F1 2019 im Test: GPU-Benchmarks, DX11 vs. DX12 und Fazit

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Wolfgang Andermahr 231 Kommentare

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind auf einem Intel Core i9-9900K durchgeführt worden, der mit den Standard-Einstellungen betrieben wird und auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. „Windows 10 April 2019 Update“ (1903) inklusive aller derzeit verfügbaren Patches ist installiert. Als Treiber wurden der Adrenalin 19.6.2 beziehungsweise der GeForce 430.86 genutzt. Beide sind offiziell noch nicht für F1 2019 optimiert.

Testsequenz und Einstellungen

Die Testszene zeigt einen Rennstart und die ersten Sekunden danach auf der Rennstrecke von Melbourne in Australien. Der Start spielt sich im hinteren Mittelfeld bei trockenem Wetter ab. Es wird die integrierte Benchmark-Funktion genutzt. Diese erzeugt zwar keine hundertprozentig vergleichbaren Szenen, jedoch variieren die Messergebnisse zwischen mehreren Testläufen kaum. Die Testszene gehört mit den vielen Fahrzeugen im Sichtfeld zu den anspruchsvollsten Sequenzen im Spiel.

Für die Auflösungen 1.920 × 1.080, 2.560 × 1.440 sowie 3.840 × 2.160 werden die maximalen Grafikdetails genutzt. Neben dem Ultrahoch-Preset werden die SSRT-Schatten aktiviert und die Umgebungsverdeckung auf ASSAO gestellt. Als API kommt fast durchweg DirectX 12 zum Einsatz. Nur Nvidias Pascal-Grafikkarten nutzen in Full HD und WQHD DirectX 11, in Ultra HD dagegen DirectX 12. Die Option „CS Geometry Culling“ ist immer abgeschaltet.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Ultrahoch-Preset, AO ASSAO, SSRT-Schatten, TAA
2.560 × 1.440 Ultrahoch-Preset, AO ASSAO, SSRT-Schatten, TAA
3.840 × 2.160 Ultrahoch-Preset, AO ASSAO, SSRT-Schatten, TAA

DirectX 11 vs. DirectX 12

Wer eine AMD-Grafikkarte im Rechner hat, sollte in F1 2019 DirectX 12 nutzen – die Low-Level-API ist auch mit einem flotten Prozessor wie dem Core i9-9900K schneller als DirectX 11. So zeigt die Radeon RX Vega 64 in 1.920 × 1.080 mit DirectX 12 16 Prozent mehr Bilder in der Sekunde als mit DirectX 11, in 3.840 × 2.160 liegen die Vorteile bei 9 Prozent. Durch DirectX 12 schafft es die Radeon, den Rückstand zur konkurrierenden GeForce RTX 2070 zu egalisieren.

„Async Compute“, das auf Radeon-Grafikkarten meistens einen ordentlichen Performance-Schub bietet, bringt in F1 2019 dagegen nichts. Sowohl in Full HD als auch in Ultra HD lässt sich kein Unterschied messen.

Auf einer GeForce der Pascal-Generation liegt DX11 vorne

Bei einer Radeon ist der Fall also klar, auf einer GeForce dagegen weniger. Ist die CPU potent, bringt DirectX 12 in dem Rennspiel auf einer modernen Turing-Grafikkarte nichts, schadet aber andersherum auch nicht.

Auf der älteren GeForce GTX 1080 mit Pascal liegt DirectX 11 hingegen knapp vor DirectX 12. Die alte API liefert in Full HD 3 Prozent mehr Bilder in der Sekunde, in Ultra HD ist es noch 1 Prozent. Die Nutzung von DirectX 12 ist in diesem Fall also nicht sinnvoll.

„Async Compute“ bringt auf der GeForce RTX 2070 und der GeForce GTX 1080 weder Vor- noch Nachteile mit sich, sodass es in beiden Fällen keinen Unterschied macht, ob das Feature an- oder abgeschaltet ist. Möglicherweise ist „Async Compute“ aber noch nicht richtig integriert.

Benchmarks in Full HD, WQHD und Ultra HD

Für die gezeigte Grafikqualität bietet F1 2019 eine hohe Framerate – ein High-End-Rechner wird für maximale Grafikdetails nicht benötigt. Bereits eine Radeon RX 580 hat keine Probleme damit, die 60-FPS-Marke in Full HD bei vollen Details zu erreichen. Und das in Melbourne – die meisten anderen Strecken laufen noch etwas schneller. Auch in höheren Auflösungen muss es keine Monster-Grafikkarte sein. In WQHD kommt eine GeForce GTX 1070 noch an die 60 FPS, in Ultra HD gelingt dies ab einer GeForce GTX 1080 Ti oder GeForce RTX 2080.

Auffällig ist, dass F1 2019 trotz der sichtbar besseren Grafik auf vielen Rechnern vergleichbar schnell oder sogar schneller als der Vorgänger läuft. Für alle GPU-Architekturen gilt das aber nicht.

F1 2019 mag Radeon, läuft ordentlich auf Turing und mau auf Pascal

Sämtliche AMD-Grafikkarten fühlen sich pudelwohl in F1 2019, was wohl primär an der neuen Unterstützung von DirectX 12 liegt. Egal ob Polaris oder Vega, alle Radeon-Beschleuniger laufen in F1 2019 schneller als in F1 2018. Nvidias Turing-Generation schafft das Kunststück, quasi gleich viele FPS in beiden Spielen zu erzielen. Die älteren Pascal-Ableger sind in F1 2019 dagegen langsamer als in F1 2018.

