Fussballmanager: Anstoss 2022 bringt die Marke zurück

Michael Günsch 170 Kommentare
Fussballmanager: Anstoss 2022 bringt die Marke zurück
Bild: Kalypso Media

Vor 27 Jahren erschien Teil 1 und vor vierzehn Jahren der letzte Teil der Spielreihe Anstoss aus dem Genre der Fussballmanager-Simulationen. Jetzt steht die Rückkehr bevor, denn unter neuem Besitzer der Marke soll nächstes Jahr mit Anstoss 2022 ein Nachfolger erscheinen.

Ursprünglich vom deutschen Game-Designer Gerald Köhler entworfen, erschien „Anstoss – Der Fußballmanager“ im Jahr 1993 und trat mit Erfolg in die Fußstapfen der bis dahin das Genre prägenden Reihe „Bundesliga Manager“. Unter dem in Gütersloh ansässigen Entwicklerstudio Ascaron (früher Ascon) folgten zahlreiche Teile, die am Ende aber nicht mehr an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen konnten. Das letzte Werk der Serie bildete „Anstoss 2007“, das im August 2006 erschien. Im Jahr 2009 folgte allerdings das Aus für Ascaron nach Insolvenz, die Rechte an diversen Marken wurden von der deutschen Spielefirma Kalypso Media übernommen.

Anstoss 2022 markiert die Rückkehr der Serie

Und eben dieses Kalypso Media hat jetzt mit Anstoss 2022 einen Nachfolger angekündigt, der im Jahr 2021 für Windows-PCs erscheinen soll. Entwickelt wird der Titel vom wenig bekannten Studio 2tainment aus Magdeburg. Laut der Ankündigung soll das Gameplay der alten Teile wiederaufleben und zugleich an die Anforderungen des modernen Fußballs angepasst werden. In Aussicht gestellt wird „Komplexität und Tiefgang ohne viel Mikromanagement“. Spieler sollen sich auf die „wesentlichen Aufgaben eines Managers“ konzentrieren können. Die offizielle Website zum Spiel liefert bisher kaum Details, aber einen Newsletter.

Wie Gamestar berichtet, basiert der Neuling auf Anstoss 3, der bei vielen als bester Teil der Serie gilt. Neben sportlichen Entscheidungen wie Aufstellung und Taktik sollen vor allem wirtschaftliche Aspekte wie der Ausbau von Stadion und Infrastruktur oder Vertragsverhandlungen das Aufgabenfeld des Spielers markieren. Neu hinzu kommen RPG-Elemente mit Leveln und Fähigkeiten für den Manager. Im Vergleich zum großen Konkurrenten Football Manager gibt es keine offiziellen Vereinslizenzen und das Gameplay soll weniger komplex und zudem sehr zügig ausfallen: Eine ganze Saison könne an einem Nachmittag bewältigt werden.

Das Spielemagazin zeigt erste Screenshots und äußert Gefallen am neuen Taktik-Editor und altem Anstoss-Flair, zeigt sich aber wegen des neuen Studios skeptisch, da dieses bisher keine eigenen Spiele veröffentlicht habe und nur als Publisher fungierte.

Update 25.07.2020 17:15 Uhr

Per Schwarmfinanzierung soll einerseits Feedback der Community und andererseits finanzielle Unterstützung für das Projekt Anstoss 2022 gesammelt werden. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis zum 22. August und peilt eine Summe von 100.000 Euro an, von der aktuell bereits gut zwei Drittel erreicht sind. Wer mindestens 35 Euro beisteuert, soll die derzeit für Juni 2021 geplante Steam-Version erhalten. Erst ab 50 Euro winkt der Zugang zu einer Vorabversion, die voraussichtlich im Januar 2021 erscheine.

Im Unternehmensblog erläutert Simon Hellwig, Managing Director der Kalypso Media Group, die Hintergründe zu diesem Schritt.

2tainment und Kalypso geht es bei der Kickstarter-Kampagne nicht primär um die Finanzierung – daher auch das sehr niedrige Minimalziel von EUR 100.000 (plus Stretch-Goals), das nur einen kleinen Teil der Kosten decken kann – sondern einerseits um die Teilhabe der aktiven Community (auch über das Feedback über den Beta-Zugang), Aufmerksamkeit über die klassischen Gaming-Kanäle hinaus zu ermöglichen und andererseits zumindest einige der Community-Wünsche, die über die bereits geplanten Features hinausgehen, aufzugreifen und umsetzen zu können.

Simon Hellwig, Eigentümer und Managing Director der Kalypso Media Group
Update 29.07.2020 19:10 Uhr

Keine Woche hat es gedauert bis das Mindestziel von 100.000 Euro auf Kickstarter überschritten wurde. Inzwischen hat das Projekt mehr als 1.550 Unterstützer versammelt. Da die Kampagne noch gute drei Wochen läuft, könnte auch noch das eine oder andere Stretch Goal erreicht werden. Ab 120.000 Euro soll eine zweite Mannschaft und eine Nationalmannschaft zu leiten sein. Weitere Etappenziele sind professionell aufgenommene Halbzeitansprachen, die klassische Büroansicht, Versionen für Linux und macOS sowie ein echter Online-Multiplayer-Modus mit direkten Matches sowie asynchronem PvP, der aber erst ab 250.000 Euro Unterstützung entwickelt werden soll.

Die Redaktion dankt den Community-Mitgliedern „Ismael11“ und „Forum-Fraggle“ für die Hinweise zum Update.