Skullcandy Indy Fuel im Test: Kabellose In-Ears mit Wireless Charging und Verbesserungen

Frank Hüber
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Skullcandy Indy Fuel im Test: Kabellose In-Ears mit Wireless Charging und Verbesserungen

tl;dr: Skullcandy spendiert den Indy Fuel im Vergleich zu den Indy mit Wireless Charging, Schnellladung, längere Akkulaufzeit, Transparenzmodus, Einzelnutzung, App-Anbindung, festeren Halt und besseren Klang viele Neuerungen. Klanglich sind dennoch Schwächen bestehen geblieben.

Mit den kabellosen In-Ear-Kopfhörern Indy Fuel wertet Skullcandy die Indy (Test) aus dem letzten Jahr auf. Sie bieten ein Ladecase mit Wireless Charging und eine deutlich längere Akkulaufzeit als der Vorgänger. Zudem verfügt der Indy Fuel über eine Schnellladefunktion. Abseits dieser Änderungen soll das neue Modell auch besser klingen, die Ohrhörer können einzeln genutzt und mit der Skullcandy-App verbunden werden. Gepaart wird dies erneut mit einer IP55-Zertifizierung, so dass Regen und Schweiß den Ohrhörern nichts anhaben können.

Im Lieferumfang der Skullcandy Indy Fuel sind neben den Ohrhörern und dem Wireless-Charging-Case ein kurzes USB-A-auf-USB-C-Ladekabel, drei Silikon-Ohrpassstücke und zwei Ear-Wings enthalten. Die Ear-Wings und die Silikon-Passstücke sind erneut getrennt ausgelegt, so dass beides unabhängig voneinander den eigenen Bedürfnissen entsprechend angepasst werden kann. Die unverbindliche Preisempfehlung der Indy Fuel beträgt 119,99 Euro, sie sind ausschließlich in der Farbe „Chill Gray“ erhältlich.

Technische Daten der Indy Fuel im Vergleich

Das Ladecase der Indy Fuel bietet nicht nur Wireless Charging, sondern ist auch markanter als bei den Indy geworden. Mit Maßen von 62,7 × 55,3 × 27,6 mm (B × H × T) fällt es erneut nicht so klein aus wie bei manchem Konkurrenten, lässt sich aber noch in vielen Hosentaschen mitführen. Das Ladecase der Apple AirPods (Test) misst zum Vergleich 53,5 × 44,3 × 21,3 mm, ist also in allen Dimensionen spürbar kleiner.

USB-C und Wireless Charging

Auf der schmalen Seite steht das Ladecase der Indy Fuel durch die runde Form nicht. Es kann also nur hingelegt werden, wobei ein offener Deckel zufällt. Der USB-C-Anschluss ist an der schmalen Seite platziert und so jederzeit zugänglich. Der Bereich mit der Spule für das drahtlose Laden ist an der Unterseite des Ladecases mit einem Blitz gekennzeichnet.

Die Ohrhörer lassen sich leicht aus dem Ladecase entnehmen, sitzen aber dennoch fest genug, so dass sie auch kopfüber nicht herausfallen.

Rund 6 Stunden Musikwiedergabe mit einer Akkuladung

Skullcandy gibt für die Indy Fuel eine Akkulaufzeit von bis zu 6 Stunden und zusätzliche 24 Stunden über das Ladecase an. Im Test konnte bei mittlerer Lautstärke 5:55 Stunden lang Musik abgespielt werden, bis die Ohrhörer verstummten. Werden sie für 10 Minuten geladen, sorgt die Schnellladefunktion dafür, dass sie wieder für rund zwei Stunden Musik wiedergeben können. Kleine LEDs im Ladecase unterhalb der Klappe zeigen den Akkustand des Cases an.

Das Ladecase allein kommt auf ein Gewicht von 48 g, womit es ebenso wie die Ohrhörer, die jeweils 5,5 g wiegen, im derzeit normalen Durchschnitt liegt.

