Übernahme: Infineon kauft Cypress für 9 Milliarden Euro

Volker Rißka 20 Kommentare
Übernahme: Infineon kauft Cypress für 9 Milliarden Euro
Bild: Cypress

Infineon kauft für rund 9 Milliarden Euro in seiner eigenen Branche zu. Cypress ist ein Spezialist für Mikrocontroller sowie Software und Connectivity-Komponenten mit Fokus auf den mobilen Markt, mit dem die Infineon-Sparten um Leistungshalbleiter, Sensoren und Sicherheitslösungen ergänzt werden sollen.

Die Cypress Semiconductor Corp. ist bisher primär im nordamerikanischen Markt aktiv, was für Infineon nun eine große Chance ist, dort stärker Fuß zu fassen. Cypress ist im Silicon Valley vor allem auch im Bereich der Forschung und Entwicklung aktiv, von der Infineon nun profitieren wird. Gemeinsam wollen sie unzählige Bereiche der Wirtschaft abdecken, von elektrischen Antrieben, batteriebetriebenen Geräten und Stromversorgung über IoT-Anwendungen im Industrie- und Consumer-Segment bis hin zu einem erweiterten Portfolio an Mikrocontrollern und NOR-Flash-Speichern mit Blick auf deren wachsende Bedeutung für Fahrerassistenzsysteme und neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug.

Nummer 1 in vielen Teilbereichen
Nummer 1 in vielen Teilbereichen (Bild: Cypress)

Gemessen am Umsatz von 10 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2018 steigt Infineon durch die Übernahme zur Nummer acht unter den weltweiten Chip-Herstellern auf. Neben seiner führenden Position bei Leistungshalbleitern und Sicherheits-Controllern wird das Unternehmen jetzt zur Nummer eins bei Chips für den Automobilmarkt.

Die nackten Zahlen

Infineon bietet 23,85 US-Dollar in bar pro ausstehender Aktie von Cypress. Dies entspricht einem Unternehmenswert von Cypress von 9,0 Milliarden Euro. Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von 46 Prozent auf den unbeeinflussten 30-tägigen Durchschnittskurs im Zeitraum vom 15. April bis 28. Mai 2019, dem letzten Handelstag vor Medienberichten über einen potenziellen Verkauf von Cypress. Die Akquisition bedarf noch der Zustimmung der Aktionäre von Cypress und der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen vor Closing. Das Closing wird Ende des Kalenderjahres 2019 oder Anfang 2020 erwartet.

Die erwarteten Skaleneffekte sollen bis 2022 für jährliche Kostensynergien in Höhe von 180 Millionen Euro sorgen. Die komplementären Portfolios ermöglichen zudem zusätzliche Angebote von Chip-Lösungen, die sich langfristig in Umsatzsynergien in Höhe von mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr niederschlagen sollen.