GHz übertakteten Intel Core i7-6850K (6 Kerne) durchgeführt, der mit insgesamt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3000 im Quad-Channel-Modus bestückt war. Als Treiber waren der Crimson ReLive 17.10.1 beziehungsweise der GeForce 387.92 installiert. Beide sind für Mittelerde: Schatten des Krieges offiziell optimiert. Der High Bandwith Cache Controller (HBCC) von Radeon RX Vega war in allen Teste deaktiviert.

Die Benchmark-Szene im Detail

Die Benchmarkszene zeigt einen Sprint durch ein von Orks besetztes Dorf im Grünen und bringt anschließend einen guten Blick auf die Stadt zu Beginn des Spiels. Zudem sind diverse Orks und Soldaten zu sehen, ebenso einige Feuereffekte. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Szene. Meistens läuft das Spiel mit höheren Frameraten. Der Benchmarklauf findet immer bei Tageslicht ohne Regen statt.

Da das Spiel fordernd für eine Grafikkarte ist, wird das Ultra-Preset nur in 1.920 × 1.080 genutzt. Einzig die Texturdetails werden auf die zweithöchste Stufe "Hoch“ reduziert, da ansonsten alle Grafikkarten mit weniger als acht Gigabyte bereits in Full HD Schwierigkeiten hätten. Zudem wird Für 2.560 × 1.440 wird auf Sehr Hoch zurück geschaltet und für 3.840 × 2.160 auf Hoch.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Ultra-Preset, Texturqualität „Hoch“, 100% Auflösung, TAA
2.560 × 1.440 Sehr-Hoch-Preset, 100% Auflösung, TAA
3.840 × 2.160 Hoch-Preset, 100% Auflösung, TAA

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Die GeForce GTX 1080 Ti ist unabhängig von der Einstellung die schnellste Grafikkarte in Mittelerde: Schatten des Krieges. Das Duell GeForce GTX 1080 gegen Nvidias Radeon RX Vega 64 kann dagegen ungewöhnlich deutlich AMD für sich entscheiden. So ist AMDs Flaggschiff in 1.920 × 1.080 neun Prozent schneller als die Konkurrenz aus dem Hause Nvidia. Während sich die Abstände in 2.560 × 1.440 kaum Unterscheiden, legt der AMD-Vertreter in 3.840 × 2.160 noch einmal ordentlich zu. Dann ist die Radeon RX Vega 64 der GeForce GTX 1080 um 21 Prozent voraus. Und die GeForce GTX 1080 Ti ist „nur“ noch zehn Prozent entfernt.

Damit hat auch die Radeon RX Vega 56 die GeForce GTX 1070 gut im Griff. In Full HD ist die AMD-Grafikkarte um zwölf Prozent flotter. Und in Ultra HD sind es gleich 22 Prozent, sodass auch die GeForce GTX 1080 um fünf Prozent geschlagen wird. Das Duell GeForce GTX 1060 gegen die Radeon RX 580 in der Mittelklasse fällt dagegen deutlich knapper aus. In Full HD kann das Nvidia-Modell gar einen knappen Sieg erringen, auch wenn dieser mit einem Prozent so knapp wie nur möglich ausfällt. In 2.560 × 1.440 gewinnt dann der AMD-Beschleuniger um sechs Prozent, wobei Mittelerde auf dieser Leistungsklasse nur noch gerade so überhaupt spielbar ist.

Apropos spielbar: Die Testergebnisse zeigen, dass Mittelerde: Schatten des Krieges Grafikkarten-Leistung vernichtet. Das fängt bereits in 1.920 × 1.080 an, bereits für 2.560 × 1.440 muss es auch bei leicht reduzierten Details schon ein Modell der Oberklasse sein. Und für Ultra HD sind dann fast nur noch die Flaggschiffe ausreichend, solange die Detailstufe nicht deutlich zurück geschraubt wird.

Ältere AMD-Grafikkarten sind klar im Nachteil

Ältere Generationen und damit Architekturen von AMD als Vega sind in dem Spiel im Vergleich zur neusten Entwicklung klar im Nachteil. Das zeigt sich schon beim Vergleich der Radeon RX 580 mit der Radeon RX Vega 64. Normalerweise liegt der Abstand in 2.560 × 1.440 bei etwa 56 Prozent. In Mittelerde sind es gleich 74 Prozent. Die verbesserte Vega-Architektur bringt gegenüber Polaris also einen guten Schub in dem Spiel. Und geht man weiter in der Historie zurück, werden die Unterschiede noch deutlich.

So ist die Radeon RX 580 23 Prozent schneller als die Radeon R9 390. Auch der Abstand fällt in der Regel kleiner aus. Dass die Differenz Radeon R9 380 zu Radeon R9 390 mit 35 Prozent kleiner ausfällt als in den meisten anderen Spielen, zeigt ebenfalls die Nachteile älterer Architekturen auf. Denn die Radeon R9 380 hat eine etwas modernere Architektur. Der Abstand von Maxwell zu Nvidias aktuellen Pascal-Generation ist dagegen vergleichbar mit anderen Spielen. Das verwundert auch nicht, da die Basis-Architektur gleich geblieben ist. Die Radeon R9 390 schafft es dennoch mit der GeForce GTX 970 gleich zu ziehen. Und die Radeon R9 380 liegt vor der GeForce GTX 960.

Frametimes von Vega 64 und GTX 1080

Mittelerde: Schatten des Krieges läuft sowohl auf einer AMD- als auch auf einer Nvidia-Grafikkarte sehr rund. Das zeigen auch die gemessenen Frametimes. Die sind auf einer Radeon RX Vega 64 regelrecht perfekt. Während der Testsequenz hat es keinen einzigen Ausreißer gegeben.

Auch auf der GeForce GTX 1080 sind die Frametimes gut und sehr ruhig. Nur zwei Ausreißer lassen sich erkennen. Diese waren für sich genommen während des Spielens nicht fühlbar.

Für volle Details braucht es 8.192 MB

Mit den höchsten Textur- und Schattendetails benötigt Mittelerde: Schatten des Krieges einen mindestens acht Gigabyte großen Grafikkartenspeicher. Dieser ist dann auch für Ultra HD ausreichend. Wie der Vorgänger belegt das Spiel in dieser Einstellung sofort den gesamten Grafikspeicher. Trotzdem gab es mit acht Gigabyte keine Probleme – „überfüllt“ war er also nicht. Spieler mit Grafikkarten mit sechs oder weniger Gigabyte Speicher verlieren hingegen bereits in Full HD an Performance und ab 2.560 × 1.440 stockt das Spiel spürbar.

Wer die Texturdetails deshalb eine Stufe auf „Hoch“ zurück schraubt, kommt dann gleich mit einer Vier-Gigabyte-Grafikkarte bis hinauf zu Ultra HD aus. Wessen Grafikkarte mit noch weniger Speicher bestückt ist, der muss den Texturregler hingegen auch für Full HD Noch weiter zurück drehen.

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