6-mm-Treiber und normaler Frequenzgang

Die Treiber in den Indy Fuel haben wie schon bei den Indy einen Durchmesser von 6 mm. die Impedanz liegt nun jedoch bei 32 statt 16 Ohm und der Schalldruckpegel steigt von 95 auf 99 bis 105 dB an. Unverändert ist der Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz. Auch die IP55-Zertifizierung haben die Indy Fuel vom Vorgänger übernommen. Sie garantiert einen Schutz vor Schweiß, Regen und Staub – wasserdicht sind die Skullcandy Indy Fuel nicht.

SBC und Bluetooth 5.0, aber kein Multi-Connect

Bei den gebotenen Audio-Codecs gibt es hingegen keine Verbesserungen zu vermelden. Auch die Skullcandy Indy Fuel unterstützen lediglich SBC und weder AAC noch aptX. Für die Datenübertragung wird erneut das bewährte und aktuelle Bluetooth 5.0 genutzt. Multi-Connect beherrschen die Ohrhörer allerdings erneut nicht, so dass immer nur ein Endgerät mit ihnen verbunden sein kann. Soll ein anderes Smartphone oder Tablet mit den Indy Fuel gekoppelt werden, muss deshalb zunächst immer die aktuelle Bluetooth-Verbindung beendet werden – erst dann kann sich das andere Endgerät verbinden. Der Kopplungsprozess wird beim Herausnehmen der Ohrhörer aus dem Ladecase gestartet. Wie bei allen aktuellen kabellosen In-Ears werden die Ohrhörer durch das Herausnehmen ein- und durch das Zurücklegen ausgeschaltet.

Die neuen Modelle integrieren auch die Tile-Technologie zum Wiederfinden verlorener Gegenstände über Bluetooth, sofern genügend Personen in der Nähe der Ohrhörer sind, die ebenfalls Bluetooth und Tile aktiviert haben.

TWS-In-Ears und -Earbuds im Vergleich
Skullcandy Indy Fuel Skullcandy Indy Mpow M9 Anker Soundcore Spirit Dot 2 Audio-Technica ATH-CK3TW iFrogz Airtime Sport JBL Reflect Flow Jaybird Vista JBL Tune 220TWS Huawei FreeBuds 3i
Akkulaufzeit Ohrhörer 6 h 4 h 5 h 5,5 h 6 h 5 h 10 h 6 h 3 h 3,5 h
Akkulaufzeit mit Ladecase 30 h 16 h 30 h 16 h 30 h 25 h 30 h 16 h 19 h 13 h
Wireless Charging Ja Nein Ja Nein
ANC Nein Ja
Bluetooth-Standard 5.0
Audio-Codecs SBC SBC, AAC SBC, AAC SBC, aptX SBC, AAC SBC, AAC SBC, AAC
USB-Typ USB-C Micro-USB USB-C Micro-USB USB-C Micro-USB USB-C
Gewicht je Ohrhörer / nur Ladecase 5,5 / 48 g 5,5 / 48 g 5,0 / 44 g 6,0 / 50 g 4,7 / 50 g 6 / 68 g 8 / 73 g 6 / 32 g 5,0 / 45 g 5,4 / 51 g
Zertifizierung IP55 IPX7 IPX7 Nein IPX5 IPX7 Keine
Preis 120 Euro 66 Euro 40 Euro* 80 Euro* 75 Euro 70 Euro 125 Euro 180 Euro 90 Euro 119 Euro

Einzelnutzung dank Einzelverbindung

Eine weitere Verbesserung der Indy Fuel im Vergleich zu den Indy stellt die Möglichkeit der Einzelnutzung beider Ohrhörer dar. Bei den Skullcandy Indy konnte aufgrund des Master-Slave-Prinzips nur der rechte Ohrhörer (Master) einzeln genutzt werden. Die beiden Ohrhörer der Indy Fuel verbinden sich jedoch auch einzeln mit dem Smartphone und können somit auch einzeln genutzt werden.

Während das Hinzufügen des zweiten Ohrhörers durch das Entnehmen aus dem Ladecase unterbrechungsfrei erfolgt, pausiert die Wiedergabe kurz, wenn ein zuvor verbundener Ohrhörer ins Ladecase gelegt und der andere weiterverwendet wird.