Vergleicht man jetzt noch die Ergebnisse von F1 2019 mit dem allgemeinen Spieledurchschnitt, schneiden alle Radeon-Beschleuniger besser als gewöhnlich ab. Für Turing und Pascal gilt das nicht. Turing kann sich allerdings deutlicher von Pascal absetzen. Das hat dennoch zur Folge, dass die Radeon RX Vega 64 in 1.920 × 1.080 nur 2 Prozent langsamer als die GeForce RTX 2070 arbeitet, in 2.560 × 1.440 dagegen um 4 Prozent schneller. Gewöhnlich liegt die Nvidia-Grafikkarte um 7 bis 8 Prozent vor der Radeon.

Die GeForce-GTX-1000-Karten haben hingegen durchweg das Nachsehen. So ist die Radeon RX Vega 64 je nach Auflösung zwischen 13 bis 15 Prozent schneller, während es ansonsten eher auf einen Gleichstand hinausläuft.

Bei den Frametimes schneiden alle Nvidia-Grafikkarten leicht besser als bei der Framerate ab. Die Unterschiede sind aber gering, sodass sich an den vorherigen Aussagen nichts ändert.

AMDs Radeon VII befindet sich derzeit leider nicht in der Redaktion in Berlin und ist daher nicht in den Benchmarks vertreten. In Kürze sollte die Grafikkarte aber wieder zur Verfügung stehen, die Ergebnisse werden dann nachgeliefert.

Gute Frametimes auf allen Grafikkarten

F1 2019 zeigt mit DirectX 12 auf allen Grafikkarten gute Frametimes. Auf GeForce GTX 1080, GeForce RTX 2070 und Radeon RX Vega 64 sichtbare kleinere Ausreißer haben keinen Einfluss auf das Spielgefühl, zumal die Framerate in der Regel hoch ist. Das Spielgefühl ist dann butterweich.

Texturen und Speicherbedarf

Die Texturen in F1 2019 stellen zwar kein Highlight dar, sind aber angemessen. Da man meistens sowieso in Bewegung ist, hat man keine Zeit, sich Oberflächen genauer anzuschauen, um etwaige Schwachstellen zu erkennen. Die einzige störende Schwachstelle ist, dass einige der Lenkräder aus der Cockpit-Perspektive qualitativ nicht ganz mit der restlichen Grafik mithalten können – je nach gewähltem Formel-1-Auto fällt dies mal mehr, mal weniger auf. Das Formel-2-Auto hat dagegen keine Probleme mit der Texturqualität im Cockpit.

Für die volle Texturqualität benötigt F1 2019 in 3.840 × 2.160 einen 8 GB großen Speicher. Für 2.560 × 1.440 sind auch 6 GB ausreichend. 1.920 × 1.080 funktioniert durchaus auch mit 4 GB, allerdings ist es in dem Fall ratsam, die Texturqualität um eine Stufe zu reduzieren.

Fazit

Spielerisch sowie technisch hat Codemasters mit F1 2019 Feintuning betrieben. Optisch hat das aber durchaus größere Auswirkungen: In Nachtrennen wirkt der neueste Teil fast wie ein völlig anderes Spiel. Aber auch bei Sonnenschein ist die Grafik hübscher. In Summe ist sie sehr gut und F1 2019 damit derzeit das schönste Rennspiel. Bei Wiederholungen gibt es somit immer wieder mal das Gefühl, ein echtes Rennen am Fernseher zu verfolgen – bis der Nachfolger dann nochmals realistischer wird. Passionierte F1-Fahrer kennen dieses Gefühl seit Jahrzehnten.

Ferner positiv zu bewerten ist: Das Rennspiel benötigt für hohe Frameraten keinen High-End-Rechner. Auf dem PC reicht vor allem für Full HD bei maximalen Grafikdetails eine Grafikkarte der Mittelklasse aus. Und auch bei höheren Auflösungen muss es nicht gleich ein High-End-Modell sein. Reicht es nicht, bietet das Spiel mit den verschiedenen Grafik-Preset viele Leistungsreserven, die aber sichtbar auf Kosten der Qualität gehen.

F1 2019 im Benchmark-Test

Die neue Unterstützung von DirectX 12 hilft dabei vor allem Grafikkarten von AMD. Sämtliche Radeon-Produkte sind sehr schnell und schneiden in F1 2019 besser als gewöhnlich ab. Während Nvidias aktuelle Turing-Generation eine ordentliche Leistung zeigt, hat der Pascal-Vorgänger dagegen Probleme und läuft ein gutes Stück langsamer als gewöhnlich.

Die PC-Version lief während des Testens ohne nennenswerte Probleme. Einzig mit DirectX 12 stürzte das Spiel unabhängig von der Grafikkarte gelegentlich beim ersten Start ins Hauptmenü ab, im Rennen passierte das hingegen nie. Die PC-Version von F1 2019 kann aus Sicht der Redaktion deshalb bedenkenlos gekauft werden.

F1 2019 erscheint am 28. Juni über Steam. Schon seit dem 25. Juni können allerdings Käufer der teuren Legends Edition das Spiel spielen.

ComputerBase hat F1 2019 von EA zum Testen erhalten. Das Muster wurde unter NDA zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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