Pascal, Polaris und Vega im Test: Mit neuen Benchmarks und Treibern in das Jahr 2018 2/4

Wolfgang Andermahr 562 Kommentare

Testergebnisse

Sämtliche Benchmarks wurden für diesen Artikel neu erstellt. Details finden sich auf der erste Seite im Artikel.

Meltdown und Spectre

Die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown haben in den letzten Tagen viel Aufmerksamkeit erhalten. Mittlerweile gibt es in Form von Software- sowie BIOS-Updates erste Gegenmaßnahmen, die allerdings einen teils negativen Einfluss auf Spieleperformance haben, wie Benchmarks zu Meltdown und Spectre der Redaktion gezeigt haben. Zum Zeitpunkt, als die Testreihen für diesen Artikel erstellt wurden, waren die Sicherheitslücken allerdings noch nicht bekannt und es gab auch noch keine Updates – alle Werte sind also weiterhin miteinander vergleichbar.

In zukünftigen Grafikkarten-Tests wird ComputerBase vorerst zwangsläufig manuell die Sicherheitsupdates deaktivieren, um nach der Neuauflage des Testsystems Ende 2017 nicht kurzfristig erneut über Wochen alle Benchmarks für den Parcours neu erstellen zu müssen. Die Rangfolge der Grafikkarten ist davon unberührt.

Benchmarks in 1.920 × 1.080, 2.560 × 1.440 und 3.840 × 2.160

Je nach Grafikkarte und Auflösung hat es mit dem neuen Testparcours durchaus kleine Veränderungen gegenüber dem alten Parcours gegeben. So hatte es die Radeon RX Vega 64 im alten Parcours zum Beispiel noch in keinem Titel geschafft, im Durchschnitt mehr oder auch nur gleich viele Frames wie die GeForce GTX 1080 zu liefern. Jetzt sieht es besser aus. In 1.920 × 1.080 gibt es im Durchschnitt einen Gleichstand, in 2.560 × 1.440 ist AMDs Grafikkartenflaggschiff vier Prozent und in 3.840 × 2.160 sogar fünf Prozent schneller als die GeForce GTX 1080.

Auch die Radeon RX Vega 56 legt im Vergleich zur GeForce GTX 1070 etwas zu, allerdings weniger als das größere Modell. Offenbar funktioniert insbesondere die Einheitenskalierung bei der Radeon RX Vega 64 besser als zuvor. Die Radeon RX Vega 56 setzt sich nun bis zu elf Prozent von dem Nvidia-Beschleuniger ab, zuvor waren es acht Prozent. Die GeForce GTX 1070 Ti ist dagegen mit sechs Prozent weiterhin schneller als AMDs Produkt.

Auch die Radeon RX 580 setzt sich im Vergleich zur GeForce GTX 1060 im neuen Parcours etwas besser in Szene. Vor etwas mehr als einem halben Jahr war die Grafikkarte um ein bis zwei Prozent schneller, jetzt sind es drei bis fünf Prozent.

Bei den Frametimes zeigt sich dasselbe Verhalten

Ähnlich sehen die Ergebnisse bei den Frametimes aus. Die GeForce GTX 1080 und die Radeon RX Vega 64 dienen erneut als Beispiel: Mit dem alten Testparcours hatte die Nvidia-Grafikkarte je nach Auflösung ein bis fünf Prozent bessere Frametimes, mit dem neuen Testparcours sind diese maximal ein Prozent besser und auch mal zwei bis drei Prozent schlechter.

Und das Spielchen wiederholt sich bei der GeForce GTX 1070 und der Radeon RX Vega 56. Die Radeon-Grafikkarte hatte im alten System vier bis neun Prozent bessere Frametimes, nun sind es acht bis elf Prozent. Interessanterweise gilt das nicht im Vergleich der GeForce GTX 1060 zur Radeon RX 580. Mit dem alten Parcours betrug der Vorsprung der AMD-Grafikkarte drei bis fünf Prozent, jetzt ist es nur noch ein Prozent.