Vollständige Bedienung über Touch

Wie die Indy setzen auch die Indy Fuel auf eine Touchsteuerung über beide Außenseiten der Ohrhörer. Sie unterscheidet sich dabei je nach Seite. Auf dem linken Ohrhörer kann einen Track zurückgesprungen werden, wenn die Touchfläche für zwei Sekunden gehalten wird, auf dem rechten hingegen einen Track vor. Ein einfaches Tippen reduziert links und erhöht rechts die Lautstärke. Identisch ist auf beiden Ohrhörern das Doppeltippen, das die Wiedergabe startet oder pausiert. Auch das Annehmen von Anrufen (zweimal Tippen) und das Aktivieren des Sprachassistenten des Smartphones (dreimal Tippen) ist auf beiden zugänglich.

Equalizer-Modi und Transparenzmodus über Ohrhörer

Die Equalizer-Modi lassen sich auf beiden Ohrhörern durch doppeltes Tippen und zweisekündiges Gedrückthalten durchschalten. Eine Ansage gibt dabei Aufschluss über den aktuellen EQ-Modus (Podcast, Movie, Music). Ein einfaches Tippen mit anschließendem zweisekündigen Gedrückthalten aktiviert hingegen den „Ambient-Modus“, häufig auch Transparenzmodus genannt, bei dem Umgebungsgeräusche über die Mikrofone in den Ohrhörern an das Ohr des Trägers weitergegeben werden, damit man etwa im Straßenverkehr seine Umgebung wahrnehmen kann. Die Aktivierung des Ambient-Mode wird durch eine Ansage bestätigt, die Deaktivierung durch einen kurzen Signalton.

Die Bedienung über die Ohrhörer ist somit vollständig, aber durchaus komplex, bis man sie verinnerlicht hat.

Trotz Touch selten Fehleingaben

Positiv hervorzuheben ist erneut, dass es bei den Skullcandy Indy Fuel trotz der Touchbedienung selten zu Fehleingaben kommt, da die Touchflächen nicht die gesamte Außenseite der Ohrhörer einnehmen, sondern noch ausreichend Platz ist, um sie ohne aus Versehen ausgelöste Bedienung ins Ohr zu setzen oder zu justieren.

Kein Auto-Pause und Auto-Play

Eine Funktion zum automatischen Pausieren (Auto-Pause) und automatischen Fortsetzen der Musikwiedergabe (Auto-Play), wenn ein Ohrhörer aus dem Ohr genommen wird, besitzen die Indy Fuel nicht.

Skullcandy-App ohne Nutzen

Die Skullcandy-App unterstützt die neuen Indy Fuel, Indy Evo und Push Ultra. Andere kabellose In-Ears, etwa die erste Generation der Indy, werden weiterhin nicht berücksichtigt. Der Nutzen der App ist allerdings äußert gering, denn die einzige Funktion, die sie derzeit abseits einer Kurzanleitung hat, ist das Aktivieren bzw. Deaktivieren des Ambient-Mode der Indy Fuel. Die Equalizer-Modi können weder umgestellt werden, noch lassen sie sich anpassen – nur der aktuell gewählte Modus wird in der App angezeigt. Einen von den drei Modi unabhängigen Equalizer bietet die Anwendung auch nicht. Abseits dieser rudimentären Funktion zeigt sie die Firmware der Indy Fuel an.

Skullcandy-App mit Indy Fuel

Angenehmes Tragegefühl mit besserem Halt

Den Skullcandy Indy sprach ComputerBase noch eine uneingeschränkte Eignung für Sport ab, da sie zu locker im Ohr sitzen. Bei den Indy Fuel ist dies durch die größeren, besseren Ear-Wings anders, da sie einen deutlich besseren Halt der Ohrhörer im Ohr erzielen. Das angenehme Tragegefühl der Indy verlieren die Indy Fuel dadurch nicht. Auch das neue Modell wird vergleichsweise wenig in den Gehörgang gedrückt, so dass kein störender Druck erzeugt wird.

Tragekomfort der Skullcandy Indy Fuel
Tragekomfort der Skullcandy Indy Fuel

Die Abdichtung nach außen ist dennoch hoch, die Umgebung nimmt man bei der Musikwiedergabe nur noch äußerst eingeschränkt wahr.

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