Die einzelnen Spiele

Die bisherige Analyse erfolgte auf Basis von Durchschnitten. In manchen Spielen gibt es allerdings große Unterschiede zwischen AMD und Nvidia. In Assassin's Creed Origins schneiden GeForce-Beschleuniger zum Beispiel deutlich besser als die von AMD ab, was die Frametimes betrifft. Diese sind auf der GeForce GTX 1080 bis zu 24 Prozent besser als mit der Radeon RX Vega 64. Und auch in Shadow Warrior 2 hat die GeForce-Grafikkarte eine bis zu 29 Prozent bessere Framerate und bis zu 39 Prozent bessere Frametimes. Es gibt aber genauso Spiele, in denen sich das Bild umdreht.

So ist die Framerate der Radeon RX Vega 64 in Star Wars Battlefront 2 bis zu 27 Prozent besser als mit der GeForce GTX 1080 und die Frametimes sind es um bis zu 18 Prozent. Wolfenstein 2: The New Colossus ist nach mehreren Patches und Treiber-Updates mittlerweile in der Tat zum AMD-Vorzeigespiel geworden. In einer dritten, neu ausgesuchten Testsequenz ist die Framerate auf einer Radeon RX Vega 64 bis zu 43 Prozent höher als auf einer GeForce GTX 1080, die Frametimes zeigen bis zu 47 Prozent Vorteil. Das Interessante dabei: Je höher die Auflösung, desto näher rückt die Nvidia-Grafikkarte heran. Normalerweise ist es genau anders herum.

Altes vs. neues Testsystem

Der Wechsel des Testsystems, neue Treiber und aktuelle Spiele haben eine Auswirkung auf die Ranglisten gehabt. Allerdings nicht so stark wie in der Vergangenheit bereits erlebt. Bei einer direkten Überstellung zeigt sich, dass es kleinere Änderungen gegeben hat, die aber einem klaren Trend folgen: AMD hat gewonnen. So lag die Radeon RX 580 auf dem alten Testsystem in 1.920 × 1.080 ein Prozent hinter der GeForce GTX 1060 FE zurück, auf dem neuen System sind es minimal höhere drei Prozent.

Größere Unterschiede hat es dagegen bei der Vega-Generation gegeben, vor allem dem Flaggschiff Radeon RX Vega 64. So lag diese in 2.560 × 1.440 auf dem alten System noch um vier Prozent hinter der GeForce GTX 1080 FE zurück. Beim neuen Testparcours dreht sich der Abstand dann genau um und plötzlich ist die AMD-Grafikkarte vier Prozent zügiger unterwegs als das Konkurrenzmodell von Nvidia.

Differenz altes Testsystem Differenz neues Testsystem
Radeon RX Vega 64 vs. GeForce GTX 1080 FE –5 Prozent (1.920)
-4 Prozent (2.560)
-3 Prozent (3.840)
0 Prozent (1.920)
+4 Prozent (2.560)
+5 Prozent (3.840)
Radeon RX 580 vs. GeForce GTX 1060 FE +1 Prozent (1.920)
+2 Prozent (2.560)
+3 Prozent (1.920)
+5 Prozent (2.560)

Es gibt mehrere Gründe für die größeren Unterschiede. Zum einen konnte Vega mit neueren Treibern gegenüber der ersten Softwareversion zulegen. Darüber hinaus schmecken der Architektur einige neue Spiele besser als ältere Titel. Und zudem gab es im alten Parcours noch einige ältere Spiele, in denen sich die Radeon RX Vega 64 nicht von der kleineren Radeon RX Vega 56 absetzen konnte. Call of Duty: Infinite Warfare war so ein Spiel, das jedoch durch den Nachfolger Call of Duty: WWII ersetzt wurde, der das Problem nicht mehr aufweist.

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